Plakatmotiv "Migrationen 1500-2005"

 

Zuwanderungsland Deutschland: Migrationen 1500-2005 - Die Hugenotten, Deutsches Historisches Museum
22. Oktober bis 12. Februar 2006, Ausstellungshalle von I.M. Pei - Logo DHM

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Osmanen in Süddeutschland

 

In den Türkenkriegen vom 16. bis ins 18. Jahrhundert wurden zahlreiche Muslime aus dem Osmanischen Reich als „Beute“ in die kriegführenden europäischen Länder verschleppt. Für das Reich wurden bislang knapp 600 dieser „Beutetürken“ nachgewiesen, etwa die Hälfte davon Kinder unter 16 Jahren.
Durch Unterweisung in Bibel, Katechismus und Kirchenliedern sollten die „Heiden“ auf die Taufe vorbereitet werden, die man von jedem „Ungläubigen“ erwartete oder gar forderte. Mit der Taufe war die Übernahme eines christlichen Vornamens, zumeist des Taufpaten, verbunden. So wurden zum Beispiel aus Achmeth Johann Heinrich, aus Hussein Johann Mauritz und aus Fatyma Susanna Rosina.

  Taufe eines Knaben aus dem Osmanischen Reich
 


Taufe eines Knaben aus dem Osmanischen Reich









1617
Öl auf Leinwand, 130,0 x 80,0
Michelau, Dekanatsbezirk Michelau

 

 

Das einzigartige Gemälde von 1617 dokumentiert dieses heute eher unbekannte Kapitel der Türkenkriege. Das Gemälde zeigt die Taufe eines verschleppten Jungen, der – laut Bildunterschrift – Sohn eines türkischen Paschas war. Der Adlige Wolf von Lichtenstein hatte ihn gefangen genommen und für die Taufe gesorgt. Das Gemälde zeigt drei zeitlich aufeinander folgende Szenen in simultaner Darstellung. Zuerst wird der Knabe in Anwesenheit der Gemeinde vom Pfarrer in der christlichen Glaubenslehre geprüft, dann von Wolf von Lichtenstein zum Taufbecken geführt. Dort wird er in Anwesenheit von zwei Paten auf den Namen Wolff Christof getauft. Sein weiteres Schicksal ist ungewiss. Im Allgemeinen scheinen die Verschleppten in die christliche Umgebung integriert worden zu sein. Kirchenbücher belegen, dass Männer osmanischer Herkunft Dienstmädchen, Bäckers- oder Wirtstöchter heirateten. Osmaninnen sind als Ehefrauen von Mühlknechten, Böttchern, Schulmeistern oder Pfarrern dokumentiert.

 

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