
{"id":255,"date":"2016-10-26T09:25:58","date_gmt":"2016-10-26T07:25:58","guid":{"rendered":"http:\/\/dhm.web11.server10.lombego.de\/?p=255"},"modified":"2019-04-16T14:10:27","modified_gmt":"2019-04-16T12:10:27","slug":"die-schwangere-frau-aus-elfenbein","status":"publish","type":"post","link":"\/blog\/2016\/10\/26\/die-schwangere-frau-aus-elfenbein\/","title":{"rendered":"Die schwangere Frau aus Elfenbein"},"content":{"rendered":"<div class=\"title-block\">\n<h1 class=\"fs28\">DIE SCHWANGERE FRAU AUS ELFENBEIN<\/h1>\n<\/div>\n<div class=\"body-text fs12\">\n<p><b>In unserer Reihe \u201eWozu das denn?\u201c f\u00fchren wir Sie in die Wissenschaftsgeschichte des 18. Jahrhunderts und stellen Ihnen unerwartete, skurrile und \u00fcberraschende Objekte aus unserer Dauerausstellung vor.<\/b><\/p>\n<p>Sie wirkt sehr klein und zart in der gro\u00dfen Vitrine und ist schnell zu \u00fcbersehen neben den anderen Objekten zum Thema Ehe, Familie und Taufe: Die schwangere Frau ist ein anatomisches Demonstrationsmodell von etwa 1680. Seine Besonderheit ist das Material, aus dem es geschnitzt wurde: Elfenbein. Durch den Glanz und seine nat\u00fcrliche Beschaffenheit, wurde Elfenbein im sp\u00e4ten 17. Jahrhundert als Knochenersatzmaterial genutzt. Gleichzeitig ist dieses Material sehr br\u00fcchig.<\/p>\n<p>Die Bauchdecke ist abgenommen, zu sehen sind die inneren Organe, ebenso Geb\u00e4rmutter und F\u00f6tus. Erkennungszeichen eines Anatomiemodells sind die eingeschnittenen Kniescheiben und der gespreizte kleine Finger sowie die Lachgr\u00fcbchen, die sich auf den N\u00fcrnberger Elfenbeinschnitzer Stephan Zick zur\u00fcckf\u00fchren lassen. Seine Werkstatt war nicht nur f\u00fcr solche Modelle bekannt, sondern auch f\u00fcr die Herstellung von anatomischen Augen von Modellen.<\/p>\n<h2>SAMMLERST\u00dcCK F\u00dcR KUNSTLIEBHABER<\/h2>\n<p>Der gute Erhaltungszustand unseres Objekts l\u00e4sst vermuten, dass es sich um ein Sammlerst\u00fcck f\u00fcr Kunstliebhaber handelt und weniger um ein Lehrobjekt f\u00fcr Hebammen und Anatomen im 17. und 18. Jahrhundert. Ein weiterer Hinweis, dass es wom\u00f6glich nicht zu Studienzwecken verwendet wurde, ist die wenig genaue Anatomie der inneren Organe.<\/p>\n<p>Dass Objekte von dieser Art noch immer Sammler begeistern, zeigt der me Collectors Room in der Auguststra\u00dfe in Berlin. Hier ist die Wunderkammer Olbricht mit Kunstkammer-Objekten aus Renaissance und Barock zu sehen. Unter ihnen ebenfalls das Lehrmodell einer schwangeren Frau von Stephan Zick. Im Kontext einer Wunderkammer erh\u00e4lt das zarte Elfenbein-Modell noch eine ganz andere Wirkung als in der historischen Einordnung f\u00fcr den Bereich <a class=\"textlink internal\" href=\"http:\/\/www.dhm.de\/ausstellungen\/dauerausstellung\/epochenbereiche\/1650-1789.html\" target=\"_blank\">Geburt und Taufe im 17. \/ 18. Jahrhundert<\/a> im Deutschen Historischen Museum.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DIE SCHWANGERE FRAU AUS ELFENBEIN In unserer Reihe \u201eWozu das denn?\u201c f\u00fchren wir Sie in die Wissenschaftsgeschichte des 18. Jahrhunderts und stellen Ihnen unerwartete, skurrile und \u00fcberraschende Objekte aus unserer Dauerausstellung vor. Sie wirkt sehr klein und zart in der gro\u00dfen Vitrine und ist schnell zu \u00fcbersehen neben den anderen Objekten zum Thema Ehe, Familie [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":155,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1763],"tags":[81,83,77,109,75],"class_list":["post-255","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-wozu-das-denn","tag-dauerausstellung","tag-elfenbein","tag-kuriositaet","tag-wissenschaftsgeschichte","tag-wozu-das-denn"],"_links":{"self":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/255","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=255"}],"version-history":[{"count":1,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/255\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":256,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/255\/revisions\/256"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/155"}],"wp:attachment":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=255"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=255"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=255"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}