
{"id":486,"date":"2016-12-16T15:30:52","date_gmt":"2016-12-16T14:30:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dhm.de\/blogtest\/?p=486"},"modified":"2017-01-10T15:32:22","modified_gmt":"2017-01-10T14:32:22","slug":"mein-geschichtsstueck-michael-kessler","status":"publish","type":"post","link":"\/blog\/2016\/12\/16\/mein-geschichtsstueck-michael-kessler\/","title":{"rendered":"Mein Geschichtsst\u00fcck: Michael Kessler"},"content":{"rendered":"<div class=\"title-block\">\n<h2 class=\"fs28\">&#8222;Ich w\u00fcnsche mir mehr aktuelle St\u00fccke im Theater&#8220;<\/h2>\n<\/div>\n<div class=\"body-text fs12\">\n<p>Mein Geschichtsst\u00fcck ist das B\u00fchnenmodell zur Inszenierung von <a class=\"textlink external\" href=\"http:\/\/www.hdg.de\/lemo\/biografie\/ulrich-plenzdorf.html\" target=\"_blank\">Ulrich Plenzdorfs<\/a> &#8222;Die neuen Leiden des jungen W.&#8220; aus dem Jahr 1972. Die Geschichte spielt in der <a class=\"textlink external\" href=\"http:\/\/www.hdg.de\/lemo\/kapitel\/geteiltes-deutschland\" target=\"_blank\">DDR<\/a>. Hauptfigur ist der junge Edgar Wibeau, der k\u00fcnstlerische Ambitionen hat, aber an gesellschaftlichen Zw\u00e4ngen scheitert. In der DDR, aber auch in der Bundesrepublik z\u00e4hlte das St\u00fcck zu den meistgespielten Inszenierungen seiner Zeit.<\/p>\n<h3>Durch B\u00fchnenmodelle wird die Inszenierung greifbar<\/h3>\n<p>B\u00fchnenmodelle wie dieses haben mich schon immer fasziniert. Als Schauspieler und vor allem als Regisseur ist es ein gro\u00dfartiger Moment, wenn man das Modell zum ersten Mal sieht. Die Inszenierung wird greifbar, ihr Raum sinnlich erfahrbar. An dem Modell l\u00e4sst sich pr\u00e4zise planen, wer auf der B\u00fchne wo stehen wird, welche Bewegungen stattfinden.<\/p>\n<p>An einer Inszenierung der &#8222;Neuen Leiden&#8220; habe ich selbst zwar nie mitgewirkt, aber ich habe die Buchversion in der Schule gelesen, es war Pflichtlekt\u00fcre. Obwohl ich damals noch nicht wusste, dass ich einmal Schauspieler werden w\u00fcrde, hat mich das Thema des gescheiterten K\u00fcnstlers irgendwie ber\u00fchrt. Sp\u00e4ter habe ich es dann unmittelbar selbst erfahren. Denn wenn du dich f\u00fcr eine k\u00fcnstlerische Laufbahn entscheidest, droht immer dieses Schicksal: dass du scheiterst oder dich verkannt f\u00fchlst \u2013 oder einfach nicht die Karriere machst, die du gerne h\u00e4ttest. Zum Gl\u00fcck ist es bei mir etwas anders gelaufen als bei Edgar Wibeau.<\/p>\n<h3>Nicht zum tausendsten Mal &#8222;Romeo und Julia&#8220;<\/h3>\n<p>Mir pers\u00f6nlich liegt der Stoff von Plenzdorf auch n\u00e4her als dessen literarische Vorlage: &#8222;Die Leiden des jungen Werther&#8220; von <a class=\"textlink internal\" href=\"http:\/\/www.dhm.de\/ausstellungen\/dauerausstellung\/epochenbereiche\/1789-1871.html\" target=\"_blank\">Goethe<\/a>. Ich finde es gut, dass solche Stoffe heute noch Wertsch\u00e4tzung erfahren und inszeniert werden. Aber ich frage mich oft: Warum muss man dieses St\u00fcck jetzt so hinbiegen, dass es irgendwie in die Zeit passt? Warum muss man zum tausendsten Mal &#8222;Romeo und Julia&#8220; machen? Mit diesen St\u00fccken wurde doch schon alles probiert, man hat sie ins Heute und ins Morgen versetzt, hat sie in modernen Kleidern aufgef\u00fchrt und auf komplett nackter B\u00fchne.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, dass stattdessen mehr neue St\u00fccke mit aktuellem Bezug geschrieben und aufgef\u00fchrt werden. Ich bin immer sehr neugierig auf neue Autoren, die relevante Themen ihrer Gegenwart auf den Punkt bringen \u2013 so wie es Goethe oder Shakespeare zu ihrer Zeit gemacht haben. Ich glaube, dass die &#8222;Neuen Leiden&#8220; von Plenzdorf damals auch deshalb so erfolgreich waren, weil sie genau das geschafft haben.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<h2><span>&#8222;Ich w\u00fcnsche mir mehr aktuelle St\u00fccke im Theater&#8220;<span><\/h2>\n<p>Mein Geschichtsst\u00fcck: Der Schauspieler und Regisseur Michael Kessler stellt sein Lieblingsobjekt im Deutschen Historischen Museum vor.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":488,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[601,599,595,593,597,603],"class_list":["post-486","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-leute","tag-buehne","tag-michael-kessler","tag-modell","tag-regisseur","tag-schauspieler","tag-theater"],"_links":{"self":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/486","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=486"}],"version-history":[{"count":2,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/486\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":495,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/486\/revisions\/495"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/488"}],"wp:attachment":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=486"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=486"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=486"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}