
{"id":336,"date":"2016-07-06T15:17:14","date_gmt":"2016-07-06T13:17:14","guid":{"rendered":"http:\/\/dhm.web11.server10.lombego.de\/?p=336"},"modified":"2016-12-12T14:39:38","modified_gmt":"2016-12-12T13:39:38","slug":"fussball-em-1560","status":"publish","type":"post","link":"\/blog\/2016\/07\/06\/fussball-em-1560\/","title":{"rendered":"Fu\u00dfball-EM 1560"},"content":{"rendered":"<div class=\"title-block\">\n<h1 class=\"fs28\">EM 1560: DIE TOSKANA GEWINNT DAS FINALE GEGEN OSTFRIESLAND<\/h1>\n<\/div>\n<div class=\"body-text fs12\">\n<p><b>Am 10. Juli 2016 wurde in Frankreich der neue Fu\u00dfballeuropameister gek\u00fcrt. Das Turnier gibt es seit 1960 \u2013 aus historischer Perspektive also erst seit Kurzem. Doch welche Teams h\u00e4tten die EM ausgespielt, wenn der Fu\u00dfballsport ein paar hundert Jahre fr\u00fcher popul\u00e4r geworden w\u00e4re? Wir liefern eine augenzwinkernde \u00dcbersicht der sch\u00f6nsten historischen Europameisterschaften, die es nie gegeben hat.<\/b><\/p>\n<h2>EM 804: LEICHTES SPIEL F\u00dcR DIE FAVORITEN AUS DEM FR\u00c4NKISCHEN REICH<\/h2>\n<p>Karl der Gro\u00dfe ist begeistert. Sein Fr\u00e4nkisches Reich hat das Team aus Al-Andalus nach einem furiosen Endspurt mit 2:1 besiegt. Dabei hatten die Mauren, die seit dem 8. Jahrhundert einen Gro\u00dfteil der iberischen Halbinsel bev\u00f6lkern, noch bis zehn Minuten vor Schluss mit 1:0 gef\u00fchrt. Das Finale der Fu\u00dfball-EM 804 ist die logische Folge der Dominanz zweier Gro\u00dfreiche: Einem riesigen Frankenreich im Zentrum und Westen Europas steht das liberale und hochentwickelte Al-Andalus aus dem S\u00fcdwesten gegen\u00fcber. Mit Ausnahme des ostr\u00f6mischen Reiches haben die beiden Staaten keine ernsthaften Titel-Konkurrenten. Die vielen kleinen St\u00e4mme, die im Osten und Norden Europas in unklaren Grenzen leben, sind wenig organisiert und haben eine entsprechend schlechte fu\u00dfballerische Infrastruktur. Ohnehin reisen nur wenige von ihnen \u00fcberhaupt zum Turnier an. So haben die favorisierten Mannschaften leichtes Spiel \u2013 auch wenn vor allem die Franken im Vorfeld des Turniers Probleme haben, die besten Spieler zu scouten: Das Land Karls des Gro\u00dfen ist ein schwaches Staatswesen, dem der \u00dcberblick \u00fcber sein riesiges Territorium auch in sportlicher Hinsicht schwer f\u00e4llt.<\/p>\n<h2>EM 1200: KASTILIEN SIEGT MIT EINEM TRICK<\/h2>\n<p>Rund 400 Jahre sp\u00e4ter hat sich die Landkarte Europas grundlegend ver\u00e4ndert. Das Fr\u00e4nkische Reich ist Geschichte, sein Widersacher aus dem Finale 804, Al-Andalus, beherrscht nur noch den S\u00fcden des heutigen Spaniens. Im Jahr 1200 gibt es eine Vielzahl aufstrebender Top-Teams, die auf den Titel hoffen k\u00f6nnen: Neben England, das stolz das frisch eingef\u00fchrte Landeswappen mit den \u201eThree Lions\u201c auf den Trikots pr\u00e4sentiert, z\u00e4hlen auch Frankreich, Portugal und Ungarn zu den Favoriten. Im Finale trifft jedoch das Heilige R\u00f6mische Reich, im Zentrum des Kontinents gelegen, auf Kastilien \u2013 ein aufstrebendes K\u00f6nigreich, das sich auf Territorien des ehemals maurischen Herrschaftsgebiets befindet und dessen fortschrittliches Spielsystem \u00fcbernommen hat. In einem \u00fcberraschend einseitigen Match setzt sich Kastilien deutlich mit 3:0 durch. Der Trumpf der hochtalentierten S\u00fcdeurop\u00e4er: Noch kurz vor der EM hatte der kastilische Verband begabte Spieler aus den Nachbark\u00f6nigreichen Le\u00f3n und Navarra abgeworben \u2013 und das v\u00f6llig unbemerkt. Denn Grenzen sind im Jahr 1200 weiterhin diffuse Kontaktzonen und eine geregelte Staatsb\u00fcrgerschaft ist in weiter Ferne.<\/p>\n<h2>EM 1560: ZWEI AUSSENSEITER STEHEN IM FINAL<\/h2>\n<p>Im Vorfeld der Fu\u00dfball-EM 1560 w\u00e4ren solche Tricksereien unwahrscheinlich gewesen. Zwar sind Grenzen weiterhin durchl\u00e4ssig, doch werden nat\u00fcrliche Barrieren wie Fl\u00fcsse, Gebirge, S\u00fcmpfe und W\u00fcsten allm\u00e4hlich als klare Trennlinien zwischen verschiedenen Herrschaftsgebieten angesehen. Die Idee des heutigen Territorialstaats kommt auf, politische Grenzen sind erstmals auf Landkarten zu finden und ganz langsam entwickelt sich vielerorts ein Nationalgef\u00fchl. Gleichzeitig entdeckt man die Tugenden der antiken Athletik wieder: Die teilnehmenden Teams der EM 1560 legen einen immer st\u00e4rkeren Wert auf eine professionelle Vorbereitung \u2013 Scouting und Trainingsmethoden haben sich erheblich verbessert. Wer sich in diesem Wettbewerb durchsetzen m\u00f6chte, muss ohnehin topfit sein, denn die Konkurrenz ist enorm. Die EM 1560 ist das gr\u00f6\u00dfte europ\u00e4ische Fu\u00dfballturnier aller Zeiten. Aufgrund der deutschen und italienischen Kleinstaaterei wollen eine Vielzahl von Territorien und Herrschaftsgebieten mit eigenen Mannschaften antreten. Nach mehrj\u00e4hrigen Qualifikationsrunden stehen 36 Teilnehmer fest. Die Favoriten aus D\u00e4nemark, Litauen, Spanien und Neapel scheitern bereits in der Vorrunde. \u00dcberraschungssieger ist die Toskana, die Ostfriesland in einem engen Finale dank eines umstrittenen Elfmeters mit 4:3 schl\u00e4gt. Zu einem gefl\u00fcgelten Wort seiner Zeit wird ein Ausspruch des franz\u00f6sischen Trainers nach der Niederlage gegen Wolfenb\u00fcttel in der Vorrunde: \u201eIm Fu\u00dfball gibt es keine Kleinstaaten mehr.\u201c<\/p>\n<h2>EM 1896: DUELL DER STOLZEN GROSSM\u00c4CHT<\/h2>\n<p>Auf kleine Staaten muss das Turnier von 1896 gr\u00f6\u00dftenteils verzichten. Der Kontinent ist weitestgehend in Gro\u00dfreiche aufgeteilt, erg\u00e4nzt um wenige kleine Republiken und K\u00f6nigreiche. Die Vorbereitung verl\u00e4uft dank der guten Organisation der L\u00e4nder auf h\u00f6chstem Niveau. Wo die besten Fu\u00dfballer des Landes spielen, ist ohnehin in den zust\u00e4ndigen Ministerien erfasst. Die Europameisterschaft ist bei allen Teilnehmern von hoher Bedeutung. Sie gilt als prestigetr\u00e4chtiges Kr\u00e4ftemessen zwischen selbstbewussten und miteinander konkurrierenden Reichen. Die Gazetten und Magazine der verschiedenen L\u00e4nder verh\u00f6hnen die Gegner und heizen die Stimmung an. Das Teilnehmerfeld ist derweil klein: Nur 16 L\u00e4nder machen den Titel unter sich aus \u2013 viel mehr hat der Kontinent in dieser Epoche ohnehin nicht zu bieten. Am Ende siegt die Variabilit\u00e4t: \u00d6sterreich-Ungarn gewinnt gegen das osmanische Reich im Duell der Vielv\u00f6lkerstaaten. Ein Kopfballtreffer in der Anfangsphase bleibt das einzige Tor des Spiels. Zum ersten und letzten Mal in ihrer kurzen Geschichte geht der Titel an die Doppelmonarchie. In prachtvollen offenen Kutschen l\u00e4sst sich das vielsprachige Team von den Fans auf der v\u00f6llig \u00fcberf\u00fcllten Wiener Ringstra\u00dfe bis tief in die Nacht feiern.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>EM 1560: DIE TOSKANA GEWINNT DAS FINALE GEGEN OSTFRIESLAND Am 10. Juli 2016 wurde in Frankreich der neue Fu\u00dfballeuropameister gek\u00fcrt. Das Turnier gibt es seit 1960 \u2013 aus historischer Perspektive also erst seit Kurzem. 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