Lachende Erben: Komödianten der 1980er Jahre

Das bundesrepublikanische Kino der 1980er Jahre steht im Zeichen von Kommerzialisierung und Professionalisierung. Daran hat auch die Komödie Anteil, die sich wirtschaftlich restauriert:  Ab 1982 greift die zuvor auf Erotikproduktionen spezialisierte Lisa Film mit dem „Mike & Tommy”-Zyklus das „Spencer/Hill”-Konzept der italienischen Duo-Komödie auf und platziert die westdeutsche Komödie damit wieder auf den vorderen Rängen der Charts. Zuvor war bereits Dieter Hallervordens „Didi”-Figur der Sprung vom Fernsehen ins Kino geglückt – Startschuss einer Welle lukrativer, auf die Popularität ihrer aus Funk und Fernsehen bekannten Figuren zugeschnittener Produktionen. Den Höhe- und Scheitelpunkt erreicht die Welle 1985 mit Otto - Der Film, der – gesamt-deutsch betrachtet – bis heute erfolgreichsten deutschen Kinoproduktion.

Neben dem berüchtigten „Blödelhumor” fallen in der BRD-Komödie der Achtzigerjahre zum einen die soziale Grundierung auf – meist handeln die Geschichten von gesellschaftlich abgehängten Figuren –, zum anderen ist die privilegierte Position gesprochener Sprache bemerkenswert: Ihren Witz beziehen die Filme aus Thomas Gottschalks radio-erprobter Schlagfertigkeit, Otto Waalkes’ rasant-performanten Sprechkaskaden und Hallervordens Stammel-Sprechblockaden. (Thomas Groh)