
{"id":306,"date":"2016-08-18T14:28:06","date_gmt":"2016-08-18T12:28:06","guid":{"rendered":"http:\/\/dhm.web11.server10.lombego.de\/?p=306"},"modified":"2019-04-16T14:11:07","modified_gmt":"2019-04-16T12:11:07","slug":"der-blutkreislauf-der-froesche","status":"publish","type":"post","link":"\/blog\/2016\/08\/18\/der-blutkreislauf-der-froesche\/","title":{"rendered":"Der Blutkreislauf der Fr\u00f6sche"},"content":{"rendered":"<div class=\"title-block\">\n<h1 class=\"fs28\">DER BLUTKREISLAUF DER FR\u00d6SCHE<\/h1>\n<\/div>\n<div class=\"body-text fs12\">\n<p><b>In unserer Reihe \u201eWozu das denn?\u201c f\u00fchren wir Sie in die Wissenschaftsgeschichte des 18. Jahrhunderts und stellen Ihnen unerwartete, skurrile und \u00fcberraschende Objekte aus unserer <a class=\"textlink internal\" title=\"Zur Dauerausstellung\" href=\"http:\/\/www.dhm.de\/ausstellungen\/dauerausstellung.html\" target=\"_blank\">Dauerausstellung<\/a> vor.<\/b><\/p>\n<p>Es ist goldgl\u00e4nzend und sieht aus wie ein Kunstobjekt und doch hat es nichts mit Dekoration oder Schmuck zu tun. Die so genannte Froschplatte, auch \u201eanatomisches Mikroskop\u201c genannt, f\u00fchrt uns direkt in das wissenschaftsbegeisterte 18. Jahrhundert. 1743 wurde sie erstmals von Johann Nathanael Lieberk\u00fchn (1711-1756) angefertigt und im \u201eMem. De l\u2019acad. de Berlin, 1743\u201c der Berliner Akademie der Wissenschaften, deren Ordentliches Mitglied Lieberk\u00fchn im selben Jahr wurde, beschrieben.<\/p>\n<h2>FORSCHUNG AM LEBENDEN TIER<\/h2>\n<p>Zum Einsatz kam die Froschplatte, bestehend aus einer Okular- und einer Objektseite, in der Ausbildung der Tiermediziner. Geforscht wurde am lebenden Tier: Auf der Objektseite wurden Fr\u00f6sche, Fische und andere Kleintiere lebend auf dreh- und schwenkbaren Nadeln aufgespie\u00dft. Durch die Linse auf der Okularseite wurden Blutkreislauf und Bewegungen der inneren Organe beobachtet. F\u00fcr seine Nachwelt hinterlie\u00df Lieberk\u00fchn detaillierte Zeichnungen und Anweisungen. Mit ihnen wurden solche Platten bis ins 19. Jahrhundert weiter konstruiert. Heute ist das anatomische Mikroskop neben unserer Dauerausstellung noch in der Berliner Charit\u00e9, in der Lieberk\u00fchn Anatomie lehrte, zu finden.<\/p>\n<h2>NATURWISSENSCHAFT ALS \u00d6FFENTLICHKEITSWIRKSAMES SPEKTAKEL<\/h2>\n<p>Lieberk\u00fchn entwickelte ein wahrliches Repertoire an mechanischen und physikalischen Instrumenten. Der wissenschaftsbegeisterten Bev\u00f6lkerung des 18. Jahrhunderts wurden sie in gro\u00dfen \u00f6ffentlichen Spektakeln von regelrechten Entertainern pr\u00e4sentiert. Lieberk\u00fchns ber\u00fchmtes \u201eSonnenmikroskop\u201c brachte es auf diese Art gar bis nach England, wo es vom Th\u00fcringer Hochstapler Gustav Katterfelto (1743-1799) als das eigene vorgestellt und sogar verkauft wurde. Das Publikum staunte \u00fcber die wimmelnde Vielfalt von \u201eInsekten und Polypen\u201c, die sich beim Blick ins Mikroskop offenbarte.<\/p>\n<p>Die Froschplatte ist im Obergeschoss unserer Dauerausstellung zu finden, gleich neben den bedeutenden Studien des schwedischen Botanikers Carl von Linn\u00e9 (1707-1778) ebenso wie das Werk \u201eDe Europische Insecten\u201c von der Naturforscherin Maria Sybilla Merian (1647-1717). In der Vitrine k\u00f6nnen Sie mehr \u00fcber die Experimentierfreudigkeit und Wissensgier des sp\u00e4ten 18. Jahrhunderts ebenso wie die damit zusammenh\u00e4ngende Faszination \u00fcber Elektrizit\u00e4t, Magnetismus sowie Physiologie erfahren.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DER BLUTKREISLAUF DER FR\u00d6SCHE In unserer Reihe \u201eWozu das denn?\u201c f\u00fchren wir Sie in die Wissenschaftsgeschichte des 18. Jahrhunderts und stellen Ihnen unerwartete, skurrile und \u00fcberraschende Objekte aus unserer Dauerausstellung vor. Es ist goldgl\u00e4nzend und sieht aus wie ein Kunstobjekt und doch hat es nichts mit Dekoration oder Schmuck zu tun. 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