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Stadt ZUM

Eine der ältesten deutschen Städte ist Köln, das auf eine römische Gründung zurückgeht: Köln ist etwa 2000 Jahre alt. Köln entwickelte sich schnell zur größten der römischen Gründungen nördlich der Alpen. Aber es gab natürlich noch viel mehr. 

Ein Großteil der deutschen Städte wurde erst später, in der Zeit des Hoch- und Spätmittelalters, gegründet. Landesherren erhoben Ortschaften, die häufig aus kleineren Marktsiedlungen entstanden waren, zu Städten, indem sie ihnen Rechte verliehen. Mit Stadtgründungen erhofften sich die Herrscher, ihr Gebiet zu stärken und Einnahmen zu erzielen. Durch besondere Rechte unterschied sich die Stadt vom Umland. Viele Städte lagen verkehrsgünstig an Flussübergängen oder alten Römerstraßen.

1160 wurden Lübeck mehrere Privilegien von Heinrich dem Löwen verliehen, dazu gehörte auch das Stadtrecht. Unter der Federführung des Rates entwickelte sich in den nächsten Jahrzehnten daraus das sogenannte Lübische Recht. Über 40 Städte übernahmen dieses Recht, es war neben dem Magdeburger Recht eines der bedeutendsten Stadtrechte Deutschlands. In weiten Teilen galt das Lübische Recht noch bis zum 1. Januar 1900, als es vom Bürgerlichen Gesetzbuch abgelöst wurde

Was macht eine Stadt aus?

Aber nicht nur in ihren Rechten unterschied sich die Stadt vom Land. Auch architektonisch gab es deutliche Unterschiede. Anhand des Modells der Stadt Straubing können wir einen Eindruck vom Erscheinungsbild mittelalterlicher Städte erhalten.

Die Zünfte

Städte waren insbesondere wegen ihrer Wirtschaftskraft ein beliebter Ort zum Leben. Doch die Menschen konnten dort nicht einfach dem Beruf nachgehen, den sie wollten. Es gab feste Regeln, wer welche Tätigkeit ausüben durfte. Diese Regeln stellten die Zünfte auf.

Durch die Zünfte sollte sichergestellt werden, dass alle Handwerker den gleichen Lohn für die gleiche Arbeit erhielten. Gleichzeitig wurde so die handwerkliche Qualität gesichert.

Die Zünfte waren nicht nur eine wirtschaftliche Organisation. Ihre Mitglieder trafen sich auch zu sozialen Anlässen, übernahmen Krankenfürsorge und unterstützten nach dem Tod eines Zunftmitglieds dessen Hinterbliebene.

Ab dem 14. Jahrhundert gewannen die Zünfte auch politischen Einfluss. In vielen Städten erkämpften sie sich, teilweise mit Gewalt, Sitze im Rat. Zuvor war der Stadtrat allein den Patriziern vorbehalten gewesen.

Häufig wird das Patriziat auch „Stadtadel“ genannt, was nicht korrekt ist. Patrizier waren reiche Bürger und Kaufleute und wie Handwerker und Bauern Mitglieder des Dritten Standes. Durch ihre politische Teilhabe im Stadtrat wie auch durch ihren Reichtum beanspruchten sie jedoch, wie Adlige behandelt zu werden. Sie begannen auch, die Lebensweise des Adels zu übernehmen.

Schau dir das folgende Video an und erfahre mehr über die Menschen, die in den Städten lebten.

Doch die Städte standen nicht für sich allein, sie waren Teil des soziokulturellen Geflechts der Grundherrschaft. Hier kannst Du mehr du mehr über die Grundherrschaft erfahren.

Außerdem schlossen sich verschiedene Städte zu Bündnissen zusammen, um so ihren politischen und wirtschaftlichen Einfluss zu stärken.

Die Hanse

Der in Deutschland wohl bekannteste Städtebund war die Hanse. Unter der Führung der Stadt Lübeck schlossen sich Ende des 13. Jahrhunderts norddeutsche Handelsstädte zusammen. Bis ins 16. Jahrhundert kontrollierte die Hanse den Handelsverkehr zwischen Ost- und Westeuropa. Dies brachte nicht nur wirtschaftlichen Reichtum mit sich, sondern auch politische Unabhängigkeit.

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Material für den Schulunterricht

Stadt im Mittelalter