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Ort: | Stavenow. |
Name: | Burg. |
Landkreis: | Prignitz. |
Bundesland: | Brandenburg. |
Bestand: | Drei Geschosse des mittelalterlichen Wohnturmes, Keller und Teile der Burggebäude. Zweiflügelanlage. |
Datierung: | 14. - 18. Jahrhundert. |
Besitzergeschichte: | Die Ritter von Stavenow waren Vasallen der Herren Gans zu Putlitz, traten seit der Mitte des 13. Jahrhunderts aber auch im Gefolge der Markgrafen auf. 1356 belehnte Kurfürst Ludwig der Römer die Grafen von Schwerin mit Burg und Dorf. Nach dem Aussterben der von Stavenow folgten die Herren von Bosel. Die Lehnsherrschaft kam zusammen mit der Grafschaft Schwerin an die Herzöge von Mecklenburg, die Stavenow 1405 an verschiedene Familien verpfändeten. Bis 1496 besaßen die von Quitzow auf Stavenow die Burg, danach fiel sie an die Quitzow auf Kletzke und Eldenburg. Durch Erbteilung entstand eine neue Stavenower Linie, die 1533 die Umwandlung der Pfandschaft in ein erbliches Lehen erwirkte. Die Herrschaft bestand im 16. Jahrhundert zum Teil aus brandenburgischen, zum Teil aus mecklenburgischen Lehen. Das Dorf war wüst gefallen. Im Dreißigjährigen Krieg wurden die Quitzow völlig ruiniert und verkauften die Herrschaft 1647 an Joachim Friedrich von Blumenthal. König Friedrich Wilhelm I. erwirkte die Aufhebung der mecklenburgischen Lehnsherrschaft. Es folgte die Familie von Kleist, die das heutige Dorf 1720 als Gutssiedlung errichtete. Aufgrund der Separationen und der Ablösung der gutsherrlichen Rechte verfiel die Herrschaft Anfang des 19. Jahrhunderts. |
Baugeschichte: | 1354 wurde die auf einer kleinen Anhöhe über der Löcknitz gelegene mittelalterliche Burg, die zu den ältesten Grenzbefestigungen der Prignitz gehörte, im Zuge der Landfriedensbewegung zerstört. Erhalten blieb der mittelalterliche Wohnturm aus Bruchsteinmauerwerk. Nördlich schloss sich ein Gebäude an. Über die mittelalterliche Mauer hinaus wurde vermutlich im 15. Jahrhundert ein Gebäude mit Kreuzgratgewölben an den Turm angebaut. Nach Plänen von Friedrich August Stüler wurde das Schloss Mitte des 19. Jahrhunderts im Stil der Neurenaissance umgestaltet. Von dem hochwertigen, fein profilierten Quaderputz sind an der Gartenmauer und in der nordwestlichen Hofecke noch einige Teile erhalten. Paul Schultze-Naumburg gestaltete Anfang des 20. Jahrhunderts den stülerschen Bau um. Das Äußere erhielt einen groben Putz, die Kubaturen wurden zusammengefasst, Fenster verkleinert, der Eckturm entfernt. Insgesamt erhielt das Schloss wieder ein „mittelalterliches“ Aussehen. Nach einem Brand 1945 wurden die östlichen Gebäudeteile abgerissen. |
Literatur: |
BREITLING, Stefan, Adelssitze zwischen Oder und Elbe 1400 - 1600. (Veröffentlichung der Deutschen Burgenvereinigung Reihe A: Forschungen, Band 10). Braubach 2005, S. 109-110; Die KUNSTDENKMÄLER der Provinz Brandenburg, hrsg. vom Brandenburgischen Provinzialverband. Berlin 1907-1941. - 1, Teil 1, Kreis Westprignitz, bearb. von Paul Eichholz, Friedrich Solger und Willy Spatz. Berlin 1909, S. 288; FOELSCH, Torsten, Burg und Schloss Stavenow in der Prignitz. Beiträge zur Besitz- und Baugeschichte eines märkischen Rittersitzes. Groß Gottschow 1997; HANDBUCH DER HISTORISCHEN STÄTTEN Deutschlands. 10. Band: Berlin und Brandenburg, hrsg. von Gerd Heinrich. Stuttgart 1973, S. 362; RIEDEL, Adolf Friedrich, Geschichte der geistlichen Stiftungen, der adligen Familien sowie der Städte und Burgen der Mark Brandenburg, 4 Bde. Berlin 1838-1849, S. 1838ff; |
Autor: | Stefan Breitling. |