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Badingen
Ort: | Badingen. |
Name: | Amtshaus, Schloss, Festes Haus. |
Landkreis: | Oberhavel. |
Bundesland: | Brandenburg. |
Bestand: | Schloss, Umwehrung. |
Datierung: | Mitte 16. Jahrhundert. |
Besitzergeschichte: | Anfang des 13. Jahrhunderts wanderten die
Badinger wahrscheinlich aus der Altmark (Badingen bei Stendal) ein.
1270 gehörten sie zu den Vasallen des
Bistums Brandenburg, 1460 gehörten die Badinger zu den Aftervasallen des
Bistums. Das kleine Dorf wird 1459 als „oppidulum“
bezeichnet. Ende des 15. Jahrhunderts verarmte das Geschlecht. Unter dem brandenburgischen Hofmarschall
Adam von Trott war Badingen zwischen 1540 und 1558 Zentrum einer Herrschaft, die von
Fürstenberg
bis Zehdenick reichte und die die säkularisierten Güter der Zisterzienserklöster
Zehdenick und Himmelpfort umfasste. 1727 starben die von Trott aus. Badingen wurde brandenburgisches
Domänenamt, das im 19. Jahrhundert mit dem Amt Zehdenick zusammengelegt wurde. Das Schloss wurde
zum Amtshaus. Zu DDR-Zeiten wurde das Schloss als Verwaltungshaus einer LPG genutzt, gegenwärtig
werden einige Räume von der Gemeinde genutzt. |
Baugeschichte: | In frühdeutscher Zeit lag der Adelssitz außerhalb der Siedlung. Eine Turmhügelburg ist
nachgewiesen. In der unmittelbaren Umgebung des Hauses finden sich neben der Kirche aus dem 13.
Jahrhundert verschiedene Reste von Umwehrungen mit Türmen und einem Tor. Ein langgestrecktes
Nebengebäude ist als ehemaliges Burggebäude zu erkennen. Das bisher als Kapellenanbau oder Waschhaus
bezeichnete kleine Gebäude auf der Südseite des Schlosses konnte als älterer Vorgängerbau identifiziert
werden. An dieses Gebäude schlossen sich nach Norden weitere Bauteile an. Reste eines Pultdachs mit
gotischen Dachziegeln haben sich im späteren Schlossbau erhalten. Der Neubau des Schlosses in seinen heutigen Ausmaßen könnte Adam von Trott zugeschrieben werden, und wäre dann zwischen 1532 und 1564 errichtet worden. Die Baubefunde bestätigen die Darstellungen des 17. Jahrunderts, auf denen das Gebäude ursprünglich über ein weiteres Geschoss verfügte. Die Westseite wurde durch zwei Standerker und einen etwas außermittig angeordneter Treppenturm bestimmt. Die Fenster zeigen eine interessante Stufe innerhalb der Entwicklung von repräsentativen Fassaden. Bewusst wurde in der Gestaltung zwischen den segmentbogigen Fenstern des Erdgeschosses und den Vorhangbogenfenstern der Obergeschosse unterschieden. Andererseits lagen sie nicht genau übereinander und differieren zudem in ihrer Breite. Ein originales Eisengitter hat sich in situ in der Südwand des Treppenturmes erhalten. Die Wandflächen waren mit einer dünnen Kalkputzschicht überzogen. Die Fenstergewände waren mit einer dünnen Kalkschlämme mit Ziegelmehl rosafarben überzogen. Den Dreißigjährigen Krieg überstand Haus Badingen unbeschadet. Nach einer längeren Zeit der Verwahrlosung und einem Brand im 18. Jahrhundert wurden die oberen Geschosse mit dem Dach abgebrochen und die heutige Geschosseinteilung geschaffen. |
Literatur/Quellen: |
BADSTÜBNER, Ernst, Schlösser der Renaissance in der Mark Brandenburg. (Monumenta Brandenburgica 2). Berlin 1995; BEESKOW, Angela, Badingen. (Schlösser und Gärten der Mark). Berlin 1993; Die KUNSTDENKMÄLER der Provinz Brandenburg, hrsg. vom Brandenburgischen Provinzialverband. Berlin 1907-1941. - 3, Teil 2, Kreis Templin, bearb. von Heinrich Jerchel. Berlin 1937, S. 50-52; BREITLING, Stefan/WAGNER, Stefanie, Badingen. Erste Ergebnisse der Bauforschung am Schloss. In: Brandenburgische Denkmalpflege 9, 2000, Heft 2, S. 58-65; BREITLING, Stefan, Adelssitze zwischen Oder und Elbe 1400 - 1600. (Veröffentlichung der Deutschen Burgenvereinigung Reihe A: Forschungen, Band 10). Braubach 2005, S. 72-73; DEHIO, Georg, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg, bearb. von Gerhard Vinken u. a., München/Berlin 2000, S. 41; GRAFE, Gottfried, Badingen. Restauratorisches Gutachten, 1999, Archiv BLDAM; MERIAN, Matthäus/ZEILLER, Martin, Topographia Electoratus Brandenburgici et Ducatus Pomeraniae das ist Beschreibung der Vornembsten und bekanntisten Stätte und Plätz in dem hochlöblichsten Churfürstenthum und March Brandenburg. in Druck gegeben und verleget durch Matthäi Merian Seel. Erben. Frankfurt am Main 1652. Mit einem Nachwort versehenes Faksimile der Erstausgabe, hg. von Lucas Heinrich Wüthrich. Kassel/Basel 1965; SCHMIDT, Rudolf, Das feste Haus Badingen. In: Templiner Kreiskalender 1929, S. 71-77; SCHMIEDERER, Wolfgang, Das "Feste Haus" von Badinghe: zur Geschichte des Renaissanceschlosses in Badingen, Landkreis Oberhavel. In: Archäologie in Berlin und Brandenburg, 1998(1999), S. 134-136; STAEMMLER, P., Schloss Badingen. In: Brandenburgia, 1906/1907, S. 57-63. |
Autor: | Stefan Breitling. |