
{"id":1074,"date":"2017-07-27T12:31:46","date_gmt":"2017-07-27T10:31:46","guid":{"rendered":"\/blog\/?p=1074"},"modified":"2019-04-16T14:04:07","modified_gmt":"2019-04-16T12:04:07","slug":"schnabeliger-schutz-gegen-die-pest","status":"publish","type":"post","link":"\/blog\/2017\/07\/27\/schnabeliger-schutz-gegen-die-pest\/","title":{"rendered":"Schnabeliger Schutz gegen die Pest"},"content":{"rendered":"<h1>Schnabeliger Schutz gegen die Pest<\/h1>\n<p><strong>Menschen in wei\u00dfen Schutzanz\u00fcgen, die sich vorsichtig durch eine abgesperrte Zone bewegen, in der ein t\u00f6dlicher Virus w\u00fctet \u2013 nein, dies ist nicht der Anfang eines postapokalyptischen Horrorszenarios oder einer Dystopie. Solche Bilder sind uns sp\u00e4testens seit der Ebola-Epidemie bekannt. Doch auch bereits vor einigen hundert Jahren waren solche Anz\u00fcge im Einsatz \u2013 zum Schutz gegen die damals w\u00fctende Pest und anderen Krankheiten. In unserer Rubrik <a href=\"\/blog\/tag\/wozu-das-denn\/\">Wozu das denn?<\/a> stellen wir Ihnen vor, welche Funktion die Pesthaube im Kampf gegen verheerende Krankheiten hatte.<\/strong><\/p>\n<p>Lange wussten die Menschen nicht, wie sich die Pest verbreitete. Als Ursachen wurden eine ung\u00fcnstige Konstellation von Mars, Jupiter und Saturn oder verseuchtes Wasser ausgemacht. Es wurde vermutet, dass \u201eschlechte Winde\u201c und verdorbene Luft, das sogenannte \u201eMiasma\u201c, die Krankheit \u00fcbertrugen. Daher sollten ausschlie\u00dflich die nach Norden gerichteten Fenster zum L\u00fcften genutzt werden. \u00c4therische \u00d6le und andere duftende Essenzen wurden zur Abwehr der verdorbenen \u201ePestluft\u201c eingesetzt.<\/p>\n<p>Um sich selbst vor hochansteckenden Krankheiten zu sch\u00fctzen, trugen \u00c4rzte Schutzhauben wie die <a href=\"http:\/\/dhm.de\/datenbank\/dhm.php?seite=5&amp;fld_0=20060584\">Pesthaube aus unserer Dauerausstellung<\/a>. Das Gesicht war vollends mit einem Gewebe aus Baumwollsamt bedeckt, so dass das Atmen nur noch \u00fcber kleine Ateml\u00f6cher am \u201eSchnabel\u201c m\u00f6glich war. In das hervorstehende Nasenst\u00fcck wurden Kr\u00e4uter oder Essigschw\u00e4mme gef\u00fcllt, die die Luft filtern und die Krankheit abwehren sollten. Die Augen waren mit brillenartigen Linsen gesch\u00fctzt, um auch den Blick des Kranken abzuwehren, sollte dieser die Krankheit \u00fcbertragen. Die von innen gewachste Pesthaube samt Ledergewand bildete einen Ganzk\u00f6rper-Schutzanzug, wie wir ihn heute aus Quarant\u00e4nestationen in Krankenh\u00e4usern kennen.<\/p>\n<p>Im <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/ausstellungen\/dauerausstellung\/epochenbereiche\/500-1500.html\">Mittelalter <\/a>wurde versucht, die Pest mit Aderlass oder Brechmitteln aus dem K\u00f6rper zu vertreiben, was die Erkrankten meist noch schw\u00e4chte. Viele Menschen fl\u00fcchteten, wodurch sich die Seuche umso schneller verbreitete. Erst Mitte des 15. Jahrhunderts, nachdem die Seuche ihren H\u00f6hepunkt erreicht hatte, wurde eine erste Quarant\u00e4nestation auf der venezianischen Insel Lazzaretto Nuovo errichtet. Hier standen Reisende zun\u00e4chst 40 Tage unter Beobachtung, bevor sie weiter reisen durften.<\/p>\n<p>Unklar ist, wie viele Menschen der Pest zum Opfer fielen, die Sch\u00e4tzungen schwanken zwischen 20 und 50 Millionen Toten. Erst 1894 entdeckte der Arzt und Bakteriologe Alexandre Yersin den sp\u00e4ter nach ihm benannten Pesterreger <em>Yersinia pestis<\/em>, der von Ratten auf Fl\u00f6he und von diesen auf Menschen \u00fcbertragen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<h2><span>Schnabeliger Schutz gegen die Pest<span><\/h2>\n<p>Menschen in wei\u00dfen Schutzanz\u00fcgen, die sich vorsichtig durch eine abgesperrte Zone bewegen, in der ein t\u00f6dlicher Virus w\u00fctet \u2013 nein, dies ist nicht der Anfang eines postapokalyptischen Horrorszenarios oder einer Dystopie. Solche Bilder sind uns sp\u00e4testens seit der Ebola-Epidemie bekannt. Doch auch bereits vor einigen hundert Jahren waren solche Anz\u00fcge im Einsatz \u2013 zum Schutz gegen die damals w\u00fctende Pest und anderen Krankheiten. 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