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Lietzen Nord

Ort: Lietzen Nord.
Name: Lietzen Nord, Komturei.
Landkreis: Märkisch-Oderland.
Bundesland: Brandenburg.
Bestand: Rechteckiger zweigeschossiger Putzbau, Speichergebäude.
Datierung: 14. Jahrhundert, um 1690 auf älteren Resten.
Besitzergeschichte: Die ehemalige Komturei des Templerordens wurde erstmals 1244 im Zehntvertrag mit dem Bischof von Lebus erwähnt. Von 1318 ging die Komturei an den Johanniterorden über, der sie bis 1811 bewirtschaftete. Seit 1419 tauchen Mitglieder der Familie von Schlieben als Komture auf. 1556 zwang Markgraf Johann von Küstrin den Orden, ihm die Kommende zu verkaufen. Zwischen 1594 und 1597 kaufte sie Adam von Schlieben zurück.
1814 wurde Lietzen als Dotation dem Staatskanzler Fürst Hardenberg verliehen, dessen Familie bis 1945 im Besitz des Gutes blieb. Das Anwesen und das umliegende Gelände wurde in der DDR als volkseigenes Gut bewirtschaftet. Das Herrenhaus diente als Kultur- und Wohnhaus. Heute ist es wieder im Besitz der Familie von Hardenberg.
Baugeschichte: Der rechteckige Speicher aus Feldsteinen mit steilem Dach stammt noch aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Das Herrenhaus ist ein 1690 umgebauter Renaissancebau, der auf ein Gebäude der mittelalterlichen Komturei zurück geht. Die Grundmauern sind bis in das Obergeschoss aus sorgfältig behauenen und in Lagen versetzten Feldsteinen errichtet und weisen eine ähnliche Bautechnik auf wie das frei stehende Speichergebäude. An den Fassaden sind die Reste ehemaliger Fenstergewände aus Backstein zu erkennen. Kleine Fensterschlitze im ersten Obergeschoss könnten auf ein mittelalterliches Dormitorium hinweisen. In anderen Wandbereichen sind die Feldsteine unregelmäßig vermauert, was zusammen mit den verschiedenen vorkommenden Ziegelformaten auf mehrere Veränderungsphasen schließen lässt. Im Innern sind reiche Stuckdecken vom Ende des 17. Jahrhunderts in der Art italienischer Meister und Kaminrahmungen erhalten. Nach 1814 wurde das Gebäude noch einmal umgestaltet.
Literatur: BREITLING, Stefan, Adelssitze zwischen Oder und Elbe 1400 - 1600. (Veröffentlichung der Deutschen Burgenvereinigung Reihe A: Forschungen, Band 10). Braubach 2005, S. 95-96. DEHIO, Georg, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg, bearb. von Gerhard Vinken u. a., München/Berlin 2000, S. 590-592. Die KUNSTDENKMÄLER der Provinz Brandenburg, hrsg. vom Brandenburgischen Provinzialverband. Berlin 1907-1941. - 6, Teil 1, Kreis Lebus, Schriftleitung Theodor Goecke, bearbeitet von Wilhelm Jung, Friedrich Solger, Willy Spatz. Berlin 1909, S. 175-184.
Autor: Stefan Breitling.