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Lieberose

Ort: Lieberose.
Name: Schloss.
Landkreis: Dahme-Spreewald.
Bundesland: Brandenburg
Bestand: Dreigeschossiger siebzehnachsiger Bau mit Mansarddach.
Datierung: Mitte 16. Jahrhundert.
Besitzergeschichte: Vermutlich ist die Stadt Lieberose direkt vom Landesherrn gegründet worden. Erst durch den Verkauf bald nach 1300 an die in Storkow und Beeskow sitzenden von Strehle kam sie in grundherrliche Hand. Es folgten häufige Besitzerwechsel, bis 1519 die von der Schulenburg die Herrschaft übernahmen, die sie bis 1945 besaßen. Von 1476 bis 1848 behaupteten die von Sternberg ein Oberlehnsrecht. Zu DDR-Zeiten wurde das Schloss als Berufsschule und Heimatmuseum genutzt.
Baugeschichte: 1301 wird die Wasserburg zum ersten Mal genannt. Anfang des 16. Jahrhunderts wurde der Nordflügel errichtet und um den Westflügel erweitert. 1557 ließ Joachim der Reiche durch den italienischen Baumeister Thaddäus Paglioni den Ostflügel erbauen, dessen Keller- und Erdgeschossgewölbe erhalten geblieben sind. 1657 wurde das Schloss bei einem Stadtbrand stark beschädigt. 1688-1695 erhielt es prächtige Stuckdecken. Zur gleichen Zeit wurde der Ostflügel um ein Geschoss aufgestockt. Das Wappen in der Durchfahrt zeigt die Zahl 1695. Über der Durchfahrt lag die ehemalige Schlosskapelle. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde es unter Georg Anton von der Schulenburg (†1778) durch einen neuen Südflügel zur Vierflügelanlage ergänzt. Die bestehenden Gebäude wurden um ein drittes Geschoss erhöht und unter einem Mansarddach zusammengefasst. Zur gleichen Zeit glich man die älteren Flügel in ihrem Erscheinungsbild an und errichtete den Turm. Nach 1945 wurde der Nordflügel abgetragen. Der Uhrturm stürzte 1975 ein. 1958-1962 vereinfachte man die Fassaden. Seit 1993 wird das Schloss restauriert.
Literatur: BREITLING, Stefan, Adelssitze zwischen Oder und Elbe 1400 - 1600. (Veröffentlichung der Deutschen Burgenvereinigung Reihe A: Forschungen, Band 10). Braubach 2005, S. 95;
DEHIO, Georg, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg, bearb. von Gerhard Vinken u. a., München/Berlin 2000, S. 585-588;
EGGERS, Barbara, Lieberose.(Schlösser und Gärten der Mark). Berlin 1993;
LILLACK, F., Schloß Lieberose. In: Heimatkalender für die Niederlausitz 1942, S. 31-34;
SCHULENBURG, Alexander von der, Schloss Lieberose in der Niederlausitz. In: Heimatkalender Lübben 1939.
Autor: Stefan Breitling.