
{"id":9260,"date":"2024-11-27T13:24:46","date_gmt":"2024-11-27T12:24:46","guid":{"rendered":"\/blog\/?p=9260"},"modified":"2024-12-02T10:58:54","modified_gmt":"2024-12-02T09:58:54","slug":"wozu-das-denn-eine-praemienmedaille-fuer-impfwillige-eltern","status":"publish","type":"post","link":"\/blog\/2024\/11\/27\/wozu-das-denn-eine-praemienmedaille-fuer-impfwillige-eltern\/","title":{"rendered":"Wozu das denn? Eine Pr\u00e4mienmedaille f\u00fcr impfwillige Eltern"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Wozu das denn? Eine Pr\u00e4mienmedaille f\u00fcr impfwillige Eltern<\/h1>\n\n\n\n<p>Saro Gorgis | 27. November 2024<\/p>\n\n\n\n<p><strong>In der Ausstellung <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/ausstellungen\/was-ist-aufklaerung-fragen-an-das-18-jahrhundert\/\">\u201eWas ist Aufkl\u00e4rung? Fragen an das 18. Jahrhundert\u201c<\/a> befindet sich eine Pr\u00e4mienmedaille aus der Sammlung des DHM, die den medizinischen Fortschritt der Pockenschutzimpfung feiert und impfwillige Eltern auszeichnet. Saro Gorgis, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Ausstellung, erkl\u00e4rt, was die Impfung mit der Aufkl\u00e4rung zu tun hat und warum Medaillen staatliche Impfkampagnen begleiteten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das 18. Jahrhundert wird auch als Jahrhundert der Pocken bezeichnet. Mehr noch als die Pest, Cholera oder Kriege trugen die Pocken \u2013 zeitgen\u00f6ssisch auch \u201eBlattern\u201c genannt \u2013 zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert zu einer starken Dezimierung der Gesamtbev\u00f6lkerung bei. Die Sterberate lag durchschnittlich bei 10-20%,<a href=\"#_edn1\" id=\"_ednref1\">[i]<\/a> wobei Kinder besonders schwer betroffen waren. Ausgesprochen verheerend w\u00fctete das Virus auf dem amerikanischen Kontinent. Von Europ\u00e4ern dorthin eingeschleppt, wurde es im 18. Jahrhundert auch als biologische Kriegswaffe gegen First Nations eingesetzt, um ihren Widerstand gegen die Kolonisierung zu brechen.<a href=\"#_edn2\" id=\"_ednref2\">[ii]<\/a>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Einen ersten Schutz gegen die Pocken stellte das Verfahren der Variolation dar, das zu Beginn des 18. Jahrhunderts aus Asien nach Europa kam und dort zun\u00e4chst in England Verbreitung fand: Kinder bekamen eine geringe Menge an Pocken von einem leicht Erkrankten in die Haut eingeritzt, um sie kontrolliert zu infizieren und zu immunisieren. Einen weiteren medizinischen Meilenstein setzte der englische Landarzt Edward Jenner (1749\u20131823) mit der weitaus risiko\u00e4rmeren Methode der Vakzination (lat. <em>vacca<\/em> \u2013 Kuh). Jenner hatte 1796 beobachtet, dass der Eiter der deutlich milderen Kuhpocken ebenfalls eine Immunisierung gegen die lebensgef\u00e4hrlichen menschlichen Pocken bewirkte. In der Folge wurden Kuhpockenlymphe entweder direkt von Arm zu Arm verimpft oder mittels Impff\u00e4den aufgefangen, in Glasfl\u00e4schchen verschlossen und an Mediziner und medizinische Laien zur weiteren Anwendung verschickt. Diese entnahmen die Impff\u00e4den und brachten das Sekret in eine kleine, mithilfe einer Lanzette zugef\u00fcgten Wunde ein.<a href=\"#_edn3\" id=\"_ednref3\">[iii]<\/a> <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"700\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/AK-0716_Vakzinations-Etui_Besteck_gefechert_WI2545-1-1024x700.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9289\" style=\"width:838px;height:auto\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/AK-0716_Vakzinations-Etui_Besteck_gefechert_WI2545-1-1024x700.jpg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/AK-0716_Vakzinations-Etui_Besteck_gefechert_WI2545-1-300x205.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/AK-0716_Vakzinations-Etui_Besteck_gefechert_WI2545-1-768x525.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/AK-0716_Vakzinations-Etui_Besteck_gefechert_WI2545-1-1536x1051.jpg 1536w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/AK-0716_Vakzinations-Etui_Besteck_gefechert_WI2545-1.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Vakzinations-Etui mit \u00e4u\u00dferst selten \u00fcberlieferten Impff\u00e4den, aufbewahrt in Glasr\u00f6hrchen, Berlin, 1802 \u00a9 Germanisches Nationalmuseum, N\u00fcrnberg, Foto: G. Jan\u00dfen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"717\" height=\"1024\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/AK-0105_Kuhpocken_Wellcome_Collection-717x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9266\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/AK-0105_Kuhpocken_Wellcome_Collection-717x1024.jpg 717w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/AK-0105_Kuhpocken_Wellcome_Collection-210x300.jpg 210w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/AK-0105_Kuhpocken_Wellcome_Collection-768x1097.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/AK-0105_Kuhpocken_Wellcome_Collection-1075x1536.jpg 1075w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/AK-0105_Kuhpocken_Wellcome_Collection-1433x2048.jpg 1433w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/AK-0105_Kuhpocken_Wellcome_Collection-scaled.jpg 1792w\" sizes=\"auto, (max-width: 717px) 100vw, 717px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ein Vergleich zwischen Impfbl\u00e4schen (Kuhpocken) und Bl\u00e4schen nach Pocken-Infektion am 20. Tag nach Erkrankung, William Skelton (Stich, 1763\u20131848), William Cuff (Vorlage), Vermutlich London, ca. 1800, Aquarell, Radierung, Wellcome Collection, Public Domain Mark<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Hatte bereits die Variolations-Methode eine Welle an Aufkl\u00e4rungsschriften auf den Markt gesp\u00fclt \u2013 auch Voltaire und Kant beteiligten sich an den Debatten \u2013, warben um 1800 noch mehr Flugbl\u00e4tter, Zeitungs- und Zeitschriftenartikel, Brosch\u00fcren und B\u00fccher f\u00fcr das neue Impfverfahren der Vakzination. Denn neben landwirtschaftlichen Themen war die medizinische Volksaufkl\u00e4rung zum zentralen Gegenstand der Bauernaufkl\u00e4rung geworden. <a href=\"#_edn4\" id=\"_ednref4\">[iv]<\/a> Nur wenigen Gelehrten ging die Entwicklung zu schnell, etwa dem j\u00fcdischen Aufkl\u00e4rer, Arzt und Philosophen Marcus Herz (1747\u20131803), der vor einer \u201evoreilige[n] Einpfropfung der thierischen Jauche\u201c<a href=\"#_edn5\" id=\"_ednref5\">[v]<\/a> warnte. Obwohl andere j\u00fcdische Gelehrte und Rabbinen die neue Methode begr\u00fc\u00dften, stellte die Vakzination f\u00fcr ihn nicht nur ein metaphysisches Problem der \u00dcberschreitung physischer Grenzen zwischen tierischem und menschlichem Leben dar. Die zuf\u00e4llige, empirische Entdeckung Edward Jenners widersprach auch seinem rationalen Verst\u00e4ndnis von Wissenschaft und Medizin: Die Ursachen von Krankheiten m\u00fcssten mithilfe von logischen Analogien festgestellt und kuriert werden.<a href=\"#_edn6\" id=\"_ednref6\">[vi]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Von einem ungebremsten Fortschrittsoptimismus und der \u00dcberzeugung getragen, das eigene Schicksal selbst in die Hand nehmen zu k\u00f6nnen, hofften dagegen viele andere Aufkl\u00e4rer auf eine baldige Ausrottung der gef\u00fcrchteten Krankheit \u2013 und auf einen Mentalit\u00e4tswandel in der Bev\u00f6lkerung. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Doch mit Druckwerken allein lie\u00df sich die breite Bev\u00f6lkerung nicht \u00fcberzeugen. Medizinische Argumente und Statistiken verhallten oft ebenso ungeh\u00f6rt wie theologisch-moralische und emotionalisierende Appelle an die Eltern. Uneinheitliche Alphabetisierung, Impfkosten, berechtigte \u00c4ngste vor Nebenwirkungen und \u00fcbertragbaren Krankheiten, aber auch traditionelle Einstellungen und Vorstellungen \u2013 von Aufkl\u00e4rern oftmals als \u201eVorurteile\u201c und \u201eAberglaube\u201c abgetan \u2013 bremsten die Impfbereitschaft. Die Pocken wurden in der Landbev\u00f6lkerung als notwendige und nat\u00fcrliche Entwicklungserscheinung, als Reifungs- oder Reinigungsprozess zur Wiederherstellung der vier K\u00f6rpers\u00e4fte, als nat\u00fcrliche Geburtenkontrolle oder auch als g\u00f6ttliche Strafe bzw. als eine Glaubenspr\u00fcfung verstanden.<a href=\"#_edn7\" id=\"_ednref7\">[vii]<\/a> Wie bei der Einf\u00fchrung des Blitzableiters zur Mitte des Jahrhunderts, f\u00fcrchteten die Menschen auch bei dieser medizinischen Errungenschaft den Zorn Gottes, sollten sie sich seiner Vorsehung eigenm\u00e4chtig widersetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Um die Impfbereitschaft zu steigern, waren also niedrigschwellige Methoden und Angebote erforderlich. Einen gro\u00dfen Kreis von Menschen erreichten Geistliche mit Aufkl\u00e4rungspredigten. Auf dem Marktplatz, dem zentralen Vermittlungsort der Volksaufkl\u00e4rung, fanden \u00f6ffentliche Lesungen von Belehrungen und \u00f6ffentliche Impfungen statt.\u00a0 Das Herzogtum Braunschweig finanzierte kostenlose Impfungen, <a href=\"#_edn8\" id=\"_ednref8\">[viii]<\/a> ebenso das 1802 gegr\u00fcndete \u201eK\u00f6niglich-Preussische-Schutzblattern-Impfinstitut\u201d in Berlin, <a href=\"#_edn9\" id=\"_ednref9\">[ix]<\/a> das jeden Sonntag zwischen 12 und14 Uhr Impfwillige empfing.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"671\" height=\"1024\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/AK-0445_Pockenimpfung_GR008096-671x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9268\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/AK-0445_Pockenimpfung_GR008096-671x1024.jpg 671w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/AK-0445_Pockenimpfung_GR008096-197x300.jpg 197w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/AK-0445_Pockenimpfung_GR008096-768x1172.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/AK-0445_Pockenimpfung_GR008096-1007x1536.jpg 1007w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/AK-0445_Pockenimpfung_GR008096.jpg 1240w\" sizes=\"auto, (max-width: 671px) 100vw, 671px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Schutzpockenimpfung eines Kleinkindes, Johann Friedrich Bolt (Stich, 1769\u20131836), Johann David Schubert (Vorlage, 1761\u20131822), 1807, Radierung \u00a9 DHM<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Eine wichtige Rolle f\u00fcr die Popularisierung spielten au\u00dferdem gesellschaftliche Eliten, allen voran Adlige und Mitglieder der K\u00f6nigsh\u00e4user, die als Werbetr\u00e4ger und Meinungsmacher auch schon zur Mitte des Jahrhunderts auftraten. Kaiserin Maria Theresia (1717\u20131818) etwa lie\u00df 1767 nach gl\u00fccklich \u00fcberstandener Krankheit ihre Kinder \u00f6ffentlichkeitswirksam impfen und ein Inokulationshaus f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung in Wien errichten. Infolge ihrer wundersamen Genesung pr\u00e4gte der kaiserliche Medailleur Anton Franz Widemann (1724\u20131792) eine Jubelmedaille mit dem Schriftzug DEO CONSERVATORI AUGUSTAE [Gott, dem Retter der Kaiserin] und der Datierung OB REDDITAM PATRIAE \/ MATREM 22 IVLII \/ MDCCLXVII [anl\u00e4sslich der wiederhergestellten Mutter des Vaterlandes 22. Juli 1767]. Die Vorderseite zeigt Maria Theresia als Brustst\u00fcck im rechtsseitigen Profil, auf der R\u00fcckseite schwingt die kniende Religio ein Weihrauchfass vor einem Altar.<a href=\"#_edn10\" id=\"_ednref10\">[x]<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"602\" height=\"293\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/97001867.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9269\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/97001867.jpg 602w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/97001867-300x146.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Medaille auf die Genesung der Kaiserin Maria Theresia von den Pocken, Anton Franz Widemann (Medailleur, 1724\u20131792), Wien, 1767, Silber \u00a9 DHM<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Medaillen waren seit der Fr\u00fchen Neuzeit beliebte Sammelobjekte und Wertgegenst\u00e4nde. Auf ihnen lie\u00dfen sich bildliche und verbale Botschaften mit einer internationalen Reichweite verbreiten. Kein Wunder also, dass Schaum\u00fcnzen auch im Zusammenhang mit der Anti-Pocken-Prophylaxe gepr\u00e4gt und als materieller Impfanreiz verteilt wurden. <a href=\"#_edn11\" id=\"_ednref11\">[xi]<\/a> Eine Medaille mit dem Brustbild des \u201eEntdeckers der Schutzimpfung\u201c, Edward Jenner, pr\u00e4gte die Familie Loos in ihrer Berliner M\u00fcnzwerkstatt.<a href=\"#_edn12\" id=\"_ednref12\">[xii]<\/a> Auf der R\u00fcckseite umtanzen Kinder eine Kuh, die von einem Genius aus den Wolken mit Blumenkr\u00e4nzen geschm\u00fcckt wird. Die Darstellung ist mit den Worten EHRE SEY GOTT IN DER H\u00d6HE \/ UND FREUDE \/ AUF ERDEN eingefasst. Die Medaille war als Pr\u00e4mie f\u00fcr Eltern bestimmt, die ihre Kinder freiwillig impfen lie\u00dfen.<a href=\"#_edn13\" id=\"_ednref13\">[xiii]<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"618\" height=\"300\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/98001528-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9270\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/98001528-1.jpg 618w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/98001528-1-300x146.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 618px) 100vw, 618px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Pr\u00e4mienmedaille an Eltern zur F\u00f6rderung der Impfung gegen die Pocken, Daniel Friedrich Loos (Medailleur, 1735\u20131819), Berlin, ca. 1810, Silber \u00a9 DHM<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Erst nach und nach f\u00fchrten einzelne Staaten eine gesetzliche Impfpflicht gegen die Pocken ein. Das K\u00f6nigreich Bayern legte 1807 als erster Staat den Impfzwang fest. F\u00fcr Preu\u00dfen galt eine allgemeine Impfpflicht erst mit Erlass des Reichsimpfgesetzes von 1874.<a href=\"#_edn14\" id=\"_ednref14\">[xiv]<\/a> Russland, Spanien und Portugal blieben auf dem Stand der Impffreiheit.<a href=\"#_edn15\" id=\"_ednref15\">[xv]<\/a> Ohne eine Pflicht waren staatliche Beh\u00f6rden und Volksaufkl\u00e4rer auf Argumente und kreative Strategien angewiesen, um die Impfbereitschaft zu f\u00f6rdern. Es sollten viele Jahre vergehen, bis die WHO 1979 die Welt f\u00fcr pockenfrei erkl\u00e4rte. Die Pocken sind bis heute die einzige Infektionskrankheit, die durch wissenschaftliche und systematische Bem\u00fchungen von der epidemiologischen Weltkarte verbannt werden konnte. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref1\" id=\"_edn1\">[i]<\/a> Vgl. Marcus Sonntag, Pockenimpfung und Aufkl\u00e4rung. Die Popularisierung der Inokulation und Vakzination. Impfkampagne im 18. und fr\u00fchen 19. Jahrhundert, Bremen 2014, S. 14.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref2\" id=\"_edn2\">[ii]<\/a> Vgl. Andrew M. Wehrman, The Contagion of Liberty. The Politics of Smallpox in the American Revolution, Baltimore, Maryland 2022, S. 33.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref3\" id=\"_edn3\">[iii]<\/a> Vgl. Roland Schewe und Barbara Leven, \u201eScharf, spitz und durchsichtig. Seltene Impfutensilien, ihre Geschichte(n) und ein unerwartetes Paradoxon\u201c, in: <em>KulturGut. Aus der Forschung des Germanischen Nationalmuseums<\/em>, III. Quartal, H. 70. (2021), S. 10, DOI: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.11588\/kg.2021.70.82667\">https:\/\/doi.org\/10.11588\/kg.2021.70.82667<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref4\" id=\"_edn4\">[iv]<\/a> Vgl. Holger B\u00f6ning, Medizinische Volksaufkl\u00e4rung und \u00d6ffentlichkeit, in: Internationales Archiv f\u00fcr Sozialgeschichte der deutschen Literatur, Bd. 15, H.1 (1990), S. 7.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref5\" id=\"_edn5\">[v]<\/a> D. Marcus Herz an den D. Dohmeyer, Leibarzt des Prinzen August von England \u00fcber die Brutalimpfung und deren Vergleichung mit der humanen. Zweiter, verbesserter Abdruck, Berlin 1801, S. 12.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref6\" id=\"_edn6\">[vi]<\/a> Herz 1801, S. 32; Vgl. David B. Ruderman, \u201eSome Jewish Responses to Smallpox Prevention in the Late Eighteenth and Early Nineteenth Century: A New Perspective on the Modernization of European Jewry\u201c, in: <em>Aleph<\/em>, Nr. 2 (2002), S. 140.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref7\" id=\"_edn7\">[vii]<\/a> Vgl. Sonntag 2014, S. 50.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref8\" id=\"_edn8\">[viii]<\/a> Vgl. Sonntag 2014, S. 137.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref9\" id=\"_edn9\">[ix]<\/a> Ragnhild M\u00fcnch, Pocken. Zwischen Alltag, Medizin und Politik, Berlin 1994, S. 73f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref10\" id=\"_edn10\">[x]<\/a> Vgl. Holzmaier, Eduard: Katalog der Sammlung Dr. Josef Brettauer, Medicina in Nummis, Wien 1937, Vgl. Nr. 1571.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref11\" id=\"_edn11\">[xi]<\/a> Vgl. Marien C. Biederbick, \u201eMedaillen als Mittel der Impfpopularisierung\u201c, in: <em>VIRUS \u2013 Beitr\u00e4ge zur Sozialgeschichte der Medizin<\/em>, Nr. 20 (2021).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref12\" id=\"_edn12\">[xii]<\/a> VGl. Klaus Sommer, Die Medaillen des k\u00f6niglich Preu\u00dfischen Hof-Medailleurs Daniel Friedrich Loos und seines Ateliers, Osnabr\u00fcck 1981, A 104.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref13\" id=\"_edn13\">[xiii]<\/a> Vgl. ebd. Sommer 1981, A 104; M\u00fcnch 1994, S. 74.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref14\" id=\"_edn14\">[xiv]<\/a> Vgl. Wolfram Kerscher, Der preu\u00dfische Weg zum Impfzwang. Die Entwicklung der preu\u00dfischen Pockenschutzimpfung 1750\u20131874, Bonn, 2011, S. 65.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ednref15\" id=\"_edn15\">[xv]<\/a> Vgl. ebd. 72.<\/p>\n\n\n<table style=\"height: 291px;\" border=\"0\" width=\"840\">\n<tbody>\n<tr>\n<td bgcolor=\"#becafa\">\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9291 size-medium\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Saro_Gorgis01_1-1-300x298.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"298\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Saro_Gorgis01_1-1-300x298.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Saro_Gorgis01_1-1-150x150.jpg 150w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Saro_Gorgis01_1-1.jpg 417w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<\/td>\n<td bgcolor=\"#becafa\">\n<h4 style=\"color: #000000; padding: 5px 10px 0px 10px;\">Saro Gorgis<\/h4>\n<p style=\"color: #000000; padding: 5px 10px 0px 10px;\">Saro Gorgis ist wissenschaftliche Mitarbeiterin f\u00fcr die Ausstellung \u201eWas ist Aufkl\u00e4rung? Fragen an das 18. Jahrhundert\u201d am Deutschen Historischen Museum.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<h2><span>Wozu das denn? Eine Pr\u00e4mienmedaille f\u00fcr impfwillige Eltern<span><\/h2>\n<p>In der Ausstellung \u201eWas ist Aufkl\u00e4rung? Fragen an das 18. Jahrhundert\u201c befindet sich eine Pr\u00e4mienmedaille aus der Sammlung des DHM, die den medizinischen Fortschritt der Pockenschutzimpfung feiert und impfwillige Eltern auszeichnet. 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