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AUSSTELLUNGSRUNDGANG
Der dressierte Körper
Die Niederlage war
verheerend. Doch die Stunde Null hat es
allenfalls
im Osten Deutschlands gegeben. Dort wurde ein neuer
Anfang gewagt,
allerdings mit vertrauten Maßnahmen, um die
individuelle Freiheit zu
unterdrücken. Im Westen des Landes schwankten
Politik und Gesellschaft
zwischen Neubeginn und Kontinuität. Das Land
war geteilt, und an der
Demarkationslinie drohte der Kalte Krieg ständig
wieder in einen heißen
umzuschlagen. Ökonomisch lag das Land am Boden,
und im Osten
erschwerte die Praxis der kommunistischen Machthaber
nachhaltig die
wirtschaftliche Erholung. Die Körper galt es
hüben wie drüben,
zunächst für den Aufstieg aus den Trümmern
fit zu machen. So war das
Verhältnis der Menschen zum eigenen Körper
weitgehend vom Nützlichkeitsdenken
geprägt. Die Mode verbarg die Körper durch
zeremonielle
Schnitte, und so wurden sie abermals domestiziert.
Denn gefordert war
der Arbeitskörper. Vielleicht spielten auch die
verdrängten Erinnerungen
an die unvorstellbaren Verbrechen des nationalsozialistischen
Deutschland
gegen die Menschlichkeit eine unbewusste Rolle für
das Tabu betonter
Körperlichkeit. Verstöße dagegen,
wie sie der Fotograf Herbert Tobias
unternahm, fanden jedenfalls keinen Widerhall. Prüderie
kennzeichnete
das Klima in beiden Teilen Deutschlands während
der frühen Jahre
beider Republiken.
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KARFREITAG · HEIDELBERG 1954
STIFTUNG F. C. GUNDLACH
© VG Bild-Kunst, Bonn 2004 |
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RITA SCHERRER · WERBUNG FÜR CHIWITT
· IN BRIGITTE · HEFT
18 ·
1967 STIFTUNG F. C. GUNDLACH |
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