
{"id":4954,"date":"2021-10-13T13:14:08","date_gmt":"2021-10-13T11:14:08","guid":{"rendered":"\/blog\/?p=4954"},"modified":"2021-11-02T15:13:27","modified_gmt":"2021-11-02T14:13:27","slug":"emy-roeder-und-die-documenta","status":"publish","type":"post","link":"\/blog\/2021\/10\/13\/emy-roeder-und-die-documenta\/","title":{"rendered":"Emy Roeder und die documenta"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Emy Roeder und die documenta<\/strong><\/h1>\n<p><span style=\"color: #008000;\">Julia Voss | 13. Oktober 2021<\/span><\/p>\n<p><strong>Emy Roeder war eine der wenigen K\u00fcnstlerinnen auf der ersten documenta. Julia Voss, Co-Kuratorin von <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/ausstellungen\/documenta-politik-und-kunst\" target=\"_blank\">\u201edocumenta. Politik und Kunst\u201c<\/a>, berichtet, was sie im Zuge der Recherche zu Roeder und Vorbereitung der Ausstellung au\u00dferdem \u00fcber die K\u00fcnstler Arno Breker und Rudolf Levy sowie den documenta-Macher Werner Haftmann erfuhr.<\/strong><\/p>\n<p>Als ich zum ersten Mal las, dass die Bildhauerin Emy Roeder 1955 auf der documenta in Kassel ausgestellt hatte, wurde ich sofort neugierig. Wirklich Roeder? Roeder unterschied sich von den meisten Teilnehmer*innen der documenta. Sie war eine Frau, das gab es selten in Kassel, wo mit wenigen Ausnahmen die Werke von M\u00e4nnern ausgestellt wurden. Au\u00dferdem hatte sie nach dem Ersten Weltkrieg an ausdr\u00fccklich politischen Ausstellungen teilgenommen, etwa denen der Novembergruppe oder einer gegen den Abtreibungsparagrafen.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Politische Kunst war damals in Kassel auch nicht gern gesehen.<\/p>\n<div id=\"attachment_4967\" style=\"width: 368px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4967\" class=\"wp-image-4967\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/EMY-ROEDER-1890\u20131971-Kopffragment-der-Schwangeren-1918-Holzversion-auf-d1-215x300.jpg\" alt=\"Emy Roeder, Kopffragment der &quot;Schwangeren&quot;, 1918. Eine Holzversion war auf der ersten documenta zu sehen. \u00a9 Staatliche Museen zu Berlin, Museum f\u00fcr Vor- und Fr\u00fchgeschichte, Foto: Achim Kleuker\" width=\"358\" height=\"500\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/EMY-ROEDER-1890\u20131971-Kopffragment-der-Schwangeren-1918-Holzversion-auf-d1-215x300.jpg 215w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/EMY-ROEDER-1890\u20131971-Kopffragment-der-Schwangeren-1918-Holzversion-auf-d1-768x1074.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/EMY-ROEDER-1890\u20131971-Kopffragment-der-Schwangeren-1918-Holzversion-auf-d1-732x1024.jpg 732w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/EMY-ROEDER-1890\u20131971-Kopffragment-der-Schwangeren-1918-Holzversion-auf-d1.jpg 793w\" sizes=\"auto, (max-width: 358px) 100vw, 358px\" \/><p id=\"caption-attachment-4967\" class=\"wp-caption-text\">Emy Roeder, Kopffragment der &#8222;Schwangeren&#8220;, 1918. Eine Holzversion war auf der ersten documenta zu sehen. \u00a9 Staatliche Museen zu Berlin, Museum f\u00fcr Vor- und Fr\u00fchgeschichte, Foto: Achim Kleuker<\/p><\/div>\n<p>In den nachfolgenden Recherchen stie\u00df ich auf eine weitere Besonderheit: Emy Roeder lebte 1955 noch! Von den sieben Frauen n\u00e4mlich, deren Werke mit denen von 140 M\u00e4nnern in Kassel ausgestellt wurden, waren drei bereits verstorben: Paula Modersohn-Becker, Sophie Taeuber-Arp und S\u00e9raphine Louis. Zwei der lebenden K\u00fcnstlerinnen wohnten im Ausland, Barbara Hepworth und Maria Helena Vieira da Silva. Gabriele M\u00fcnter und Emy Roeder jedoch lebten in Deutschland. Von beiden unterhielt Roeder die engsten Beziehungen zum Leitungsteam der documenta. Roeder hatte den Kunsthistoriker Werner Haftmann bereits in den 1930er Jahren kennengelernt, lange bevor er zu einem der Gr\u00fcndungsv\u00e4ter der Kasseler Gro\u00dfausstellung aufstieg.<\/p>\n<p>Als Roeder und Haftmann einander trafen, wohnten beide noch in Italien, genauer in Florenz. Er war dort der junge Assistent am Kunsthistorischen Institut, einer deutschen Einrichtung im italienischen Ausland. Sie war Stipendiatin der Villa Romana, einer ebenfalls deutschen Einrichtung in Florenz, die den Auftrag hatte, K\u00fcnstler*innen zu f\u00f6rdern. Im M\u00e4rz 1938 stellte Haftmann f\u00fcr Roeder ein Dokument aus, das ihr den freien Eintritt in die Florentiner Museen erm\u00f6glichte. Dieser Service f\u00fcr die Kunstschaffenden der Villa Romana geh\u00f6rte zu den vielen Aufgaben von Haftmann als Institutsassistent.<\/p>\n<p>Meine Frage lautete ganz einfach: Was dachte Roeder wohl \u00fcber die documenta? Wie beurteilte sie die Kunst, die Ausstellung, die Auswahl, ihre Rolle darin oder die der anderen?<\/p>\n<p>Also setzte ich mich in den Zug, um in den Archiven zu forschen, in denen sich ihre Briefe befinden. Ich fuhr nach M\u00fcnchen und nat\u00fcrlich nach W\u00fcrzburg, in die Stadt, in der Roeder geboren worden war und in der ihr Nachlass aufbewahrt wird. Zuerst kam die Entt\u00e4uschung: Roeder besuchte die documenta 1955 nicht. Zugetragen wurde ihr nur, dass der englische Bildhauer Henry Moore ihre beiden Skulpturen dort gesehen hatte und von ihnen begeistert war. Roeder zeigte in Kassel zum einen die Holzskulptur \u201eDie Schwangere\u201c, zum anderen einen Bronzekopf, ein Bildnis des Malers Hans Purrmann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_4973\" style=\"width: 343px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4973\" class=\"wp-image-4973\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/0065_Roeder-1950_51-Bildnis-Purrmann-10025-Bestle_1000-px-b.jpg\" alt=\"Emy Roeder, &quot;Bildnis Hans Purrmann&quot;, 1950\/51 \u00a9 Museum im Kulturspeicher W\u00fcrzburg, Nachlass Emy Roeder, Foto: Andreas Bestle\" width=\"333\" height=\"500\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/0065_Roeder-1950_51-Bildnis-Purrmann-10025-Bestle_1000-px-b.jpg 1000w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/0065_Roeder-1950_51-Bildnis-Purrmann-10025-Bestle_1000-px-b-200x300.jpg 200w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/0065_Roeder-1950_51-Bildnis-Purrmann-10025-Bestle_1000-px-b-768x1154.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/0065_Roeder-1950_51-Bildnis-Purrmann-10025-Bestle_1000-px-b-682x1024.jpg 682w\" sizes=\"auto, (max-width: 333px) 100vw, 333px\" \/><p id=\"caption-attachment-4973\" class=\"wp-caption-text\">Emy Roeder, &#8222;Bildnis Hans Purrmann&#8220;, 1950\/51 \u00a9 Museum im Kulturspeicher W\u00fcrzburg, Nachlass Emy Roeder, Foto: Andreas Bestle<\/p><\/div>\n<p>Trotzdem konnte ich nicht aufh\u00f6ren, ihre Briefe zu lesen. Mit Roeder traf ich eine Frau, die in den 1950er Jahren den H\u00f6hepunkt ihrer Karriere erreicht hatte, dabei aber schrieb, als w\u00fcrde sie aus der Zukunft auf ihre Gegenwart blicken. Au\u00dfenseiter sind h\u00e4ufig die originelleren Zeitzeug*innen. Sie bewahren sich einen pers\u00f6nlichen Blick auf die Verh\u00e4ltnisse und haben wenig Interesse daran, dass die Dinge bleiben, wie sie sind. Sie ziehen keine Vorteile daraus, ihre Zeit zu besch\u00f6nigen oder sogar zu glorifizieren. Also machte sich Roeder zum Beispiel \u00fcber die M\u00e4nnerlastigkeit der Kunstwelt lustig und die Tatsache, dass von allen ihren Werken die am erfolgreichsten wurden, die ber\u00fchmte M\u00e4nner darstellten. So schrieb sie 1954 an den K\u00fcnstlerfreund und expressionistischen Maler Karl Schmidt-Rottluff:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #008000;\"><strong><em>\u201eIn meiner Biografie wird einmal zu lesen sein, da\u00df sie Spezialistin war f\u00fcr Portraits \u00e4lterer Herren: Purrmann, Heckel, Schmidt-Rottluff (\u2026).\u201c<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p>Karl Schmidt-Rottluff wiederum teilte Roeders Einsch\u00e4tzung und antwortete ironisch:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #008000;\"><strong><em>\u201eIhre Portraits werden einmal die Dokumente dieser Zeit sei, die offensichtlich das Zeitalter der alten M\u00e4nner ist. Ehedem kamen die Leute zwischen 50 und 60 zu ihrer Auswirkung. Wenn es so weitergeht, werden Sie noch Portraits von Mumien machen m\u00fcssen.\u201c<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p>Roeder hatte au\u00dferdem einen Blick daf\u00fcr, dass sich Vertreter der deutschen Kunstwelt, insbesondere die Sammler, auch weiterhin f\u00fcr K\u00fcnstler begeisterten, die im Nationalsozialismus ihre gr\u00f6\u00dften Erfolge gefeiert hatten. Roeder schrieb 1951, dieses Mal an den Malerfreund Hans Purrmann:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #008000;\"><strong><em>\u201eWissen Sie, wer der weitaus am meisten verdienende Bildhauer Deutschlands ist? Arno Breker. Da staunt man. Die gesamte Gro\u00dfindustrie des Rheinlands l\u00e4sst sich u. Familie von ihm portr\u00e4tieren und gibt noch eine Menge Auftr\u00e4ge. Er f\u00e4hrt in einem gro\u00dfen Reisewagen mit livriertem Chauffeur von Haus zu Haus.\u201c<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p>Am meisten \u00fcberraschte und bewegte mich aber, was Roeder \u00fcber einen K\u00fcnstler schrieb, den sie pers\u00f6nlich gekannt hatte und der 1944 auf der Deportation nach Auschwitz gestorben war. Von Rudolf Levys Bildern<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[2]<\/a>, dem deutsch-j\u00fcdischen Maler, der in Florenz verhaftet worden war, berichtete sie in einem Brief 1946:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #008000;\"><strong><em>\u201e(\u2026) es war wirklich ein tief erregendes Erlebnis einen gro\u00dfen Teil seines Werkes zusammen zu sehen. Die Bilder aus den letzten Jahren sind eigen und stark.\u201c<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_4975\" style=\"width: 1010px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4975\" class=\"wp-image-4975 size-full\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/0113_Levy_Veranda_450_349_1000-px-b.jpg\" alt=\"Rudolf Levy, &quot;Loggia des Palazzo Guadagni&quot;, 1941 \u00a9 Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen am Rhein\" width=\"1000\" height=\"812\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/0113_Levy_Veranda_450_349_1000-px-b.jpg 1000w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/0113_Levy_Veranda_450_349_1000-px-b-300x244.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/0113_Levy_Veranda_450_349_1000-px-b-768x624.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><p id=\"caption-attachment-4975\" class=\"wp-caption-text\">Rudolf Levy, &#8222;Loggia des Palazzo Guadagni&#8220;, 1941 \u00a9 Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen am Rhein<\/p><\/div>\n<p>Den Brief las ich in M\u00fcnchen und auch hier zeigte sich Roeder als Au\u00dfenseiterin. Roeder hatte die zitierten Zeilen in Florenz verfasst, der Stadt, in der sie bis Kriegsende ihren Wohnsitz hatte. Auf einmal f\u00fcgte sich einiges zusammen: Denn Florenz war auch die Stadt, in der Haftmann w\u00e4hrend seines Milit\u00e4rdiensts weiter eine Wohnung besessen hatte \u2013 und in der Rudolf Levy sich von 1940 an versteckte. Mehr noch: Levy bezog sein heimliches Atelier ausgerechnet in einer Pension, die sich im selben Geb\u00e4ude befand, in der Haftmann als Assistent gearbeitet hatte.<\/p>\n<p>Ich wurde stutzig: Wie nahe waren sich Haftmann und Levy wohl gekommen? Im G\u00e4stebuch des Kunsthistorischen Instituts in Florenz findet sich Haftmann auch nach Kriegsbeginn wiederholt als Besucher. Wenn sich Haftmann in den R\u00e4umen seines alten Arbeitgebers aufhielt, k\u00f6nnte dann Levy nur wenige Meter \u00fcber ihm gemalt haben? Was wusste Haftmann \u00fcber Levy? Das Geb\u00e4ude selbst steht bis heute in Florenz. Es ist der Palazzo Guadagni.<\/p>\n<p>Wie ich beim Weiterlesen feststellte, kam Roeder in ihrer Korrespondenz immer wieder auf Levy zur\u00fcck. Sie hielt die Erinnerung an einen K\u00fcnstlerkollegen wach, der 1933 aus Deutschland fliehen musste und dessen Werke sp\u00e4testens 1937 unsichtbar wurden, als sie die Nationalsozialisten als \u201eentartet\u201c beschlagnahmten. Als Levy in Florenz 1943 verhaftet wurde, waren seine Gem\u00e4lde bereits aus den renommiertesten deutschen Museen verschwunden, dem Kronprinzenpalais in Berlin etwa, der Hamburger Kunsthalle oder dem Wallraff-Richartz-Museum in K\u00f6ln.<\/p>\n<h3>Was passierte nach 1945?<\/h3>\n<p>Die Frage, was aus dem Werk des ermordeten K\u00fcnstlers Rudolf Levy wurde, lie\u00df mich nach der Lekt\u00fcre von Roeders Briefen nicht mehr los. Haftmann etwa hatte seine K\u00fcnstlerbekannten aus der Zeit in Florenz auf die erste documenta 1955 eingeladen: Emy Roeder war dabei gewesen und auch Hans Purrmann, der langj\u00e4hrige Leiter der Villa Romana. Rudolf Levys Gem\u00e4lde aber fehlten. Sein Name tauchte kurz auf einer Liste auf, die aus einem Arbeitstreffen zur Vorbereitung der documenta stammte. Gezeigt wurde in Kassel 1955 keines seiner Werke. Die ermordeten j\u00fcdischen K\u00fcnstler*innen fehlten auf der ersten documenta. Haftmann pr\u00e4sentierte im Katalog und in der Ausstellung eine Kunstgeschichte der \u00dcberlebenden, eine Moderne ohne Mord und Holocaust. 1967 wurde er zum Gr\u00fcndungsdirektor der Neuen Nationalgalerie in West-Berlin ernannt <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=a-jRA7Gzh1c\" target=\"_blank\">(Interview mit Carlo Gentile zum Thema Haftmann)<\/a>.<\/p>\n<p>Aber damit endet die Geschichte noch nicht: Denn 1986 scheint es sich Haftmann anders \u00fcberlegt zu haben. In dem umfangreichen Bildband \u201eVerfemte Kunst. Bildende K\u00fcnstler der inneren und \u00e4u\u00dferen Emigration in der Zeit des Nationalsozialismus\u201c widmete er Levy pl\u00f6tzlich eine Doppelseite. Haftmann nannte Levy nun einen K\u00fcnstler, \u201eder heute zu Unrecht fast vergessen\u201c sei. Und er ordnete ihn den Maler*innen zu, die ihre \u201ehellen Bilder\u201c aus Italien mitgebracht h\u00e4tten, \u201ederen freudiges Strahlen sich so ungewohnt in der expressionistischen Verqu\u00e4ltheit der deutschen Ausstellungen in den 20er Jahren ausnahm\u201c. Haftmanns Text schlie\u00dft mit dem \u00fcberraschenden Appell:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"color: #008000;\"><strong><em>\u201eAuch Levy hielt seine Botschaft w\u00e4hrend des Exils durch. Man darf sie nicht vergessen.\u201c<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p>Unsere Ausstellung \u201edocumenta. Politik und Kunst\u201c handelt u. a. davon, wie mit Kunst Erinnerungspolitik in Kassel gemacht wurde. An wen man sich in der Nachkriegszeit erinnerte und wen man verschwinden lie\u00df.<\/p>\n<p>Es war die documenta-Teilnehmerin Emy Roeder, die in ihren Briefen nach 1945 immer wieder \u00fcber den ermordeten Malerfreund Rudolf Levy schrieb. In einem Satz lautet Roeders Lehre f\u00fcr mich: Wer sich f\u00fcr die unerz\u00e4hlten Geschichten der Nachkriegszeit interessiert, h\u00e4lt sich am besten an ihre Au\u00dfenseiter*innen.<\/p>\n<h3>Verweise<\/h3>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Ausgangspunkt der Recherchen war der hervorragende Ausstellungskatalog des Museums im Kulturspeicher (W\u00fcrzburg) von Henrike Holsing und Marlene Lauter (Hg.), <em>Das Kosmische allen Seins. Emy Roeder. Bildhauerin und Zeichnerin<\/em>, Berlin 2018.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[2]<\/a> Zu Rudolf Levy vgl. die herausragende Monographie von Susanne Thesing, <em>Rudolf Levy. Leben und Werk<\/em>, N\u00fcrnberg 1990.<\/p>\n<p>Titelbild: Emy Roeder (1890-1971), W\u00fcrzburg, 1936 \u00a9 Museum im Kulturspeicher W\u00fcrzburg, Nachlass Emy Roeder<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<h2><span>Emy Roeder und die documenta<span><\/h2>\n<p>Emy Roeder war eine der wenigen weiblichen K\u00fcnstler*innen auf der ersten documenta. Julia Voss, Co-Kuratorin von \u201edocumenta. Politik und Kunst\u201c, berichtet, was sie im Zuge der Recherche zu Roeder und Vorbereitung der Ausstellung au\u00dferdem \u00fcber die K\u00fcnstler Arno Breker und Rudolf Levy sowie den documenta-Macher Werner Haftmann erfuhr.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":5058,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[701],"tags":[486,2244,2354,2331,1040,2356,2358],"class_list":["post-4954","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kolumne","tag-ausstellung","tag-documenta","tag-emy-roeder","tag-kunst","tag-politik","tag-rudolf-levy","tag-werner-haftmann"],"_links":{"self":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4954","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4954"}],"version-history":[{"count":25,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4954\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5061,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4954\/revisions\/5061"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5058"}],"wp:attachment":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4954"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4954"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4954"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}