
{"id":3642,"date":"2020-03-03T13:41:41","date_gmt":"2020-03-03T12:41:41","guid":{"rendered":"\/blog\/?p=3642"},"modified":"2020-03-03T13:41:41","modified_gmt":"2020-03-03T12:41:41","slug":"der-pate-humboldt-und-die-erfindung-der-fotografie","status":"publish","type":"post","link":"\/blog\/2020\/03\/03\/der-pate-humboldt-und-die-erfindung-der-fotografie\/","title":{"rendered":"Der Pate &#8211; Humboldt und die Erfindung der Fotografie"},"content":{"rendered":"<h1>Der Pate &#8211; Humboldt und die Erfindung der Fotografie<\/h1>\n<p><span style=\"color: #008000;\">Anna Ahrens | 3. M\u00e4rz 2020<\/span><\/p>\n<p><strong>Im August 1839 l\u00fcftete die Pariser Akademie der Wissenschaften das Geheimnis um das erste fotografische Verfahren und machte es der Menschheit zum Geschenk. Einer der wichtigsten Paten f\u00fcr die Daguerreotypie als \u201eopen source\u201c war Alexander von Humboldt, wie Kunsthistorikerin Anna Ahrens in ihrem Blogartikel zur Ausstellung <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/ausstellungen\/wilhelm-und-alexander-von-humboldt.html\" target=\"_blank\">\u201eWilhelm und Alexander von Humboldt\u201c<\/a> aufzeigt.<\/strong><\/p>\n<p>Seit Wochen wartete der Kunsth\u00e4ndler Louis Sachse auf diese Lieferung aus Paris. Am 6. September 1839 kamen die allerersten Fotoapparate f\u00fcr Berlin endlich bei ihm am Gendarmenmarkt an. Doch in was f\u00fcr einem Zustand: S\u00e4mtliche Fl\u00e4schchen waren zerschlagen, Jod und Quecksilber hatten \u201ealles gebr\u00e4unt\u201c, die Holzst\u00e4nder und \u201eSilberplatten-K\u00e4stchen\u201c waren verdorben, die \u201eK\u00e4sten mit den Chemikalien in tausend St\u00fccken nicht mehr zu erkennen\u201c.<sup><a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">1<\/a><\/sup> Es war ein Desaster. Wie konnte man einen so kostbaren Inhalt so leichtfertig auf eine so lange Reise schicken? \u201eDas ist eine Verpackung f\u00fcr einen Milchwagen, von [dem Vorort] St. Cloud nach Paris, und da schon kann man sich gratulieren, wenn nichts entzwei geht!\u201c, schrieb er ver\u00e4rgert an die Firma Giroux &#8211; und war nicht der einzig Entt\u00e4uschte: auch Alexander von Humboldt, der seinen Apparat \u201eso dringend\u201c erwartete, \u201eh\u00e4tte nie geglaubt, dass man eine Flasche mit Quecksilber lose in einen Kasten stecken w\u00fcrde!\u201c<sup><a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">2<\/a><\/sup> Zum Gl\u00fcck waren beide mit der Pariser Kunstwelt als auch mit dem Erfinder des ersten fotografischen Verfahrens Jacques Louis Mand\u00e9 Daguerre gut bekannt. Der hatte Humboldt seine Entdeckung vor einem guten halben Jahr sogar pers\u00f6nlich vorgef\u00fchrt.<\/p>\n<h3>Ger\u00fcchtek\u00fcche<\/h3>\n<p>Humboldt war zur Jahreswende 1838\/1839 mal wieder zu Besuch in Paris. Es kursierten wilde Ger\u00fcchte \u00fcber den Herrn Daguerre, der in seiner \u201echambre noir\u201c [\u201edunklen Kammer\u201c] mit Lichtbildern experimentierte. Es hie\u00df, er k\u00f6nne die Projektionen einer <em>camera obscura<\/em> \u2013 einem seit der Antike bekannten abgedunkelten Raum oder Kasten, der das Lichtbild der Au\u00dfenwelt durch ein schmales Loch auf die gegen\u00fcberliegende Innenwand wirft \u2013 auf geheimnisvolle Weise fixieren und aus der <em>camera <\/em>herausnehmen.<\/p>\n<div id=\"attachment_3648\" style=\"width: 452px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3648\" class=\"size-full wp-image-3648\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/ABB.-1-Camera-Obscura-Federzeichnung.jpg\" alt=\"Camera obscura, Federzeichnung aus einem handgeschriebenen Manuskript die Principa Optices aus dem 17. Jahrhundert \" width=\"442\" height=\"360\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/ABB.-1-Camera-Obscura-Federzeichnung.jpg 442w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/ABB.-1-Camera-Obscura-Federzeichnung-300x244.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 442px) 100vw, 442px\" \/><p id=\"caption-attachment-3648\" class=\"wp-caption-text\">Camera obscura, Federzeichnung aus einem handgeschriebenen Manuskript der Principa Optices aus dem 17. Jahrhundert<\/p><\/div>\n<p>So etwas sei \u201eTeufelskunst\u201c und \u201eGottesl\u00e4sterung\u201c, urteilten die Medien, eine Illusion, die Daguerre doch lediglich als neue Gesch\u00e4ftsmodell diene.<sup><a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\">3<\/a><\/sup> Gut 25 Jahre hatte Daguerre das Pariser Diorama betrieben, eine abgedunkelte Schaub\u00fchne, die durch wechselseitige Beleuchtung beidseitig bemalter Riesen-Panoramen den Anschein etwa von Tages- und Nachtzeiten, ja sogar von Bewegung hervorriefen.<\/p>\n<div id=\"attachment_3649\" style=\"width: 1010px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3649\" class=\"size-full wp-image-3649\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Abb-2-Daguerres-Diorama.jpg\" alt=\"Daguerres Diorama, Vorf\u00fchrung einer Ansicht vom Vesuv, Holzschnitt, um 1825\" width=\"1000\" height=\"615\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Abb-2-Daguerres-Diorama.jpg 1000w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Abb-2-Daguerres-Diorama-300x185.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Abb-2-Daguerres-Diorama-768x472.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><p id=\"caption-attachment-3649\" class=\"wp-caption-text\">Daguerres Diorama, Vorf\u00fchrung einer Ansicht vom Vesuv, Holzschnitt, um 1825<\/p><\/div>\n<p>Im Sommer 1838 war die beliebte Unterhaltungsattraktion abgebrannt. Daguerre jedoch konzentrierte sich l\u00e4ngst auf sein fotografisches Verfahren, dass er selbstbewusst Daguerreotypie nannte.<sup><a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\">4<\/a><\/sup><\/p>\n<div id=\"attachment_3655\" style=\"width: 966px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3655\" class=\"size-large wp-image-3655\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/7236721090_79bafc184a_b-1024x680.jpg\" alt=\"Replik der ersten Kamera von Daguerre aus dem Hause Giroux, Paris 1839 \u00a9 Deutsches Technikmuseum, Berlin, Coleccionando Camaras, https:\/\/www.flickr.com\/photos\/coleccionandocamaras\/7236721090\/\" width=\"956\" height=\"635\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/7236721090_79bafc184a_b.jpg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/7236721090_79bafc184a_b-300x199.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/7236721090_79bafc184a_b-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 956px) 100vw, 956px\" \/><p id=\"caption-attachment-3655\" class=\"wp-caption-text\">Replik der ersten Kamera von Daguerre aus dem Hause Giroux, Paris 1839 \u00a9 Deutsches Technikmuseum, Berlin,<br \/>Coleccionando Camaras, https:\/\/www.flickr.com\/photos\/coleccionandocamaras\/7236721090\/<\/p><\/div>\n<p>Mit einer auf seinem Wagen verstauten Ausr\u00fcstung soll er in jenem Sommer 1838 durch ganz Paris gefahren sein und Denkm\u00e4ler und \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude fotografiert haben.<sup><a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\">5<\/a><\/sup> Er r\u00fchrte die Werbetrommel, um seine Erfindung anteilig \u00fcber Aktien zu je 1.000 Francs oder exklusiv f\u00fcr 200.000 Francs zu verkaufen. Die allgemeine Skepsis gegen\u00fcber dem Schaub\u00fchnenbetreiber war aber offenbar noch zu gro\u00df.<\/p>\n<h3>Ein geheimes Treffen<\/h3>\n<p>\u201eEndlich\u201c, schrieb Daguerre am 2. Januar 1839, habe er sich mit Arago getroffen.<sup><a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\">6<\/a><\/sup> Fran\u00e7ois Arago war Direktor der Pariser Sternwarte, St\u00e4ndiger Sekret\u00e4r der Akademie der Wissenschaften und als republikanischer Abgeordneter auch politisch aktiv. Der Astronom und Physiker war, sagen wir, \u201efast\u201c so ber\u00fchmt wie Humboldt. Seit drei\u00dfig Jahren waren die beiden enge Vertraute.<sup><a href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\">7<\/a><\/sup> Als dritten im Bunde holte Arago den Physiker und Mathematiker Jean-Baptiste Biot mit ins Boot.<sup><a href=\"#_edn8\" name=\"_ednref8\">8<\/a><\/sup> Dem prominenten Forscher-Trio war die Bedeutung von Daguerres Entdeckung sofort klar. Arago \u00fcbernahm das Mandat. Sein Plan: das Verfahren f\u00fcr die gew\u00fcnschten 200.000 Francs der Regierung exklusiv zu verkaufen. Bereits f\u00fcr den 6. Januar 1839 lancierte er eine Pressemitteilung in der <em>Gazette de France<\/em>. Sie k\u00fcndigte eine \u201eRevolution\u201c f\u00fcr die Wissenschaften und K\u00fcnste an.<sup><a href=\"#_edn9\" name=\"_ednref9\">9<\/a><\/sup> Am 7. Januar 1839 stellte Arago die Erfindung in der Akademie der Wissenschaften vor, deren \u201eEchtheit\u201c auch Humboldt und Biot best\u00e4tigt hatten.<sup><a href=\"#_edn10\" name=\"_ednref10\">10<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Warum war es Arago so wichtig, dass sein Berliner Freund bei dem Treffen mit dabei war? Humboldt war damals bereits eine weltweit bewunderte Pers\u00f6nlichkeit, viel gelesener Autor und ge\u00fcbter Diplomat, der sich neben seinen herausragenden naturwissenschaftlichen Forschungen auch mit gesellschaftlichen, sozialen und Kunstfragen befasste. Das war ganz entscheidend, denn Daguerre f\u00fchrte seinem Besuch zwar mehrmals pers\u00f6nlich vor, wie die Bilder entstanden, er weihte sie &#8211; \u201eaber leider!\u201c, so Humboldt &#8211; nicht in sein Geheimnis ein.<sup><a href=\"#_edn11\" name=\"_ednref11\">11<\/a><\/sup> Zwei Briefe, die Humboldt im Februar 1839 schrieb, z\u00e4hlen zu den fr\u00fchesten und wichtigsten literarischen Zeugnisse im Zuge der Ver\u00f6ffentlichung der Fotografie. Der eine richtet sich an die Herzogin Friederike von Anhalt-Dessau,<sup><a href=\"#_edn12\" name=\"_ednref12\">12<\/a><\/sup> der andere an Carl Gustav Carus, bedeutender Dresdner Arzt, Naturwissenschaftler und K\u00fcnstlerfreund von Caspar David Friedrich.<sup><a href=\"#_edn13\" name=\"_ednref13\">13<\/a><\/sup> Diese Briefe sind Schl\u00fcsseldokumente f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis und den Fortgang einer bis dahin beispiellosen Medienkampagne, die die Erfindung der Fotografie am 19. August 1839 mit einem Paukenschlag in das Bewusstsein der Welt\u00f6ffentlichkeit katapultierte.<\/p>\n<h3>Verstand und Einbildungskraft<\/h3>\n<p>Humboldt war vom ersten Augenblick an begeistert von Daguerres Lichtbildern, die \u201eunaufhaltsam den Verstand und die Einbildungskraft\u201c anregten.<sup><a href=\"#_edn14\" name=\"_ednref14\">14<\/a><\/sup> Der Bildtr\u00e4ger \u2013 eine mit einer d\u00fcnnen Silberschicht \u00fcberzogene Kupferplatte \u2013 changiert braun-grau-farbig, je nach Lichtsituation. Seine Aufnahmen pr\u00e4sentierte er wie Kunstwerke \u201eunter Glas und Rahmen\u201c. Sie zeigten Pariser Stadtansichten und Stillleben.<sup><a href=\"#_edn15\" name=\"_ednref15\">15<\/a><\/sup><\/p>\n<div id=\"attachment_3650\" style=\"width: 966px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3650\" class=\"size-large wp-image-3650\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Abb-4--1024x735.jpg\" alt=\"Pariser Stra\u00dfenansicht (Boulevard du Temple), Daguerreotypie von Louis Daguerre, aufgenommen vom Fenster seines Arbeitszimmers aus, 1838\" width=\"956\" height=\"686\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Abb-4--1024x735.jpg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Abb-4--300x215.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Abb-4--768x552.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Abb-4-.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 956px) 100vw, 956px\" \/><p id=\"caption-attachment-3650\" class=\"wp-caption-text\">Pariser Stra\u00dfenansicht (Boulevard du Temple), Daguerreotypie von Louis Daguerre, aufgenommen vom Fenster seines Arbeitszimmers aus, 1838<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_3651\" style=\"width: 966px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3651\" class=\"size-large wp-image-3651\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Abb-5--1024x745.jpg\" alt=\"Louis Jacques Mand\u00e9 Daguerre, L\u00b4At\u00e9lier de l\u00b4artiste, Daguerreotypie, 1837\" width=\"956\" height=\"696\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Abb-5--1024x745.jpg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Abb-5--300x218.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Abb-5--768x559.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Abb-5-.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 956px) 100vw, 956px\" \/><p id=\"caption-attachment-3651\" class=\"wp-caption-text\">Louis Jacques Mand\u00e9 Daguerre, L\u00b4At\u00e9lier de l\u00b4artiste, Daguerreotypie, 1837<\/p><\/div>\n<p>Aus dem richtigen Betrachtungswinkel sind Daguerreotypien von faszinierender Detailtreue und Klarheit. Arago entdeckte, \u201edass in einer Dachluke (und welche Kleinheit!!) eine Fensterscheibe zerbrochen und mit Papier verklebt war\u201c.<sup><a href=\"#_edn16\" name=\"_ednref16\">16<\/a><\/sup> Auf besonderen Wunsch lichtete der Erfinder eine tote Spinne ab: \u201ekeine Faser, kein Gef\u00e4\u00df, so fein sie auch seien, die man nicht nachverfolgen und untersuchen k\u00f6nnte\u201c.<sup><a href=\"#_edn17\" name=\"_ednref17\">17<\/a><\/sup> Dieses geheimnisvolle \u201eReagenz\u201c w\u00fcrde der Chemie, der Physik und sogar der Astronomie ungeahnte M\u00f6glichkeiten verleihen.<sup><a href=\"#_edn18\" name=\"_ednref18\">18<\/a><\/sup> Noch am Tag seiner Abreise am 3. Januar 1839 zeigte Arago seinem Freund Humboldt \u201etriumphierend das Mondbild\u201c, um das sie Daguerre ebenfalls noch gebeten hatten.<sup><a href=\"#_edn19\" name=\"_ednref19\">19<\/a><\/sup> Den mit Abstand gr\u00f6\u00dften Wert aber erkannten die Forscher f\u00fcr die Reisefotografie. Die M\u00f6glichkeit, dass \u201edie Methode von jedem und auf Reisen angewandt werden kann\u201c, wie Humboldt betont, beinhaltete ein demokratisches Element, das seiner liberalen Grundhaltung entsprach.<sup><a href=\"#_edn20\" name=\"_ednref20\">20<\/a><\/sup> So war Humboldt sich sicher: wenn \u201eder Stoff, in dem das Licht die bleibenden Spuren hinterl\u00e4\u00dft, leicht auf Reisen zu transportieren ist, so wird wahrscheinlich die Deputiertenkammer auf Agaros Vorschlag die 200.000 Francs geben\u201c<sup><a href=\"#_edn21\" name=\"_ednref21\">21<\/a><\/sup> \u2013 und \u201edann macht nach dort herrschender edler Sitte das Gouvernement die Erfindung bekannt\u201c.<sup><a href=\"#_edn22\" name=\"_ednref22\">22<\/a><\/sup><\/p>\n<h3>Koalitionen<\/h3>\n<p>Die Ger\u00fcchte, Sensationsmeldungen und Priorit\u00e4tsanspr\u00fcche schlugen nach Aragos Pressemitteilung allerorten hohe Wellen: \u201eVierzig mal am Tag legt man mir die gleichen Fragen vor. Die Mitteilung, gesehen zu haben, wie das Bild entsteht, und wie es ohne Schwierigkeiten entsteht, das ist das Ausschlaggebende\u201c, best\u00e4tigte Humboldt seinem Freund Ende April 1839.<sup><a href=\"#_edn23\" name=\"_ednref23\">23<\/a><\/sup> Der Herzogin Friederike und Carl Gustav Carus hatte er schon im Februar 1839 versichert: \u201eNiemand in der Pariser Welt, als der Erfinder, wei\u00df mehr als wir davon\u201c.<sup><a href=\"#_edn24\" name=\"_ednref24\">24<\/a><\/sup> Und genau hier wird die Sache erneut spannend.<\/p>\n<p>Denn bereits im Januar 1839 hatten Humboldt, Arago und Biot einen gleichlautenden Brief des Londoner Gentleman-Gelehrten Henry Fox Talbot erhalten, der begr\u00fcndete Priorit\u00e4tsanspr\u00fcche anmeldete.<sup><a href=\"#_edn25\" name=\"_ednref25\">25<\/a><\/sup> Offiziell wiesen die drei Wissenschaftler Talbots Ansinnen zur\u00fcck. Der Herzogin aber vertraute Humboldt an: \u201eEs ist mir sehr lieb, dass mich der Brief (von Talbot) nicht mehr in Paris getroffen weil daraus ein unangenehmer Priorit\u00e4tenstreit entstehen kann\u201c &#8211; und f\u00fcgte offen hinzu: \u201eWie soll man aber auch erkl\u00e4ren, dass der vornehme Engl\u00e4nder eine solche Entdekkung, wie der Papst die Cardin\u00e4le, solange in petto gehalten habe\u201c.<sup><a href=\"#_edn26\" name=\"_ednref26\">26<\/a><\/sup> Humboldt konnte kein Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr aufbringen, eine f\u00fcr die Menschheit so bedeutende Errungenschaft f\u00fcr sich zu behalten. Das entsprach nicht seinem liberalen Weltbild. Die Leistungen des Kollegen stellte er jedoch keinesfalls grunds\u00e4tzlich in Frage. Ganz Diplomat schickte er der Herzogin sowohl \u201edas Briefchen des Herrn Talbot (ein sch\u00f6ner Urname)\u201c als auch \u201eeine Anzeige Daguerres\u201c, die \u201eauch eine Seltenheit ist\u201c<sup><a href=\"#_edn27\" name=\"_ednref27\">27<\/a><\/sup> Humboldt \u00fcberlie\u00df es damit der Adressatin, sich ein Urteil zu bilden. Wenn die Kontrahenten allerdings \u201euntereinander k\u00e4mpfen und in Aufregung geraten\u201c w\u00fcrden, s\u00e4he er sich zur offiziellen Stellungnahme verpflichtet.<sup><a href=\"#_edn28\" name=\"_ednref28\">28<\/a><\/sup> Humboldt muss geahnt haben, dass genau das auf ihn zukommen sollte. Am 5. M\u00e4rz 1839, also keine vier Wochen sp\u00e4ter, wandte er sich in einem privaten Schreiben auch an den englischen Kollegen Talbot. Seine Formulierungen stecken voller Mehrdeutigkeiten. Humboldt spricht von einer Zeit, \u201ein der Koalitionen an der Tagesordnung stehen\u201c.<sup><a href=\"#_edn29\" name=\"_ednref29\">29<\/a><\/sup> Das Wort \u201eKoalitionen\u201c ist das einzige, das er unterstreicht. Gerade so, als wollte er sichergehen, dass der Londoner Gelehrte den Kern seiner Aussage zu deuten versteht: Humboldt war l\u00e4ngst mit Arago und Daguerre eine Koalition eingegangen, zu der er stehen w\u00fcrde.<\/p>\n<h3>Fin<\/h3>\n<p>Die Geschichte ging gut aus, wie man wei\u00df, denn alle kamen zu ihrem Recht. Humboldt stand an der Seite seines Freundes Arago,<sup><a href=\"#_edn30\" name=\"_ednref30\">30<\/a><\/sup> der daf\u00fcr sorgte, dass die Regierung Daguerres Erfindung ankaufte und am 19. August 1839 der Menschheit zum Geschenk machte. Es war ein genialer Coup: als \u201eopen source\u201c, wie man heute sagen w\u00fcrde, feierte die Fotografie mit ihrer Ver\u00f6ffentlichung das demokratische Potential des modernen Zeitalters. Fortan gab es eine Bilder-Welt vor August 1839 und eine danach.<\/p>\n<div id=\"attachment_3652\" style=\"width: 1010px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3652\" class=\"size-full wp-image-3652\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Abb-6-Maurisset-Dagguerreotypomanie.jpg\" alt=\"Theodore Maurisset, Daguerreotypomania, Dezember 1839, Lithografie\" width=\"1000\" height=\"733\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Abb-6-Maurisset-Dagguerreotypomanie.jpg 1000w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Abb-6-Maurisset-Dagguerreotypomanie-300x220.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Abb-6-Maurisset-Dagguerreotypomanie-768x563.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><p id=\"caption-attachment-3652\" class=\"wp-caption-text\">Theodore Maurisset, Daguerreotypomania, Dezember 1839, Lithografie<\/p><\/div>\n<p>Auch Talbot kam zu seinem Recht: er ist der Erfinder der Fotografie als Negativverfahren auf Papier, das sich schlie\u00dflich durchsetzte. 1844, im selben Jahr, in dem Talbot sein ber\u00fchmtes Fotobuch <em>The Pencil of Nature<\/em> zusammenstellte, schickte er auch Humboldt ein Fotoalbum mit 22 Aufnahmen \u2013 es ist das erste Fotobuch der Welt.<sup><a href=\"#_edn31\" name=\"_ednref31\">31<\/a><\/sup><\/p>\n<div id=\"attachment_3653\" style=\"width: 827px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3653\" class=\"size-large wp-image-3653\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Abb-7-Hermann-Biow-Portr\u00e4t-Alexander-von-Humboldts-Berlin-1847-817x1024.jpg\" alt=\"Herrmann Biow, Alexander von Humboldt, 1847, Daguerreotypie\" width=\"817\" height=\"1024\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Abb-7-Hermann-Biow-Portr\u00e4t-Alexander-von-Humboldts-Berlin-1847-817x1024.jpg 817w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Abb-7-Hermann-Biow-Portr\u00e4t-Alexander-von-Humboldts-Berlin-1847-240x300.jpg 240w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Abb-7-Hermann-Biow-Portr\u00e4t-Alexander-von-Humboldts-Berlin-1847-768x962.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Abb-7-Hermann-Biow-Portr\u00e4t-Alexander-von-Humboldts-Berlin-1847.jpg 958w\" sizes=\"auto, (max-width: 817px) 100vw, 817px\" \/><p id=\"caption-attachment-3653\" class=\"wp-caption-text\">Herrmann Biow, Alexander von Humboldt, 1847, Daguerreotypie<\/p><\/div>\n<p>Und was war mit Humboldts eigener erster Kamera? \u201eNach gr\u00f6\u00dfter M\u00fche\u201c war es Sachse gelungen, die franz\u00f6sischen Apparate funktionsf\u00e4hig zu machen. Am 20. September 1839 pr\u00e4sentierte er die ersten eigenen Aufnahmen in seinem Gesch\u00e4ft: \u201eein malerisch drapiertes Zimmer\u201c und eine Ansicht der J\u00e4gerstra\u00dfe in Richtung Gendarmenmarkt.<sup><a href=\"#_edn32\" name=\"_ednref32\">32<\/a><\/sup> Humboldt selbst dr\u00fcckte wohl zeitlebens nie auf den Ausl\u00f6ser. Doch lies er sich schon fr\u00fch mit Hilfe der Kamera portr\u00e4tieren und nutzte das bildgebende Instrument fortan f\u00fcr seine umfangreichen Forschungen.<\/p>\n<h3>Verweise<\/h3>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">1<\/a> Louis Friedrich Sachse an die Firma Giroux &amp; Cie. in Paris, 6. September 1839; zit. nach Anna Ahrens, Der Pionier. Wie Louis Sachse in Berlin den Kunstmarkt erfand, K\u00f6ln\/Weimar\/Wien 2017, S. 231. Zur Firma Giroux, die f\u00fcr Daguerre die ersten Kameras bauten und verschickten, siehe S. 226ff. Zur Einf\u00fchrung der Fotografie in Berlin vgl. S. 217-276. Au\u00dferdem Anna Ahrens, ) \u201eNiemand in der Pariser Welt wei\u00df mehr als wir davon\u201c. Alexander von Humboldt und die Geburtsstunde der Fotografie, in: David Blankenstein, Ulrike Leitner, Ulrich Pl\u00e4\u00dfler und B\u00e9n\u00e9dicte Savoy (Hg.), \u201eMein zweites Vaterland\u201c. Alexander von Humboldt und Frankreich, Berlin 2015, S. 261-277.<br \/>\n<a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">2<\/a> Ebd.<br \/>\n<a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">3<\/a> Vgl. Walter Benjamin, Kleine Geschichte der Fotografie (1931), in: Texte zur Theorie der Fotografie, hg. von Bernhard Stiegler, Stuttgart 2010, S. 248-269, hier S. 249; Ahrens 2017, S. 228ff.<br \/>\n<a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\">4<\/a> Daguerres ehemaliger Gesch\u00e4ftspartner Nic\u00e9phore Ni\u00e9pce (1765-1833), Erfinder der Heliografie, hatte bereits Mitte der 1820er Jahre entscheidende Versuche unternommen. Nach dessen Tod \u00fcbernahm Ni\u00e9pce\u00b4 Neffe Isidore den Vertrag, den Daguerre nach seinen erfolgreichen Ergebnissen mit verk\u00fcrzter Belichtungszeit (seit Sommer 1837) zu seinen Gunsten erneuert hatte.<br \/>\n<a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\">5<\/a> Vgl. Helmut Gernsheim, Geschichte der Fotografie. Die ersten hundert Jahre, Berlin 1983, S. 58.<br \/>\n<a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\">6<\/a> Louis Jacques Mand\u00e9 Daguerre an Isidore Ni\u00e9pce, den 2. Januar 1839, vollst\u00e4ndig abgedruckt in Steffen Siegel (Hg.), Neues Licht. Daguerre, Talbot und die Ver\u00f6ffentlichung der Fotografie im Jahr 1839, Paderborn 2014, S. 41.<br \/>\n<a href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\">7<\/a> Francois Arago (1786-1853). Humboldt nennt Arago seinen \u201eradikalen! Freund\u201c und gleichzeitig einen \u201eder liebensw\u00fcrdigsten Menschen der Erde\u201c; vgl. Alexander von Humboldt an Herzogin Friederike von Anhalt-Dessau, den 7. Februar 1839, vollst\u00e4ndig abgedruckt in: Siegel 2014, S. 78-79, hier S. 79. Zu Aragos Bedeutung im Zuge der Einf\u00fchrung der Fotografie vgl. auch Anne McCauley, Arago, l\u00b4invention de la photographie et la politique, in: \u00c9tudes photographiques, 2 (Mai 1997), S. 6-34.<br \/>\n<a href=\"#_ednref8\" name=\"_edn8\">8<\/a> Jean-Baptiste Biot (1774-1862)<br \/>\n<a href=\"#_ednref9\" name=\"_edn9\">9<\/a> Henri Gaucheraud, Die Sch\u00f6nen K\u00fcnste. Neue Entdeckung, in: La Gazette de France, den 6. Januar 1839, S. 1; in deutscher \u00dcbersetzung abgedruckt in: Siegel 2014, S. 49-51.<br \/>\n<a href=\"#_ednref10\" name=\"_edn10\">10<\/a> Ebd. und Dominique Francois Arago, Fixierung der Bilder, die sich im Brennpunkt einer Camera obscura formen, Protokoll der Sitzung vom 7. Januar 1839 in der Akademie der Wissenschaften Paris, ver\u00f6ffentlicht in: Comptes rendus hebdomanaires des sciences de l\u00b4Acad\u00e9mie des Sciences 8 (1839), S. 4-6; in deutscher \u00dcbersetzung abgedruckt in: Siegel 2014, S. 51-54.<br \/>\n<a href=\"#_ednref11\" name=\"_edn11\">11<\/a> Alexander von Humboldt an Herzogin Friederike von Anhalt-Dessau, den 7. Februar 1839; zit. nach: Siegel 2014, S. S. 78.<br \/>\n<a href=\"#_ednref12\" name=\"_edn12\">12<\/a> Ebd.<br \/>\n<a href=\"#_ednref13\" name=\"_edn13\">13<\/a> Alexander von Humboldt an Carl Gustav Carus, den 25. Februar 1839; zit. nach: Siegel 2014, S. 85ff.<br \/>\n<a href=\"#_ednref14\" name=\"_edn14\">14<\/a> Alexander von Humboldt an Herzogin Friederike von Anhalt-Dessau, den 7. Februar 1839; zit. nach: Siegel 2014, S. 78.<br \/>\n<a href=\"#_ednref15\" name=\"_edn15\">15<\/a> Ebd.<br \/>\n<a href=\"#_ednref16\" name=\"_edn16\">16<\/a> Alexander von Humboldt an Carl Gustav Carus, den 25. Februar 1839; zit. nach: Siegel 2014, S. 85.<br \/>\n<a href=\"#_ednref17\" name=\"_edn17\">17<\/a> Henri Gaucheraud, Pressemitteilung Januar 1839; zit. nach: Siegel 2014, S. 50.<br \/>\n<a href=\"#_ednref18\" name=\"_edn18\">18<\/a> Dominique Francois Arago, Sitzungsprotokoll in der Akademie der Wissenschaften Paris 1839; zit. nach: Siegel 2014 S. 53.<br \/>\n<a href=\"#_ednref19\" name=\"_edn19\">19<\/a> Alexander von Humboldt an Carl Gustav Carus, den 25. Februar 1839; zit. nach: Siegel 2014, S. 86.<br \/>\n<a href=\"#_ednref20\" name=\"_edn20\">20<\/a> Ebd. und Petra Werner, Himmel und Erde. Alexander von Humboldt und sein Kosmos. Berlin 2004, S. 126.<br \/>\n<a href=\"#_ednref21\" name=\"_edn21\">21<\/a> Alexander von Humboldt an Herzogin Friederike von Anhalt-Dessau, den 7. Februar 1839; zit. nach: Siegel 2014, S. 79.<br \/>\n<a href=\"#_ednref22\" name=\"_edn22\">22<\/a> Alexander von Humboldt an Carl Gustav Carus, den 25. Februar 1839; zit. nach:\u00a0 Siegel 2014, S. 86.<br \/>\n<a href=\"#_ednref23\" name=\"_edn23\">23<\/a> Alexander von Humboldt an Francois Arago, den 25. April 1839, zit. nach Hanno Beck, Alexander von Humboldt. F\u00f6rderer der fr\u00fchen Photographie, in: Silber und Salz. Zur Fr\u00fchzeit der Photographie im deutschen Sprachraum (1839-1860). Kataloghandbuch zur Jubil\u00e4umsausstellung 150 Jahre Agfa-Foto-Historama, K\u00f6ln, Joseph-Haubruch-Kunsthalle, M\u00fcnchen, Stadtmuseum und Hamburg, Museum f\u00fcr Kunst und Gewerbe, hrsg. Von Bodo von Dewitz und Reinhard Matz, K\u00f6ln 1989, S. 40-59, hier S. 43.<br \/>\n<a href=\"#_ednref24\" name=\"_edn24\">24<\/a> Alexander von Humboldt an Herzogin Friederike von Anhalt-Dessau, den 7. Februar 1839; zit. nach: Siegel 2014, S. 78 und Alexander von Humboldt an Carl Gustav Carus, den 25. Februar 1839; zit. nach: Siegel 2014, S. 85.<br \/>\n<a href=\"#_ednref25\" name=\"_edn25\">25<\/a> Henri Fox Talbot (1800-1877), englischer Fotopionier.<br \/>\n<a href=\"#_ednref26\" name=\"_edn26\">26<\/a> Alexander von Humboldt an Herzogin Friederike von Anhalt-Dessau, den 7. Februar 1839; zit. nach: Siegel 2014, S.\u00a0 S. 79.<br \/>\n<a href=\"#_ednref27\" name=\"_edn27\">27<\/a> Ebd.<br \/>\n<a href=\"#_ednref28\" name=\"_edn28\">28<\/a> Ebd.<br \/>\n<a href=\"#_ednref29\" name=\"_edn29\">29<\/a> Humboldts Brief an Talbot ist vollst\u00e4ndig abgedruckt in: Beck 1989, S. 40-59, hier S. 53.<br \/>\n<a href=\"#_ednref30\" name=\"_edn30\">30<\/a> Alexander von Humboldt an Francois Arago, den 25. April 1839; zit. nach: Beck 1989, S. 43.<br \/>\n<a href=\"#_ednref31\" name=\"_edn31\">31<\/a> Unter dem Titel \u201eAlexander von Humboldt, die Fotografie und sein Erbe\u201c zeigte das Museum Ludwig vom 13. Oktober 2018 bis 10. Februar 2019 anl\u00e4\u00dflich von Humboldts 250.Geburtstag eine gelungene Ausstellung zu diesem Thema mit den wertvollen Aufnahmen der eigenen Fotosammlung, zu der u.a. Talbots Geschenkalbum an Humboldt aus dem Jahr 1844 geh\u00f6rt.<br \/>\n<a href=\"#_ednref32\" name=\"_edn32\">32<\/a> Ahrens 2017, S. 234.<\/p>\n<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\"><img decoding=\"async\" style=\"margin-right: 5px;\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Portr\u00e4t_AnnaAhrens.jpg\" width=\"140\" \/><br \/>\n<sup>\u00a9 Privat<br \/>\n<\/sup><\/td>\n<td><\/td>\n<td bgcolor=\"#3d9b35\">\n<h4 style=\"color: #ffffff; padding: 5px 10px 0px 10px;\">Dr. Anna Ahrens<\/h4>\n<p style=\"color: #ffffff; padding: 0px 10px 5px 10px;\">Promovierte Kunsthistorikerin (\u201eDer Pionier. Wie Louis Sachse in Berlin den Kunstmarkt erfand\u201c, 2013\/17), seit 2014\/18 Mitarbeiterin und Leiterin der Abteilung Kunst des 19. Jahrhunderts im Auktionshaus Grisebach, Berlin. Zuvor wissenschaftliche Mitarbeiterin an Forschungsprojekten und Ausstellungen zur Kunst des 19. Jahrhunderts in Berlin und L\u00fcbeck, sowie Lehrbeauftragte an Universit\u00e4ten in Berlin, K\u00f6ln und Marburg.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<h2><span>Der Pate &#8211; Humboldt und die Erfindung der Fotografie<span><\/h2>\n<p>Im August 1839 l\u00fcftete die Pariser Akademie der Wissenschaften das Geheimnis um das erste fotografische Verfahren und machte es der Menschheit zum Geschenk. Einer der wichtigsten Paten f\u00fcr die Daguerreotypie als \u201eopen source\u201c war Alexander von Humboldt, wie Kunsthistorikerin Anna Ahrens in ihrem Blogartikel zur Ausstellung \u201eWilhelm und Alexander von Humboldt\u201c aufzeigt.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":3644,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[1894,1954,1952,197,781],"class_list":["post-3642","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geschichten-aktuell","tag-alexander-von-humboldt","tag-daguerreotypie","tag-erfindung","tag-fotografie","tag-kamera"],"_links":{"self":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3642","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3642"}],"version-history":[{"count":9,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3642\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3663,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3642\/revisions\/3663"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3644"}],"wp:attachment":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3642"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3642"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3642"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}