
{"id":8741,"date":"2024-05-07T10:59:20","date_gmt":"2024-05-07T08:59:20","guid":{"rendered":"\/blog\/?p=8741"},"modified":"2024-05-22T10:04:08","modified_gmt":"2024-05-22T08:04:08","slug":"arzt-und-gelehrtenportraets-aus-vier-jahrhunderten","status":"publish","type":"post","link":"\/blog\/2024\/05\/07\/arzt-und-gelehrtenportraets-aus-vier-jahrhunderten\/","title":{"rendered":"Arzt- und Gelehrtenportr\u00e4ts aus vier Jahrhunderten"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Arzt- und Gelehrtenportr\u00e4ts aus vier Jahrhunderten. Die Grafiksammlung des Medizinhistorikers Georg Harig<\/h1>\n\n\n\n<p>Wolfgang Cortjaens &amp; Annine W\u00f6llner | 7. Mai 2024<\/p>\n\n\n\n<p><strong>F\u00fcr die grafische Sammlung des Deutschen Historischen Museums (DHM) konnte 2022 ein Konvolut von au\u00dferordentlich seltenen Arzt- und Gelehrtenportr\u00e4ts von Georg Harig erworben werden. Mehr \u00fcber die Objekte und deren Restaurierung berichten Wolfgang Cortjaens, Sammlungsleiter Angewandte Kunst und Grafik, und Annine W\u00f6llner, Papierrestauratorin.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ankauf<\/h2>\n\n\n\n<p>Bei dem 2022 f\u00fcr die Grafiksammlung des DHM erworbenen Konvolut \u201eSammlung Georg Harig\u201c handelt es sich um insgesamt 65 gerahmte, teils gro\u00dfformatige historische Portr\u00e4tstiche des 16. bis sp\u00e4ten 19. Jahrhunderts in verschiedenen Drucktechniken (Kupferstich, Mezzotinto, Stahlstich). Neben der au\u00dferordentlichen Qualit\u00e4t und Seltenheit der meisten Bl\u00e4tter war auch der \u00dcberlieferungskontext ausschlaggebend f\u00fcr den Ankauf durch das DHM: Das Konvolut stammt aus der privaten Sammlung des bekannten Berliner Medizinhistorikers Prof. Dr. Georg Harig (1935\u20131989), selbst eine pr\u00e4gende Figur der medizingeschichtlichen Forschung in der DDR der 1960er bis 1980er Jahre. Geboren 1935 in Leningrad als Sohn des in Nazi-Deutschland als Kommunist verfolgten und exilierten Physikers und Philosophen Gerhard Harig (1902\u20131966), kehrte er 1948 mit seiner Mutter in die sowjetische Besatzungszone zur\u00fcck. 1958 absolvierte er sein Staatsexamen an der Humboldt-Universit\u00e4t, ein Jahr sp\u00e4ter folgte die Promotion zum Thema \u201eZur medizinischen Analyse der hippokratischen Schrift De aere locis\u201c. Zun\u00e4chst internistisch t\u00e4tig, wandte Harig sich Mitte der 1960er Jahre der Medizingeschichte zu, zun\u00e4chst als wissenschaftlicher Assistent am Institut f\u00fcr Geschichte der Medizin, mit dem Erwerb der Lehrbef\u00e4higung ab 1970 auch als Hochschuldozent bzw. ab 1985 als ordentlicher Professor. Harigs \u00fcber Jahrzehnte aufgebaute private Stichsammlung, die in dicht gedr\u00e4ngter H\u00e4ngung die W\u00e4nde seiner Berliner Wohnung schm\u00fcckte (Abb. 1), spiegelt dieses Interesse wieder.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-1-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8742\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-1-1024x768.jpeg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-1-300x225.jpeg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-1-768x576.jpeg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-1-1536x1152.jpeg 1536w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-1-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Abb. 1<\/strong> Blick in die Berliner Wohnung des Medizinhistorikers Prof. Dr. Georg Harig<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Bl\u00e4tter zeigen ausnahmslos M\u00e4nner der Medizin- und Wissenschaftsgeschichte: Pietro Aretino, J. N. Lieberk\u00fchn, Carl von Linn\u00e9, Blaise Pascal, Kopernikus [de facto Johannes St\u00f6ffler], Irenaeus Vehr oder Alexander von Humboldt. Es dominieren Mediziner, Physiker, Physiologen und Botaniker, doch sind vereinzelt auch Gr\u00f6\u00dfen der Geistesgeschichte vertreten, etwa Johann Joachim Winckelmann. Unter den Sch\u00f6pfern der grafischen Vorlagen bzw. ihrer Umsetzung sind so bedeutende K\u00fcnstler wie Wenzel Hollar, Gerard Edelinck, Wolfgang Philipp Kilian, Daniel Chodowiecki, Franz Kr\u00fcger und Georg Friedrich Schmidt. Alle Bl\u00e4tter, teils aus Publikationen stammend, teils Einblattdrucke, sind \u00fcberaus rar und weltweit in nur wenigen Exemplaren an anderen Bibliotheksstandorten bzw. in anderen Sammlungen verzeichnet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"718\" height=\"1024\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-2-_Gr_2022-88-1-718x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8765\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-2-_Gr_2022-88-1-718x1024.jpg 718w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-2-_Gr_2022-88-1-210x300.jpg 210w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-2-_Gr_2022-88-1-768x1095.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-2-_Gr_2022-88-1-1078x1536.jpg 1078w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-2-_Gr_2022-88-1-1437x2048.jpg 1437w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-2-_Gr_2022-88-1-scaled.jpg 1796w\" sizes=\"auto, (max-width: 718px) 100vw, 718px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Abb. 2<\/strong>: Portr\u00e4t des Humanisten und Naturforschers Conrad Gesner, Conrad Meyer, 1662, Kupferstich nach einer Vorlage von Tobias Stimmer, ver\u00f6ffentlicht in \u201eWare vnd Lebendige Bildnussen etlicher weitberh\u00fcmbten vnnd Hochgelehrten M\u00e4nner in Teutschland\u201c (Stra\u00dfburg 1587), DHM, Inv.-Nr. Gr 2022\/88.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"810\" height=\"1024\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-3-_Gr_2022-97-2-810x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8768\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-3-_Gr_2022-97-2-810x1024.jpg 810w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-3-_Gr_2022-97-2-237x300.jpg 237w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-3-_Gr_2022-97-2-768x971.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-3-_Gr_2022-97-2-1215x1536.jpg 1215w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-3-_Gr_2022-97-2-1621x2048.jpg 1621w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-3-_Gr_2022-97-2-scaled.jpg 2026w\" sizes=\"auto, (max-width: 810px) 100vw, 810px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Abb. 3:<\/strong> Allegorisches Portr\u00e4t des Mediziners und Optikers Johann Nathanael Lieberk\u00fchn, Georg Friedrich Schmidt, 1757, Radierung, DHM, Inv.-Nr. Gr 2022\/97.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das meisterlich radierte Portr\u00e4t Lieberk\u00fchns, ganz der opulenten Bildsprache des sp\u00e4ten Rokoko verhaftet, k\u00f6nnte Georg Harig besonders angezogen haben, weil die beiden ovalen Bildnismedaillons links im Hintergrund die antiken \u00c4rzte Hippokrates und Galen zeigen, denen er selbst umfangreiche Forschungsarbeiten gewidmet hat; Galen war 1970 Thema seiner Habilitationsschrift.<\/p>\n\n\n\n<p>Harigs Witwe, die Philologin und Medizinhistorikerin Jutta Harig-Kollesch (*1933), ver\u00e4u\u00dferte das Konvolut vor einigen Jahren an einen befreundeten Mediziner; dieser wiederum bot es der Grafiksammlung des DHM an. Die durch Thematik und Provenienz gleich zweifach gegebene Geschlossenheit der Sammlung und ihr gr\u00f6\u00dftenteils zufriedenstellender Erhaltungszustand waren zentrale Argumente f\u00fcr den Ankauf.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Restaurierung<\/h2>\n\n\n\n<p>Bei der Sichtung des Konvoluts wurde den Mitarbeiter*innen der grafischen Sammlung, der Papierrestaurierung sowie der Passepartout-Werkstattschnell klar, dass die Sammlung in ihren \u00fcberwiegend historischen Rahmen belassen werden sollte, um ihren einheitlichen Eindruck zu wahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Austausch der Materialien, aus denen R\u00fcckw\u00e4nde und Passepartout gefertigt waren, war allerdings unumg\u00e4nglich. Diese waren s\u00e4mtlich verbr\u00e4unt und s\u00e4urehaltig, was zu einer weiterf\u00fchrenden Sch\u00e4digung der Originalgrafiken gef\u00fchrt h\u00e4tte. Durch neue Passepartouts aus s\u00e4urefreiem und alterungsbest\u00e4ndigem Material konnte nicht nur eine konservatorische Lagerung erm\u00f6glicht, sondern auch die einheitliche \u00c4sthetik des Nachlasses unterstrichen werden. Zus\u00e4tzlich wurde bereits im gerahmten Zustand deutlich, dass eine Reinigung der Originale sowie Rahmen dringend notwendig waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ausrahmung aller Portr\u00e4ts erlaubte die Erfassung und Dokumentation von den im gerahmten Zustand nicht erreichbaren Informationen f\u00fcr die Objektdatenbank sowie die Provenienzforschung. Nach einer ausf\u00fchrlichen fotografischen Dokumentation wurden daf\u00fcr alle Grafiken in kleinen Chargen einzeln ausgerahmt und aus ihren unterschiedlichen Montierungen entnommen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"678\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-4-1024x678.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8745\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-4-1024x678.jpg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-4-300x199.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-4-768x509.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-4-1536x1017.jpg 1536w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-4-2048x1356.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Abb. 4:<\/strong> Transport einer Bearbeitungs-Charge mit Rahmen verschiedener Gr\u00f6\u00dfen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Originale selbst wurden die Restaurierungsschritte nach dem Ausrahmen individuell angepasst. Als minimale Ma\u00dfnahme fand bei allen Grafiken eine Trockenreinigung statt. Mechanische Sch\u00e4den wie Risse, lose Partien oder Ausd\u00fcnnungen wurden mit Japanpapier und Weizenst\u00e4rkekleister gesichert. In wenigen F\u00e4llen war die Erg\u00e4nzung von Fehlstellen notwendig; diese wurden in zum Original passenden Papieren ausgefertigt. Auf den R\u00fcckseiten vieler Grafiken fanden sich R\u00fcckst\u00e4nde von verschiedenen Selbstklebeb\u00e4ndern und Papierstreifen. Diese stammten meist von alten Montierungen oder Reparaturen. Die Entfernung erfolgte soweit m\u00f6glich mechanisch; wenn n\u00f6tig wurde etwas Feuchtigkeit zum Anquellen der Klebstoffe verwendet. Einige Bl\u00e4tter wurden auch komplett w\u00e4ssrig im Bad behandelt, wenn diese starke Wasserr\u00e4nder, Verschmutzungen oder Vergilbungen aufwiesen. Anschlie\u00dfend wurden die so behandelten Bl\u00e4tter beschwert im Stapel getrocknet. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-5-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8746\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-5-1024x768.jpg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-5-300x225.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-5-768x576.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-5-1536x1152.jpg 1536w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-5.jpg 2016w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Abb. 5<\/strong>: Gr 2022\/100 Beispiel f\u00fcr die Sicherung mit Japanpapier. In Vorbereitung f\u00fcr das Verkleben einer gel\u00f6sten Partie wurde diese in das Schriftbild passend positioniert.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Bei der Montierung in den neuen s\u00e4urefreien Passepartouts und der abschlie\u00dfenden Einsetzung in die originalen Rahmen kam die Arbeit der einzelnen Team-Mitglieder dann auch optisch zusammen. Die Montierung erfolgt mit F\u00e4lzen aus Japanpapier; bis zu sechs F\u00e4lze wurden an den Au\u00dfenkanten der Grafiken angebracht, um diese so mit den R\u00fcckw\u00e4nden der Passepartouts zu verbinden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"678\" data-id=\"8748\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-6-1-1024x678.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8748\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-6-1-1024x678.jpg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-6-1-300x199.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-6-1-768x509.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-6-1-1536x1017.jpg 1536w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-6-1-2048x1356.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"678\" data-id=\"8749\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-7-1024x678.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8749\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-7-1024x678.jpg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-7-300x199.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-7-768x509.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-7-1536x1017.jpg 1536w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-7-2048x1356.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\"><strong>Abb. 6 und 7: <\/strong>Montieren der Grafik mit F\u00e4lzen im Passepartout und Auflegen des Rahmenglases<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sammlung<\/h2>\n\n\n\n<p>In Einzelf\u00e4llen ergaben sich im Zuge der Restaurierungsma\u00dfnahmen auch Revisionen bisheriger Zuschreibungen. So ist ein um 1650 datierter Kupferstich, der den Mathematiker und Astronomen Johannes St\u00f6ffler flankiert von einem heliozentrischen Modell und einem nautischen Instrument, dem sog. Jakobsstab, zeigt (Abb.8: Gr 2022\/96), in der gedruckten lateinischen Bildlegende f\u00e4lschlich als Portr\u00e4t des Nikolaus Kopernikus bezeichnet. Die Neu-Identifizierung gelang auf Basis eines als Vorlage dienenden Holzschnittes aus Jean-Jacques Boissards Publikation \u201eIconvm Virorvm Illvstrivm\u201c (Frankfurt am Main 1598), in der sowohl St\u00f6ffler als auch Kopernikus dargestellt sind.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"726\" height=\"1024\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-8-_Gr_2022-96-1-726x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8769\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-8-_Gr_2022-96-1-726x1024.jpg 726w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-8-_Gr_2022-96-1-213x300.jpg 213w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-8-_Gr_2022-96-1-768x1083.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-8-_Gr_2022-96-1-1090x1536.jpg 1090w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-8-_Gr_2022-96-1-1453x2048.jpg 1453w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-8-_Gr_2022-96-1-scaled.jpg 1816w\" sizes=\"auto, (max-width: 726px) 100vw, 726px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Abb. 8:<\/strong> Mathematiker und Astronom Johannes St\u00f6ffler, 1650, Kupferstich, DHM, Inv.-Nr. Gr 2022\/96<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Auch unter manchen R\u00fcckw\u00e4nden kam Interessantes zum Vorschein: Neben Stempeln, handschriftlichen Notizen und sonstigen Hinweisen auf Vorbesitzer*innen fanden sich etwa eine versteckte Druckgrafik sowie ein Scherenschnitt. Den dabei zutage getretenen Hinweisen wird derzeit noch nachgegangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sammlung Harig erg\u00e4nzt sinnvoll den Eigenbestand an historischer Portr\u00e4tgrafik des DHM, der seit 2021 einer gr\u00fcndlichen Revision unterzogen wird. Gerade das in der Grafiksammlung eher unterrepr\u00e4sentierte Thema Medizingeschichte der Fr\u00fchen Neuzeit und der Aufkl\u00e4rung erhielt durch die Neuzug\u00e4nge eine willkommene St\u00e4rkung. Die vielfach originelle Ikonografie und Emblematik der Darstellungen erm\u00f6glicht einen Einsatz einzelner Bl\u00e4tter in Wechselausstellungen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"678\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-9-1024x678.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8751\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-9-1024x678.jpg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-9-300x199.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-9-768x509.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-9-1536x1017.jpg 1536w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Abb-9-2048x1356.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Abb. 9:<\/strong> Lagerung in Sammlung<\/figcaption><\/figure>\n\n\n<table style=\"height: 291px;\" border=\"0\" width=\"840\">\n<tbody>\n<tr>\n<td bgcolor=\"#becafa\">\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-7795 \" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Wolfgang_Cortjaens01_klein-fuer-Web-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"196\" height=\"294\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Wolfgang_Cortjaens01_klein-fuer-Web-200x300.jpg 200w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Wolfgang_Cortjaens01_klein-fuer-Web.jpg 667w\" sizes=\"auto, (max-width: 196px) 100vw, 196px\" \/><\/p>\n<\/td>\n<td bgcolor=\"#becafa\">\n<h4 style=\"color: #000000; padding: 5px 10px 0px 10px;\">Dr. Wolfgang Cortjaens<\/h4>\n<p style=\"color: #000000; padding: 5px 10px 0px 10px;\">Wolfgang Cortjaens ist Leiter der Sammlung Angewandte Kunst und Grafik am Deutschen Historischen Museum.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><!-- \/wp:post-content --><\/p>\n<table style=\"height: 291px;\" border=\"0\" width=\"840\">\n<tbody>\n<tr>\n<td bgcolor=\"#becafa\">\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-8760 \" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Annine_Woellner_01-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"131\" height=\"197\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Annine_Woellner_01-200x300.jpg 200w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Annine_Woellner_01-683x1024.jpg 683w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Annine_Woellner_01-768x1152.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Annine_Woellner_01-1024x1536.jpg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Annine_Woellner_01-1366x2048.jpg 1366w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Annine_Woellner_01-scaled.jpg 1707w\" sizes=\"auto, (max-width: 131px) 100vw, 131px\" \/><\/p>\n<\/td>\n<td bgcolor=\"#becafa\">\n<h4 style=\"color: #000000; padding: 5px 10px 0px 10px;\">Annine W\u00f6llner<\/h4>\n<p style=\"color: #000000; padding: 5px 10px 0px 10px;\">Annine W\u00f6llner ist Papierrestauratorin am Deutschen Historischen Museum.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<h2><span>Arzt- und Gelehrtenportr\u00e4ts aus vier Jahrhunderten. Die Grafiksammlung des Medizinhistorikers Georg Harig<span><\/h2>\n<p>F\u00fcr die grafische Sammlung des Deutschen Historischen Museums (DHM) konnte 2022 ein Konvolut von au\u00dferordentlich seltenen Arzt- und Gelehrtenportr\u00e4ts von Georg Harig erworben werden. 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