
{"id":9143,"date":"2024-10-18T16:11:40","date_gmt":"2024-10-18T14:11:40","guid":{"rendered":"\/blog\/?p=9143"},"modified":"2024-10-31T14:58:20","modified_gmt":"2024-10-31T13:58:20","slug":"aufklaerung-ausstellen","status":"publish","type":"post","link":"\/blog\/2024\/10\/18\/aufklaerung-ausstellen\/","title":{"rendered":"Aufkl\u00e4rung ausstellen"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Aufkl\u00e4rung ausstellen<\/h1>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Er\u00f6ffnungsrede von Liliane Weissberg<\/h2>\n\n\n\n<p>18. Oktober 2024<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Am 18. Oktober 2024 wurde die Ausstellung <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/ausstellungen\/was-ist-aufklaerung-fragen-an-das-18-jahrhundert\/\">\u201eWas ist Aufkl\u00e4rung? Fragen an das 18. Jahrhundert\u201c <\/a>feierlich im Deutschen Historischen Museum er\u00f6ffnet. Die Er\u00f6ffnungsrede von Kuratorin Liliane Weissberg ver\u00f6ffentlichen wir auf dem Blog<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr geehrte Staatsministerin Roth, lieber Raphael Gross, meine Damen und Herren,<\/p>\n\n\n\n<p>der franz\u00f6sische Historiker Antoine Lilti beginnt seine Studie \u00fcber das Erbe der Aufkl\u00e4rung mit einem R\u00fcckblick auf das Attentat auf die Journalisten der franz\u00f6sischen satirischen Zeitschrift <em>Charlie Hebdo<\/em> im Januar 2015. Kurz nach diesem Anschlag erschienen auf Pariser Hausw\u00e4nden Graffiti-Zeichnungen, die das Portr\u00e4t Voltaires zeigten mit den Worten: \u201eJe suis Charlie\/Ich bin Charlie\u201d. Viele Beschriftungen zitierten dar\u00fcber hinaus eine Maxime, die diesem Philosophen oft zugeschrieben wird, aber leider nicht nachweisbar ist: \u201eIch bin mit dem, was Sie sagen, nicht einverstanden, aber ich werde bis zum Tod daf\u00fcr k\u00e4mpfen, dass Sie das Recht haben, es zu sagen\u201c.<a href=\"#_edn1\" id=\"_ednref1\">[1]<\/a> Toleranz und Redefreiheit wurden in dieser bewegten Zeit gefordert, und diese Forderungen auf einen Vertreter der Aufkl\u00e4rung zur\u00fcckgef\u00fchrt. <\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Toleranz und Redefreiheit sind sicherlich nicht die einzigen Begriffe, die wir heute mit der Aufkl\u00e4rung in Beziehung bringen. Wir berufen uns auf die Emanzipation des Individuums, fordern die Gleichheit der Menschen und ihre politische Selbstbestimmung, unterst\u00fctzen die allgemeinen Menschenrechte. Wir verbinden mit der Aufkl\u00e4rung das Postulat einer objektiven wissenschaftlichen Forschung, deren Resultate das menschliche Leben verbessern sollen, w\u00fcnschen uns allgemein zug\u00e4ngliche Bildungsangebote, aber auch \u00f6ffentliche R\u00e4umen und Medien, die Meinungsaustausch und Diskussionen erm\u00f6glichen. Dass all dies bereits damals zur Debatte stand und diese Forderungen bis heute nur sehr z\u00f6gerlich \u2013 wenn \u00fcberhaupt \u2013 eingel\u00f6st wurden, hat sicherlich wenig mit deren Berechtigung zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; \u201eAufkl\u00e4rung\u201c ist zu einem Gemeinplatz geworden, der allzu leicht angerufen wird. Aber die Philosophen und Wissenschaftler der Zeit formulierten ihre Gedanken oft widerspr\u00fcchlich, und vor allem wurden sie kaum je in der Praxis umgesetzt. Nehmen wir die viel ger\u00fchmte Toleranz als Beispiel. Der preu\u00dfische K\u00f6nig Friedrich II., einst Gastgeber Voltaires auf seinem Potsdamer Schloss Sanssouci, proklamierte religi\u00f6se Toleranz; jeder solle, so schrieb er tats\u00e4chlich, nach seiner Fa\u00e7on selig werden. Dabei h\u00e4uften sich zu seiner Amtszeit die Edikte, welche die Rechte der Juden Berlins und Brandenburgs einschr\u00e4nken sollten. Immanuel Kant forderte die Emanzipation des Individuums als selbstst\u00e4ndiges, m\u00fcndiges Wesen. Dass Frauen in diesem Emanzipationsprozess ausgeschlossen wurden, war in Kants Schriften ebenso deutlich zu sehen wie in den fr\u00fchen Erkl\u00e4rungen der Menschenrechte w\u00e4hrend der Franz\u00f6sischen Revolution. Als Thomas Jefferson zur Feder griff um die Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung der Vereinten Staaten zu formulieren, bestand er auf der Gleichheit aller Menschen. Dass er jedoch in dieser neuen Republik, die sich als Kolonie vom Mutterland befreien konnte, auch Herr \u00fcber Hunderten von Sklaven blieb, schien ihm mit seiner Erkl\u00e4rung vereinbar. <\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Die Aufkl\u00e4rung als Epoche des sogenannten langen achtzehnten Jahrhunderts wie auch als Sammelbegriff philosophischer Ideen ist voller Widerspr\u00fcche und Probleme; viele ihrer Vertreter wollten eine neue Welt entwerfen und scheiterten dabei. Wir k\u00f6nnen es heute auf verschiedene Weise erkl\u00e4ren. Neue Ideen schienen mit alten Vorurteilen in Konflikt zu treten oder aber mit \u00f6konomischen Interessen. F\u00fcr viele Philosophen des 20. und 21. Jahrhunderts bildete die Aufkl\u00e4rung mit all ihren Ambivalenzen den Beginn dessen, was wir heute als Moderne bezeichnen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Somit ist es f\u00fcr uns heute wichtig, zweierlei zu verstehen. Zum einen, dass viele der Forderungen, die im achtzehnten Jahrhundert formuliert wurden, auch f\u00fcr uns gelten m\u00fcssen, wenn wir in einem demokratischen Land leben wollen. Zum anderen aber, dass gerade auch die Probleme jener Zeit unser Denken und Handeln heute bestimmen. Diese Thesen sind kein kleines Programm f\u00fcr eine Ausstellung, bei der es bereits als eine Quadratur des Kreises erscheinen mag, philosophische Fragen visuell und h\u00f6rbar darzustellen. F\u00fcr ein Museum, das sich der historischen Urteilskraft widmet, wird diese Aufgabe aber gerade zur Verpflichtung.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wir bieten Ihnen heute keine Feier der Aufkl\u00e4rung, sondern eine Ausstellung von etwa 400 einzigartigen Objekten, die nicht nur unsere Thesen verdeutlichen sollen, sondern auch Geschichten erz\u00e4hlen. Vielleicht versetzen sie Sie sogar ins Staunen. &nbsp;Aber unsere Ausstellung soll keine Wunderkammer sein und auch kein Panorama des achtzehnten Jahrhunderts, und der Gedanke an eine Vollst\u00e4ndigkeit liegt uns fern. Es wird sicherlich Pers\u00f6nlichkeiten, Ereignisse, Objekte geben, die Sie hier erwarten, aber vermissen werden. Und obwohl gerade die Enzyklop\u00e4die eine Erfindung dieser Zeit ist, sehen wir die Reihenfolge der Sektionen, in denen die Ausstellung gezeigt wird, nicht als eine geordnete Folge, sondern als m\u00f6gliche Konstellationen. Wir haben uns von dem Prinzip eines Kaleidoskops leiten lassen. Zwischen einzelnen Sektionen werden Sie Verbindungen feststellen oder herstellen k\u00f6nnen; das Ausstellungsdesign legt Sichtachsen frei. <\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Mein anf\u00e4nglicher Hinweis auf Voltaire und die Pariser Graffiti war nicht zuf\u00e4llig gew\u00e4hlt. Die Ausstellung wird zwar im Deutschen Historischen Museum gezeigt, konzentriert sich aber nicht nur auf die damaligen deutschen Staaten. Aufkl\u00e4rung war ein globales Projekt. Philosophen und Wissenschaftler, die heute als Aufkl\u00e4rer gelten, schrieben und forschten vor allem in Europa, aber ihre Gedankenwelt war ohne die Forschungsreisen dieser Zeit, ohne die Lekt\u00fcre \u00fcbersetzter Schriften, ohne den weitreichenden Briefverkehr, die internationalen Handelswege und letztendlich auch die koloniale Politik undenkbar. Damit erf\u00fcllt das Deutsche Historische Museum jedoch gerade seine zentrale Aufgabe, die deutsche Geschichte in einem europ\u00e4ischen Kontext zu sehen, <em>par excellence<\/em>. Die au\u00dfereurop\u00e4ischen Beziehungen europ\u00e4ischer Intellektueller pr\u00e4gen gerade die Idee \u201eEuropa\u201c in dieser Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>**<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Folgen Sie mir bitte bei einem sehr kurzen Durchgang durch die Ausstellungsr\u00e4ume: <\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Unsere Frage \u201eWas ist Aufkl\u00e4rung?\u201c ist gleichfalls Titel eines bekannten Aufsatzes von Immanuel Kant, der 1794 in der <em>Berlinischen Monatsschrift<\/em> ver\u00f6ffentlicht wurde. \u201e<em>Sapere aude<\/em>!\u201c erkl\u00e4rte er dort, \u201eHabe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!\u201d.<a href=\"#_edn2\" id=\"_ednref2\">[2]<\/a> Dieser Aufsatz Kants, dessen 300. Geburtstag wir dieses Jahr feiern, steht auch zu Beginn unserer Ausstellung. Wenn Sie diese betreten, werden Sie zun\u00e4chst drei Bilder sehen, die den Begriff kommentieren sollen. Der deutsche Begriff, und dies zeigt die Illustration von Daniel Chodowiecki deutlich, stammt aus der Wetterkunde. Die Wolken lichten sich und geben der aufgehenden Sonne Raum. In England konzentrierten sich viele Vertreter auf \u00f6konomische Schriften und die praktische Anwendung der neuen Wissenschaften. In Frankreich setzt sich der Begriff <em>Lumi\u00e8res<\/em> von einer alten Bildtradition ab, die sowohl mit der katholischen Kirche wie der Darstellung politischer Macht in Beziehung trat. <\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Die Aufkl\u00e4rung ist allerdings nicht nur das Zeitalter des Lichts, sondern auch der Vernunft, wie es Kant in seinen Kritiken verdeutlichen sollte. Sie werden zun\u00e4chst nicht nur einige der Protagonisten kennenlernen, die uns fortan durch die Ausstellung begleiten werden, sondern auch einige ihrer Definitionen und Stellungnahmen zur Vernunft. Auch hier bestand bei den Denkern der Zeit durchaus keine Einigkeit. Ist die Vernunft von den Emotionen unabh\u00e4ngig, sind diese ebenso wichtig? Und gab es ein dunkles Anderes der Vernunft? Diese Frage stellten K\u00fcnstler wie Henri Fueseli oder Francisco Goya.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Newton galt vielen als Vor- und Leitbild der neuen Wissenschaft; seine Optik r\u00fcckte das Licht in den Mittelpunkt. Das sehende Auge wurde f\u00fcr die empirischen Studien zu einem zentralen Organ und Blindheit zu einem wesentlichen Forschungsthema. Neue Instrumente wurden nicht nur von Wissenschaftlern entwickelt, sondern auch von einem allgemeinen Publikum begr\u00fc\u00dft. Dabei war nicht alles begr\u00fc\u00dfenswerter Fortschritt. Neben Erkundungen der Elektrizit\u00e4t treten Gebiete f\u00fcr die wir heute weniger Verst\u00e4ndnis haben, wie etwa die Phrenologie, welche den Charakter eines Menschen durch eine Untersuchung des Sch\u00e4dels beschreiben wollte. <\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; All dies neue Wissen sollte wiederum geordnet werden. Die Wunderkammern der F\u00fcrsten stellten noch einzelne Dinge in ihrer Besonderheit aus. Das erste, 1753 in London gegr\u00fcndete Museum ging zwar aus einer Privatsammlung hervor, hatte jedoch ein anderes Ziel. Befanden sich die englischen Universit\u00e4ten in Oxford oder Cambridge, so sollte das British Museum auf seine Weise lehren, indem es Objekte und B\u00fccher sammelte und dem allgemeinen Publikum pr\u00e4sentierte; es zeigte mit der Magna Carta gleichzeitig die Verpflichtung des Staates seinen B\u00fcrgern gegen\u00fcber. Sp\u00e4tere Museumsgr\u00fcndungen wie die Eremitage in St. Petersburg oder der Pariser Louvre hatten andere politische Ziele, aber folgten ebenfalls Ordnungssystemen, die in einer anderen Erfindung dieser Zeit ihren H\u00f6hepunkt fanden: Der Enzyklop\u00e4die. Die englische <em>Cyclopedia<\/em> von Ephraim Chambers erschien zwar 1728 und der deutsche <em>Zedler<\/em> zwischen 1731 und 1754, aber die franz\u00f6sische Encyclop\u00e9die, reich bebildert und auf die praktische Umsetzung des Wissens bedacht, wurde 1751\u20131772 mit 71.818 Eintragungen und 3.129 Illustrationen zum eigentlichen H\u00f6hepunkt dieser Unternehmen, und bald synonym mit dem Gedanken der Aufkl\u00e4rung selbst. <\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; In dieser Zeit wurde also gesammelt, sortiert, alphabetisiert, abgelegt. Ohne dieses Ordnungswesen k\u00f6nnen wir uns auch heute unser Leben nicht mehr vorstellen. St\u00e4dte begannen verst\u00e4rkt ein geplantes Stra\u00dfenbild zu zeigen. Hospit\u00e4ler und Gef\u00e4ngnisse erhielten Architekturen, die Kontrolle erm\u00f6glichten. Auch hier regierte das Auge. Johann Friedrich Blumenbach wiederum sammelte und katalogisierte menschliche Sch\u00e4del und legte damit eine Grundlage f\u00fcr die Rassentheorien des neunzehnten Jahrhunderts. Harmlos waren und sind Ordnungen nie.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Eine Ordnung der Welt mochte von Gott gegeben sein, aber Menschen sollten die Welt auch aktiv ordnen. Viele Aufkl\u00e4rer stellten Gott nicht in Frage, aber wollten ihre jeweilige Religion reformieren oder wandten sich gegen die Institution der Kirche. Der 1717 in England gegr\u00fcndeten Grand Lodge folgten viele weitere Freimaurer-Logen auch im deutschen Raum, die ethische Werte vertraten, sich au\u00dferhalb der etablierten Kirche bewegten. Das neue, nun selbstverantwortliche Individuum war dabei wie eine Pflanze zu verstehen, die sich von einem Samen zur vollen Bl\u00fcte entwickeln sollte. Das entsprechende Wort hier stammte aus der Biologie: Bildung. Jeder Mensch war dabei wichtig, jeder Bildungsweg war anders und doch interessant. Das Genre der Autobiographie florierte. Mit dem <em>Magazin zur Erfahrungsseelenkunde<\/em> entstand 1773, gerade in dem Jahr, in dem die <em>Berlinische Monatsschrift<\/em> gegr\u00fcndet wurde, auch eine Zeitschrift einer ganz neuen Disziplin, der Psychologie.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Dabei nahm die P\u00e4dagogik die Entwicklung des Menschen ernst und wurde zu einer Grundlagenwissenschaft, die den neuen Menschen und damit nicht zuletzt die neue Gesellschaft f\u00f6rdern sollte. Schulen wurden gegr\u00fcndet, Lehrb\u00fccher geschrieben, welche die neuen Ideen wiedergeben sollten. Doch die Strenge des Unterrichts und das G\u00e4ngelband existierten weiter; schlie\u00dflich brauchte der Staat weniger freie Menschen als Soldaten. Dabei wurden auch Frauen viele neue M\u00f6glichkeiten geboten. Schriftsteller richteten sich an sie als ein neues Lesepublikum und manche Frauen suchten selbstbewusst den Weg als Schriftstellerin, K\u00fcnstlerin, Wissenschaftlerin. Jene, denen eine solche Selbstverwirklichung gelang, waren jedoch in der gro\u00dfen Minderheit. Stattdessen wurde Frauen eine besondere Naturn\u00e4he attestiert, die sie zur erziehenden und f\u00f6rdernden Mutterrolle pr\u00e4destinierte. <\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Aber der Ruf nach Gleichheit scheiterte nicht nur an den unterschiedlichen Aufgaben, die Mann und Frau zugewiesen wurden. Menschen wurden allgemein als gleich bezeichnet und ebenso als verschieden beschrieben. Worin lagen nun die Unterschiede? Manche zitierten die \u00f6konomische Herkunft; f\u00fcr Johann Gottfried Herder waren Klima und Geografie entscheidend. Hier konnte noch die P\u00e4dagogik eingesetzt werden, um verschiedene Entwicklungsstufen auszugleichen. So war eine Emanzipation der Juden nach Christian Wilhelm Dohm nur durch Erziehung m\u00f6glich; sie mussten sich \u00e4ndern, bevor ihr politischer Status ge\u00e4ndert werden konnte; sie mussten sich als emanzipationsw\u00fcrdig erweisen. F\u00fcr die Sklaven, die von der afrikanischen Westk\u00fcste her in die neuen amerikanischen Kolonien verschifft worden, war die Lage anders. Sklaven hatte es bereits seit Jahrhunderten gegeben, auch in Afrika selbst. Nun aber wurden ihre soziale Differenz sichtbar und an der Hautfarbe ablesbar. Man verbot ihnen das Lesen und Schreiben lernen; eine am K\u00f6rper definierte Differenz konnte man dazu kaum in das p\u00e4dagogische Modell der Aufkl\u00e4rung integrieren.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Dabei wurde auch die Antike modern. Griechenland bot Vorbilder einer neuen <em>polis<\/em>. Die Ausgrabungen von Pompeji und Herculaneum \u00f6ffneten ein Fenster in eine andere Welt, welche Bildungsreisende, vor allem aus England, entdecken sollten. Die Antike pr\u00e4gte auch eine neue Kunst, die sich \u00fcberall in Europa verbreitete, und&nbsp;sich in Berlin zum Beispiel in den Tempelstrukturen eines Karl Friedrich Schinkels manifestieren sollte.&nbsp;Und wenn die Bildungsreise eine Luxusangelegenheit der gehobenen Klasse waren, so waren die Forschungsreisen und internationalen Netzwerke der Wissenschaftler und Philosophen die Grundbedingungen ihrer Arbeit. <\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Der Mensch der Aufkl\u00e4rung sah sich als Kosmopolit und war noch keinem nationalen Denken verpflichtet und auch der Begriff eines Weltb\u00fcrgers ging auf die Antike und auf Diogenes von Sinope zur\u00fcck. Aber nicht nur Forschung und Bildung, auch der Handel verband; Grundstoffe wurden nach Europa importiert und dort verarbeitet. So wurden etwa M\u00f6bel aus importierten Mahagoni-Holz Teil der englischen Wohnkultur. Allerdings vollzog sich der Austausch nicht mit gleichberechtigten Partnern. Der Handel vieler Produkte war in den Sklavenhandel integriert, der nicht nur im Dreieck Europa\/Afrika\/Amerika operierte, sondern auch den asiatischen Kontinent miteinschloss. Der neue Wohlstand \u00fcberall in Europa war ohne die Sklavenarbeit in den Kolonien nicht m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Die neuen Gedanken und Begriffe zirkulierten in den vielen Publikationen der Zeit. Das neue Lesepublikum entwickelte einen Lesehunger nach B\u00fcchern, Zeitungen und Zeitschriften, die weit verschickt wurden und trotz der Zensur und mit Hilfe von Raubdrucken auch f\u00fcr kleine Betr\u00e4ge erh\u00e4ltlich waren. Und in den St\u00e4dten entstanden neue \u00f6ffentliche R\u00e4ume f\u00fcr das b\u00fcrgerliche Publikum. Neben den bereits erw\u00e4hnten Museen gab es Akademien und Gelehrtenvereinigungen, in denen diskutiert werden konnte, aber auch Teegesellschaften und das Kaffeehaus wurden popul\u00e4re Treffpunkte. Die Zeit zeichnete sich durch eine Diskussions- und Gespr\u00e4chskultur aus. Wir hoffen, das damit verbundene kritische Denken auch in die Ausstellung zu tragen, und in die Auseinandersetzung der Besucher und Besucherinnen mit den gezeigten Themen und Objekten.<\/p>\n\n\n\n<p>**<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Es wird Ihnen bei dieser kurzen Darstellung schon deutlich geworden sein, dass die einzelnen Sektionen der Ausstellung, die bestimmte Aspekte in den Blick nehmen, inh\u00e4rent miteinander verbunden sind. Wir laden Sie daher ein, den vorgezeichneten Weg durch die Ausstellung zu folgen, aber durchaus auch Umwege zu nehmen und vor allem, die Ausstellung mehrmals zu besuchen. Sie werden dabei immer wieder Neues entdecken k\u00f6nnen. Auch manchen Personen werden Sie wiederholt begegnen. So erscheint Angelo Soliman, geboren<strong> <\/strong>Mmadi Make, ein afrikanischer Diener des F\u00fcrsten von Liechtenstein, im Kontext der Diskussion um die geforderte Gleichheit Menschen. Soliman wurde vom F\u00fcrsten gesch\u00e4tzt und erhielt ein gutes Gehalt. Die Mitgliederliste der Wiener Freimaurerloge <em>Zur wahren Eintracht<\/em> zeigt seinen Namen neben dem Wolfgang Amadeus Mozarts. Nach seinem Tod verlangte der \u00f6sterreichische Kaiser Franz I. jedoch seinen K\u00f6rper; dieser wurde ausgestopft und als Exotikum in seiner naturgeschichtlichen Sammlung ausgestellt. Ein Abdruck seines Kopfes gelangte in die phrenologische Sammlung von Franz Joseph Gall; sie werden diesen in der Sektion zur Wissenschaft sehen k\u00f6nnen. Solimans Tochter hatte \u00fcbrigens in den Adel eingeheiratet, ihr Sohn und Solimans Enkel war der \u00f6sterreichische Dichter Eduard Freiherr von Feuchtersleben.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Ein anderes Beispiel w\u00e4re Josiah Wedgwood. Sie sehen seine englische Keramik in der Sektion zur Antike, sie stellte r\u00f6mische Vorbilder mit neuem Material und in einer neuen Technik her und schuf damit auch nachtr\u00e4gliche Souvenirs von Pompeij. Wedgwood war jedoch auch ein bedeutender Gegner des Sklavenhandels und schuf mit dem Symbol des knieenden Sklaven das weitverbreitete Zeichen der Abolitionisten in England, die unter anderem durch einen Verzicht auf den Zuckerkonsum der Sklavenhaltung entgegentreten wollten. Dies hinderte Wedgwood jedoch nicht, Sklavenh\u00e4ndler und -besitzer mit seinen Waren auszustatten und gerade auch an der Herstellung von Zuckerdosen zu profitieren. <\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Und unser Projekt geht \u00fcber die Museumsr\u00e4ume hinaus.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Neben dem Besuch unserer Ausstellung m\u00f6chte ich Sie auch auf die Begleitpublikationen hinweisen, die in deutscher und englischer Sprache erschienen sind, und in denen f\u00fchrende Philosophen und Philosophinnen und Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in gr\u00f6\u00dferem Detail auf die Facetten dieser Ausstellung eingehen. Gleichzeitig haben wir Interviews mit Pers\u00f6nlichkeiten des In- und Auslandes, die die Frage \u201eWas ist Aufkl\u00e4rung?\u201c auf ihre Weise beantworteten und die Relevanz der in der Ausstellung behandelten Fragen f\u00fcr ihre eigene Arbeit erl\u00e4uterten. Da wir in der Ausstellung selbst nur Ausschnitte aus diesen Interviews integrieren konnten, zeigen wir die l\u00e4ngeren Versionen auf einer Webseite, die das DHM f\u00fcr diese Ausstellung bereitgestellt hat. Eine Auswahl von drei Interviews ist bereits in dem Magazin <em>Historische Urteilskraft<\/em> in der Redaktion von Oliver Schweinoch vorab erschienen.<\/p>\n\n\n\n<p>**<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Es ist mir nun zum Schluss wichtig, Dank zu sagen. Zun\u00e4chst gilt dieser Dank nat\u00fcrlich Raphael Gross f\u00fcr sein gro\u00dfes Vertrauen, sowie der Unterst\u00fctzung von Ulrike Kretzschmar als Leiterin der Wechselausstellungen und dem wissenschaftlichen Beirat und Fachbeirat des Museums. Ausstellungen sind Teamarbeit. Ich danke der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Saro Gorgis, der Projektassistentin Harriet Merrow, der studentischen Mitarbeiterin Nina Markert und Wolfgang Cortjaens, der stellvertretend f\u00fcr die Sammlungsleiter im Team mitwirkte, und besonders Dorlis Blume, die als Projektleiterin gro\u00dfe Geduld f\u00fcr meine Ideen zeigte und immer wieder \u2013 und bisweilen auch vergeblich \u2013 versuchte, mich auf dem Boden zu halten. Hans Hagemeister und Marie-Luise Uhle, unterst\u00fctzt von den studentischen Mitarbeitern Johannes Karger und Jelle Spieker konnten das Konzept in Architektur umsetzen und ich m\u00f6chte an dieser Stelle auch den Restauratorinnen unter der Leitung von Martina Homolka, sowie den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Spandauer Werkst\u00e4tten unter der Leitung von Lisa Berchtold danken, die hinter den Kulissen des Museums arbeiten, aber ohne die keine Ausstellung m\u00f6glich ist. <\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Das die Ausstellung begleitende \u00f6ffentliche Programm wurde von Stephanie von Steinsdorff mit Unterst\u00fctzung von Nike Thurn gestaltet. Brigitte Vogel-Janotta und ihr Team, vor allem Crawford Matthews und Lilja Ruben-Vowe, leiteten das von der Kulturstiftung des Bundes gef\u00f6rderte Projekt \u201eAufkl\u00e4rung NOW\u201c, welches in die Ausstellung integriert wurde und auch ausf\u00fchrlicher auf unserer Webseite vertreten ist. Verena G\u00fcnther bem\u00fchte sich darum, dass unsere Ausstellung inklusiv ist, und war auch f\u00fcr das Kinderheft verantwortlich. Die Registrar Nicole Schmidt hat den bisweilen komplizierten Leihverkehr erm\u00f6glicht; Ilka Linz die Herstellung der Begleitb\u00e4nde geleitet, die beim Hirmer Verlag erschienen, und Dorit Aurich \u00fcbersah das Lektorat f\u00fcr den Katalog und die Ausstellung selbst. Die grafische Gestaltung lag in den H\u00e4nden von Julia Volkmar und dem Studio Bens. Felice Fornabaio hat mit der Assistenz von Sina Aghazadehsaeini die Videointerviews bearbeitet, wiederum von Peter Sch\u00fctzhold f\u00fcr die Webseite vorbereitet wurden, ebenso die Videos des \u201eMore Story\u201c, die Sie ebenfalls auf der Webseite finden werden. Nathanael Kuck stellte den Audioguide her. Mein Dank gilt gleichfalls Nicola Schnell und Stephan Adam von der Kommunikationsabteilung. Daniela Lange und Alexandra de L\u00e9on waren f\u00fcr die Pressearbeit verantwortlich. <\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Kuratoren und Kuratorinnen anderer Museen in Deutschland, \u00d6sterreich, Belgien, Gro\u00dfbritannien, Frankreich, der Schweiz und den Vereinigten Staaten haben mir und unserem Team einen ausf\u00fchrlichen Blick in ihre Sammlungen und damit Entdeckungen erm\u00f6glicht. Einige von ihnen, wie auch einige der Katalogautoren und Katalogautorinnen und Gespr\u00e4chspartner und Gespr\u00e4chspartnerinnen sind unserer Einladung zur Ausstellungser\u00f6ffnung gefolgt und haben einen bisweilen sehr weiten Weg auf sich genommen, um hier und heute dabei zu sein. Auch daf\u00fcr Dank. Ich hoffe, dass die Ausstellung sie, wie alle anderen Besucher und Besucherinnen ansprechen, bewegen, und vor allem auch engagieren wird.<br><\/p>\n\n\n\n<p><em>Diese Rede von Liliane Weissberg sowie die weiteren Reden von Pr\u00e4sident Raphael Gross und der Beauftragten des Bundes f\u00fcr Kultur und Medien Claudia Roth k\u00f6nnen Sie auch <a href=\"https:\/\/soundcloud.com\/dhmberlin\/sets\/was-ist-aufklarung-fragen-an-das-18-jahrhundert\">nachh\u00f6ren<\/a>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\" id=\"_edn1\">[1]<\/a> Siehe Antoine Lilti, <em>L\u2019h\u00e9ritage des Lumi\u00e8res. Ambivalences de la modernit\u00e9<\/em> (Paris: Seuil\/Gallimard, 2019), 7 \u00dcbersetzung von mir).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\" id=\"_edn2\">[2]<\/a> Immanuel Kant, \u201cZur Beantwortung der Frage: Was ist Aufkl\u00e4rung?\u201d <em>Berlinische Monatsschrift<\/em> 2, 12 (1784): 481-494; hier 481.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<h2><span>Aufkl\u00e4rung ausstellen. Er\u00f6ffnungsrede von Liliane Weissberg<span><\/h2>\n<p>Am 18. Oktober 2024 wurde die Ausstellung \u201eWas ist Aufkl\u00e4rung? Fragen an das 18. Jahrhundert\u201c feierlich im Deutschen Historischen Museum er\u00f6ffnet. Die Er\u00f6ffnungsrede von Kuratorin Liliane Weissberg ver\u00f6ffentlichen wir auf dem Blog.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":9149,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":true,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[701],"tags":[2261,1777,2910],"class_list":["post-9143","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kolumne","tag-aufklaerung","tag-eroeffnungsrede","tag-was-ist-aufklaerung"],"_links":{"self":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9143","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9143"}],"version-history":[{"count":3,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9143\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9178,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9143\/revisions\/9178"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9149"}],"wp:attachment":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9143"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9143"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9143"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}