
{"id":10221,"date":"2025-08-13T09:07:43","date_gmt":"2025-08-13T07:07:43","guid":{"rendered":"\/blog\/?p=10221"},"modified":"2025-08-13T09:49:41","modified_gmt":"2025-08-13T07:49:41","slug":"jenseits-von-schwarz-weiss-die-farben-von-nachkriegsausstellungen-entdecken","status":"publish","type":"post","link":"\/blog\/2025\/08\/13\/jenseits-von-schwarz-weiss-die-farben-von-nachkriegsausstellungen-entdecken\/","title":{"rendered":"Jenseits von Schwarz-Wei\u00df: Die Farben von Nachkriegsausstellungen entdecken"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Jenseits von Schwarz-Wei\u00df: Die Farben von Nachkriegsausstellungen entdecken<\/h1>\n\n\n\n<p>Maciej Guga\u0142a | 13.08.2025<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kurz vor der Er\u00f6ffnung unserer Ausstellung <em><a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/ausstellungen\/gewalt-ausstellen-erste-ausstellungen-zur-ns-besatzung-in-europa-1945-1948\/\">Gewalt ausstellen: Erste Ausstellungen zur NS-Besatzung in Europa, 1945-1948<\/a><\/em> im Deutschen Historischen Museum antwortete eine Freundin auf meine Einladung, dass sie nicht kommen k\u00f6nne. Der Grund war nicht das Thema \u2013 Nachkriegsausstellungen \u00fcber die deutsche Besatzung Europas \u2013, sondern die Tatsache, dass in der Ausstellung Schwarz-Wei\u00df-Fotografien und -Filme gezeigt werden. \u201eSie versetzen mich immer in eine depressive Stimmung\u201c, sagte sie, \u201eegal, was darauf zu sehen ist.\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr sie ist Schwarz-Wei\u00df-Bildmaterial also mehr als nur ein visueller Stil. Es ruft augenblicklich den Zweiten Weltkrieg und die Shoah hervor, denn so hat sie diese Ereignisse in der Schule zum ersten Mal kennengelernt: durch Schwarz-Wei\u00df-Fotografien. Ihre Reaktion mag auf den ersten Blick \u00fcberraschen, verweist jedoch auf etwas Tieferliegendes \u2013 auf die emotionale Kraft visueller Codes bei der Gestaltung unserer Erinnerung an die Vergangenheit.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"658\" height=\"1024\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1.GH-0369_Warschau_ZIH_Vitrine_Judaica_pap_19480418_01I-658x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10222\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1.GH-0369_Warschau_ZIH_Vitrine_Judaica_pap_19480418_01I-658x1024.jpg 658w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1.GH-0369_Warschau_ZIH_Vitrine_Judaica_pap_19480418_01I-193x300.jpg 193w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1.GH-0369_Warschau_ZIH_Vitrine_Judaica_pap_19480418_01I-768x1195.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1.GH-0369_Warschau_ZIH_Vitrine_Judaica_pap_19480418_01I-987x1536.jpg 987w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1.GH-0369_Warschau_ZIH_Vitrine_Judaica_pap_19480418_01I-1316x2048.jpg 1316w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/1.GH-0369_Warschau_ZIH_Vitrine_Judaica_pap_19480418_01I-scaled.jpg 1645w\" sizes=\"auto, (max-width: 658px) 100vw, 658px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Schwarz-Wei\u00df-Fotografie war das Standardmedium zur visuellen Dokumentation von Nachkriegsausstellungen \u2013 wie in diesem Bild von der Er\u00f6ffnung der Ausstellung <em>Martirologye un kamf \/ Martyrologia i walka<\/em> (Martyrium und Kampf) im Jahr 1948 am J\u00fcdischen Historischen Institut in Warschau zu sehen. Foto \u00a9 PAP\/Archive<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Farbe ist ein solcher Code. In unserer visuellen Kultur ist Schwarz-Wei\u00df-Fotografie zum K\u00fcrzel f\u00fcr \u201edas Historische\u201c geworden. Umso bemerkenswerter ist das, wenn man bedenkt, dass die Fotografie \u2013 ein gerade einmal 200 Jahre altes Medium \u2013 viel j\u00fcnger ist als andere farbintensive Ausdrucksformen wie die Malerei, die die Menschheit seit der Urgeschichte begleitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Und doch ist es gerade die Schwarz-Wei\u00df-Fotografie, die h\u00e4ufig mit Ernsthaftigkeit, Authentizit\u00e4t und archivarischer Autorit\u00e4t assoziiert wird. Das hat wohl mit ihrem fr\u00fchen Einsatz zu tun, als ihre besondere visuelle Pr\u00e4zision untrennbar mit einer reduzierten Farbpalette verbunden war \u2013 und mit der Tatsache, dass sie Ereignisse dokumentiert hat, die heute zeitlich fern, schwer zug\u00e4nglich und oft jenseits lebendiger Erinnerung erscheinen. Es ist kein Zufall, dass manche zeitgen\u00f6ssischen Filme bewusst in Schwarz-Wei\u00df gedreht werden: Allein die \u00c4sthetik vermag uns in die Vergangenheit zu versetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch die Wirkung von Schwarz-Wei\u00df-Bildmaterial ist nicht rein best\u00e4tigend. Seine emotionale Aufladung ist auch ambivalent und kann in ganz unterschiedliche \u2013 ja sogar entgegengesetzte \u2013 Richtungen wirken, selbst im Gegensatz zu der Reaktion, die die Freundin von mir beschrieben hat. Wie die amerikanische Autorin Susan Sontag argumentierte, kann Schwarz-Wei\u00df-Fotografie das Grauen neutralisieren, es ertr\u00e4glicher \u2013 ja sogar sch\u00f6n \u2013 erscheinen lassen. Dieselben visuellen Codes, die Schwere und historische Bedeutung hervorrufen, k\u00f6nnen auch Leid \u00e4sthetisieren oder eine emotionale Distanz dazu schaffen.<a href=\"#_edn1\" id=\"_ednref1\">[i]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der Arbeit an der Ausstellung <em>Gewalt ausstellen: Erste Ausstellungen zur NS-Besatzung in Europa, 1945-1948 <\/em>waren wir \u2013 das Ausstellungsteam \u2013 uns dieser Implikationen bewusst. Da uns ausschlie\u00dflich Schwarz-Wei\u00df-Fotodokumentationen fr\u00fcherer Ausstellungen zur Verf\u00fcgung standen, suchten wir nach einer Bildsprache, die einer allzu leichten \u00c4sthetisierung entgegenwirkt \u2013 und vermieden es bewusst, unsere Erz\u00e4hlung im w\u00f6rtlichen Sinne in Schwarz und Wei\u00df zu pr\u00e4sentieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Hilfreich war das Bewusstsein f\u00fcr ein Paradox: Die urspr\u00fcnglichen Nachkriegsausstellungen zur Besatzung waren farbenreich und \u2013 trotz der Schwere ihrer Themen \u2013 verzichteten sie h\u00e4ufig auf die ged\u00e4mpften, standardisierten T\u00f6ne, die viele heutige Pr\u00e4sentationen von Krieg, Besatzung und Holocaust pr\u00e4gen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Farben dieser Nachkriegsausstellungen wieder sichtbar zu machen, ist nicht nur eine Frage wissenschaftlicher Rekonstruktion. Es er\u00f6ffnet einen Blick auf die visuellen Strategien, mit denen Besatzung und Gewalt unmittelbar nach dem Krieg dargestellt wurden. Zugleich wird die Ausdrucksvielfalt und Kreativit\u00e4t der Gestalter*innen jener Zeit \u2013 die oft unter einfachen Bedingungen arbeiteten \u2013 sichtbar, und es entsteht ein Vergleichsraum zu den st\u00e4rker standardisierten heutigen Ausstellungs\u00e4sthetiken.<\/p>\n\n\n\n<p>Manchmal muss man sich dabei auf die Vorstellungskraft verlassen. Ein eindr\u00fcckliches Beispiel findet sich in Schwarz-Wei\u00df-Fotografien aus dem Jahr 1946, aufgenommen im Pam\u00e1tn\u00edk nacistick\u00e9ho barbarstv\u00ed (Gedenkst\u00e4tte der Nazi-Barbarei) in Liberec. Sie zeigen Nachbildungen von Mauern und einem Hinrichtungsplatz eines ehemaligen Gestapo-Gef\u00e4ngnisses, installiert auf dem Gel\u00e4nde der Gedenkst\u00e4tte, das zuvor ein Garten gewesen war. Das nat\u00fcrliche Gr\u00fcn rund um die Rekonstruktionen war ein integraler Bestandteil der Ausstellung.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"692\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/2.GH-0671_Liberec_Pamatnik_Aussenmauer_12_Foto1672-1024x692.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10223\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/2.GH-0671_Liberec_Pamatnik_Aussenmauer_12_Foto1672-1024x692.jpg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/2.GH-0671_Liberec_Pamatnik_Aussenmauer_12_Foto1672-300x203.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/2.GH-0671_Liberec_Pamatnik_Aussenmauer_12_Foto1672-768x519.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/2.GH-0671_Liberec_Pamatnik_Aussenmauer_12_Foto1672-1536x1039.jpg 1536w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/2.GH-0671_Liberec_Pamatnik_Aussenmauer_12_Foto1672-2048x1385.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Eine Fotografie aus dem Jahr 1946 zeigt, wie die Begr\u00fcnung Teil der rekonstruierten Gef\u00e4ngnismauern im Garten des Pam\u00e1tn\u00edk nacistick\u00e9ho barbarstv\u00ed (Gedenkst\u00e4tte der Nazi-Barbarei) in Liberec wurde \u2013 ein Kontrast, der in Schwarzwei\u00df verloren geht. Foto \u00a9 St\u00e1tn\u00ed okresn\u00ed archiv Liberec<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Doch in manchen F\u00e4llen gibt es Hinweise auf Farben, die \u00fcber das hinausgehen, was sich die Vorstellungskraft allein erschlie\u00dfen kann. Bestimmte Quellen erm\u00f6glichen es, die Farbgestaltung historischer Ausstellungen \u2013 wenn auch nur in Fragmenten \u2013 zu identifizieren. Eine solche Quelle sind die Haushaltsunterlagen und Rechnungen zum Aufbau der Ausstellung in Liberec. In einer Rechnung vom 9. September 1946 listete der Maler Old\u0159ich B\u00e9m die Anstricharbeiten auf, die zur Umnutzung des Geb\u00e4udes der Gedenkst\u00e4tte \u2013 ehemals ein Wohnhaus \u2013 f\u00fcr Ausstellungszwecke durchgef\u00fchrt wurden:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAu\u00dfenfenster und -t\u00fcren, Anstrich mit Lein\u00f6lfarbe, braun; Au\u00dfengitter, Anstrich mit Lein\u00f6lfarbe, grau; hintere Eingangst\u00fcr sowie Garagentor grau gestrichen; Anstrich der Br\u00fcstungen im ersten Stockwerk dunkle Eiche; \u2026 T\u00fcrverkleidung, schwarze Gitter; Bemalung der S\u00e4ule im ersten Stockwerk in den deutschen Farben.\u201c<a href=\"#_edn2\" id=\"_ednref2\">[ii]<\/a> (Mit den \u201edeutschen Farben\u201c sind hier sehr wahrscheinlich die Nationalfarben des NS-Staats gemeint: Rot, Wei\u00df und Schwarz.)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"737\" height=\"1024\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/3.GH-0789_Liberec_Rechnung_BEN_MNV-Liberec_kar297_4-737x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10224\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/3.GH-0789_Liberec_Rechnung_BEN_MNV-Liberec_kar297_4-737x1024.jpg 737w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/3.GH-0789_Liberec_Rechnung_BEN_MNV-Liberec_kar297_4-216x300.jpg 216w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/3.GH-0789_Liberec_Rechnung_BEN_MNV-Liberec_kar297_4-768x1067.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/3.GH-0789_Liberec_Rechnung_BEN_MNV-Liberec_kar297_4-1105x1536.jpg 1105w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/3.GH-0789_Liberec_Rechnung_BEN_MNV-Liberec_kar297_4-1474x2048.jpg 1474w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/3.GH-0789_Liberec_Rechnung_BEN_MNV-Liberec_kar297_4-scaled.jpg 1842w\" sizes=\"auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die in Bau- und Finanzunterlagen aufgef\u00fchrten Farben und Materialien helfen dabei, L\u00fccken in unserem Wissen \u00fcber historischen Ausstellungen zu schlie\u00dfen, wie diese Rechnung f\u00fcr Malerarbeiten aus dem Jahr 1946 im Pam\u00e1tn\u00edk nacistick\u00e9ho barbarstv\u00ed (Gedenkst\u00e4tte der Nazi-Barbarei) in Liberec zeigt. Foto \u00a9 St\u00e1tn\u00ed okresn\u00ed archiv Liberec<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Gelegentlich finden sich Hinweise auf den Einsatz von Farbe in den Nachkriegsausstellungen, die wir pr\u00e4sentieren, auch in der zeitgen\u00f6ssischen Presse. In einer Rezension der Ausstellung <em>Warszawa oskar\u017ca<\/em> (Warschau klagt an) im Nationalmuseum in Warschau aus dem Mai 1945 schrieb eine Journalistin der polnischen Monatszeitschrift <em>Polska Zbrojna<\/em> von \u201eder feierlichen Stille der wei\u00dfen R\u00e4ume\u201c<a href=\"#_edn3\" id=\"_ednref3\">[iii]<\/a> und beschrieb eine rekonstruierte Hinrichtungsst\u00e4tte in einem der Ausstellungsr\u00e4ume mit den Worten \u201eein von Kugeln zerschossenes St\u00fcck Wand, befleckt mit Blutspritzern\u201c.<a href=\"#_edn4\" id=\"_ednref4\">[iv]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Auch kuratorische Dokumentationen k\u00f6nnen wertvolle Hinweise zum Farbeinsatz in Ausstellungen enthalten. Im \u201eAusstellungstagebuch\u201c von 1945 zur Ausstellung <em>Warszawa oskar\u017ca<\/em> erw\u00e4hnten die Veranstalter beispielsweise eine symbolische Installation mit dem Titel <em>Der erwachende Baumstamm<\/em>, \u201erot beleuchtet\u201c<a href=\"#_edn5\" id=\"_ednref5\">[v]<\/a>; kuratorische Texte in Nischen \u201eauf schwarzem Hintergrund\u201c<a href=\"#_edn6\" id=\"_ednref6\">[vi]<\/a>; sowie \u201eeine rote Fahne mit wei\u00dfem Adler\u201c<a href=\"#_edn7\" id=\"_ednref7\">[vii]<\/a> (der Adler als Symbol Polens), die \u00fcber eine Urne mit der Asche verbrannter historischer B\u00fccher gelegt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Sowohl die Quellenmaterialien als auch wissenschaftliche Studien liefern eine Beschreibung des Designs und der Farben des urspr\u00fcnglichen Ausstellungsposters \u2013 das heute nur noch in Schwarz-Wei\u00df-Fotografien erhalten ist \u2013 und weist auf die Verwendung der polnischen Nationalfarben hin: \u201eDrei wei\u00dfe Kreuze auf rotem, ovalem Grund, umgeben von einem Kranz aus Lorbeer- und Eichenlaub, zusammengebunden mit einem roten Band mit wei\u00dfer Inschrift &#8230;\u201c<a href=\"#_edn8\" id=\"_ednref8\">[viii]<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"663\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/4.GH-0503_Warschau_MNW_destruction_DI_956329_MNW_pd-1024x663.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10225\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/4.GH-0503_Warschau_MNW_destruction_DI_956329_MNW_pd-1024x663.jpg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/4.GH-0503_Warschau_MNW_destruction_DI_956329_MNW_pd-300x194.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/4.GH-0503_Warschau_MNW_destruction_DI_956329_MNW_pd-768x497.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/4.GH-0503_Warschau_MNW_destruction_DI_956329_MNW_pd-1536x995.jpg 1536w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/4.GH-0503_Warschau_MNW_destruction_DI_956329_MNW_pd-2048x1326.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Im \u201eRaum der Zerst\u00f6rungen\u201c der Ausstellung <em>Warszawa oskar\u017ca<\/em> (Warschau klagt an) im Jahr 1945 im Nationalmuseum in Warschau bildeten wei\u00dfe W\u00e4nde den Hintergrund f\u00fcr die ausgestellten besch\u00e4digten Objekte. Wie die Akten zur Ausstellung zeigen, spielte auch die Farbe der Zerst\u00f6rungsspuren eine Rolle. Foto: Muzeum Narodowe w Warszawie<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Die Dokumentation zu <em>Warszawa oskar\u017ca<\/em> enth\u00e4lt au\u00dferdem eine vollst\u00e4ndige Liste der Exponate samt Angaben zu ihren urspr\u00fcnglichen Farben. Dies verweist auf eine weitere wichtige Informationsquelle zu historischen Farbgestaltungen von Ausstellungen: die ausgestellten Objekte selbst. Ihre Farben waren nicht nur dekorativ, sondern trugen wesentlich zur Gesamt\u00e4sthetik der Pr\u00e4sentation bei und beeinflussten, wie Besucher*innen sie wahrnahmen und emotional erlebten. Im Fall von <em>Warszawa oskar\u017ca<\/em> sind sowohl die Originalfarben der Objekte (z. B. \u201eSarkophagdeckel aus wei\u00df polychromiertem Holz\u201c<a href=\"#_edn9\" id=\"_ednref9\">[ix]<\/a>, \u201eWanduhr, Goldbronze mit schwarzen Figuren\u201c<a href=\"#_edn10\" id=\"_ednref10\">[x]<\/a>, \u201eolivgr\u00fcner Frack\u201c<a href=\"#_edn11\" id=\"_ednref11\">[xi]<\/a>) als auch sekund\u00e4re Ver\u00e4nderungen durch Zerst\u00f6rungen w\u00e4hrend der deutschen Besatzung (\u201erote Streifen, die das Gem\u00e4lde hinablaufen\u201c<a href=\"#_edn12\" id=\"_ednref12\">[xii]<\/a>), wie im \u201eAusstellungstagebuch\u201c vermerkt, von besonderer Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch \u00fcber solche Aufzeichnungen hinaus bietet der direkte Zugang zu den Originalobjekten den unmittelbarsten Eindruck von den Farben, die einst in historischen Ausstellungen pr\u00e4sent waren. Obwohl sich die Farben mancher Objekte im Laufe der Zeit durch Alterung, Besch\u00e4digungen oder auch durch Restaurierungsma\u00dfnahmen ver\u00e4ndert haben, zeigt die Begegnung mit ihnen vor Ort, wie vielf\u00e4ltig die Farbgestaltung einiger Nachkriegsausstellungen gewesen sein muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Beispiel daf\u00fcr ist die Ausstellung <em>Martirologye un kamf<\/em> \/ <em>Martyrologia i walka<\/em> (Martyrium und Kampf), die 1948 im J\u00fcdischen Historischen Institut in Warschau er\u00f6ffnet wurde. Einige Objekte dieser Ausstellung werden auch in <em>Gewalt ausstellen: Erste Ausstellungen zur NS-Besatzung in Europa, 1945-1948<\/em> gezeigt, etwa ein Wandteppich aus dem Ghetto \u0141\u00f3d\u017a\/Litzmannstadt oder ein Modell eines Bunkers, der den K\u00e4mpfer*innen des Warschauer Ghettos als Versteck diente. Beide zeichnen sich durch intensive Farben aus \u2013 ein Aspekt, der viele Besucher*innen unserer Ausstellung \u00fcberraschte, besonders im Kontrast zu den Schwarz-Wei\u00df-Fotografien derselben Objekte, die fast achtzig Jahre zuvor bei der Ausstellung von 1948 aufgenommen wurden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"803\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/5._60A2238-1024x803.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10226\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/5._60A2238-1024x803.jpg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/5._60A2238-300x235.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/5._60A2238-768x602.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/5._60A2238-1536x1204.jpg 1536w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/5._60A2238-2048x1606.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Wandteppich aus dem Ghetto \u0141\u00f3d\u017a und das Modell des Bunkers der K\u00e4mpfer*innen des Warschauer Ghettos, hier gezeigt in der Ausstellung <em>Gewalt ausstellen: Erste Ausstellungen zur NS-Besatzung in Europa, 1945-1948 <\/em>im DHM, machen deutlich, wie farbenreich die urspr\u00fcngliche Ausstellung von 1948 im J\u00fcdischen Historischen Institut in Warschau gewesen sein muss. Foto \u00a9 David von Becker \/ Deutsches Historisches Museum<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Viele weitere Objekte aus dem Ghetto \u0141\u00f3d\u017a, die 1948 gezeigt wurden \u2013 insbesondere Gem\u00e4lde, die das Leben der dort inhaftierten J\u00fcdinnen und Juden dokumentieren \u2013 wurden 2024 erneut vom J\u00fcdischen Historischen Institut in der Ausstellung <em>Uchwyci\u0107 getto<\/em> (Das Ghetto erfassen) pr\u00e4sentiert. Die Kuratorin, Dr. Zofia Tr\u0119bacz, erkl\u00e4rte in einem eigens f\u00fcr <em>Gewalt ausstellen: Erste Ausstellungen zur NS-Besatzung in Europa, 1945-1948<\/em> aufgenommenen Interview, dass diese farbigen Werke dazu beitragen, das monochrome Bild vom Ghetto-Leben zu durchbrechen, das sich durch Schwarz-Wei\u00df-Fotografie in das kollektive Ged\u00e4chtnis eingebrannt hat.<a href=\"#_edn13\" id=\"_ednref13\">[xiii]<\/a> F\u00fcr unser Ausstellungsteam sind diese Arbeiten von besonderem Wert, da sie unser Verst\u00e4ndnis der visuellen Ebene der Ausstellung von 1948 vertiefen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Ausstellung musste jedoch eine eigene Farbensprache entwickeln. Die Gestalterin Marie-Luise Uhle und der Gestalter Hans Hagemeister strukturierten den Raum mit wei\u00dfen Paneelen, auf denen die meisten Bilder \u2013 \u00fcberwiegend Schwarz-Wei\u00df-Fotos \u2013 und Texte montiert wurden, um das Archivmaterial in den Vordergrund zu r\u00fccken. Um eine visuelle Balance zu schaffen und eine monotone Farbgestaltung zu vermeiden, f\u00fchrten sie gezielte Farbelemente ein, die von den Originalobjekten inspiriert waren. Jedes Kapitel der Ausstellung erhielt so eine eigene visuelle Identit\u00e4t: Farbige Eins\u00e4tze erschienen in den Zwischenr\u00e4umen der Paneele, die die T\u00f6ne der in jenem Kapitel pr\u00e4sentierten Originalartefakte sowie der historischen Ausstellung, auf die Bezug genommen wurde, aufgriffen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"654\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/6._60A1202-1024x654.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10227\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/6._60A1202-1024x654.jpg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/6._60A1202-300x191.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/6._60A1202-768x490.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/6._60A1202-1536x980.jpg 1536w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/6._60A1202-2048x1307.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Jedes Kapitel von <em>Gewalt ausstellen: Erste Ausstellungen zur NS-Besatzung in Europa, 1945-1948 <\/em>erhielt eine eigene Farbidentit\u00e4t. In diesem Abschnitt zur Pariser Ausstellung <em>Crimes hitl\u00e9riens<\/em> von 1945 w\u00e4hlte das Gestaltungsteam einen hellroten Farbton \u2013 inspiriert vom Umschlag des Ausstellungskatalogs, der in der Vitrine auf der rechten Seite zu sehen ist. Foto \u00a9 David von Becker \/ Deutsches Historisches Museum<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>Gewalt ausstellen: Erste Ausstellungen zur NS-Besatzung in Europa, 1945-1948 <\/em>verwendet ein breites Farbspektrum \u2013 sowohl durch die Arbeit unseres Gestaltungsteams als auch in den Objekten, die wir gezeigt oder reproduziert haben. Der Freundin, deren Unbehagen gegen\u00fcber Schwarz-Wei\u00df-Material ich zu Beginn beschrieben habe, half dies jedoch nicht, dar\u00fcber hinwegzukommen. Trotzdem halte ich ihre Reaktion f\u00fcr wertvoll. Sie erinnerte daran, dass die Kraft visueller Codes ebenso sehr in pers\u00f6nlicher Erfahrung und historischem Kontext liegt wie in kreativer Interpretation. Die Farben vergangener Ausstellungen nachzuzeichnen und neu zu denken, bedeutet nicht, eine Korrektur anzubieten oder eine \u201eauthentischere\u201c Sichtweise durchzusetzen. Vielmehr geht es darum, den Blick zu weiten, auf die Vielfalt der einst genutzten visuellen Strategien zur Darstellung von Gewalt aufmerksam zu machen, ebenso darauf, wie diese Strategien bis heute unser Verst\u00e4ndnis der Vergangenheit pr\u00e4gen. Wenn uns Schwarz-Wei\u00df gelehrt hat, bestimmte Bilder in einem bestimmten Register zu lesen, l\u00e4dt uns Farbe dazu ein, erneut hinzuschauen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\" id=\"_edn1\">[i]<\/a> Susan Sontag er\u00f6rtert Schwarz-Wei\u00df-Fotografie und die \u00c4sthetisierung des Leidens vor allem in Kapitel 5 ihres Essaybandes <em>Das Leiden anderer betrachten<\/em>, \u00fcbersetzt von Reinhard Kaiser, M\u00fcnchen \/ Wien: Carl Hanser Verlag, 2003, S. 87\u2013109.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\" id=\"_edn2\">[ii]<\/a> <em>\u00da\u010det pro: Magistr\u00e1tn\u00ed rada osv\u011btov\u00e1 v Liberci<\/em> (Rechnung f\u00fcr den Rat des Magistrats f\u00fcr Bildung in Liberec), 9. September 1946, Staatliches Kreisarchiv in Liberec.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\" id=\"_edn3\">[iii]<\/a> Verfasser*in unbekannt, \u201eWarszawa oskar\u017ca\u201c, in: <em>Polska Zbrojna<\/em>, Nr. 100, 25. Mai 1945, zitiert nach: <em>Wykaz prasy informuj\u0105cej o wystawie \u201eWarszawa oskar\u017ca\u201d \u2013 1945<\/em> (Liste der Presseberichte \u00fcber die Ausstellung \u201eWarszawa oskar\u017ca\u201c \u2013 1945), in: <em>Materia\u0142y Archiwalne dot. wystawy \u201eWarszawa oskar\u017ca\u201c<\/em> (Archivmaterialien zur Ausstellung \u201eWarszawa oskar\u017ca\u201c), Signatur AMNW 1070c, S. 26, Archiv des Nationalmuseums in Warschau.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\" id=\"_edn4\">[iv]<\/a> Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\" id=\"_edn5\">[v]<\/a> <em>Wystawa \u201eWarszawa oskar\u017ca\u201d \u2013 Pami\u0119tnik<\/em> (Ausstellung \u201eWarszawa oskar\u017ca\u201c \u2013 Tagebuch), 3. Mai 1945, in: <em>Materia\u0142y Archiwalne dot. wystawy \u201eWarszawa oskar\u017ca\u201c <\/em>(Archivmaterialien zur Ausstellung \u201eWarszawa oskar\u017ca\u201c), Signatur AMNW 1070d, S. 4, Archiv des Nationalmuseums in Warschau.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref6\" id=\"_edn6\">[vi]<\/a> Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref7\" id=\"_edn7\">[vii]<\/a> Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref8\" id=\"_edn8\">[viii]<\/a> Dariusz Kaczmarzyk, \u201ePami\u0119tnik wystawy \u201aWarszawa oskar\u017ca\u2018. 3 maja 1945 \u2013 28 stycznia 1946 w Muzeum Narodowym w Warszawie\u201c (Tagebuch der Ausstellung \u201eWarszawa oskar\u017ca\u201c: 3. Mai 1945 \u2013 28. Januar 1946 im Nationalmuseum in Warschau), in: <em>Rocznik Muzeum Narodowego w Warszawie<\/em>, Nr. 20 (1976), S. 599.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref9\" id=\"_edn9\">[ix]<\/a> <em>Wystawa \u201eWarszawa oskar\u017ca\u201d \u2013 Pami\u0119tnik<\/em>, a.\u202fa.\u202fO., S. 18.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref10\" id=\"_edn10\">[x]<\/a> Ebd., S. 37.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref11\" id=\"_edn11\">[xi]<\/a> Ebd., S. 39.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref12\" id=\"_edn12\">[xii]<\/a> Ebd., S. 7.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref13\" id=\"_edn13\">[xiii]<\/a> Interview mit Zofia Tr\u0119bacz, aufgezeichnet am 26. Februar 2025 f\u00fcr die Ausstellung <em>Gewalt ausstellen: Erste Ausstellungen zur NS-Besatzung in Europa 1945\u20131948<\/em>, Deutsches Historisches Museum, Berlin 2025.<\/p>\n\n\n<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10251 size-medium\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Maciej_Gugala_01.CR3_-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Maciej_Gugala_01.CR3_-200x300.jpg 200w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Maciej_Gugala_01.CR3_-683x1024.jpg 683w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Maciej_Gugala_01.CR3_-768x1151.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Maciej_Gugala_01.CR3_-1025x1536.jpg 1025w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Maciej_Gugala_01.CR3_-1366x2048.jpg 1366w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Maciej_Gugala_01.CR3_-scaled.jpg 1708w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/p>\n<\/td>\n<td bgcolor=\"#becafa\">\n<h4 style=\"color: #000000; padding: 5px 10px 0px 10px;\">Maciej Guga\u0142a<\/h4>\n<p style=\"color: #000000; padding: 0px 10px 5px 10px;\">Dr. Maciej Guga\u0142a ist wissenschaftlicher Mitarbeiter f\u00fcr die Ausstellung \u201eGewalt ausstellen: Erste Ausstellungen zur NS-Besatzung in Europa, 1945-1948&#8243; am Deutschen Historischen Museum.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<h2><span>Jenseits von Schwarz-Wei\u00df: Die Farben von Nachkriegsausstellungen entdecken<span><\/h2>\n<p>Kurz vor der Er\u00f6ffnung unserer Ausstellung \u201eGewalt ausstellen: Erste Ausstellungen zur NS-Besatzung in Europa, 1945-1948&#8243; im Deutschen Historischen Museum antwortete eine Freundin auf meine Einladung, dass sie nicht kommen k\u00f6nne. Der Grund war nicht das Thema \u2013 Nachkriegsausstellungen \u00fcber die deutsche Besatzung Europas \u2013, sondern die Tatsache, dass in der Ausstellung Schwarz-Wei\u00df-Fotografien und -Filme gezeigt werden. \u201eSie versetzen mich immer in eine depressive Stimmung\u201c, sagte sie, \u201eegal, was darauf zu sehen ist.\u201c F\u00fcr sie ist Schwarz-Wei\u00df-Bildmaterial also mehr als nur ein visueller Stil. Es ruft augenblicklich den Zweiten Weltkrieg und die Shoah hervor, denn so hat sie diese Ereignisse in der Schule zum ersten Mal kennengelernt: durch Schwarz-Wei\u00df-Fotografien. Ihre Reaktion mag auf den ersten Blick \u00fcberraschen, verweist jedoch auf etwas Tieferliegendes \u2013 auf die emotionale Kraft visueller Codes bei der Gestaltung unserer Erinnerung an die Vergangenheit.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":10228,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":true,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[575,197,2958],"class_list":["post-10221","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-inside-dhm","tag-2-weltkrieg","tag-fotografie","tag-gewalt-ausstellen"],"_links":{"self":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10221","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10221"}],"version-history":[{"count":13,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10221\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10270,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10221\/revisions\/10270"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10228"}],"wp:attachment":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10221"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10221"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10221"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}