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Dahme
Ort: | Dahme. |
Name: | Schloss, Am Schloss, Schlossruine. |
Landkreis: | Teltow-Fläming. Ehem. Kreis Jüterbog/Luckenwalde. |
Bundesland: | Brandenburg. |
Bestand: | Ruine des Schlosses, Keller tonnengewölbt mit Pfeilern. |
Gebäudetyp: | Schloss, Burg, Ringmauerburg. |
Besitzergeschichte: | Der slawische Burgort wird zum ersten Mal 1164 als Ziel des Magdeburger Vorstoßes entlang des Fläming genannt. 1185 gehörte er zum Land Jüterbog, 1193 sind die Herren von Dahme als Lehnsleute des Erzbischofs von Magdeburg nachgewiesen. 1265 erhielt Dahme Stadtrechte. 1405 starb das Geschlecht der von Dahme aus und der Magdeburger Erzbischof Günther II. zog das Lehen ein. Es wurde in ein Amt umgewandelt und im Prager Separatfrieden 1635 Kursachsen zugesprochen. 1656 fiel das Amt nach dem Tode des Kurfürsten Johann Georg I. infolge Erbteilung an die Herzöge von Sachsen-Weißenfels, die in Dahme einen Witwensitz einrichteten. 1707 kam der Besitz an den Prinzen Friedrich, der einen barocken Neubau errichten ließ. 1747 erlosch die Linie Sachsen-Weißenfels und Dahme fiel an Kursachsen zurück. 1815 kam Preußen in den Besitz des Schlosses, das es 1825 an den Berliner Bankier Schultze verkaufte. Durch weitere Verkäufe kam das Schloss 1847 an die Familie Krummholtz und 1873 schließlich an die Stadt Dahme, die dort eine Schule, Mieträume, eine Gastwirtschaft mit Kegelbahn und ein Heimatmuseum einrichtete. |
Baugeschichte: | Die Ringmauer der mittelalterlichen Burganlage ist auf drei Seiten gut erhalten. Der ganze Platz liegt erhöht und birgt weitere archäologische Zeugnisse. Die ältesten Gebäudereste befinden sich im Kellergeschoss des Südflügels der heutigen Schlossruine. Möglicherweise sind auch unter dem Amtshaus auf der Nordseite mittelalterliche Bauteile erhalten. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstand der heutige Südflügel der Ruine. Der langgestreckte Nordflügel mit gewölbten Räumen am nördlichen Ende wurde vermutlich 1545 bis 1561 von Lippold von Klitzing als Amtshaus errichtet. 1637 verwüsteten schwedische Truppen die Burg, die erst 1653 unter dem Amthauptmann Melchior von Schlomach wieder aufgebaut wurde. 1713 bis 1715 errichteten vermutlich der schlesische Baumeister EliasScholtz und Johann Christoph Schütze aus Sachsen für die Herzöge von Weißenfels ein Barockschloss. Sie fassten die beiden bestehenden zweigeschossigen Flügel und andere ältere Bauteile mit einem dreigeschossigen Mitteltrakt zu einer monumentalen Anlage zusammen. 1826 wurden umfangreiche Reparaturmaßnahmen durchgeführt. 1878 bis 1880 fanden Umbauten statt, um die neue Schulnutzung unterzubringen. Einen weiteren tief greifenden Umbau begann man 1940 bis 1942 im Südflügel. Nach dem Abdecken der Dächer wurden 1956 die begonnenen Restaurierungsarbeiten gestoppt, so dass das Gebäude verfiel. Seit 1999 finden Sicherungsmaßnahmen an der Ruine statt. |
Literatur: |
BREITLING, Stefan, Adelssitze zwischen Oder und Elbe 1400 - 1600. (Veröffentlichung der Deutschen Burgenvereinigung Reihe A: Forschungen, Band 10). Braubach 2005, S. 78; DEHIO, Georg, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg, bearb. von Gerhard Vinken u. a., München/Berlin 2000, S. 213-214. |
Autor: | Stefan Breitling. |