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Ort: | Lübben. |
Name: | Lubbin, sog. Schloss, Oberamtshaus. |
Landkreis: | Dahme-Spreewald. |
Bundesland: | Brandenburg. |
Bestand: | Burgbereich mit Turm und Amtshaus. |
Datierung: | Um 1200, 15. Jahrhundert. |
Besitzergeschichte: | Die Burg Lübben, an einer Einschnürung des Spreewaldes an der Straße von Leipzig nach Frankfurt (Oder) gelegen, war um 1200 Sitz eines Burggrafen, der in Diensten der Lausitzer Markgrafen stand. Ende des 13. Jahrhunderts musste Markgraf Dietrich der Jüngere von der Lausitz die Herrschaft Lübben an das Kloster Dobrilugk verkaufen. Seit 1329 war sie wieder in landesherrlichem Besitz. 1359 bis 1364 waren Schloss und Stadt an Hermann von Golßen verpfändet. Bis 1448 hatten die Herren von Polenz die Herrschaft inne. 1460 wurde sie an den Ritter Henning von Quast verpfändet. Im 16. Jahrhundert war Lübben als Bestandteil des Böhmischen Reiches Sitz der Habsburger. 1623 bis 1635 kam Lübben mit der Niederlausitz an Kursachsen. 1656 bis 1738 war es im Besitz der Linie Sachsen-Merseburg. 1815 kam der Ort an Preußen. |
Baugeschichte: | Auf einer Wasserburg des 12. Jahrhunderts wurde im späten Mittelalter der erhaltene Turm errichtet. 1561 wurde die Anlage erneuert. 1686 erhielt der Turm Eckrustika, stichbogige Fenster und einen Fachwerk-Aufbau für die herzogliche Wohnung, der heute verschwunden ist. Eine entscheidende Umgestaltung erfuhr die Burg 1666 unter Herzog Christian I. von Sachsen-Merseburg, der dort unter anderem Marställe bauen ließ. Zwischen 1679 und 1682 (i) wurde das Oberamtshaus, ein dreigeschossiger Backsteinbau mit einem Schweifgiebel, einer korinthischen Fassadengliederung und einem Portal mit Sitznischen, errichtet. Adolf Zeller erweiterte im Rahmen historistischer Instandsetzungen 1899 den Bau um drei Achsen. 1914 bis 1915 fügte man einen gedeckten Übergang vom Amtshaus zum Turm und eine umlaufende Galerie hinzu. 1982 wurde der Turm wieder hergestellt. Seit 1998 wird der Schlossbereich restauriert. |
Literatur: |
BREITLING, Stefan, Adelssitze zwischen Oder und Elbe 1400 - 1600. (Veröffentlichung der Deutschen Burgenvereinigung Reihe A: Forschungen, Band 10). Braubach 2005, S. 97; DEHIO, Georg, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg, bearb. von Gerhard Vinken u. a., München/Berlin 2000, S. 621-626; HANDBUCH DER HISTORISCHEN STÄTTEN Deutschlands 10, Berlin und Brandenburg, hrsg. von Gerd Heinrich. Stuttgart 1973, S. 273-274; SOMMERFELD, Kai, Am Graben gegraben: Untersuchungen im Schloss zu Lübben, Landkreis Dahme-Spreewald. In: Archäologie in Berlin und Brandenburg; 1999(2000), S. 129-130. |
Autor: | Stefan Breitling. |