
{"id":8434,"date":"2024-03-05T11:01:17","date_gmt":"2024-03-05T10:01:17","guid":{"rendered":"\/blog\/?p=8434"},"modified":"2024-03-05T11:01:22","modified_gmt":"2024-03-05T10:01:22","slug":"christoph-stoelzl-und-das-deutsche-historische-museum","status":"publish","type":"post","link":"\/blog\/2024\/03\/05\/christoph-stoelzl-und-das-deutsche-historische-museum\/","title":{"rendered":"Christoph St\u00f6lzl und das Deutsche Historische Museum"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Christoph St\u00f6lzl und das Deutsche Historische Museum<\/h1>\n\n\n\n<p>J\u00fcrgen Kocka | 5. M\u00e4rz 2024<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Am 10. Januar 2023 verstarb der Gr\u00fcndungsdirektor des <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/museum\/geschichte-und-architektur\/\">Deutschen Historischen Museums<\/a>, Prof. Dr. Christoph St\u00f6lzl. Am 17. Februar 2024 w\u00e4re er 80 Jahre alt geworden: Mit einem \u201eAbend f\u00fcr Christoph St\u00f6lzl\u201c erinnerten wir an einen enthusiastischen Ideengeber, Kulturhistoriker und Ermutiger, der unser Haus nachhaltig pr\u00e4gte. Die Festrede, die wir hier ver\u00f6ffentlichen, hielt Prof. em. Dr. Dr. h.c. mult. J\u00fcrgen Kocka.<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"1000\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/dhm_20240217_Christoph_Stoelzl_C_Mathias_Voelzke-027.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8436\" style=\"aspect-ratio:1.3333333333333333;object-fit:cover;width:840px;height:auto\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/dhm_20240217_Christoph_Stoelzl_C_Mathias_Voelzke-027.jpg 800w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/dhm_20240217_Christoph_Stoelzl_C_Mathias_Voelzke-027-240x300.jpg 240w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/dhm_20240217_Christoph_Stoelzl_C_Mathias_Voelzke-027-768x960.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">J\u00fcrgen Kocka bei der Festrede zur Erinnerung an Christoph St\u00f6lzl im DHM am 17.02.2024, Foto: \u00a9 DHM\/Matthias V\u00f6lzke<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><br>Christoph St\u00f6lzl war vieles zugleich und nacheinander: Historiker, Museumsdirektor, Feuilletonchef, Abgeordneter und Senator, Auktionator, Pr\u00e4sident einer Musikhochschule, daneben kontinuierlich Autor und \u00f6ffentlicher Intellektueller: ein Mann vieler Berufe, Rollen, Interessen und Talente. Er war damit originell und erfolgreich. \u00a0Zuk\u00fcnftige St\u00f6lzl-Biografen \u2013 und die wird es geben \u2013 werden herausfinden m\u00fcssen, aus welchen inneren Antrieben sich seine risikobereite, \u00a0ideenreiche, produktive, rastlose \u00d6ffnung zu immer Neuem ergab, und aus welchen Quellen seine Kraft stammte, um <em>dennoch<\/em> die kontrollierte, koh\u00e4rente, imponierende \u00a0Pers\u00f6nlichkeit zu sein, die er war.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber seine T\u00e4tigkeit als Gr\u00fcnder und erster Direktor des DHM von der Mitte der 1980er bis zum Ende der 1990er Jahre ragt in seiner Biografie hervor. <em>Sie<\/em> hat ihn zu einer Figur der Zeitgeschichte gemacht, durch <em>sie<\/em> ist er zu einem einflussreichen, wirkungsvollen Akteur der Kulturpolitik geworden, im \u00dcbergang von der Bonner zur Berliner Republik.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Christoph St\u00f6lzl und die Entstehung des DHM konzentriere ich mich im Folgenden. Es ist die Periode, in der ich am meisten mit ihm zu tun hatte. Und es passt in eine Veranstaltung, mit der dieses Haus an seinen Gr\u00fcnder \u2013 und damit auch an die mit seiner Gr\u00fcndung verbundenen Erwartungen \u2013 erinnert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Diskussion \u00fcber ein deutsches Nationalmuseum nahm Anfang der 1980er Jahre Fahrt auf, auch angeregt durch vorangehende erfolgreiche historische Ausstellungen \u2013 \u00fcber die Staufer (1977), die Wittelsbacher (1980) und \u00fcber \u201ePreu\u00dfen. Eine Bilanz\u201c 1981 im hiesigen Gropius-Bau. Besonders diese Preu\u00dfen-Ausstellung war wichtig, sie hatte beispielsweise zur Folge, dass \u00fcber Sinn und Unsinn eines Deutschen Historischen Museums oder aber \u2013 alternativ \u2013 eines \u201eForums f\u00fcr Geschichte und Gegenwart\u201c diskutiert wurde, das ganz und gar auf thematisch wechselnde Ausstellungen unter der Regie wechselnder Ausstellungsmacher setzen w\u00fcrde. Zum \u201eForum\u201c tendierte die Regierung des Landes Berlin mit Volker Hassemer als zust\u00e4ndigem Senator.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Regierungserkl\u00e4rung des neugew\u00e4hlten Bundeskanzlers Helmut Kohl von 1983 und im \u201eBericht zur Lage der Nation\u201c von 1985 wurde dagegen die Errichtung eines Deutschen Historischen Museums angek\u00fcndigt, zuletzt als \u201eGeburtstagsgeschenk\u201c des Bundes an die Stadt Berlin zu deren bevorstehendem 750. Jubil\u00e4um im Jahr 1987. Der Kanzler sah das DHM zusammen mit dem gleichzeitig geplanten und errichteten \u201eHaus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland\u201c als einen Teil der \u201eWende\u201c, die er nach den langen Jahren sozialliberalen Regierens in Gang setzen wollte. Man mag bezweifeln, dass eine solche Wende wirklich stattgefunden hat. Aber sie zeitigte einige Ergebnisse, die beiden Museen geh\u00f6ren dazu. Sie w\u00e4ren wohl ohne das entschiedene Engagement des Kanzlers nicht entstanden.<\/p>\n\n\n\n<p>In Berlin war man \u00fcber das Angebot nicht nur erfreut. \u00dcberhaupt gewann die Kritik an dem Vorhaben 1985\/86 erheblich an Fahrt, und zwar parallel zum \u201eHistorikerstreit\u201c von 1985\/86, dieser heftigen, in den allgemeinen Medien von Historikern und anderen ausgetragenen Kontroverse um den Ort des Holocaust in der deutschen Geschichte. Der wichtigste Einwand gegen das Museum beruhte auf der Bef\u00fcrchtung, hierdurch werde der \u201eEntsorgung\u201c deutscher Geschichte Vorschub geleistet, die Erinnerung an deren dunkle Seiten marginalisiert und insofern ein St\u00fcck \u201eSchadensabwicklung\u201c betrieben, mit dem Ziel einer nationalpolitisch eingef\u00e4rbten Identit\u00e4tsbildung durch ein regierungsseitig indoktriniertes Geschichtsbild.<\/p>\n\n\n\n<p>1985 wurde eine Sachverst\u00e4ndigenkommission eingesetzt mit Museumspraktikern (darunter St\u00f6lzl, der damals das M\u00fcnchener Stadtmuseum leitete), Historikern (darunter auch ich) und anderen, unter dem Vorsitz von Werner Knopp, dem Pr\u00e4sidenten der Stiftung Preu\u00dfischer Kulturbesitz. Diese Kommission hatte den Auftrag, ein Konzept f\u00fcr das geplante Museum zu erarbeiten. Sie hat sehr selbstst\u00e4ndig gearbeitet, ohne weitere inhaltliche Vorgaben durch die beteiligten Regierungen. Zahlreiche Hearings und mehrere Konferenzen fanden statt, die Medien begleiteten unsere Arbeit kritisch, selten d\u00fcrfte ein gro\u00dfes Museum mit so viel \u00d6ffentlichkeit konzipiert worden sein. Ich rekapituliere drei von der Kommission getroffene Entscheidungen, die \u00fcberdauert haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwar blieb es bei der Entscheidung f\u00fcr ein Museum, aber die nicht mehr weiter verfolgte Idee eines Forums fand gleichwohl Eingang in das Konzept, denn dieses sah ein Museum mit zwei Standbeinen vor: eine Dauerausstellung zur deutschen Geschichte und die Veranstaltung von zeitlich begrenzten Ausstellungen zu wechselnden, auch aktuellen Themen in Folge, an denen auch Gestalter von au\u00dfen beteiligt sein sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Was die Inhalte und Ziele des zu errichtenden Museums anging, hat in den Diskussionen der Kommission nie die Gefahr einer nationalgeschichtlichen, gar nationalistischen Engf\u00fchrung bestanden. Als Aufgabe wurden Aufkl\u00e4rung und Verst\u00e4ndigung, Erkenntnis und Besinnung im Umgang mit der \u201edeutschen Geschichte in ihrem europ\u00e4ischen Zusammenhang und ihrer inneren Vielfalt\u201c formuliert. Unbedingt zu ber\u00fccksichtigende Thematiken wurden umrissen , darunter die Frage nach nationalen Gemeinsamkeiten der Deutschen; Herrschafts- und Staatsbildung, Freiheit und Unterdr\u00fcckung; \u00a0soziale Ungleichheiten und Konflikte; Wirtschaft, Arbeit und das Verh\u00e4ltnis zur Natur; kulturelle und religi\u00f6se Deutungen, Wissen und Wissenschaft. Es war ein Vorschlag zur Befassung mit deutscher Geschichte in zivilisationsgeschichtlicher Absicht, verbunden mit dem Aufruf, die dunklen Seiten dieser Geschichte weder zu verdr\u00e4ngen noch zu verabsolutieren.<sup data-fn=\"3f64efb0-d6e7-47bf-896e-9f1647bcd083\" class=\"fn\"><a href=\"#3f64efb0-d6e7-47bf-896e-9f1647bcd083\" id=\"3f64efb0-d6e7-47bf-896e-9f1647bcd083-link\">1<\/a><\/sup> Die Bef\u00fcrchtung, dass das DHM eine Anstalt zur vaterl\u00e4ndischen Aufr\u00fcstung bei gleichzeitiger Relativierung der NS-Vergangenheit sein w\u00fcrde, trat in den Kommentaren nach seiner Er\u00f6ffnung \u2013 aus gutem Grund \u2013 v\u00f6llig zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>In Bezug auf diese Grundsatzentscheidungen gab es in der Kommission sehr viel Konsens. Anderes war umstrittener. So betonten die einen sehr den Primat der auszustellenden Objekte und deren F\u00e4higkeit, f\u00fcr sich selbst sprechen, wenn man ihnen nur ihre Authentizit\u00e4t und ihre Aura \u201ezur\u00fcckg\u00e4be\u201c. Andere, betonten jedoch, dass Exponate &#8211; wie andere historische Quellen auch &#8211; erst durch Fragen zum Sprechen gebracht w\u00fcrden. Sie setzten die Formulierung von Leitfragen durch, auch um gr\u00f6\u00dfere Zusammenh\u00e4nge begreiflich zu machen. Mit dieser Differenz verband sich die Frage nach dem angemessenen Verh\u00e4ltnis zwischen thematisch- analytisch und chronologisch gliedernden Darstellungsformen. Die Kommission verwandte einige M\u00fche darauf, eine angemessene Kombination beider Darstellungsprinzipien mithilfe unterschiedlich gestalteter Raumtypen vorzuschlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Konzept, auf das sich die Kommission einigte, wurde regierungsseitig akzeptiert. Es lag zu Grunde, als das DHM am 28. Oktober 1987 in einer festlichen Veranstaltung im Reichstagsgeb\u00e4ude gegr\u00fcndet wurde, mit Christoph St\u00f6lzl als \u201eGeneraldirektor und Professor\u201c an der Spitze.<\/p>\n\n\n\n<p>Was er, der aus M\u00fcnchen nach Berlin umziehende Gr\u00fcndungsdirektor, im Gep\u00e4ck hatte, so schrieb Christoph St\u00f6lzl sp\u00e4ter in der R\u00fcckschau, \u201e das war die Erfahrung mit gro\u00dfen historischen Ausstellungen und die Praxis in der Leitung eines kulturgeschichtlichen Museums, das von der Gem\u00e4ldegalerie bis zur Kinemathek alle Objektgattungen und Medien unter einem Dach vereinigte.\u201c Und er habe die \u201eLust zur Politik\u201c mitgebracht.<sup data-fn=\"06b62e56-191b-4f6d-8a09-4076425c81b5\" class=\"fn\"><a href=\"#06b62e56-191b-4f6d-8a09-4076425c81b5\" id=\"06b62e56-191b-4f6d-8a09-4076425c81b5-link\">2<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Die \u201eLust zur Politik\u201c konnte er gut gebrauchen. Denn die Implementierung des Vorhabens stie\u00df immer wieder auf Schwierigkeiten, unter anderem beim neu gew\u00e4hlten rot-gr\u00fcnen Berliner Senat, in einflussreichen Teilen der Berliner \u00d6ffentlichkeit und in den Verhandlungen mit den A- und B-L\u00e4ndern im deutschen f\u00f6deralen System.<\/p>\n\n\n\n<p>Schnell gelang es \u2013 und das war sehr wichtig \u2013, hoch qualifizierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, Kolleginnen und Kollegen zu gewinnen. Das gab der deutsche Arbeitsmarkt her, auch und gerade in Berlin, nach den vorausgegangenen Ausstellungen (zuletzt \u201eBerlin-Berlin\u201c zum 750. Stadtjubil\u00e4um). Die rasch rekrutierte Kerngruppe von meist j\u00fcngeren Wissenschafts- und Museumsleuten machte sich unter St\u00f6lzls Leitung sofort an eine umfassende Erwerbungskampagne mit internationaler Reichweite, denn an historischen Objekten fehlte es dem neuen historischen Museum fast ganz, Geld dagegen war aus dem Bundeshaushalt hinreichend vorhanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Man betrieb die Vorbereitung des Museumsbaus. Den internationalen Wettbewerb gewann 1988 der Mail\u00e4nder Architekt Aldo Rossi, mit einem hochinteressanten, postmodernen Entwurf, der im Spreebogen realisiert werden sollte.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"700\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/erste-ausstellung-1024x700.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8447\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/erste-ausstellung-1024x700.jpg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/erste-ausstellung-300x205.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/erste-ausstellung-768x525.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/erste-ausstellung.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Christoph St\u00f6lzl bei der Er\u00f6ffnung der Ausstellung \u201e1.9.39 Ein Versuch \u00fcber den Umgang mit Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg\u201d, 1.9.1989, Windscheidstra\u00dfe, Berlin \u00a9 DHM<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die erste, kleine und etwas improvisierte <em>Wechselausstellung<\/em> er\u00f6ffnete das neue Museum am 1.\u00a0 September 1989, in Erinnerung an den deutschen \u00dcberfall auf Polen genau 50 Jahre zuvor, mit dem der Zweite Weltkrieg begonnen hatte. Sie wurde in den Kellerr\u00e4umen eines Industriehofs in Berlin-Charlottenburg gezeigt, wo das entstehende DHM provisorisch untergekommen war. Es war wohl eine typische St\u00f6lzl-Idee, die Ausstellung mit dem Titel \u201eVersuch \u00fcber den Umgang mit der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg\u201c morgens um 4.45 Uhr zu er\u00f6ffnen. Damit spielte man auf die oft zitierte Erfolgsmeldung Hitlers an, der am 1.9.1939 im Rundfunk die deutsche Bombardierung der polnischen Befestigungen auf der Westerplatte vor Danzig mit den propagandistisch verdrehten Worten bekannt machte: \u201eSeit 4:45 Uhr wird zur\u00fcckgeschossen\u201c. Aber St\u00f6lzl kam nicht zur Er\u00f6ffnung um 4.45 Uhr, er kam etwa eine Stunde zu sp\u00e4t. Es waren eine Menge Leute da, und so hatten die Stellvertretende Direktorin Marie-Louise von Plessen und ich als Mitglied der Sachverst\u00e4ndigenkommission die Ehre, die erste Ausstellung des DHM zu er\u00f6ffnen, mit ein paar improvisierten S\u00e4tzen, nat\u00fcrlich l\u00e4ngst nicht mit der rhetorischen Finesse, die St\u00f6lzl zur Verf\u00fcgung gestanden h\u00e4tte, w\u00e4re er da gewesen. In sp\u00e4teren R\u00fcckblicken ist diese erste Ausstellung des DHM meist \u00fcbersehen worden, \u00fcberstrahlt durch die glanzvolle und opulente Bismarck-Ausstellung im Gropius-Bau, ein Jahr sp\u00e4ter. Aber man sollte sie nicht vergessen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann aber holte der reale Geschichtsverlauf das Geschichtsmuseum ein, in Gestalt des Mauerfalls und der deutschen Wiedervereinigung. Die Planung \u00fcberlebte im Gro\u00dfen und Ganzen, aber praktisch \u00e4nderte sich einiges. Im Spreebogen, wo der Grundstein f\u00fcr das neu zu errichtende Geb\u00e4ude des DHM gelegt worden war, entstand \u2013 an eben dieser Stelle \u2013 das Bundeskanzleramt. Der f\u00fcr das Konzept ma\u00dfgeschneiderte Entwurf Rossis wurde nicht realisiert, dass DHM zog vielmehr nach einigen provisorischen Zwischenstationen ins Zeughaus Unter den Linden 2 ein, und \u00fcbernahm das bis dahin dort residierende Ostberliner \u201eMuseum f\u00fcr deutsche Geschichte\u201c \u2013 nicht seine Struktur und Ideologie, aber seine Sch\u00e4tze, d.h. Objekte, Depots und einen gro\u00dfen Teil seiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Die Planung wurde an das alte Geb\u00e4ude angepasst. Dabei ging auch manches aus der urspr\u00fcnglichen Konzeption verloren, was im Rossi-Bau realisiert worden w\u00e4re, etwa die bauliche Unterscheidung zwischen Epochen-, Vertiefungs- und Themenr\u00e4umen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es folgte eine lange Reihe hoch interessanter, teils fulminanter, durchweg sehr publikumswirksamer Wechselausstellungen, seit 2003 in diesem Geb\u00e4ude, f\u00fcr dessen architektonische Gestaltung St\u00f6lzl, w\u00e4hrend eines Besuchs in New York, den international hoch renommierten Architekten Ieoh Ming Pei gewonnen hatte, zweifellos ein Gl\u00fccksfall (oder, besser, ein Geniestreich). Es waren die Wechselausstellungen, die in den n\u00e4chsten anderthalb Jahrzehnten das Bild des DHM in der \u00d6ffentlichkeit positiv pr\u00e4gten und ihm das hohe Ma\u00df an Zustimmung und Anerkennung einbrachten, das es bald auszeichnete.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn die Vorbereitung der chronologisch aufgebauten Dauerausstellung unter dem Titel \u201eDeutsche Geschichte in Bildern und Zeugnissen\u201c im Hauptgeb\u00e4ude brauchte l\u00e4nger, sie wurde \u2013 nach einem provisorischen \u00dcberblick Mitte der 90er Jahre \u2013 erst 2006 er\u00f6ffnet, lange nach dem Weggang St\u00f6lzls zun\u00e4chst zur \u201eWelt\u201c und dann in die Berliner Politik, unter der Regie seines Nachfolgers Hans Ottomeyer. Auch diese Dauerausstellung war am Gr\u00fcndungskonzept von 1987 orientiert, wenn auch nicht in jeder Hinsicht. Die expliziten Leitfragen, die analytischen Vertiefungen und die der Umschau dienenden Haltepunkte traten sehr weit zur\u00fcck.<sup data-fn=\"b8ac81bb-4f52-476b-86d1-806db19ff506\" class=\"fn\"><a href=\"#b8ac81bb-4f52-476b-86d1-806db19ff506\" id=\"b8ac81bb-4f52-476b-86d1-806db19ff506-link\">3<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Bedenkt man, wie umstritten, ja umk\u00e4mpft das Vorhaben vor allem in den 80er Jahren war, fragt man sich, wieso es dennoch, aufs Ganze gesehen, so glatt entstand und gut gelang. Es gibt mehrere Antworten:<\/p>\n\n\n\n<p>Da war das sehr entschiedene, sehr wirkungsvolle Engagement Helmut Kohls in einer von ihm als Gelegenheit zur politisch-kulturellen Wende wahrgenommenen Konstellation, ein Engagement, das er mit finanzieller Gro\u00dfz\u00fcgigkeit und pers\u00f6nlicher Ausdauer realisierte. Und Kohl war m\u00e4chtig.<\/p>\n\n\n\n<p>Da war die \u00e4u\u00dferst geschickte, sehr stark auf breiten Konsens zielende Vorgehensweise der beteiligten Entscheidungspersonen. Fr\u00fch wurde ein relativ breites, wenn auch nicht unbegrenztes Spektrum politisch unterschiedlich verorteter Personen einbezogen. Man k\u00f6nnte es an der Zusammensetzung der Sachverst\u00e4ndigenkommission zeigen, in der Historiker sa\u00dfen, die im sogenannten \u201eHistorikerstreit\u201c auf gegens\u00e4tzlichen Seiten gestanden hatten und standen. Mir scheint, dass der Verleger Wolf Jobst Siedler, der gro\u00dfe Personalkenntnis und Verbindungen in verschiedene intellektuelle Kreise besa\u00df, als Ratgeber und Pate des Ganzen eine sehr wichtige Rolle gespielt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Und da war die Tatsache, dass in den nicht-\u00f6ffentlichen, kleinformatigen, strikt problem- und gegenstandsbezogenen Diskussionen der Historiker, Museumsleute, Politiker und Intellektuellen \u2013 in jenen letzten Jahren der Bonner Republik und in der entstehenden Berliner Republik \u2013 sehr viel mehr stillschweigender Konsens zum Vorschein kam, als es die oft erregten und zugespitzten Debatten in der medienvermittelten \u00d6ffentlichkeit vermuten lie\u00dfen. Andererseits haben diese leidenschaftlichen Kontroversen in der \u00d6ffentlichkeit und das sich darin ausdr\u00fcckende tiefe Misstrauen gegen den Museumsplan die Akteure in der Politik zu besonderer Vorsicht und R\u00fccksicht veranlasst, was die Gr\u00fcndung des Museums erleichterte.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich kann man in der R\u00fcckschau erkennen, dass Verschiebungen im kulturellen Umgang mit der Geschichte stattfanden, die sich auf das Museumsprojekt g\u00fcnstig auswirkten. Die Bereitschaft, Geschichte als Quelle von Identit\u00e4tsbildung zu akzeptieren, nahm in vielen Formen und auf verschiedenen Ebenen seit den sp\u00e4ten 70er Jahren zu, nicht nur in der Bundesrepublik. Auch in der DDR zeigte sich diese Tendenz, als man sich in den 80er Jahren der Geschichte Preu\u00dfens als Teil der eigenen Tradition zuwandte. Damit wurde die deutsch \u2013 deutsche Konkurrenz um die Deutung der gemeinsamen Geschichte heftiger \u2013 ein weiteres Motiv f\u00fcr die Einrichtung von Institutionen wie dem DHM. Dann die Wiedervereinigung: sie brachte Entscheidungen in lange ungel\u00f6sten Fragen nach dem Zusammenhalt und den Grenzen Deutschlands. Sie warf aber auch neue Fragen auf, die historischer Antworten bedurften, etwa zur Geschichte der deutschen Diktaturen im Vergleich und zu Deutschlands Ort in Europa. Wer an der Berechtigung der Frage nach Nation und Nationalstaat gezweifelt und sie als pass\u00e9 abgehakt hatte, sah sich eines Besseren belehrt, wenn er unvoreingenommen die ungest\u00fcme R\u00fcckkehr des Nationalstaats als eines zentralen Ordnungsfaktors in die Gegenwart Deutschlands und Osteuropas seit dem Ende der 80er Jahre beobachtete. All das bedeutete R\u00fcckenwind f\u00fcr ein Projekt wie das DHM. Es ist in den Auseinandersetzungen der sp\u00e4ten Bonner Republik entstanden und entschieden worden, aber erst in der Berliner Republik ausgeformt und realisiert worden. Man kann seine Fr\u00fchgeschichte als Teil der inneren Wiedervereinigung verstehen, westlich inspiriert und dominiert, aber mit gesamtdeutsch-europ\u00e4ischer Perspektive und mit einigen inhaltlich-institutionellen Anpassungen an die neue Situation.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer, zentraler Grund f\u00fcr den Erfolg des DHM wird klar, wenn man Person und Rolle seines Gr\u00fcndungsdirektors betrachtet. Christoph St\u00f6lzl, der anderthalb Jahrzehnte lang die Entwicklung des DHM stark beeinflusst hat, war ein Gl\u00fccksfall f\u00fcr das entstehende Museum.<\/p>\n\n\n\n<p>St\u00f6lzl war studierter Historiker, hatte selbst wissenschaftlich gearbeitet, zur Geschichte des Habsburger Reichs, zur Geschichte B\u00f6hmens, dabei vor allem zur Geschichte der b\u00f6hmischen Juden, mit besonderem Interesse an Kafka. Sein historisches Interesse war tief verankert und durchaus kritisch, bis zu seinem letzten Gro\u00dfprojekt, seiner Mitarbeit an dem in Berlin geplanten Exilmuseum. Von dieser geschichtsaffinen Grundposition her ist es ihm gelungen, ungeachtet vielf\u00e4ltiger Kritik im Einzelnen den Respekt der unterschiedlichsten Fachvertreter zu gewinnen, die an dem Projekt DHM beteiligt waren \u2013 von den h\u00e4ufig skeptischen Museumspraktikern bis hin zu Historikern und Historikerinnen auch im linken Teil des wissenschaftlich-politischen Spektrums.<\/p>\n\n\n\n<p>Historiker m\u00fcssen sich, wenn sie synthetisieren, mit vielen Sachgebieten besch\u00e4ftigen, f\u00fcr die sie nicht speziell ausgebildet sind. In gewisser Hinsicht sind sie immer auch Dilettanten. Das gilt in besonderem Ma\u00dfe f\u00fcr St\u00f6lzl, und das war eine seiner St\u00e4rken. Gerade die Tatsache, dass er meist als Nicht-Spezialist auftrat, sich oft nicht genau festlegte und manches in der Schwebe, im Ungef\u00e4hren hielt, gerade das erleichterte ihm in kontroversen Situationen das intellektuelle \u00dcberleben und verst\u00e4rkte seine Durchsetzungskraft.<\/p>\n\n\n\n<p>St\u00f6lzl gab den Versuch einer wissenschaftlichen Karriere auf, er strebte danach zu gestalten<strong>.<\/strong> Und dies gelang ihm, auch im Fall des entstehenden DHM, in dreifacher Hinsicht. <em>Zum einen<\/em> hatte er in seinen M\u00fcnchener Jahren \u2013 learning by doing \u2013 die F\u00e4higkeit zum institutionellen Arbeiten erworben, als Leiter des Stadtmuseum. Die brauchte er auch als DHM \u2013 Direktor, auch wenn er vieles zu delegieren verstand.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Zum andern<\/em> wusste er, dass zur Errichtung eines Museums, wie zur Organisation jeder Gro\u00dfausstellung, Diplomatie geh\u00f6rt. Er beherrschte sie, gewann Personen und Positionen auch im ganz kleinen Kreis. Er erwarb das Vertrauen von Kanzler Kohl, beriet ihn in wichtigen kulturpolitische Fragen: bei der Gestaltung der \u201eNeuen Wache\u201c, in Bezug auf das Denkmal f\u00fcr die ermordeten Juden Europas, vermutlich auch in Bezug auf den partiellen Wiederaufbau des Stadtschlosses. So verf\u00fcgte er \u00fcber gro\u00dfen Einfluss, was seiner Leitungst\u00e4tigkeit im DHM und \u00fcberhaupt dem DHM sehr zu statten kam.<\/p>\n\n\n\n<p>St\u00f6lzl war <em>drittens<\/em> ein Mann der \u00d6ffentlichkeit. Er konnte \u00f6ffentlich sprechen, zumeist ohne Manuskript, aber druckreif. Er war rhetorisch brillant. Seine Neugier wirkte ansteckend, er verbreitete Frohsinn selbst in krisenhaften Situationen, seine Reden besa\u00dfen meist zugleich hohen Unterhaltungswert. Er besa\u00df ein immenses Bildungswesen, das er wohl auch seiner bildungsb\u00fcrgerlichen Herkunft verdankte und \u00fcber das er frei, einfalls- und assoziationsreich verf\u00fcgte. Kai-Uwe Peter, Pr\u00e4sident der Deutschen Schiller-Gesellschaft, formulierte das k\u00fcrzlich so: \u201eChristoph St\u00f6lzl konnte m\u00fchelos von Michelangelos r\u00f6mischer Pieta \u00fcber die sp\u00e4te Industrialisierung in den deutschen L\u00e4ndern zum fr\u00f6mmelnden Marienkult in Bayern und den Klebeetiketten der ersten M\u00fcnchner Flaschenbiere flanieren.\u201c Ja, St\u00f6lzl sch\u00e4tzte das Flanieren, nicht zuf\u00e4llig engagierte er sich 2016 f\u00fcr die sch\u00f6ne Ausstellung \u00fcber \u201eHarry Graf Kessler \u2013 Flaneur durch die Moderne\u201c im Liebermann-Haus. Trotzdem passt es nicht, St\u00f6lzl als \u201eFlaneur\u201c zu bezeichnen. Daf\u00fcr war er viel zu sehr jemand, der nicht nur beobachtete, sondern auch mit Engagement entschied und gestaltete. Dass aber ein solch fliegender Wechsel von einem zum andern Thema fast notwendig mit gelegentlicher Ungenauigkeit verbunden war, h\u00e4tte St\u00f6lzl ohne weiteres zugegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese drei Erweiterungen seiner fachm\u00e4nnischen Qualit\u00e4t \u2013 als Institutionenleiter, Diplomat und Mann der \u00d6ffentlichkeit \u2013 brachte er zusammen, nicht zuletzt durch seinen pers\u00f6nlichen Charme. Dem DHM kam dies zweifellos zugute.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich: St\u00f6lzl war kein Linker. Soweit er sich parteipolitisch engagierte, geschah dies in der FDP und dann in der Berliner CDU, der er kurzzeitig vorsa\u00df. Er galt vielen als Konservativer. Selbst lehnte er es nicht ab, so eingeordnet zu werden, wenn er es auch vorzog, sich als B\u00fcrger zu beschreiben. Und auch in seiner Zeit als DHM-Gr\u00fcnder und -Direktor finden sich h\u00e4ufig Entscheidungen und dahinterliegende \u00dcberzeugungen, die man gemeinhin als konservativ bezeichnen w\u00fcrde, politisch wie \u00e4sthetisch. Aber diese Haltung verband er mit ausgepr\u00e4gter Experimentier- und Unternehmungslust, mit sprudelnder Ideenvielfalt und Risikobereitschaft, mit Neugier, Zukunftsvertrauen und Reformlust, f\u00fcr die das Wort konservativ sich nicht direkt anbietet. Seine thematischen Interessen als Historiker \u2013 etwa f\u00fcr j\u00fcdische Geschichte, Antisemitismus oder Exil \u2013 stehen nicht gerade f\u00fcr ausgepr\u00e4gten Konservatismus. Sein Auftreten, seine Kleidung, sein Habitus wirkten urban, nicht konservativ. Sollte man von einem \u201eprogressiven Konservativen\u201c sprechen, oder von einem liberal-konservativen Reformer, oder gar, um eine bekannte Theaterintendantin zu zitieren, von einem \u201ekonservativen Anarchisten\u201c?<\/p>\n\n\n\n<p>Lassen wir es offen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich erinnere mich mit gro\u00dfer Hochachtung an Christoph St\u00f6lzl und bedaure, dass wir ihm zu seinem heutigen 80. Geburtstag nicht mehr pers\u00f6nlich gratulieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Verweise<\/strong><\/p>\n\n\n<ol class=\"wp-block-footnotes\"><li id=\"3f64efb0-d6e7-47bf-896e-9f1647bcd083\">Ch. St\u00f6lzl (Hg.), Deutsches Historisches Museum. Ideen \u2013 Kontroversen \u2013 Perspektiven, Berlin 1988, S. 609-636, bes. 611-614. <a href=\"#3f64efb0-d6e7-47bf-896e-9f1647bcd083-link\" aria-label=\"Zur Fu\u00dfnotenreferenz 1 navigieren\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><li id=\"06b62e56-191b-4f6d-8a09-4076425c81b5\">Ch. St\u00f6lzl, Wie die Idee eines Deutschen Historischen Museums Gestalt annahm, 1985-1999, in: Zwanzig Jahre Deutsches Historisches Museum, Berlin 2007, S. 33-42, hier 36. <a href=\"#06b62e56-191b-4f6d-8a09-4076425c81b5-link\" aria-label=\"Zur Fu\u00dfnotenreferenz 2 navigieren\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><li id=\"b8ac81bb-4f52-476b-86d1-806db19ff506\">J. Kocka, Ein chronologischer Bandwurm. Die Dauerausstellung des Deutschen Historischen Museums, in: Geschichte und Gesellschaft 32, 2006, S. 398-411 <a href=\"#b8ac81bb-4f52-476b-86d1-806db19ff506-link\" aria-label=\"Zur Fu\u00dfnotenreferenz 3 navigieren\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<h2><span>Christoph St\u00f6lzl und das Deutsche Historische Museum<span><\/h2>\n<p>Am 10. Januar 2023 verstarb der Gr\u00fcndungsdirektor des Deutschen Historischen Museums, Prof. Dr. Christoph St\u00f6lzl. Am 17. Februar 2024 w\u00e4re er 80 Jahre alt geworden: Mit einem \u201eAbend f\u00fcr Christoph St\u00f6lzl\u201c erinnerten wir an einen enthusiastischen Ideengeber, Kulturhistoriker und Ermutiger, der unser Haus nachhaltig pr\u00e4gte. Die Festrede, die wir hier ver\u00f6ffentlichen, hielt Prof. em. Dr. Dr. h.c. mult. J\u00fcrgen Kocka.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":8435,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":true,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"[{\"content\":\"Ch. St\u00f6lzl (Hg.), Deutsches Historisches Museum. Ideen \u2013 Kontroversen \u2013 Perspektiven, Berlin 1988, S. 609-636, bes. 611-614.\",\"id\":\"3f64efb0-d6e7-47bf-896e-9f1647bcd083\"},{\"content\":\"Ch. St\u00f6lzl, Wie die Idee eines Deutschen Historischen Museums Gestalt annahm, 1985-1999, in: Zwanzig Jahre Deutsches Historisches Museum, Berlin 2007, S. 33-42, hier 36.\",\"id\":\"06b62e56-191b-4f6d-8a09-4076425c81b5\"},{\"content\":\"J. 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