Hans Theodor Woldsen Storm
(Schriftsteller, Advokat, Richter)

* Husum, 14.9.1817, + Hademarschen, 4.7.1888
Als Sohn eines Advokaten studierte Storm 1837 - 1839 Jura in Kiel und Berlin und lernte in Kiel die Brüder Theodor und Tycho Mommsen kennen. 1843 - 1846 war er Advokat in Schleswig, musste allerdings Schleswig während der dänischen Herrschaft verlassen. 1852 - 1864 arbeitete Storm als Assessor an den Gerichten Potsdam und Heiligenstadt. In diese Zeit fallen auch seine Mitgliedschaft in den Dichterkreisen Rütli und Tunnel über der Spree sowie seine freundschaftlichen Beziehungen zu Theodor Fontane.
Nachdem 1864 Schleswig im Deutsch-Dänischen Krieg wieder preußisch geworden war, wurde er dort Landvogt, 1874 Oberamtsrichter und 1879 Amtsgerichtsrat in Husum.

Werke: Gedichtband mit Tycho und Theodor Mommsen Liederbuch dreier Freunde (Kiel, 1843); Sommergeschichten und Lieder (Kiel, 1851); Lyriksammlung Gedichte (Kiel, 1852, u.a., Berlin, 1864, in mehreren Ausgaben erweitert); Novellen: Immensee (1850), Im Schloss (1862), Draussen im Heidedorf (1872), Viole Tricolor (1876), Pole Poppenspäler (1874), Aquis Submersus (1876), Carsten Curator (1876), Renate (1878), Hans und Heinz Kirch (1882), Zur Chronik von Grieshuus (1884), Ein Doppelgänger (1887), Der Schimmelreiter (1888); Erzählung Die Regentrude. Ein Mittsommermärchen (1864). Mehr als die Hälfte der Novellen wurden v. a. in den 40er, 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts in Deutschland unter zum Teil anderen Namen verfilmt.