WEBVTT

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In dieser Ausstellung 'Fortschritt als Versprechen.

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Industriefotografie im geteilten Deutschland' geht es um Fotografie,

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die im Auftrag von westdeutschen Industrieunternehmen

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und ostdeutschen volkseigenen Betrieben entstanden ist

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und zwar um Fotografie, die zur Repräsentation diente.

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Das heißt, sie wurde veröffentlicht in Broschüren, auf Plakaten,

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in Werkszeitschriften und soll so die Schokoladenseiten

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der Unternehmen nach außen tragen.

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Die Ausstellung ist in vier Themenbereiche gegliedert:

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Es gibt ein Kapitel zur Stahlindustrie, zur Chemieindustrie,

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zur Textil- und zur Automobilindustrie

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und ganz am Anfang einen Prolog zum Kohlebergbau.

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In jedem Kapitel gibt es zwei Großfotos, eins aus einem Betrieb in der DDR

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und eins aus einem Unternehmen in der Bundesrepublik.

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Und diese Fotografien stehen letztendlich stellvertretend für die Industrien.

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Einen großen Unterschied gibt es erstaunlicherweise zwischen

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der Fotografie aus der Bundesrepublik und der DDR nicht.

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Wir haben doch festgestellt, dass der Hochofen bei Thyssen

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so aussieht wie der Hochofen in Eisenhüttenstadt.

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Das ist auch eine tradierte Bildsprache, die wir da vorfinden,

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aber die Kontextualisierung sind sehr verschieden,

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weil natürlich auch die Fortschrittsideale,

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die jeweils transportiert werden, unterschiedliche sind.

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Im Kapitalismus einer sozialen Marktwirtschaft geht es halt

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um Wohlstand und Erfolg und in der DDR geht es natürlich eher darum,

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die sozialistische Ideologie zu propagieren.

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Die Fotograf*innen, die wir hier in der Ausstellung zeigen,

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sind zum einen, interne Werksfotograf*innen, die für Werkszeitschriften

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fotografiert haben oder für die interne Dokumentation.

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Zum anderen sind es aber auch externe freie Fotograf*innen,

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die zum Beispiel für Jubiläumszeitschriften

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oder besondere Aufträge angestellt worden sind.

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Es ist sehr verschieden, wofür diese Fotografien

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letztendlich verwendet worden sind.

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Das sind zum einen Messe-Broschüren, Werkszeitschriften,

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Anwerbebroschüren, gerade in der DDR, für neue Arbeitskräfte,

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aber eben auch illustrierte Zeitschriften wie die Neue Berliner Illustrierte Zeitung.

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Gestellt sind die natürlich in gewisser Weise alle,

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also sie speisen sich aus dem normalen Betriebsablauf,

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aber natürlich wurde öfters einmal gesagt, diesen Handgriff

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noch einmal ein bisschen plakativer zu zeigen oder noch einmal mehr

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Menschen als normalerweise in dem Prozess eingebunden sind, dazu zustellen,

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um die Fotografie letztendlich zugänglicher machen zu können.

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Die Frage, was Fotografie für Geschichte bedeutet

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und was sie in unserer Sammlung für einen Stellenwert hat,

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ist insofern kompliziert, als dass die Fotografie natürlich

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ein Medium ist, das zunächst einmal die Illusion sehr stark transportiert,

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dass es sich so zeigt, wie es gewesen ist.

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Also die Dinge, die wir hier zeigen, sind gemacht worden,

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um gezeigt zu werden, zwar nicht in Ausstellung, sondern im Magazin,

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aber trotzdem sie sind alle aufgenommen worden,

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um einen Effekt, einen visuellen, herzustellen,

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nämlich etwas zu transportieren, was diese Unternehmung,

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diese großen Industrien, über sich selber zeigen wollten.

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Insofern ist das ein bestimmtes Medium, was für uns als Haus

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durchgehend von großem Interesse ist, das Medium der Fotografie,

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weil man eben immer die Frage hat,

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in welcher Weise sich hier zeigt, wie es gewesen ist?

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Oder zeigt sich hier vielmehr, wie man damals wollte,

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dass der Anschein entsteht, dass es ist?

