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| Ort: | Freyenstein. | |
| Name: | Altstadt-Wüstung -> siehe auch: Feyenstein Schloss. | |
| Landkreis: | Ostprignitz-Ruppin. | |
| Bundesland: | Brandenburg. | |
| Bestand: | Die Wüstung ist vollständig eingeebnet, doch ist teilweise eine Wiederherstellung der Burggräben im Rahmen des Archäologischen Parkes geplant. | |
| Datierung: | 13. Jahrhundert. | |
| Baugeschichte: | Die heutige Stadt Freyenstein besitzt mehrere bedeutende Burg- und Schlossanlagen,
die sich seit Anfang des 14. Jhs. im Bereich einer Wasserburg am Rande der neuen Stadt entwickelt
haben. Heute noch vorhanden sind neben einem Festen Haus aus dem Ende des 15. Jh. die Reste eines
bedeutenden Renaissanceschlosses mit repräsentativem Bauschmuck der auf das Jahr 1556 zurückgeht. Für die alte Stadt Freyenstein, also für den Zeitraum des 13. Jhs., gibt es aus den Schriftquellen keinerlei Hinweise auf das Vorhandensein einer Burg. Die geomagnetische Kartierung ergab überraschenderweise im Norden der Stadtwüstung, wo heute der Wansdorfer Weg die alte Stadt tangiert, eine quadratische Grabenanlage und einen weiteren vorgelagerten Graben. Aus diesem Befund der geophysikalischen Kartierung kann die Existenz einer aus Haupt- und Vorburg bestehenden Burganlage in der alten Stadt geschlussfolgert werden. Über eine Erdbrücke mit Torsituation führte eine gepflasterte Straße vom Marktplatz in den Vorburgbereich. Vermutlich gleichzeitig mit der planmäßigen Anlage der Stadt und als Bestandteil der Stadtbefestigung wurde Anfang des 13. Jahrhunderts ein quadratischer Bereich von etwa 50 m Seitenlänge mit einem tiefen Burggraben abgegrenzt. Dieser Graben war etwa 10 m breit und 5-6 m tief. Zu seiner Herstellung mußten ca. 9200 m³ Boden bewegt werden. Der Graben war nicht dauerhaft wasserführend. Allein die mit 45 Grad sehr steile Böschung, die schmale Sohle und die erhebliche Tiefe machten ihn zu einem schwer überwindbaren Annäherungshindernis für die Burg. Der Bereich der Burg wurde nach Ausweis von Brandschichten im Graben mehrfach zerstört. Danach wurde der Graben jeweils über längere Zeit weiter genutzt und mindestens einmal wieder hergestellt. Die Reste der Burg wurden noch im 13. Jahrhundert eingeebnet und wieder beackert. Hinweise auf eine Bebauung des inneren Burgareales mit einem Turm oder Palas und auf eine Befestigungsanlage mit Wall und Palisade fehlen bisher vollständig. Anscheinend erfolgte auch die fast vollständige Einebnung der Burggräben bereits einige Zeit vor der Verlagerung der Stadt in den späten 1280er Jahren. Reste eines unmittelbar am Graben gelegenen, kleinen Holzgebäudes und ein, ebenfalls dicht am Grabenrand nachgewiesener Feldsteinbrunnen scheinen jünger als der Graben zu sein und sind erst nach dessen Verfüllung entstanden. Im Vorburgbereich belegen einige Feldsteinkeller eine lockere Bebauung. |
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| Untersuchungen: | Geomagnetik 2002-2005, Grabungen 2009-2010. | |
| Literatur: | SCHENK, Thomas, Die "Altstadt" von Freyenstein, Lkr. Ostprignitz-Ruppin: Rekonstruktion der
brandenburgischen Stadtwüstung des 13. Jhs. auf der Grundlage archäologischer Grabungen und
Prospektionen und Grundzüge eines denkmalpflegerischen Konzepts. Rahden/Westfalen, 2009(2010); HAUPTMANN, Thomas, Freyenstein, Lkr. OPR, Teilfreilegungen im Bereich der Burgstelle auf der Stadtwüstung (ungedr. Bericht, Archiv BLDAM PRH2009-148), 2010. |
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| Autor: | Thomas Hauptmann. |