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Fürstlich-Drehna

Ort: Fürstlich-Drehna.
Name: Schloss Drehna.
Landkreis: Dahme-Spreewald.
Bundesland: Brandenburg.
Gebäudetyp: Wohnturm, Haus, Vierflügelanlage, Wasserburg.
Besitzergeschichte: Die erste Erwähnung fand Fürstlich Drehna 1301. 1449 waren Bernd Druschkowitz (Drußgkwitz) und sein Bruder im Besitz der Burg. 1519 saß dort Caspar von Minckwitz. 1697 erwarben die Grafen von Promnitz das Schloss. 1737 gehörte es Balthasar Friedrich von Promnitz. 1877 kaufte es der Bremer Reeder Christian Heinrich Wätjen und gestaltete das Innere neugotisch um.
Baugeschichte: Die mittelalterliche Burg war eine von wassergefüllten Gräben umgebene Rechteckanlage. Die mittelalterliche Brücke konnte nachgewiesen werden. Die spätmittelalterliche Anlage besaß einen Wohnturm im Nordosten und ein Haus im Südosten. Im Südflügel befand sich eine Kapelle mit kleinteiligem Zellengewölbe. Anfang des 16. Jahrhunderts, wahrscheinlich mit der Übernahme von Drehna durch die von Minckwitz, wurden die beiden Wohnbauten zu einem langgestreckten Gebäude, dem heutigen Ostflügel, zusammengefasst. An den Wohnturm wurden eine Küche und eine Hofstube mit Netzgewölben angebaut. Das große Kehlbalkendach mit liegendem Stuhl wurde 1524 errichtet. Zur Betonung der beiden Gebäudeenden wurden der Wohnturm und das Haus, das bis dahin nur zweigeschossig gewesen war, um ein weiteres Geschoss aufgestockt. Es entstand ein eindrucksvolles, langgestrecktes Haus mit Zwerchhäusern an den Enden, die nach allen drei Seiten reiche spätmittelalterliche Ziergiebel zeigten. Bereits 1562 wurde der Nordflügel der Anlage bis zur Traufe des Zwerchhauses des Hauptgebäudes erhöht und mit einem Dach versehen, das nun einen Ziergiebel des Ostflügels verdeckte. Damit wurde die Idee eines freistehenden Hauses zugunsten einer Mehrflügelanlage aufgegeben. Verschiedene barocke Umbauten sind erhalten, so beispielsweise Stuckdecken von 1700. Um 1819 entstand unter Mitwirkung von Lenné ein ausgedehnter Landschaftsgarten um das Schloss. Massive neugotische Umbauten fanden nach 1877 statt. Seit 1992 wurde das Schloss durch die Brandenburgische Schlösser GmbH saniert.
Literatur: EGGERS, Barbara, Fürstlich Drehna. (Schlösser und Gärten der Mark). Berlin 1993;
BREITLING, Stefan, Adelssitze zwischen Oder und Elbe 1400 - 1600. (Veröffentlichung der Deutschen Burgenvereinigung Reihe A: Forschungen, Band 10). Braubach 2005, S. 84-85;
DEHIO, Georg, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg, bearb. von Gerhard Vinken u. a., München/Berlin 2000;
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EICKHOFF, Sabine, Archäologische Maßnahmen in Zusammenhang mit der Sanierung historischer Gebäude. Schloss Fürstlich Drehna und Umgebung. Worms, 2001. In: Denkmalpflege im Land Brandenburg 1990-2000: Bericht des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums Bd. 2, S.567;
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EICKHOFF, Sabine, Pfahlgründung und Grabenverbau: Die Brücke am Schloß Fürstlich Drehna, Landkreis Dahme-Spreewald. In: Archäologie in Berlin und Brandenburg; 1998(1999), S. 157-158;
NOELL, Matthias, Fürstlich Drehna. Bauhistorische Untersuchungen am Ostflügel des Schlosses, in: Brandenburgische Denkmalpflege 8, 1998, Heft 2;
PETER-PATZELT, Michaela, Archäologische Untersuchungen in Fürstlich Drehna, Lkr. Dahme-Spreewald: Ausgrabungen im Schloß, an der Schloßbrücke und auf dem Lindenplatz. Michaela Peter-Patzelt. Cottbus, 1998. In: Einsichten: archäologische Beiträge für den Süden des Landes Brandenburg 1997, S.41-44;
PETER-PATZELT, Michaela, Archäologische Untersuchungen im Schloss zu Fürstlich Drehna, Landkreis Dahme-Spreewald: ein Rückblick. In: Arbeitsberichte zur Bodendenkmalpflege in Brandenburg 12(2003), S.4 5-55;
SEIDEL, Heiko, Zur Baugeschichte der Schloßanlage Fürstlich Drehna in der Niederlausitz. In: Burgen und Schlösser 40, 1999, Heft 2, S. 73-84.
Autor: Stefan Breitling.