
{"id":4845,"date":"2021-08-11T11:05:02","date_gmt":"2021-08-11T09:05:02","guid":{"rendered":"\/blog\/?p=4845"},"modified":"2021-09-14T14:59:53","modified_gmt":"2021-09-14T12:59:53","slug":"viele-objekte-zahlreiche-aufgaben-eine-datenbank","status":"publish","type":"post","link":"\/blog\/2021\/08\/11\/viele-objekte-zahlreiche-aufgaben-eine-datenbank\/","title":{"rendered":"Viele Objekte, zahlreiche Aufgaben, eine Datenbank"},"content":{"rendered":"<h1>Viele Objekte, zahlreiche Aufgaben, eine Datenbank<\/h1>\n<p><span style=\"color: #008000;\">Brigitte Reineke | 11. August 2021<\/span><\/p>\n<p><strong>Die interne Objektdatenbank des Deutschen Historischen Museums ist ein zentrales Instrument, um den Abbau der Dauerausstellung zu dokumentieren. Dr. Brigitte Reineke, Leiterin Zentrale Dokumentation erkl\u00e4rt, welche unterschiedlichen Angaben zu den Objekten und welche vielf\u00e4ltigen Aufgaben in einer Datenbank zusammenflie\u00dfen.<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber 5.500 Sammlungsobjekte waren in der Dauerausstellung \u201eDeutsche Geschichte vom Mittelalter bis zum Mauerfall\u201c im Zeughaus zu sehen. Dazu geh\u00f6ren der mittelalterliche Harnisch eines Pferdes mit seinem ebenfalls geharnischten Reiter, der \u201eDeutsche Katechismus\u201c von Martin Luther, das Gem\u00e4lde Napoleons I. aus der Werkstatt von Fran\u00e7ois G\u00e9rard, das Automobil Maurer Union vom Ende des 19. Jahrhunderts ebenso wie die Dechiffriermaschine \u201eEnigma\u201c der Deutschen Wehrmacht, die Uniformjacke der Infanterie der Bundeswehr und die Brosch\u00fcre zur Verteidigungsbereitschaft der DDR, beide aus den 1950er Jahren. Alle Objekte unterliegen unterschiedlichen konservatorischen Bedingungen f\u00fcr ihre Pr\u00e4sentation in Vitrinen, an W\u00e4nden oder frei im Raum stehend. Jeder Gegenstand verweist auf einen anderen historischen Moment in dem weit gespannten Panorama der Dauerausstellung \u2013 eines aber ist ihnen allen gemein: Sie sind in der internen Objektdatenbank des Deutschen Historischen Museums verzeichnet und werden dort alle gleich behandelt. Dabei ist es unerheblich, ob der Gegenstand ein wertvolles Gem\u00e4lde des 15. Jahrhunderts oder ein g\u00fcnstig produziertes Spielzeugauto aus den 1970er Jahren ist. Alle Objekte sind in einem eigenen Datensatz erfasst, der alle erdenklichen Informationen aufnimmt, sodass daraus so etwas wie eine \u201eBiographie des Objekts im Museum\u201c entsteht. Dazu geh\u00f6ren neben den Basisdaten eines Gegenstandes wie seine Beschreibung, Datierung, Herstellung und Abbildungen die Daten zur restauratorischen Betreuung, zu Herkunfts- und urspr\u00fcnglichen Gebrauchszusammenh\u00e4ngen, zu externen Ausleihen und eben auch die Verzeichnung der r\u00e4umlichen und inhaltlichen Zuordnung innerhalb der ehemaligen Dauerausstellung im Zeughaus.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Rossharnisch wie auch f\u00fcr die Brosch\u00fcre zur Verteidigung der DDR sind Kapitel, R\u00e4ume und genaue Standorte wie Vitrinennummer oder Wandbezeichnung in der Datenbank festgehalten, sodass alle Beteiligten von ihren unterschiedlichen Arbeitspl\u00e4tzen diese Informationen abrufen k\u00f6nnen. Der Depotmitarbeiter der Militaria-Sammlung kann so beispielsweise schon planen und eintragen, wo die unterschiedlich gro\u00dfen Einzelteile des Rossharnischs nach dem Abbau der Dauerausstellung im Depot Platz finden werden. Der Metallrestaurator kann gleichzeitig pr\u00fcfen, wie der Harnisch konservatorisch optimal f\u00fcr den Transport verpackt werden sollte. Die Datenbank dient als zentrales Informationsinstrument f\u00fcr interne Planungen &#8211; so auch f\u00fcr den Abbau der Dauerausstellung. Viele Kolleg*innen aus allen Abteilungen des Hauses arbeiten daf\u00fcr Hand und Hand und erhalten die detaillierten Informationen f\u00fcr ihre Spezialaufgaben aus der zentralen Sammlungsdatenbank.<\/p>\n<p>Die Leiterin und die Registrars der Dauerausstellung haben den \u00dcberblick \u00fcber alle Objektbewegungen und planen anhand der Erfordernisse zusammen mit der Leiterin der Restaurierungswerkst\u00e4tten die einzelnen Schritte des Abbaus: Welche Objekte m\u00fcssen zuerst verpackt und transportiert werden, um Platz zu machen f\u00fcr andere Objekte, die nicht rangierf\u00e4hig sind? Sollte zuerst die Gro\u00dfvitrine mit dem geharnischten Pferd ger\u00e4umt werden? Ist f\u00fcr den Transport des Gem\u00e4ldes von Napoleon I. eine Klimakiste notwendig und vorhanden?<\/p>\n<p>Es werden Listen mit Objekten f\u00fcr jeden Abschnitt der Dauerausstellung, sortiert nach exaktem Standort, aus der Sammlungsdatenbank generiert, mit Hilfe derer die Registrars das \u00d6ffnen von Vitrinen und die Abnahme von Objekten von den Ausstellungsw\u00e4nden protokollieren. Alle Mitarbeiter*Innen, die f\u00fcr die Sammlungsdepots zust\u00e4ndig sind, m\u00fcssen wiederum daf\u00fcr Sorge tragen, dass die r\u00fcckgef\u00fchrten Objekte einen festen Depotstandort bekommen. So wissen alle Beteiligten, wo sich zu welchem Zeitpunkt ein Objekt auf seiner Reise vom Zeughaus zu einem Sammlungsdepot befindet.<\/p>\n<p>Die Mitarbeiter*Innen der Zentralen Dokumentation \u00fcberblicken dieses gewaltige Projekt an Objektbewegungen mithilfe der Kontrolle und Korrektur von konsistenten Eintr\u00e4gen in der Datenbank und setzen Anforderungen um, die in der Vorbereitung eines solches Mammutprojekts auftreten: Es werden neue Regeln f\u00fcr Eintr\u00e4ge in der Datenbank festgelegt, es werden Objektlisten nach bestimmten Kriterien erstellt, neue Berichtsvorlagen werden umgesetzt und zur Verf\u00fcgung gestellt. Alles ist zentral in einer Hand bzw. Datenbank \u2013 ein gewaltiges Unterfangen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<h2><span>Viele Objekte, zahlreiche Aufgaben, eine Datenbank<span><\/h2>\n<p>Die interne Objektdatenbank des Deutschen Historischen Museums ist ein zentrales Instrument, um den Abbau der Dauerausstellung zu dokumentieren. 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