Christoph Gottlieb von Murr

* Nürnberg, 6.8.1733, + Nürnberg, 8.4.1811
Murr studierte 1751 - 1754 an der Universität Altdorf Jura. Bis 1761 war er auf verschiedenen Reisen in ganz Europas unterwegs und hielt sich besonders lange in London und Oberitalien auf. 1760 wurde er Zoll- und Wagamtmann in Nürnberg. Während seiner Reisen und später in Nürnberg arbeitete Murr zur Geschichte des Staufers Friedrichs II., beschäftigte sich aber auch mit dem ganzen Spektrum der Wissenschaft. Dazu gab er mehrere Zeitschriften heraus. So das Journal zur Kunstgeschichte und allgemeinen Litteratur (1775 - 1789), das Neue Journal zur Litteratur und Kunstgeschichte (1798/ 1799) und die Wochenschrift Der Zufriedene (1763/ 1764).
Murr war Mitglied mehrerer wissenschaftlicher Gesellschaften und hatte Bekanntschaft mit Lessing. Obwohl er Protestant war, protestierte er gegen die Aufhebung des Jesuitenordens, was ihm den Vorwurf des Kryptojesuitismus einbrachte.

Werke: Bibliotheca glottica universalis; Bibliotheca mathematica universalis; Bibliotheca ophtalmographica; Bibliotheca rhetorica; Bibliotheca dimicatoria; Bibliothèque de peinture, de sculpture et de gravure (1770); Denkmal zur Ehre des sel. Herrn Klotz (1772); Briefe eines Protestanten zur Aufhebung des Jesuitenordens (1773/1774); Diplomatische Geschichte des berühmten portugiesischen Ritters Martin Beheim; Vornehmste Merkwürdigkeiten der Reichsstadt Nürnberg (1778/1802).