
{"id":4310,"date":"2021-02-02T17:46:13","date_gmt":"2021-02-02T16:46:13","guid":{"rendered":"\/blog\/?p=4310"},"modified":"2022-05-30T11:09:59","modified_gmt":"2022-05-30T09:09:59","slug":"identitaetswechsel-durch-crossdressing","status":"publish","type":"post","link":"\/blog\/2021\/02\/02\/identitaetswechsel-durch-crossdressing\/","title":{"rendered":"Identit\u00e4tswechsel durch Crossdressing"},"content":{"rendered":"<h1>Identit\u00e4tswechsel durch Crossdressing<\/h1>\n<h2>Ein historisches Ph\u00e4nomen<\/h2>\n<p><span style=\"color: #008000;\">Thomas Jander | 2. Februar 2021<\/span><\/p>\n<p><strong>\u201eBrauchen wir <em>wirklich<\/em> ein wahres Geschlecht? Mit einer Beharrlichkeit, die an Starrsinn grenzt, haben die Gesellschaften des Abendlandes dies bejaht.\u201c <a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/strong> <strong>In der Zeit des \u00dcbergangs vom Sp\u00e4tmittelalter zur Moderne t\u00f6tete dieser \u201eStarrsinn\u201c Frauen, die die Entscheidung trafen, durch das Anlegen m\u00e4nnlicher Kleidung, auch das Leben als Mann zu verbringen. Sammlungsleiter Thomas Jander wirft in diesem Text einige Schlaglichter auf historisch fassbare F\u00e4lle. <\/strong><\/p>\n<p>Der Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld sammelte und ver\u00f6ffentlichte seit etwa 1900 Zeitungsmeldungen \u00fcber Personen, die \u00f6ffentlich in der Kleidung des jeweils anderen Geschlechts auftraten und auffielen. Aus diesen Schnipseln kompilierte er eine Monografie, die 1910 unter dem Titel <em>Die Transvestiten<\/em> erschien. Darin \u201ebearbeitete\u201c er nicht nur erstmals systematisch dieses sozio-sexologische Ph\u00e4nomen, sondern pr\u00e4gte den danach lange gebr\u00e4uchlichen Terminus \u201eTransvestitismus\u201c. Trotz zahlreicher Fallstudien beschrieb er jedoch nur eine einzige Frau, die aber als erste ein medizinisches Gutachten aus seiner Hand erhielt, welches ihr sp\u00e4ter das Tragen von M\u00e4nnerkleidern in der \u00d6ffentlichkeit, oft Grund f\u00fcr Verhaftungen und Anklagen, erm\u00f6glichte. Hirschfeld und seine Kollegen*innen im Institut f\u00fcr Sexualwissenschaften schrieben in der Zeit der ersten deutschen Republik viele \u00e4hnliche Gutachten, worauf \u00f6rtliche Polizeistellen sogenannte Transvestitenscheine ausstellten. Sie erlaubten das unbehelligte Tragen der individuell richtigen Kleidungsst\u00fccke und schufen im fr\u00fchen 20. Jahrhundert einen zumindest vorl\u00e4ufigen Ausweg aus einer Kriminalisierung des Crossdressing, die bereits im sp\u00e4ten Mittelalter zu finden war.<\/p>\n<p><strong>Ungleichheit. Ordnung und Gesellschaft im sp\u00e4ten Mittelalter<\/strong><\/p>\n<p>Die Gesellschaft des europ\u00e4ischen Mittelalters war st\u00e4ndisch hierarchisiert: Geistlichkeit, Adel sowie B\u00fcrger- und Bauerntum bildeten jeweils einen Stand, der ihren Rang und Bedeutung in der christlichen Welt repr\u00e4sentierte. Diese wurden als von Gott in eine immerw\u00e4hrende Ordnung gesetzt verstanden. Frauen wie M\u00e4nner waren in sie hineingeboren und ihr Stand somit auch Hauptmerkmal ihrer Identit\u00e4t. Doch auch wenn ab dem Sp\u00e4tmittelalter Standesbarrieren durchl\u00e4ssiger wurden und Gruppen, wie Berufe oder Funktionen, \u201eSt\u00e4nde\u201c bildeten, blieben Frauen grunds\u00e4tzlich M\u00e4nnern untergeordnet: Hatten M\u00e4nner viele M\u00f6glichkeiten zur Lebensgestaltung, blieb Frauen in der Regel die aktive Teilhabe am \u00f6ffentlichen Leben verwehrt und alternative Lebenswelten fanden sie, \u00fcberspitzt gesagt, nur in der schmalen Gasse zwischen ehelichem Haus und Kloster.<\/p>\n<p>Zur Aufrechterhaltung der Ordnung einer allgemein akzeptierten Ungleichheit gab es in der Vormoderne kaum kodifizierte Gesetzestexte &#8211; bis auf die Heilige Schrift: Der <em>Dekalog, <\/em>die zehn Gebote, war(en) gewisserma\u00dfen ein ewiges Grundgesetz und das <em>Deuteronomium<\/em>, das f\u00fcnfte Buch Mose, beinhaltete konkrete Einzelgesetze und behandelt in Vers 22 das Verh\u00e4ltnis von Kleidung und Geschlecht. Dieser wird in der ersten deutschsprachigen Bibel, der 1466 in Stra\u00dfburg gedruckten Mentelin-Bibel, so \u00fcbersetzt: \u201e<em>Das weip werd nit gevast mit menliehem gewande: noch der man nuetz weiplich gewand. Wann der ditz thut der ist verbennlich bey dem herren<\/em>\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Dieser geistlichen oder besser kirchlichen Regel folgend, musste die als gottgewollt tradierte weltliche Gesellschaftsordnung \u00e4u\u00dferlich sichtbar werden. In Bezug auf die Kleidung erlie\u00dfen deutsche St\u00e4dte daher seit dem 13. Jahrhundert Regularien zur Unterscheidung der Menschen nach Stand, Amt, Funktion, Alter \u2013 und Geschlecht. In ihnen dr\u00fcckte sich die soziale und Geschlechterhierarchie durch Zuweisung bestimmter Kleidungsst\u00fccke, -formen, -farben und Zubeh\u00f6r bis ins kleinste Detail aus: Standes- und geschlechtsspezifische Kleidung war ein Hauptmerkmal sozialer Identit\u00e4t und damit eine Art vormoderner Ausweis. Auch das Verbot, die Kleidung des anderen Geschlechts zu tragen, wurde in diesen Ordnungen, wenn auch selten explizit, formuliert. So soll, wie es die Speyrer Kleiderordnung von 1356 vorschrieb, \u201e<em>deheine [keine] vrouwe oder jungrouwe deheinen mannes mantel dragen<\/em>\u201c.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Einige der ebenfalls st\u00e4dtisch verfassten \u201ePolicey-Ordnungen\u201c der Fr\u00fchen Neuzeit verboten sogar zur Fastnachtszeit \u201e<em>das Vermummen\/ <\/em>[\u2026]<em> do sich Frauen in Manns- und Mann in Frauen Kleidern <\/em>[verkleiden, da hierdurch zu]<em> straefflichen Untugenden der <\/em>[\u2026]<em> Unzucht\/ <\/em>[\u2026]<em> und andern Verbrechen Anla\u00df gegeben wird <\/em>[\u2026]\u201c.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p>Gerade in Bezug auf \u201eUnzucht\u201c erg\u00e4nzten sich die strafrechtlichen Auffassungen von kirchlicher und weltlicher Obrigkeit und die kirchliche Verdammung homosexueller Handlungen fand sich auch in den ersten (proto)staatlichen Rechtstexten wieder. So schreibt die <em>Constitutio Carolina<\/em>, das seit 1532 f\u00fcr das gesamte Heilige R\u00f6mische Reich geltende Strafrecht, vor: \u201e<em>Item [\u2026] weib mit weib, unke\u00fcsch treiben\/ die haben auch das leben verw\u00fcrckt\/ und man soll sie der gemeynen gewonheyt nach\/ mit dem fewer vom leben zum todt richten.<\/em>\u201c<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p>Diese Auffassung entsprach dem Interesse beider Herrschaftstr\u00e4ger, die christliche Ehe als Kern der sozialen Ordnung zu erhalten und abweichende, unfruchtbare Sexualit\u00e4ten zu unterbinden.<\/p>\n<div id=\"attachment_4314\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4314\" class=\"wp-image-4314 size-large\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/GR002670-650x1024.jpg\" alt=\"Kleidung als Standesausweis: Blatt \u201eEin Jungfraw von Geschlecht zu Nuernberg\u201c aus Joost Ammans Trachtenbuch \u201eIm Frauwenzimmer Wirt vermeldt von allerley sch\u00f6nen Kleidungen vnnd Trachten der Weiber [etc.]\u201c (Frankfurt am Main, 1586). \u00a9 DHM\" width=\"650\" height=\"1024\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/GR002670-650x1024.jpg 650w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/GR002670-190x300.jpg 190w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/GR002670-768x1210.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/GR002670.jpg 1935w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-4314\" class=\"wp-caption-text\">Kleidung als Standesausweis: Blatt \u201eEin Jungfraw vom Geschlecht zu Nuernberg\u201c aus Joost Ammans Trachtenbuch \u201eIm Frauwenzimmer Wirt vermeldt von allerley sch\u00f6nen Kleidungen vnnd Trachten der Weiber [etc.]\u201c (Frankfurt am Main, 1586). \u00a9 DHM<\/p><\/div>\n<h3>Todesstrafen. Weibliche Homosexualit\u00e4t und Strafrecht im 15.\/16. Jahrhundert<\/h3>\n<p>Einige der \u00fcberlieferten historischen Beispiele f\u00fcr weibliche \u00dcbertritte der Geschlechtergrenzen durch das Tragen m\u00e4nnlicher Kleidungsst\u00fccke, zeigen uns Muster dieser verbotenen Praxis sowie obrigkeitliche Reaktionen darauf. Bei den Akteur*innen handelt es sich, im Foucault\u2019schen Sinne, um \u201einfame\u201c Menschen, denn von ihren Schicksalen wissen wir nur deshalb, weil ihre Lebensweise von einer Ordnungsmacht bestraft wurde. Deren Wahrnehmung des Ph\u00e4nomens entsprang einer mittelalterlichen Vorstellungswelt, in der eine Vermischung von Unvereinbarem etwas Monstr\u00f6ses gebiert, was die g\u00f6ttlichen, nat\u00fcrlichen wie gesellschaftlichen Gesetze verletzte. Hierunter fallen nicht nur die bekannten Wunderv\u00f6lker, sondern auch die Vermischung der Geschlechter: Wer zugleich Mann und Frau ist, stellt eine soziale Monstrosit\u00e4t dar und gef\u00e4hrdet die Ordnung.<\/p>\n<p>Ein fr\u00fcher historischer Beleg f\u00fcr eine solche Geschlechtervermischung ist der Fall der N\u00fcrnbergerin Katherina Hetzeldorfer. 1475 kam sie nach Speyer und lebte dort zwei Jahre lang als Mann gekleidet mit ihrer Gef\u00e4hrtin, mal als Geschwister-, mal als Ehepaar. Hetzeldorfer wurde verd\u00e4chtigt, angezeigt und schlie\u00dflich 1477 vor das Speyerer Stadtgericht gebracht. Dort erhob man Anklage und verurteilte sie nach Vernehmung verschiedener Zeugen und Zeuginnen zum Tode. Der Prozess legte offen, dass sie nicht nur mit ihrer Gef\u00e4hrtin, sondern auch mit anderen Frauen als Mann Sexualverkehr hatte. Das Hauptbeweisst\u00fcck des Verfahrens war eine Art selbstgefertigter Dildo, der vom Gerichtsschreiber detailliert beschrieben wurde als <em>\u201eeyn instrument <\/em>[\u2026] <em>mit eym roden loschen ledder vnd fornnen mit baumwoll gefult vnd daruf eynn holts gestossen\u201c. S<\/em>ie wurde damit endg\u00fcltig der Sodomie als schuldig betrachtet und:<em> \u201e<\/em><em>ist erdrenckt worden<\/em> [\u2026]<em> uf frytag vor deposicionis Sancti Widonis <\/em>[2. Mai 1477].\u201c<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr das Jahr 1537 berichtete der Basler Chronist Frydolin Ryff von \u201ceinner frouwen, so in manszkleidung gerichtet wart\u201c nachdem sie etliche Jahre lang als Mann im Raum Freiburg lebte und auf dem Land als Knecht \u201e<em>gedient und gewercht mit dr\u00f6schen und andren burenarbeit<\/em>\u201c hatte. Auch sie lebte mit einer Frau in Ehe, bis \u201e<em>sy sy \u00fcbel schlug <\/em>[und]<em> anfieng zu spillen, prasen und in allem luder ligen wie ein ander liederlicher gsel.<\/em>\u201c Nachdem man sie wegen Diebstahl verhaftet und in ein Gef\u00e4ngnis gesperrt hatte, wurde \u201e<em>sy martert oder strackt<\/em>\u201c und die Gerichtsdiener bemerkten, \u201e<em>dasz esz ein wib wasz<\/em>\u201c. Auch sie wurde mit dem Tode bestraft und \u201e<em>uff gemelten tag <\/em>[dem 24. September 1537]<em> gericht und ertrenckt.<\/em>\u201c<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel ist durch den Breslauer Stadtschreiber Nikolaus Pol \u00fcberliefert, der in seiner 1612 erschienen Chronik f\u00fcr den 23. August 1544 vermerkt, dass \u201e<em>ein Weibsbild zum<\/em> <em>Fewer<\/em> <em>verurtheilet\/ unnd in Manneskleidern verbrennet <\/em>[wurde]<em>. Denn sie in Manneskleidern einher gegangen\/ sich f\u00fcr einen Mann ausgegeben\/ und Hans Lose genennet\/ zwey Weiber zur Ehe genommen\/ die eine durch unnat\u00fcrliche beywohnung umb ihr Gesundheit und Leben gebracht\/ die ander hat jhre B\u00fcberey verrahten.<\/em>\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/p>\n<p>Ein vierter Fall ist in Frankreich gerichtskundig geworden. 1599 wurden in Rouen zwei Frauen wegen &#8222;Sodomie&#8220; angeklagt und die als Mann lebende zum Tode verurteilt. Nach Berufungen gegen das Urteil wurde die Todeskandidatin jedoch mehrfach \u00e4rztlich untersucht. Ein Gutachter kam schlie\u00dflich zu dem Ergebnis, dass die inneren Sexualorgane m\u00e4nnlich waren und die Verurteilte folglich als Hermaphrodit eingestuft werden m\u00fcsse. Das Gericht kam zu keinem einheitlichen Urteil und sprach die Frau schlie\u00dflich frei.<\/p>\n<div id=\"attachment_4317\" style=\"width: 1010px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4317\" class=\"wp-image-4317 size-full\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Tanzendes-Paar_blog.jpg\" alt=\"Kleidertausch trotz Verbot: Paar mit Katze, der Mann tr\u00e4gt eine Frauenhaube mit Schleier sowie eine Frauenjacke, die Frau tr\u00e4gt eine M\u00e4nnerm\u00fctze und M\u00e4nnerjacke, die Katze \u00fcbergibt sich, Zeichnung, Adriaen Pietersz von de Venne, London, um 1620 \u00a9 bpk \/ The Trustees of the British Museum\" width=\"1000\" height=\"610\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Tanzendes-Paar_blog.jpg 1000w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Tanzendes-Paar_blog-300x183.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Tanzendes-Paar_blog-768x468.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><p id=\"caption-attachment-4317\" class=\"wp-caption-text\">Kleidertausch trotz Verbot: Paar mit Katze, der Mann tr\u00e4gt eine Frauenhaube mit Schleier sowie eine Frauenjacke, die Frau tr\u00e4gt eine M\u00e4nnerm\u00fctze und M\u00e4nnerjacke, die Katze \u00fcbergibt sich, Zeichnung, Adriaen Pietersz von de Venne, London, um 1620 \u00a9 bpk \/ The Trustees of the British Museum<\/p><\/div>\n<p>Wegen der Untersuchungsmethode und ihrer Folgen ist dieser Freispruch eine Z\u00e4sur: Nicht wie \u00fcblich die \u00c4u\u00dferlichkeit der K\u00f6rper, sondern die Examinierung der inneren Organe enth\u00fcllte hier die \u201eWahrheit\u201c \u00fcber Geschlecht und Identit\u00e4t. Der Fall steht somit f\u00fcr einen sich abzeichnenden Wandel der Wahrnehmung von Wirklichkeiten. Mit naturwissenschaftlicher Methodik entstand im 17. und 18. Jahrhundert langsam ein neues Wissen um K\u00f6rper und Sexualit\u00e4t, was \u2013 noch langsamer \u2013 zu einer schrittweisen medizinisch-biologischen Pathologisierung des Sexualstrafrechts f\u00fchrte.<\/p>\n<h3>Refugien. Frauen als (m\u00e4nnliche) Soldaten im 18.\/ 19. Jahrhundert<\/h3>\n<p>Im 18. Jahrhundert erregte ein Fall weiblichen Crossdressings in Preu\u00dfen \u00f6ffentliches Aufsehen: Am 8. November 1721 wurde in Halberstadt die als Mann lebende Catharina Margaretha Linck zuerst gek\u00f6pft und ihr K\u00f6rper anschlie\u00dfend verbrannt. Linck war 1687 bei Glauchau geboren und im dortigen Franckeschen Waisenhaus aufgezogen worden. Seit ihrem 15. Lebensjahr lebte sie oft als Mann und war unter dem Namen Anastasius Beurlein Soldat im Spanischen Erbfolgekrieg. Im Juli 1708, vor der Schlacht von Oudenarde, desertierte sie vom kur-braunschweigisch-l\u00fcneburgischen Infanterieregiment Nr. 6, wurde gefasst und nach Kriegsrecht zum Tode verurteilt. Doch kurz vor dem Gang aufs Schafott enth\u00fcllte Linck ihre weibliche Identit\u00e4t. Die Hinrichtung wurde ausgesetzt und nach pers\u00f6nlicher F\u00fcrsprache ihres Erziehers August Hermann Francke ganz aufgehoben. Wieder in Freiheit heiratete sie als Anasatasius Lagrantinus Rosenstengel in Halberstadt eine Frau, doch Armut zwang das Paar mehrfach zu Orts- und sogar Konfessionswechseln. Am Ende kam es auch hier zu Aufdeckung und Anklage. In einem wechselvollen Gerichtsverfahren erhielt Linck\/Rosenstengel eine lebenslange Haftstrafe, doch K\u00f6nig Friedrich Wilhelm I. verwandelte diese in ein Todesurteil.<\/p>\n<div id=\"attachment_4316\" style=\"width: 781px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4316\" class=\"wp-image-4316 size-large\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/04_C.-Lincke-771x1024.jpg\" alt=\"Abbildung zum Crossdressing von Catharina Margaretha Linck aus der anonym verfassten Schm\u00e4hschrift \u201eUmsta\u0308ndliche und wahrhaffte Beschreibung einer Land- und Leute-Betru\u0308gerin\u201c, die 1720 w\u00e4hrend des Prozesses in Halberstadt erschien. \u00a9 W\u00fcrttembergische Landesbibliothek\" width=\"771\" height=\"1024\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/04_C.-Lincke-771x1024.jpg 771w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/04_C.-Lincke-226x300.jpg 226w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/04_C.-Lincke-768x1020.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/04_C.-Lincke.jpg 1062w\" sizes=\"auto, (max-width: 771px) 100vw, 771px\" \/><p id=\"caption-attachment-4316\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung zum Crossdressing von Catharina Margaretha Linck aus der anonym verfassten Schm\u00e4hschrift \u201eUmsta\u0308ndliche und wahrhaffte Beschreibung einer Land- und Leute-Betru\u0308gerin\u201c, die 1720 w\u00e4hrend des Prozesses in Halberstadt erschien. \u00a9 W\u00fcrttembergische Landesbibliothek<\/p><\/div>\n<p>Hier zeigte sich, dass die im 18. Jahrhundert herrschende Rechtsauffassung weibliche \u201eSodomie\u201c nicht mehr unhinterfragt als todesw\u00fcrdig ansah. Au\u00dferdem wurde sichtbar, dass das Milit\u00e4r ein scheinbar sicherer, tempor\u00e4rer Flucht- und Lebensraum f\u00fcr \u201everkleidete\u201c Frauen geworden war. Denn dieses Ph\u00e4nomen war in Europa zwar weiterhin au\u00dfergew\u00f6hnlich aber auch keine Anomalie. Allein f\u00fcr die Niederlande wurden 120 Frauen, die zwischen 1550 und 1839 ganz oder zeitweise als Mann lebten, identifiziert. Deren \u00fcberwiegend aus Gerichtsakten gesch\u00fcrften Biografien zeigen, dass viele Frauen aus Armut eine hohe Mobilit\u00e4t aufwiesen. Ihr Weg f\u00fchrte sie \u00fcberproportional oft in M\u00e4nnerkleidung zu den Heeren und Flotten, die mit ihrer offenen Anwerbekultur zum Schlupfloch f\u00fcr diejenigen wurde, die ihrer Prim\u00e4ridentit\u00e4t entfliehen wollten. Stellvertretend daf\u00fcr sei die Engl\u00e4nderin Hannah Snell erw\u00e4hnt, die 1745 zum Soldaten wurde, f\u00fcnf abenteuerliche Jahre sp\u00e4ter ihr \u201ewahres\u201c Geschlecht offenbarte und dann erfolgreich eine Pension f\u00fcr die geleisteten Dienste einforderte. Sie publizierte ihre Geschichte und wurde f\u00fcr kurze Zeit eine Art \u201eMedienstar\u201c.<\/p>\n<p>Aber auch Preu\u00dfen hatte sp\u00e4ter seine Soldatinnen-Legende: Die Potsdamerin Eleonore Prochaska diente in den sogenannten Befreiungskriegen unter dem Namen August Renz ein halbes Jahr beim L\u00fctzowschen Freikorps, bis sie in der Schlacht an der G\u00f6hrde verwundet und enttarnt wurde. Sie starb am 5. Oktober 1813. Zur \u201eHeldenjungfrau\u201c verkl\u00e4rt, schlachtete man ihre Geschichte in Zeitungen, Gedichten und Liedern aus: Prochaska wurde eine deutsche \u201eJeanne d&#8217;Arc\u201c und war doch nur die bekannteste, nicht aber die einzige Frau, die als Mann in Uniform zwischen 1813 und 1815 gegen die Franzosen k\u00e4mpfte. Als vaterl\u00e4ndische Heldentaten wurden Rollenwechsel einzelner Frauen akzeptiert, ja sogar situativ honoriert. Eine \u00f6ffentliche Diffamierung der Frauen h\u00e4tte dem als Volkskrieg verbr\u00e4mten Kampf wohl zu sehr widersprochen, kamen sie doch fast ausnahmslos aus einfachen Verh\u00e4ltnissen. Zugleich aber blieb der Grenz\u00fcbertritt im zeitgen\u00f6ssischen Diskurs der absolute Ausnahmezustand. Nach Kriegsende zun\u00e4chst beschwiegen, verbreiteten sich die Geschichten erst in der zweiten Jahrhunderth\u00e4lfte in exotisch-anekdotischer Manier durch die zeitgen\u00f6ssische Historien- und Dramenliteratur.<\/p>\n<div id=\"attachment_4318\" style=\"width: 1010px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4318\" class=\"wp-image-4318 size-full\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/05_Prohaska-3.jpg\" alt=\"Die Verwundung von Eleonore Prohaska alias August Renz w\u00e4hrend der Schlacht an der G\u00f6hrde im Gem\u00e4lde \u201eEleonore Prohaska\u201c (Paul Sauer, 1956), beauftragt vom Museum f\u00fcr Deutsche Geschichte der DDR. \u00a9 DHM\" width=\"1000\" height=\"750\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/05_Prohaska-3.jpg 1000w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/05_Prohaska-3-300x225.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/05_Prohaska-3-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><p id=\"caption-attachment-4318\" class=\"wp-caption-text\">Die Verwundung von Eleonore Prohaska alias August Renz w\u00e4hrend der Schlacht an der G\u00f6hrde im Gem\u00e4lde \u201eEleonore Prohaska\u201c (Paul Sauer, 1956), beauftragt vom Museum f\u00fcr Deutsche Geschichte der DDR. \u00a9 DHM<\/p><\/div>\n<h3>\u00a0Lebensalternativen. Zum historischen Verst\u00e4ndnis des weiblichen Crossdressing<\/h3>\n<p>Weibliches Crossdressing war ein europ\u00e4isches Ph\u00e4nomen, das im 15.\/16. Jahrhundert vermehrt in den Quellen, vor allem in Justiz\u00fcberlieferungen der letzten 500 Jahre, auftaucht und im 19. Jahrhundert wieder verschwindet. Es sind dabei immer \u00e4hnliche und fast durchweg d\u00fcstere Geschichten von Frauen, die zeitweise oder dauerhaft als M\u00e4nner oft mit anderen Frauen in einer ehe\u00e4hnlichen Beziehung oder richtigen Ehe lebten bis sie entdeckt, angeklagt, verurteilt und hingerichtet wurden. Doch ein Wandel wurde sichtbar: Verh\u00e4ngten und vollstreckten die Gerichte im 15. und 16. Jahrhundert sehr oft die Todesstrafe, weil sie diese Lebensweise als Gefahr f\u00fcr die g\u00f6ttliche Ordnung, gesellschaftliche Hierarchie und vor allem f\u00fcr die Ehe und deren Reproduktionsfunktion werteten. Seit dem 17. Jahrhundert entstand durch S\u00e4kularisierung und Aufkl\u00e4rung ein neues, wissenschaftlich gepr\u00e4gtes Verst\u00e4ndnis von K\u00f6rper und Geschlecht, das Schritt f\u00fcr Schritt eine gewisse Entsch\u00e4rfung der Strafpraxis bedeutete. Zudem zeigen die historischen Beispiele, dass die stehenden Heere der Fr\u00fchen Neuzeit bis zum Anfang des 19. Jahrhundert ganz offenbar als tempor\u00e4re Lebensr\u00e4ume genutzt wurden. Forscher*innen verweisen immer wieder auf die Tatsache, dass wir nur von den gescheiterten Versuchen wissen und vermuten eine viel h\u00f6here Dunkelziffer tats\u00e4chlicher Wechselbiografien.<\/p>\n<p>Ob diese Frauen im heutigen Sinn hetero-, homo-, inter- oder transsexuell bzw. -gender\/-ident waren, ist am Ende nicht wirklich erkenntnisf\u00f6rdernd: Diese gegenw\u00e4rtig gebrauchten Begriffe bzw. Selbstkonzepte k\u00f6nnen nicht einfach so auf historische Gruppen und Lebenswelten \u00fcbertragen werden; die oft einseitige und insgesamt d\u00fcnne Quellendecke l\u00e4sst das nicht zu. Festzuhalten bleibt aber, dass durch die europaweit und \u00fcber Jahrhunderte hinweg ge\u00fcbte Praxis des Kleider- und Identit\u00e4tstauschens, Frauen sich seit dem Sp\u00e4tmittelalter variable Lebens- und Spielr\u00e4ume schufen. Es offenbaren sich so bemerkenswert kreative und wagemutige Reaktionen auf festgeschriebene Geschlechtergrenzen bzw. -rollen, welche wiederum aus dieser Perspektive besser zu umgehen und weniger alternativlos erscheinen.<\/p>\n<h3>Quellen<\/h3>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Michel Foucault, Das wahre Geschlecht, in: Ders., \u00dcber Hermaphrodismus. Der Fall Barbin, Frankfurt\/Main, S. 7 \u2013 18, hier S. 7.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> 5. Mose, 22, 5: <a href=\"https:\/\/daten.digitale-sammlungen.de\/0003\/bsb00036981\/images\/index.html?id=00036981&amp;groesser=&amp;fip=eayayztssdasyztssdassdaseayayztsen&amp;no=83&amp;seite=122\">https:\/\/daten.digitale-sammlungen.de\/0003\/bsb00036981\/images\/index.html?id=00036981&amp;groesser=&amp;fip=eayayztssdasyztssdassdaseayayztsen&amp;no=83&amp;seite=122<\/a>; Aufruf am 30. Mai 2022.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Zit. nach: Franz J. Mohne, Sittenpolizei zu Speier, Stra\u00dfburg und Konstanz im 14. und 15. Jahrhundert, in: Zeitschrift f\u00fcr die Geschichte des Oberrheins (7\/1865), S. 55-66, hier S. 59.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Erneuert und vermehrte Policey-Ordnung \/ des durchleuchtigsten F\u00fcrsten und Herrn\/ Hern Christian Ernsten\/ Marggrafens zu Brandenburg [etc.], Bayreuth 1672, Art. XXIV, S. 62. (<a href=\"https:\/\/reader.digitale-sammlungen.de\/de\/fs1\/object\/display\/bsb10490409_00001.html\">https:\/\/reader.digitale-sammlungen.de\/de\/fs1\/object\/display\/bsb10490409_00001.html<\/a>; Aufruf am 30. Mai 2022)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Zitiert nach: De\u00df aller Durchleuchtigsten Gro\u00dfmechtigsten, un\u00fcberwindelichsten Keyser Karls de\u00df f\u00fcnfften und de\u00df Heyligen R\u00f6mischen Reichs peinlich Gerichts Ordnung [etc.], Mainz: Ivo Sch\u00f6ffer, 1543, Artikel 116, Bl. 18<sup>v<\/sup>. (<a href=\"https:\/\/reader.digitale-sammlungen.de\/de\/fs1\/object\/display\/bsb10145168_00001.html\">https:\/\/reader.digitale-sammlungen.de\/de\/fs1\/object\/display\/bsb10145168_00001.html<\/a>; Aufruf am 30. Mai 2022)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Zit. nach: Helmut Puff: Weibliche Sodomie. Der Proze\u00df gegen Katherina Hetzeldorfer und die Rhetorik des Unaussprechlichen an der Wende vom Mittelalter zur fr\u00fchen Neuzeit, in: Historische Anthropologie (Bd. 7 \/ Heft 3, 1993), S. 364 \u2013 380.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Zit. nach Basler Chroniken, Bd. 1, Leipzig 1872, S. 150 (<a href=\"https:\/\/reader.digitale-sammlungen.de\/de\/fs1\/object\/display\/bsb11247533_00180.html\">https:\/\/reader.digitale-sammlungen.de\/de\/fs1\/object\/display\/bsb11247533_00180.html<\/a>; Aufruf am 30. Mai 2022), Siehe dazu auch: Heide Wunder, Geschlechtsidentit\u00e4ten. Frauen und M\u00e4nner im sp\u00e4ten Mittelalter und am Beginn der Neuzeit, in: K. Hausen, H. Wunder (Hg.), Frauengeschichte, Geschlechtergeschichte, Frankfurt 1992, S. 131 \u2013 136, hier 133 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Nicolaus Pol, Hemerlogion Silesiacum Vratislaviense, Breslau 1612, S. 318. (<a href=\"https:\/\/www.digitale-sammlungen.de\/de\/view\/bsb10012477?page=352\">https:\/\/www.digitale-sammlungen.de\/de\/view\/bsb10012477?page=352<\/a>; Aufruf 30. Mai 2022)<\/p>\n<h3><strong>Ausgew\u00e4hlte und weiterf\u00fchrende Literatur zum Thema<\/strong><\/h3>\n<p>Rudolf Dekker, Lotte van de Pol, Frauen in M\u00e4nnerkleidern. Weibliche Transvestiten und ihre Geschichten, Berlin 1990.<\/p>\n<p>Moritz Florin, Victoria Gutsche, Natalie Krentz (Hrsg.), Diversit\u00e4t historisch. Repr\u00e4sentationen und Praktiken gesellschaftlicher Differenzierung im Wandel, Bielefeld 2018.<\/p>\n<p>Michel Foucault, Die Anormalen. Vorlesungen am College de France (1974 \u2013 1975), Frankfurt \/ Main 2003.<\/p>\n<p>Ute Gerhard (Hrsg.), Frauen in der Geschichte des Rechts: Von der Fr\u00fchen Neuzeit bis zur Gegenwart, M\u00fcnchen 1997.<\/p>\n<p>Magnus Hirschfeld, Die Transvestiten. Eine Untersuchung \u00fcber den erotischen Verkleidungstrieb, Berlin 1910.<\/p>\n<p>Klaus Latzel, Franka Maubach, Silke Satjukow (Hrsg.), Soldatinnen. Gewalt und Geschlecht im Krieg vom Mittelalter bis heute, Paderborn 2011.<\/p>\n<p>Maximilian Schwochow, Die Ordnung der Hermaphroditengeschlechter. Eine Genealogie des Geschlechtsbegriffs, Berlin 2009.<\/p>\n<p>Angela Steidele, In M\u00e4nnerkleidern. Das verwegene Leben der Catherina Linck alias Anastasius Langrantinus Rosenstengel, hingerichtet 1721, K\u00f6ln u.a. 2004.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<h2><span>Identit\u00e4tswechsel durch Crossdressing. Ein historisches Ph\u00e4nomen<span><\/h2>\n<p>\u201eBrauchen wir wirklich ein wahres Geschlecht? Mit einer Beharrlichkeit, die an Starrsinn grenzt, haben die Gesellschaften des Abendlandes dies bejaht.\u201c [1] In der Zeit des \u00dcbergangs vom Sp\u00e4tmittelalter zur Moderne t\u00f6tete dieser \u201eStarrsinn\u201c Frauen, die die Entscheidung trafen, durch das Anlegen m\u00e4nnlicher Kleidung, auch das Leben als Mann zu verbringen. Sammlungsleiter Thomas Jander wirft in diesem Text einige Schlaglichter auf historisch fassbare F\u00e4lle. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":4320,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2155,2159,2157],"class_list":["post-4310","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geschichten-aktuell","tag-crossdressing","tag-geschlechtergeschichte","tag-kleidung"],"_links":{"self":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4310","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4310"}],"version-history":[{"count":10,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4310\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6083,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4310\/revisions\/6083"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4320"}],"wp:attachment":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4310"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4310"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4310"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}