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Ort: | Wiesenburg. |
Name: | Schloss. |
Landkreis: | Potsdam-Mittelmark. |
Bundesland: | Brandenburg. |
Bestand: | Schloss, zweigeschossige Putzbauten. |
Datierung: | 12.-19. Jahrhundert. |
Besitzergeschichte: | Das erzbischöflich-magdeburgische Lehen Wiesenburg wird 1161 als Burgward genannt. 1356 kam es an den Kurfürsten von Sachsen. 1456 erwarb die Familie Brandt von Lindau die Wiesenburg und baute sie als Mittelpunkt ihrer Herrschaft aus. 1815 wurde die Wiesenburg preußisch. Curt Friedrich von Watzdorf stellte die Anlage 1864-1866 wieder her. |
Baugeschichte: | Von der ursprünglichen Ringmauerburg aus dem 12. und 13. Jahrhundert stammt der runde Bergfried aus Feldstein mit einem Einstieg in 12 m Höhe und einem Wandkamin im Einstiegsgeschoss. Aus der Zeit um 1200 sind weiterhin das Torhaus aus Sandsteinquadern mit kantonierten Pfeilern und Kämpfern aus Kehle und Platte und Reste der Mauer und des Grabens erhalten. 1547 brannte die alte Burg. Von 1555 bis um 1600 fanden unter Benno Friedrich Brandt von Lindau zahlreiche Um- und Neubauten statt. Aus dem 16. Jahrhundert stammen der zweigeschossige Ostflügel und Teile des in seinem Verlauf gebrochenen Nordflügels. Der Nordflügel wurde durch einen Treppenturm auf der Hofseite ausgezeichnet. Der Ostflügel wird durch Sitznischenportale mit aufwändiger Sandsteinrahmung und Supraporten erschlossen. Eine der Supraporten zeigt ein Wappen und dem Datum 1574. Bis 1730/40 standen auf der südlichen und westlichen Seite leichte Bauten aus Holz. Möglicherweise zu dieser Zeit wurde in den Bergfried ein Wendelstein aus Backstein eingebaut, von dem sich Reste erhalten haben. 1574 datiert das äußere Schlosstor, das sogenannte Männekentor, mit einem mit Pilastern und Voluten gegliederten Renaissancegiebel. Der Brunnen trägt die Jahreszahl 1609. In einem kreuzgratgewölbten Raum über dem inneren Tor war die Gerichtsstube, später die Bibliothek untergebracht. 1636 wurde die Burg erneut beschädigt und in der Folge instandgesetzt. 1682 wurde das so genannte Vorschloss errichtet, ein langgestreckter, L-förmiger Bau, der sich östlich vor die Wallanlagen legt. Wohl zur gleichen Zeit wurde in die Südwestecke des Torhauses ein runder Treppenturm eingebaut. Zwischen 1730 und 1740 wurden der Süd- und der Westflügel durch neue Gebäude ersetzt. 1864 bis 1866 fanden unter der Leitung von Oskar Mothes umfangreiche Restaurierungen statt, die 1868 bis 1880 durch Hense weitergeführt wurden. Dabei wurden alle Schlossflügel einheitlich überformt, der Treppenturm vor dem Nordflügel erhielt ein Portal und ein neues Obergeschoss, der Bergfried einen verputzten Aufbau mit vorkragender umlaufender Galerie. Ein zinnenbewehrter Übergang zum Torhaus wurde geschaffen. 1864 wurde das Vorschloss restauriert und mit reichen Neurenaissancegiebeln versehen. 1865 wurde die Zufahrt mit der Brücke erneuert und das Torhaus mit Sandsteinrahmung und Schmuckgiebel versehen, der Brunnen erneuert und in die Hofmitte versetzt. 1868 wurden die Außenseite des Südflügels als repräsentative Schaufassade von Hense umgestaltet. |
Literatur: | BREITLING, Stefan, Adelssitze zwischen Oder und Elbe 1400 - 1600. (= Veröffentlichung der Deutschen Burgenvereinigung Reihe A: Forschungen, Band 10). Braubach 2005, S. 113-114; DEHIO, Georg, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg, bearb. von Gerhard Vinken u. a., München/Berlin 2000, S. 1104-1109. |
Autor: | Stefan Breitling. |