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Kletzke

Ort: Kletzke.
Name: Neue Burg, Ruine.
Landkreis: Prignitz.
Bundesland: Brandenburg.
Bestand: Ruine, zwei aufrecht stehende Fensterachsen, Bodendenkmal.
Datierung: 14.-16. Jahrhundert.
Besitzergeschichte: Um 1375 kamen Burg und Herrschaft Kletzke in den Besitz der Familie von Quitzow, die dort ihren Stammsitz errichtete. 1390 wurde die Burg von den Herzögen Heinrich von Lüneburg und Erich von Sachsen-Lauenburg belagert. 1414 konnte der spätere Kurfürst Friedrich I. die Burg einnehmen. Mehrere Epitaphien der von Quitzow vom Anfang des 17. Jahrhunderts in der nahe gelegenen Dorfkirche belegen die Bedeutung des Ortes für die Familie zu dieser Zeit. 1712 kaufte der Graf von Kamecke die Burg. 1805 erwarben die Freiherren von Eckardstein den Besitz.
Baugeschichte: Die Ruine des Festen Hauses der von Quitzow steht an der Stelle einer nahezu quadratischen mittelalterlichen Anlage, deren Gräben und Wälle in der Umgebung zu erkennen sind. Die aufrecht stehende Wand aus Mischmauerwerk mit zwei stichbogigen Fensteröffnungen stammt nach den bautechnischen Merkmalen aus dem 16. Jahrhundert. Vermutlich gehört es zu einem Neubau der Burg um 1588, worauf der Name „Neue Burg“ hinweist. 1649 besaß die Burg einen Graben mit Zugbrücke und im Inneren eine gewölbte Hofstube, unter der Bier- und Weinkeller lagen. Eine Wendeltreppe führte zu drei Sälen, 14 großen und kleinen Stuben und 17 Kammern. Seit dem 19. Jahrhundert verfällt die Anlage zunehmend und verschwindet heute unter starkem Bewuchs.
Literatur: BREITLING, Stefan, Adelssitze zwischen Oder und Elbe 1400 - 1600. (Veröffentlichung der Deutschen Burgenvereinigung Reihe A: Forschungen, Band 10). Braubach 2005. S. 92;
ENDERS, Liselott, Burgen, Schlösser, Gutsgebäude. Zur Baugeschichte der Prignitz in der Frühneuzeit. In: Jahrbuch für Brandenburgische Geschichte 50, 1999, S.44-45;
VON FALKENHAUSEN, Elisabeth, Mittelalterliche Turmhügel in der Prignitz. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Prignitz 6, 2006, S. 13-50, hier S. 25;
Die KUNSTDENKMÄLER der Provinz Brandenburg, hrsg. vom Brandenburgischen Provinzialverband. Berlin 1907-1941. - 1, Teil 1, Kreis Westprignitz, bearb. von Paul Eichholz, Friedrich Solger und Willy Spatz. Berlin 1909, S. 140-147;
LÜDEMANN, Jo, Burgenführer Brandenburg. Holde Frauen, finstere Ritter, verwunschene Schätze. Berlin 2001, S. 169-172;
Autor: Stefan Breitling.