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Sonnewalde

Ort: Sonnewalde.
Name: Schloss, Vorderschloss, Park.
Landkreis: Elbe-Elster.
Bundesland: Brandenburg.
Bestand: Torgebäude, sog. Vorderschloss.
Datierung: 14.-19. Jahrhundert.
Erwähnungen: 1362 wird die deutsche Marktsiedlung als „oppidum“ genannt.
Besitzergeschichte: Seit dem 14. Jahrhundert bis 1477 befand sich der Ort im Lehnsbesitz der Herren von Ileburg. 1537 bis 1945 residierten hier die Grafen zu Solms.
Baugeschichte: 1470 bis 1477 wurde die Burg nach einem Brand von Botho von Ileburg angeblich neu errichtet. Die Rechteckanlage und die Vorburg waren von Wassergräben und einer Mauer mit acht Türmen umgeben. Die Ruine eines Turmes aus Backstein, des so genannten „Roten Turmes“ ist in der Südwestecke erhalten, außerdem das Torhaus mit einem mehrfach geknickten tonnen- und kreuzgratgewölbten Torweg und Vorrichtungen für eine Zugbrücke. Zwischen 1577 und 1592 wurde das Schloss von den Grafen von Solms umgestaltet. Die Vorburg wurde unter Einbeziehung der mittelalterlichen Bauten zum Vorderschloss ausgebaut. Das Torhaus erhielt 1578/79 eine reiche Ädikularahmung mit rustizierten Pilastern und einen dreistöckigen Schweifgiebel. Die hofseitigen Fassaden und ein neuer Pferdestall, der durch toskanische Säulen in zwei Schiffe geteilt wurde, erhielten Anfang des 17. Jahrhunderts Volutengiebel. 1647 erneuerte man das Hinterschloss. Erhalten geblieben sind nur tonnen- und kreuzgratgewölbte Keller des ehemaligen Süd- und Ostflügels. 1869 wurden umfangreiche Restaurierungen vorgenommen und zwei Stallgebäude auf der Westseite des Vorderschlosses errichtet. 1949 brannte das Hinterschloss aus und wurde abgetragen, ebenso Teile des Vorderschlosses und das auf der Ostseite des Hofes gelegene Zeughaus. Seit 1991 wird das Vorderschloss restauriert.
Literatur: BREITLING, Stefan, Adelssitze zwischen Oder und Elbe 1400 - 1600. (Veröffentlichung der Deutschen Burgenvereinigung Reihe A: Forschungen, Band 10). Braubach 2005, S. 107-108;
DEHIO, Georg, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg, bearb. von Gerhard Vinken u. a., München/Berlin 2000, S. 1008-1009;
Die KUNSTDENKMÄLER der Provinz Brandenburg, hrsg. vom Brandenburgischen Provinzialverband. Berlin 1907-1941. - 5, Teil 1, Kreis Luckau, Schriftleitung Heinrich Jerchel, bearb. von Wilhelm Jung. Berlin 1917, S. 503-521;
THÜRMER, Emil, Stadt und Schloss Sonnewalde in alter Zeit. Finsterwalde 1925, Reprint. Lübben 2000.
Autor: Stefan Breitling.