
{"id":2593,"date":"2018-11-13T16:58:31","date_gmt":"2018-11-13T15:58:31","guid":{"rendered":"\/blog\/?p=2593"},"modified":"2018-11-16T14:18:08","modified_gmt":"2018-11-16T13:18:08","slug":"1918-revolution-und-republik","status":"publish","type":"post","link":"\/blog\/2018\/11\/13\/1918-revolution-und-republik\/","title":{"rendered":"Geschichte(n) aktuell: 1918. Revolution und Republik"},"content":{"rendered":"<h1>1918. Revolution und Republik<\/h1>\n<p><strong>Revolutionen vollziehen sich in der Regel unter Kampf und Gewalt und die sie ausl\u00f6senden und vorantragenden Ereignisse sind fast immer exzessiv und eruptiv. Was indes im Deutschen Kaiserreich des Novembers 1918 geschah, wurde, vor dem Hintergrund der Revolutionen von <a href=\"\/blog\/2017\/11\/07\/die-revolution-die-eine-weltrevolution-werden-sollte-jedoch-nicht-wurde\/\" target=\"_blank\">1917 in Russland<\/a> oder 1789 in Frankreich, schon von Zeitgenossen mit Ungl\u00e4ubigkeit beobachtet und kommentiert. \u00a0Denn der gesellschaftlich-politische Umsturz war trotz einzelner bewaffneter Auseinandersetzungen im Grunde nahezu gewaltfrei. Der Zusammenbruch der Hohenzollernherrschaft, die Deutschland knapp 50, Brandenburg-Preu\u00dfen aber \u00fcber 500 Jahre pr\u00e4gte, verschwand mit der Abdankung Wilhelms II. und seiner Flucht ins holl\u00e4ndische Exil in fast unvorstellbarer Stille: nicht der Terror war das Sinnbild der Revolution, sondern die von Revolution\u00e4ren entfernten Kokarden und Schulterst\u00fccke des kaiserlichen Offiziers, schildert <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/sammlung-forschung\/sammlungen00\/dokumente?nomobile=1\" target=\"_blank\">Sammlungsleiter Thomas Jander<\/a>.<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_2597\" style=\"width: 819px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2597\" class=\"size-full wp-image-2597\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Do-57-1404.2.jpg\" alt=\"Zur Erinnerung an den 7. 8. u. 9. Nov. 1918, Postkarte zur Novemberrevolution, Deutsches Reich 1918 \u00a9 Deutsches Historisches Museum\" width=\"809\" height=\"515\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Do-57-1404.2.jpg 809w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Do-57-1404.2-300x191.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Do-57-1404.2-768x489.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 809px) 100vw, 809px\" \/><p id=\"caption-attachment-2597\" class=\"wp-caption-text\">Zur Erinnerung an den 7. 8. u. 9. Nov. 1918, Postkarte zur Novemberrevolution, Deutsches Reich 1918 \u00a9 Deutsches Historisches Museum<\/p><\/div>\n<p>Im Herbst 1918 hatte das Kaiserreich einen <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/erster-weltkrieg\" target=\"_blank\">auszehrenden Krieg<\/a> hinter sich. Die Truppen waren m\u00fcde und ausgek\u00e4mpft, materiell und an Zahl den Gegnern unterlegen. Sp\u00e4testens am 1. Oktober war (fast) allen deutschen politischen und milit\u00e4rischen Protagonisten, die in Entscheidungspositionen sa\u00dfen, klar, dass dieser Kampf verloren war. Keine Front war mehr stabil zu halten und Erich Ludendorff, Generalquartiermeister der III. Obersten Heeresleitung, teilte dies dem Reichskanzler Georg von Hertling schonungslos mit und verband damit zugleich die Ablehnung jeglicher eigener Verantwortung f\u00fcr die katastrophale Lage. Mehr noch, er legte sie in die H\u00e4nde derer, die er daf\u00fcr schuldig machen wollte: den (Sozial-)Demokraten. Diese sollten nun den von der Milit\u00e4rf\u00fchrung hinterlassenen Scherbenhaufen aufkehren und als S\u00fcndenb\u00f6cke einen Frieden schlie\u00dfen, der sie in Zukunft schwer belasten sollte, weil er zur sogenannten <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/weimarer-republik\/innenpolitik\/dolchstosslegende.html\" target=\"_blank\">Dolchsto\u00dflegende<\/a> verdreht wurde.<\/p>\n<p>Von da an ging alles recht schnell. Im Oktober 1918 wurden dem Reich einige tief greifende Reformen verordnet: ein Parlamentssystem wurde beschlossen, die Regierung ausgetauscht und unter dem neuen Kanzler, Prinz Max von Baden, erstmals Sozialdemokraten in Deutschland in Staatssekret\u00e4rs\u00e4mter gehoben, Ludendorff (nicht aber Hindenburg) entlassen, Verfassungsreformen durchgef\u00fchrt und insgesamt drei diplomatische Noten und Antworten mit den Vereinigten Staaten ausgetauscht, um einen Waffenstillstand zu vereinbaren. Doch das Kaiserreich war damit nicht mehr zu retten, denn der Pr\u00e4sident der Vereinigten Staaten, Woodrow Wilson, bestand ausdr\u00fccklich auf der Abschaffung der Monarchie.<\/p>\n<p>Schwerer aber wog, dass ein Teil der deutschen Streitkr\u00e4fte schlie\u00dflich <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/weimarer-republik\/revolution-191819\/matrosenaufstand-1918.html\" target=\"_blank\">meuterte<\/a>: die Kaiserliche Marine, genauer, die Oberste Seekriegsleitung. Die Hochseeflotte in Kiel und Wilhelmshaven, der teure Stolz des Kaisers und der Admiralit\u00e4t, hatte bis dahin nur 1916 am Skagerrak seine Kampfkraft unter Beweis stellen d\u00fcrfen (ohne indes substanzielle Erfolge verbuchen zu k\u00f6nnen) und sollte nun auf einer letzten Fahrt gegen die britische <em>Grand Fleet<\/em> die letzte \u201eehrenvolle\u201c Schlacht schlagen &#8211; und wahrscheinlich untergehen. Am 29. Oktober 1918 wurde &#8211; inmitten der laufenden Waffenstillstandsverhandlungen &#8211; der Flottenbefehl zum Auslaufen erlassen, ohne allerdings die Reichsregierung oder den Kaiser in Kenntnis zu setzen, womit dessen ausdr\u00fccklicher Befehl, alle milit\u00e4rischen \u201eEntscheidungen im Einverst\u00e4ndnisse [seien] mit dem Reichskanzler oder dem von diesem bestellten Vertreter\u201c zu treffen, schlicht verweigert wurde. Das war nichts anderes als Befehlsverweigerung auf h\u00f6chster Ebene und zugleich der Gang in eine kollektive Selbstopferung.<\/p>\n<div id=\"attachment_2598\" style=\"width: 1010px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2598\" class=\"size-full wp-image-2598\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/F-58-445.jpg\" alt=\"Der Soldatenrat des SMS &quot;Prinzregent Luitpold&quot;, 4. November 1918, Deutsches Reich \u00a9 Deutsches Historisches Museum\" width=\"1000\" height=\"714\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/F-58-445.jpg 1000w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/F-58-445-300x214.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/F-58-445-768x548.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><p id=\"caption-attachment-2598\" class=\"wp-caption-text\">Der Soldatenrat des SMS &#8222;Prinzregent Luitpold&#8220;, 4. November 1918, Deutsches Reich \u00a9 Deutsches Historisches Museum<\/p><\/div>\n<p>Doch trotz aller Verschleierungsversuche seitens der Milit\u00e4rs blieb dies den Mannschaften nicht verborgen. Die Folge: Befehle wurden nicht befolgt, Kesselfeuer gel\u00f6scht, Beleuchtungsanlagen der Maschinenr\u00e4ume zerst\u00f6rt und rote Fahnen gehisst. Ohne die Matrosen, die keinen Drang versp\u00fcrten, f\u00fcr den Ehrenkodex des Marineoffizierskorps am Ende eines offensichtlich verlorenen Krieges zu sterben, war kein Kampf zu f\u00fchren. Sie lehnten sich gegen die Offiziere auf, bildeten Soldatenr\u00e4te, bewaffneten sich, demonstrierten zusammen mit den Kieler Arbeitern und nach nur sechs Tagen und kleineren bewaffneten Zusammenst\u00f6\u00dfen mit nur wenigen Toten hatten die Aufst\u00e4ndischen die Machtverh\u00e4ltnisse auf den Kopf gestellt. Nun breitete sich die Revolution von den K\u00fcstenst\u00e4dten \u00fcber das gesamte Land aus: In M\u00fcnchen wurde am 7. November eine R\u00e4terepublik ausgerufen, in Bremen hatte bereits am Tag zuvor ein Arbeiter- und Soldatenrat die Macht \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>In Berlin versuchte der Reichskanzler unterdes die F\u00fchrung der (M)SPD dazu zu gewinnen, die Revolution \u201eeinzufangen\u201c und fand in Friedrich Ebert, dem Partei- und Fraktionsvorsitzenden, einen verl\u00e4sslichen Partner. Klar war, dass es keinen Frieden geben w\u00fcrde, bliebe Wilhelm II. weiterhin Kaiser. Da dieser sich jedoch nicht dazu entschlie\u00dfen konnte, verk\u00fcndete Max von Baden eigenm\u00e4chtig dessen Abdankung (offiziell unterschrieb der Hohenzoller seine Urkunde erst knapp einen Monat sp\u00e4ter) und \u00fcbertrug am 9. November 1918 die Kanzlerschaft auf Ebert, der, nach sp\u00e4teren Aufzeichnungen des badischen Prinzen, selbst die Revolution hasste \u201ewie die S\u00fcnde\u201c. Tats\u00e4chlich aber schaffte es Ebert &#8211; nicht als Kanzler, sondern als Vorsitzender des neu gebildeten Rates der Volksbeauftragten \u2013 sowohl die soziale Dynamik der Revolution als auch die Gefahr von B\u00fcrgerkrieg und Generalstreik einzud\u00e4mmen und \u201eRuhe und Ordnung\u201c zum obersten \u201erevolution\u00e4ren\u201c Prinzip zu machen: Die Angst vor Verh\u00e4ltnissen wie in Russland war allenthalben gro\u00df. Der Publizist Maximilian Harden wird sp\u00e4ter s\u00fcffisant schreiben, es sei \u201eeine sehr ordentliche, sehr ruhige, h\u00f6chst anst\u00e4ndige Revolution\u201c gewesen.<\/p>\n<div id=\"attachment_2596\" style=\"width: 709px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2596\" class=\"wp-image-2596 size-large\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Do-52-2368-699x1024.jpg\" alt=\"Passierschein f\u00fcr &quot;alle Stra\u00dfen und s\u00e4mtliche Absperrungen&quot;, ausgestellt auf den &quot;Volksbeauftragten Herrn Ebert&quot;, unterzeichnet von Friedrich Ebert und Gustav Haase, 13. November 1918, Berlin \u00a9 Deutsches Historisches Museum\" width=\"699\" height=\"1024\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Do-52-2368-699x1024.jpg 699w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Do-52-2368-205x300.jpg 205w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Do-52-2368-768x1125.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Do-52-2368.jpg 1665w\" sizes=\"auto, (max-width: 699px) 100vw, 699px\" \/><p id=\"caption-attachment-2596\" class=\"wp-caption-text\">Passierschein f\u00fcr &#8222;alle Stra\u00dfen und s\u00e4mtliche Absperrungen&#8220;, ausgestellt auf den &#8222;Volksbeauftragten Herrn Ebert&#8220;, unterzeichnet von Friedrich Ebert und Gustav Haase, 13. November 1918, Berlin \u00a9 Deutsches Historisches Museum<\/p><\/div>\n<p>Doch die Anfang November durch Deutschland flirrenden Nachrichten in den Extrabl\u00e4ttern, Morgen- und Abendausgaben der Zeitungen hatten die Menschen mobilisiert, <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/weimarer-republik\/revolution-191819.html\" target=\"_blank\">auf die Stra\u00dfen getrieben<\/a> und so standen Tausende am 9. November vor dem Reichstag, in dem Friedrich Ebert und der neue \u201eFinanzminister\u201c Philipp Scheidemann einen Teller Suppe a\u00dfen. Von Anh\u00e4ngern best\u00fcrmt, lie\u00df sich Scheidemann \u2013 nicht Ebert \u2013 \u00fcberreden, vor die Massen zu treten und in einer improvisierten Rede \u2013 sehr zum \u00c4rger Eberts &#8211; mit den Worten:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #008000;\"><em><strong>\u201eDas Alte und Morsche, die Monarchie ist zusammengebrochen! Es lebe das Neue; es lebe die deutsche Republik!\u201c<\/strong> <\/em><\/span><\/p>\n<p>eine Zeitenwende einzuleiten. Zwei Tage darauf unterschrieb die deutsche Delegation den <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/erster-weltkrieg\/kriegsverlauf\/waffenstillstand-1918.html\" target=\"_blank\">Waffenstillstand in Compi\u00e8gne<\/a> und der Krieg war beendet. Danach entsagten binnen 14 Tagen alle herrschenden F\u00fcrstenh\u00e4user im Reich ihrer Thronsitze \u2013 ebenso gewalt- wie ger\u00e4uschlos. Am 12. November erlie\u00df die \u00dcbergangsregierung mit dem \u201eAufruf an das deutsche Volk\u201c eine Art erstes Grundsatzprogramm und zeigte damit, wie revolution\u00e4r diese neue Republik h\u00e4tte sein k\u00f6nnen:<\/p>\n<div id=\"attachment_2595\" style=\"width: 740px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2595\" class=\"size-full wp-image-2595\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/DG-90-3371.jpg\" alt=\"Maueranschlag mit dem Regierungsprogramm des Rates der Volksbeauftragten \u201eBekanntmachung \/ An das deutsche Volk!\u201c, Druckerei Gebr. Frey, 12. November 1918, Berlin \u00a9 Deutsches Historisches Museum\" width=\"730\" height=\"986\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/DG-90-3371.jpg 730w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/DG-90-3371-222x300.jpg 222w\" sizes=\"auto, (max-width: 730px) 100vw, 730px\" \/><p id=\"caption-attachment-2595\" class=\"wp-caption-text\">Maueranschlag mit dem Regierungsprogramm des Rates der Volksbeauftragten \u201eBekanntmachung \/ An das deutsche Volk!\u201c, Druckerei Gebr. Frey, 12. November 1918, Berlin \u00a9 Deutsches Historisches Museum<\/p><\/div>\n<p>Die Zensur wurde vollst\u00e4ndig aufgehoben, die Wahlen waren von nun an frei, geheim und gleich f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen, Meinungs- und Pressefreiheit wurden garantiert, die Gesindeordnung abgeschafft, der Acht-Stunden-Arbeitstag eingef\u00fchrt. Doch diesem durchaus gro\u00dfen, vor allem sozial-und verfassungspolitischem Sprung folgten so schnell keine weiteren. Und dann kam die Gewalt: Der Dezember brachte das antidemokratische und gegenrevolution\u00e4re Milit\u00e4r zur\u00fcck ins Spiel und mit den Toten vor der Berliner Maik\u00e4ferkaserne (6. Dezember) und den Weihnachtsk\u00e4mpfen um das Berliner Stadtschloss (24.\/25. Dezember) einen blutigen Vorgeschmack auf die b\u00fcrgerkriegsartigen Zust\u00e4nde der Jahre 1919 bis 1924.<\/p>\n<p>Bis heute ist die Novemberrevolution ein historisch \u00e4u\u00dferst vieldeutiges Ereignis. War sie f\u00fcr die DDR eine Art Ur-Erz\u00e4hlung f\u00fcr die Legitimation der SED, blieb sie im Westen Deutschlands die Entscheidung gegen Bolschewismus und f\u00fcr eine b\u00fcrgerliche Demokratie. Auch heute noch entzieht sie sich einer eindeutigen Les- und Deutungsart: Zu viele unterschiedliche Ans\u00e4tze, zu viele nicht gegangene Wege, zu viele Widerspr\u00fcche. Doch genau das macht sie weiterhin zu einem wertvollen Gegenstand f\u00fcr Forschungs- und Museumsarbeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<h2><span>1918. Revolution und Republik<span><\/h2>\n<p>Revolutionen vollziehen sich in der Regel unter Kampf und Gewalt und die sie ausl\u00f6senden und vorantragenden Ereignisse sind fast immer exzessiv und eruptiv. Was indes im Deutschen Kaiserreich des Novembers 1918 geschah, wurde, vor dem Hintergrund der Revolutionen von 1917 in Russland oder 1789 in Frankreich, schon von Zeitgenossen mit Ungl\u00e4ubigkeit beobachtet und kommentiert.  Denn der gesellschaftlich-politische Umsturz war trotz einzelner bewaffneter Auseinandersetzungen im Grunde nahezu gewaltfrei. Der Zusammenbruch der Hohenzollernherrschaft, die Deutschland knapp 50, Brandenburg-Preu\u00dfen aber \u00fcber 500 Jahre pr\u00e4gte, verschwand mit der Abdankung Wilhelms II. und seiner Flucht ins holl\u00e4ndische Exil in fast unvorstellbarer Stille: nicht der Terror war das Sinnbild der Revolution, sondern die von Revolution\u00e4ren entfernten Kokarden und Schulterst\u00fccke des kaiserlichen Offiziers, schildert Sammlungsleiter Thomas Jander.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":2602,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[1661,1042],"class_list":["post-2593","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geschichten-aktuell","tag-republik","tag-revolution"],"_links":{"self":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2593","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2593"}],"version-history":[{"count":8,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2593\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2609,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2593\/revisions\/2609"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2602"}],"wp:attachment":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2593"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2593"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2593"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}