
{"id":7984,"date":"2023-12-13T14:19:58","date_gmt":"2023-12-13T13:19:58","guid":{"rendered":"\/blog\/?p=7984"},"modified":"2024-05-15T17:24:28","modified_gmt":"2024-05-15T15:24:28","slug":"napoleons-nasser-hut","status":"publish","type":"post","link":"\/blog\/2023\/12\/13\/napoleons-nasser-hut\/","title":{"rendered":"Napoleons nasser Hut"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Napoleons nasser Hut<\/h1>\n\n\n\n<p>Dr. Thomas Wei\u00dfbrich | 13. Dezember 2023<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ein Blick in die Sammlungen des Deutschen Historischen Museums zeigt die gro\u00dfe Vielfalt an Objekten, die im Bezug zu verschiedenen Epochen und Themen deutscher Geschichte stehen. Sie erz\u00e4hlen Geschichten von zur\u00fcckliegenden oder aktuellen Lebenswelten, von ber\u00fchmten und eher unbekannten Personen und Ereignissen. In unserer neuen Blogserie <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/blog\/tag\/umweltsammeln-de\/\">#Umweltsammeln<\/a> stellen wir die Vielfalt unserer Sammlungsobjekte zum Themenfeld \u201eUmwelt\u201c vor. Dabei er\u00f6ffnen \u00fcberraschende Fragestellungen der Sammlungsleiter*innen neue Perspektiven auf historische Objekte und oftmals erstaunliche Parallelen zu heutigen Fragestellungen. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Thomas Wei\u00dfbrich, Leiter der Militaria-Sammlung, nimmt ein besonderes Objekt unserer Sammlung zum Anlass, um vom Einfluss des Wetters auf eine der bekanntesten Schlachten der europ\u00e4ischen Geschichte zu erz\u00e4hlen: den Hut Kaiser Napoleons I. aus der Schlacht bei Waterloo am 18. Juni 1815.<\/strong> <strong> <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wetter macht Geschichte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eH\u00e4tte es nicht in der Nacht vom 17. zum 18. Juni geregnet, so h\u00e4tte sich die Zukunft Europas anders gestaltet. Einige wenige Tropfen Wasser haben die Waagschale des Geschicks zu Ungunsten Napoleons geneigt.\u201c<sup>1<\/sup> Mit dieser dramatischen Zuspitzung l\u00e4sst Victor Hugo den Erz\u00e4hler seines Romans \u201eDie Elenden\u201c (1862) die Niederlage der von Napoleon gef\u00fchrten franz\u00f6sischen Armee in der Schlacht bei Waterloo 1815 kommentieren. Tats\u00e4chlich hat das Wetter den Verlauf dieser f\u00fcr die europ\u00e4ische Geschichte bedeutenden Schlacht beeinflusst.<sup>2<\/sup> \u00dcber die Frage, wieweit der Regen sich auf Sieg und Niederlage auswirkte, spekulieren Milit\u00e4rhistoriker bis heute.<sup>3<\/sup><\/p>\n\n\n<p>Bei den Bem\u00fchungen, milit\u00e4rische Aktionen zu planen, war (und ist) das Wetter ein unberechenbarer Faktor. Es geh\u00f6rt zu den \u201eFriktionen\u201c, \u00fcber die der preu\u00dfische Offizier und Milit\u00e4rtheoretiker Carl von Clausewitz bemerkt, dass sie den Unterschied zwischen Plan und Wirklichkeit ausmachen. So fanden Schlachten und Belagerungen bei Sonne und im Regen statt, unter dunklen Wolken, bei starkem Wind, bei Sommerhitze und Minusgraden \u2013 1588 besch\u00e4digte ein Sturm die zur Invasion Englands aufgebrochene spanische Armada schwer, 1812 zwang \u201eGeneral Winter\u201c die \u201eGrande Arm\u00e9e\u201c zum R\u00fcckzug aus Russland und 1944 verschoben die Alliierten den Termin f\u00fcr ihre Landung in der Normandie aufgrund der Wetterlage mehrfach.<sup>4 <\/sup>Derartige Wettereinfl\u00fcsse fanden bislang jedoch nur selten in geschichtswissenschaftlichen Darstellungen hinreichende Beachtung, da sich diese in der Regel auf das milit\u00e4rische Geschehen konzentrieren.<\/p>\n<p><!-- \/wp:post-content --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p><strong>Der Regen vor der Schlacht<\/strong><\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:image {\"id\":7985,\"sizeSlug\":\"large\",\"linkDestination\":\"none\"} --><\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"702\" class=\"wp-image-7985\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/K1000653_Ausschnitt-1024x702.jpg\" alt=\"\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/K1000653_Ausschnitt-1024x702.jpg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/K1000653_Ausschnitt-300x206.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/K1000653_Ausschnitt-768x527.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/K1000653_Ausschnitt-1536x1054.jpg 1536w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/K1000653_Ausschnitt.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Abb. 1: Donner und Blitz: Ein Starkregen ergoss sich kurz vor der Schlacht in der Gegend um Waterloo.<br \/>(Ausschnitt aus dem Gem\u00e4lde von John Heaviside Clark, Am Morgen nach der Schlacht von Waterloo, ca. 1816, DHM, 1990\/425)<\/figcaption><\/figure>\n<p><!-- \/wp:image --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p>Es waren nicht nur \u201eeinige wenige Tropfen Wasser\u201c, die vom Abend des 17. Juni bis zu den fr\u00fchen Morgenstunden des 18. Juni 1815 in der Gegend des belgischen Ortes Waterloo vom Himmel fielen, sondern ein stundenlang andauernder Regen, der bereits am Nachmittag begonnen hatte und dem ein starker Sturm vorausgegangen war.<sup>5<\/sup> Augenzeugen berichten von wahren Sturzfluten und selbst die regengewohnten Briten betonen die ungew\u00f6hnliche Regenst\u00e4rke.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p>Aus den unbefestigten Landstra\u00dfen, \u00fcber die die Soldaten, insgesamt rund 185.000&nbsp;Mann, in Richtung Waterloo marschierten, waren im Nu aufgeweichte Wege voller Pf\u00fctzen geworden. Die mit Marschgep\u00e4ck beladenen Infanteristen stapften durch den Matsch, wobei der eine oder andere Schuh im Schlamm stecken blieb. Auch Pferde der Reiterei und die Zugpferde der schweren Kanonen und Munitionswagen versanken bis zu den Fesseln.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><strong>Wachstuch und Regendeckel<\/strong><\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:image {\"id\":7986,\"sizeSlug\":\"large\",\"linkDestination\":\"none\"} --><\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"941\" height=\"1024\" class=\"wp-image-7986\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/ZD027898_schraeg-941x1024.jpg\" alt=\"\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/ZD027898_schraeg-941x1024.jpg 941w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/ZD027898_schraeg-276x300.jpg 276w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/ZD027898_schraeg-768x836.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/ZD027898_schraeg-1412x1536.jpg 1412w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/ZD027898_schraeg-1882x2048.jpg 1882w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/ZD027898_schraeg.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 941px) 100vw, 941px\" \/><\/p>\n<figcaption>Abb. 2: Regenschutz: Den Tschako sch\u00fctze ein \u00dcberzug aus Wachstuch.<br \/>(Tschako M 1808 f\u00fcr Mannschaften, mit Wachstuch\u00fcberzug, Nachbildung 2013, DHM, U 2014\/8 und U 2014\/9)<\/figcaption>\n<\/figure>\n<p><!-- \/wp:image --><\/p>\n<p>Gegen schlechtes Wetter gab es im fr\u00fchen 19. Jahrhundert kaum sch\u00fctzende Kleidung \u2013 das galt f\u00fcr alle bei Waterloo versammelten Armeen, f\u00fcr die franz\u00f6sische ebenso wie f\u00fcr die verb\u00fcndete britisch-niederl\u00e4ndisch-preu\u00dfische: Als Kopfbedeckung trugen viele Soldaten die aus Filz gefertigten und mit Leder verst\u00e4rkten Tschakos. Zum Schutz gegen N\u00e4sse konnten diese mit einem Wachstuch \u00fcberzogen werden, eine Ma\u00dfnahme, die vor allem ihre Haltbarkeit verl\u00e4ngern sollte. Die Uniformen waren aus Wolltuch, Jacken und Hosen aus Kostengr\u00fcnden eng geschnitten. Das Wollfett lie\u00df die Regentropfen zwar eine Weile abperlen, aber bei Starkregen wie diesem funktionierte der nat\u00fcrliche N\u00e4sseschutz nicht mehr. Die Kleidungsst\u00fccke wurden allm\u00e4hlich feucht und damit schwer. Wenn beim F\u00e4rben der Stoffe nachl\u00e4ssig gearbeitet worden war, konnte es vorkommen, dass sie ausf\u00e4rbten. Einen gewissen Schutz gegen das vollst\u00e4ndige Durchn\u00e4ssen boten M\u00e4ntel, die damals erst seit wenigen Jahren zur Ausstattung der Soldaten geh\u00f6rten.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p>Die Qualit\u00e4t der Bekleidungs- und Ausr\u00fcstungsst\u00fccke war von Einheit zu Einheit verschieden. W\u00e4hrend die Elite wie die kaiserliche Alte Garde gut ausgestattet war, traf das f\u00fcr andere Einheiten nicht zu, so litten die preu\u00dfischen Landwehrregimenter unter ihrer teilweise improvisierten Ausstattung.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p>Die N\u00e4sse konnte jedoch auch Schusswaffen unbrauchbar machen. Wenn die Papierpatronen der Steinschlossgewehre und Pistolen oder das Schwarzpulver und die Z\u00fcndschn\u00fcre f\u00fcr die Kanonen feucht wurden, waren sie zun\u00e4chst nicht mehr funktionsf\u00e4hig. Munition wurde daher in ledernen Taschen aufbewahrt, gr\u00f6\u00dfere Vorr\u00e4te in Holzkisten. Zum Schutz der empfindlichen Gewehrschl\u00f6sser diente das Umwickeln mit T\u00fcchern. In der preu\u00dfischen Armee gab es den sogenannten Regendeckel, eine Schutzh\u00fclle aus Leder, die man um das Gewehrschloss band.<sup>6<\/sup><\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p><strong>Feldlager und Gasthof<\/strong><\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:image {\"id\":7987,\"sizeSlug\":\"large\",\"linkDestination\":\"none\"} --><\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"773\" class=\"wp-image-7987\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/MGr54_118_5-1024x773.jpg\" alt=\"\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/MGr54_118_5-1024x773.jpg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/MGr54_118_5-300x227.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/MGr54_118_5-768x580.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/MGr54_118_5-1536x1160.jpg 1536w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/MGr54_118_5.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<figcaption>Abb. 3: Im Feldlager. Lagerfeuer boten Gelegenheit, warmes Essen zuzubereiten.<br \/>(Franz\u00f6sische Infanteristen im Lager, um 1815, DHM, MGr 54\/118.5)<\/figcaption>\n<\/figure>\n<p><!-- \/wp:image --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p>Als sich die Truppen beider Heere in der N\u00e4he von Waterloo sammelten, hatten die meisten Soldaten lange Tagesm\u00e4rsche hinter sich.<sup>7<\/sup> Manche Infanteristen hatten bis zu 15 Kilometer zur\u00fcckgelegt, ihr Gep\u00e4ck wog bis zu 30 Kilogramm, k\u00f6rperlich ersch\u00f6pft trafen sie ein. In der regnerischen Nacht vom 17. auf den 18. Juni konnten nur wenige von ihnen gesch\u00fctzte Unterk\u00fcnfte wie Scheunen oder Bauernh\u00f6fe wie den Gutshof La Haye Sainte als Lager beziehen. Die meisten \u00fcbernachteten, wie \u00fcblich, unter freiem Himmel, wo sie im Biwak ihre Zelte aufschlugen. Wenn trockenes Holz vorhanden war, spendeten Lagerfeuer zumindest etwas W\u00e4rme und boten die Gelegenheit, Essen zu kochen oder zu braten und warme Getr\u00e4nke zuzubereiten. Da die gegnerischen Truppen jedoch dicht benachbart lagerten, war manchen von ihnen aus Sicherheitsgr\u00fcnden das Feuermachen verboten. Viele Soldaten schliefen in ihren klammen Uniformen, die M\u00e4ntel dienten als Decke. Zum Trocknen der Kleidung gab es kaum Gelegenheit.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p>H\u00f6here Offiziere hingegen quartierten sich standesgem\u00e4\u00df in H\u00e4usern ein. So bezogen Wellington und sein Gefolge einen Gasthof, Napoleon mit seinem Stab ein Bauernhaus in der N\u00e4he von Waterloo. Dort entwarf er den Schlachtplan f\u00fcr den kommenden Tag. Zu den Kleidungsst\u00fccken, die der Regen vor der Schlacht allm\u00e4hlich durchn\u00e4sst hatte, geh\u00f6rte neben dem grauen Mantel auch sein Hut. Da der Feldherr in seinem Gep\u00e4ck aus Gewohnheit immer mehrere Ersatzh\u00fcte mit sich nahm, tauschte er ihn gegen einen trockenen aus. Den klammen Zweispitz schickte er seinem Hutmacher Poupart zum Aufarbeiten nach Paris.<sup>8<\/sup><\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p>Einen ungew\u00f6hnlichen Anblick bot der britische Lieutenant-General Sir Thomas Picton: Er erschien auf dem Schlachtfeld in modischer Zivilkleidung mit Zylinder \u2013 sein Gep\u00e4ck war mitsamt Uniform beim Transport nach Belgien verschwunden. Angesichts der Wetterlage hatte Picton auch einen Regenschirm mitgebracht, den er an Stelle des Degens nutzte, um seinen Truppen ihren Platz im Feld anzuweisen. Abgesehen davon, dass ein Regenschirm ein h\u00f6chst ungew\u00f6hnlicher Gegenstand in den H\u00e4nden eines gestandenen Offiziers war, galt dieser im 18. Jahrhundert erfundene Regenschutz lange Zeit als typisches Damenaccessoire.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p>Die Folgen des Starkregens beeinflussten am n\u00e4chsten Morgen auch die Vorbereitungen der Schlacht: Auf dem aufgeweichten Boden konnte die franz\u00f6sische Artillerie n\u00e4mlich nur m\u00fchsam in Stellung gebracht werden. Der Kampf begann daher erst um die Mittagszeit, viel sp\u00e4ter als von Napoleon vorgesehen. Diese Verz\u00f6gerung gef\u00e4hrdete seinen Plan, die unter dem Befehl von Wellington stehenden britisch-niederl\u00e4ndischen Truppen zu schlagen, bevor sich diese mit den von Generalfeldmarschall Bl\u00fccher herangef\u00fchrten Preu\u00dfen zusammenschlie\u00dfen konnten. Tats\u00e4chlich trafen diese am sp\u00e4ten Nachmittag auf dem Schlachtfeld ein, zu dem Zeitpunkt, als die Briten in Bedr\u00e4ngnis gerieten. Mit zusammengef\u00fchrten Kr\u00e4ften gelang es, den franz\u00f6sischen Kaiser in die Flucht zu schlagen.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p><strong>Napoleons trockener Hut<\/strong><\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:image {\"id\":7988,\"sizeSlug\":\"large\",\"linkDestination\":\"none\"} --><\/p>\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"773\" class=\"wp-image-7988\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/MI006833_schraeg-1024x773.jpg\" alt=\"\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/MI006833_schraeg-1024x773.jpg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/MI006833_schraeg-300x227.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/MI006833_schraeg-768x580.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/MI006833_schraeg-1536x1160.jpg 1536w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/MI006833_schraeg.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<figcaption>Abb. 4: Trocken geblieben. Napoleons Ersatzhut aus der Schlacht bei Waterloo (Zweispitz von Napoleon I., 1815,DHM, U 353)<\/figcaption>\n<\/figure>\n<p><!-- \/wp:image --><\/p>\n<p>Nach der verlorenen Schlacht zog sich Napoleon nach Br\u00fcssel zur\u00fcck. Unterwegs lie\u00df er seine Reisekutsche stehen und nahm das Pferd, da der Wagen drohte, beim R\u00fcckzug auf den vom Regen aufgeweichten Landstra\u00dfen steckenzubleiben. Unbegr\u00fcndet war diese Bef\u00fcrchtung nicht, denn tats\u00e4chlich geriet die leere Kutsche im Dorf Genappe in den Stau der sich aufl\u00f6senden franz\u00f6sischen Armee. Dort erbeuteten sie preu\u00dfische F\u00fcsiliere \u2013 und mit ihr einen weiteren im Wagen verbliebenen Hut. Diesen schickte Bl\u00fccher als Troph\u00e4e zusammen mit anderen Beutest\u00fccken an den preu\u00dfischen K\u00f6nig Friedrich Wilhelm III. nach Berlin. Napoleons Zweispitz war zun\u00e4chst in der k\u00f6niglichen Kunstkammer im Schloss und sp\u00e4ter, in einer Vitrine konserviert, in Museen zu bewundern.<sup>9<\/sup><\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p>Nach der Niederlage und der Abdankung wurde Napoleon ins Exil nach St. Helena verbannt. Das Klima der s\u00fcdatlantischen Insel ist durch sehr hohe Luftfeuchtigkeit von rund 85 % gekennzeichnet. Hier trug der Ex-Kaiser keinen schwarzen Filzhut mehr, sondern passenderweise einen Sonnenhut aus Stroh.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:separator --><\/p>\n<hr class=\"wp-block-separator\"><!-- \/wp:separator --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p><sup>1<\/sup> <a href=\"https:\/\/www.projekt-gutenberg.org\/hugo\/elenden2\/chap001.html\">https:\/\/www.projekt-gutenberg.org\/hugo\/elenden2\/chap001.html<\/a>; Erstes Buch. Waterloo, III. Am 18. Juli 1815<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p><sup>2<\/sup> Vgl. <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/vormaerz-und-revolution\/wiener-kongress\/schlacht-bei-waterloo.html\">https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/vormaerz-und-revolution\/wiener-kongress\/schlacht-bei-waterloo.html<\/a>; Marian F\u00fcssel, Waterloo 1815, M\u00fcnchen 2015.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p><sup>3<\/sup> Vgl. Stephen Clarke, How the French won Waterloo (or think they did), London 2015, S. 54-60.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p><sup>4<\/sup> Vgl. Jan Klage, Wetter macht Geschichte. Der Einfluss des Wetters auf den Lauf der Geschichte, Frankfurt a.M. 2003.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p><sup>5<\/sup> Vgl. J. Neumann, Great Historical Events That Were Significantly Affected by the Weather. Part 11: Meteorological Aspects of the Battle of Waterloo, in: Bulletin of the American Meteorological Society, 73 (1993), S. 413-420.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p><sup>6<\/sup> Vgl. http:\/\/www.5-preussische-brigade.de\/wb\/pages\/militaer-allgemein\/ausruestung\/allgemeine.php#dinge<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p><sup>7<\/sup> Vgl. John Keegan, Das Antlitz des Krieges, D\u00fcsseldorf \/ Wien 1978, S. 154-159.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p><sup>8<\/sup> Der Hut blieb fast 100 Jahre als Reliquie im Familienbesitz, heute geh\u00f6rt er zur Sammlung der Mus\u00e9es Sens. Vgl. https:\/\/www.musees-sens.fr\/les-collections\/salle-napoleon\/<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<p><!-- wp:paragraph --><\/p>\n<p><sup>9<\/sup> Aus der k\u00f6niglichen Kunstkammer wurde der Hut an das 1883 im Zeughaus er\u00f6ffnete preu\u00dfische Armeemuseum \u00fcberwiesen. Von dort kam er nach dem Ende der Monarchie 1918 \u00fcber die ebenfalls im Zeughaus befindlichen Museen Staatliches Zeughaus, Heeresmuseum der Wehrmacht und dem zentralen Geschichtsmuseum der DDR, dem \u201eMuseum f\u00fcr Deutsche Geschichte\u201c, 1990 in die Sammlung des Deutschen Historischen Museums.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\n<table style=\"height: 291px;\" border=\"0\" width=\"840\">\n<tbody>\n<tr>\n<td bgcolor=\"#becafa\">\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7989 size-medium\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Web_Thomas_Weissbrich_02-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Web_Thomas_Weissbrich_02-200x300.jpg 200w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Web_Thomas_Weissbrich_02-683x1024.jpg 683w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Web_Thomas_Weissbrich_02-768x1152.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Web_Thomas_Weissbrich_02-1024x1536.jpg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Web_Thomas_Weissbrich_02-1365x2048.jpg 1365w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Web_Thomas_Weissbrich_02-scaled.jpg 1707w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/p>\n<\/td>\n<td bgcolor=\"#becafa\">\n<h4 style=\"color: #000000; padding: 5px 10px 0px 10px;\">Dr. Thomas Wei\u00dfbrich<\/h4>\n<p style=\"color: #000000; padding: 5px 10px 0px 10px;\">Dr. Thomas Wei\u00dfbrich ist Leiter der Militaria-Sammlung im DHM, die Uniformen, Fahnen, Orden, Ehrenzeichen und Uniformkundliche Graphik umfasst.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<h2><span>Napoleons nasser Hut<span><\/h2>\n<p>Ein Blick in die Sammlungen des Deutschen Historischen Museums zeigt die gro\u00dfe Vielfalt an Objekten, die im Bezug zu verschiedenen Epochen und Themen deutscher Geschichte stehen. Sie erz\u00e4hlen Geschichten von zur\u00fcckliegenden oder aktuellen Lebenswelten, von ber\u00fchmten und eher unbekannten Personen und Ereignissen. In unserer neuen Blogserie #Umweltsammeln stellen wir die Vielfalt unserer Sammlungsobjekte zum Themenfeld \u201eUmwelt\u201c vor. Dabei er\u00f6ffnen \u00fcberraschende Fragestellungen der Sammlungsleiter*innen neue Perspektiven auf historische Objekte und oftmals erstaunliche Parallelen zu heutigen Fragestellungen. Dr. Thomas Wei\u00dfbrich, Leiter der Militaria-Sammlung, nimmt ein besonderes Objekt unserer Sammlung den Hut Kaiser Napoleons I. aus der Schlacht bei Waterloo (18. Juni 1815) zum Anlass, um vom Einfluss des Wetters auf eine der bekanntesten Schlachten der europ\u00e4ischen Geschichte zu erz\u00e4hlen: den Hut Kaiser Napoleons I. aus der Schlacht bei Waterloo am 18. Juni 1815.  <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":7990,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":true,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[214,2206,744,199,2829],"class_list":["post-7984","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geschichten-aktuell","tag-geschichte","tag-hut","tag-napoleon","tag-sammlung","tag-umweltsammeln-de"],"_links":{"self":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7984","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7984"}],"version-history":[{"count":8,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7984\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8780,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7984\/revisions\/8780"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7990"}],"wp:attachment":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7984"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7984"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7984"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}