Die Dienstagsfrage, Part IV
Wer ist Leo Glückselig auf dem Klassenfoto?
1938 verließ der jüdische Graphiker Leo Glückselig mit seiner Familie zusammen Wien, um nach New York zu emigrieren. Fast 60 Jahre später las er einen Feuilleton-Artikel über eine Kunstausstellung, in dem ein Werk des französischen Künstlers Christian Boltanski abgebildet war.
Das Werk zeigte die Schulklasse eines jüdischen Wiener Gymnasiums aus dem Jahr 1931. Der Künstler hatte die einzelnen Gesichter des Klassenfotos stark vergrößert und zu Einzelportraits gemacht, welche von Lampen angeleuchtet wurden: „Die Ermordung der europäischen Juden traf keine undefinierbare Menschenmasse, sondern individuelle Menschen.“
Leo Glückselig sah die Abbildung des Werks und konnte jedes Gesicht mit Namen benennen. Sich selbst entdeckte er auch. Es war sein altes Klassenfoto, welches Boltanski für die Installation benutzt hatte. Glückselig kontaktierte den Künstler und erzählte ihm seine Geschichte. Er fing an zu recherchieren und fand heraus, dass er als einziger aus seiner Klasse den Holocaust überlebt hatte.
Doch welches der Einzelfotos zeigt nun Leo Glückselig? Das war die Frage einer Besucherin. Wir müssen nun leider zugeben, dass wir es auch nicht wissen. Unsere Recherche-Bemühungen lassen zwei Möglichkeiten offen (beide auf der dem Eingang zugewandten Wand):
1. Der Vierte von links
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