
{"id":9476,"date":"2025-02-12T14:51:19","date_gmt":"2025-02-12T13:51:19","guid":{"rendered":"\/blog\/?p=9476"},"modified":"2025-06-04T10:56:16","modified_gmt":"2025-06-04T08:56:16","slug":"waffen-geschichte-und-kultur-die-faszinierende-sammlung-von-hubert-willkomm","status":"publish","type":"post","link":"\/blog\/2025\/02\/12\/waffen-geschichte-und-kultur-die-faszinierende-sammlung-von-hubert-willkomm\/","title":{"rendered":"Waffen, Geschichte und Kultur: Die faszinierende Sammlung von Hubert Willkomm"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Waffen, Geschichte und Kultur: Die faszinierende Sammlung von Hubert Willkomm<\/h1>\n\n\n\n<p><strong>Eine Schenkung an das Deutsche Historische Museum<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>12. Februar 2025 | Dr. Sven L\u00fcken, David Schwalbe<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Im Rahmen der <\/strong><a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/blog\/tag\/sammeln\/\"><strong>Blogserie zur Arbeit der Sammlungen<\/strong><\/a><strong> im Deutschen Historischen Museum geht es um zentrale Punkte wie den Entscheidungen f\u00fcr oder gegen die Aufnahme von Objekten, um die unterschiedlichen Wege der Zug\u00e4nge, die sich \u00e4ndernden Forschungsfragen an die <\/strong><a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/sammlung\/unsere-sammlung\/\"><strong>Sammlungen<\/strong><\/a><strong>, um die Erforschung der Herkunft der Objekte und viele weitere Aspekte.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Sammlung der Militaria im Deutschen Historischen Museum ist eng mit der Geschichte des Zeughauses verbunden. Die Sammlung bildet den Kern der Best\u00e4nde und wird noch immer weiterentwickelt und bereichert \u2013 so durch eine private Schenkung, die au\u00dfergew\u00f6hnliche Objekte birgt. Dr. Sven L\u00fcken, Sammlungsleiter der Militaria-Sammlung, und David Schwalbe, Projektassistent f\u00fcr die neue St\u00e4ndige Ausstellung, erz\u00e4hlen von dem Neuzugang.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Sammlung \u201eMilitaria\u201c des Deutschen Historischen Museums \u2013 Eine wechselvolle Geschichte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Sammlung \u201eMilitaria: Waffen, R\u00fcstungen und milit\u00e4risches Ger\u00e4t\u201c des Deutschen Historischen Museums kann auf eine lange, bewegte Geschichte zur\u00fcckblicken. Heute umfasst sie nahezu 30.000 Objekte, wobei sie vor den Verlusten des Zweiten Weltkriegs noch deutlich gr\u00f6\u00dfer war. Ihre Wurzeln sind eng mit der Geschichte des Berliner Zeughauses verkn\u00fcpft. Urspr\u00fcnglich um 1700 als repr\u00e4sentatives Geb\u00e4ude an zentraler Stelle der Residenz errichtet, diente das Zeughaus zun\u00e4chst als Waffenlager f\u00fcr die preu\u00dfische Armee. Doch schon von Beginn an wurden hier nicht nur aktuelle Bewaffnung, sondern auch Kriegsbeute, technische Besonderheiten und Kuriosit\u00e4ten aufbewahrt \u2013 als Erinnerungsst\u00fccke erfolgreicher Feldz\u00fcge.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein entscheidender Moment in der Geschichte der Sammlung war das Jahr 1815, als nach den siegreichen Befreiungskriegen viele Objekte aus Paris nach Berlin gebracht wurden. Diese St\u00fccke sollten als Anschauungsmaterial f\u00fcr die preu\u00dfische Armee dienen, die in der milit\u00e4rischen Entwicklung hinter den franz\u00f6sischen Streitkr\u00e4ften zur\u00fcckstand. Der preu\u00dfische Architekt Karl Friedrich Schinkel entwarf daraufhin Pl\u00e4ne f\u00fcr eine halb\u00f6ffentliche Schausammlung, die dem Offizierskorps zu bestimmten Zeiten zug\u00e4nglich war und zur Ausbildung des preu\u00dfischen Milit\u00e4rs beitrug. Trotzdem blieb das Zeughaus in erster Linie eine milit\u00e4rische Beh\u00f6rde und spielte weiterhin eine zentrale Rolle in der Ausr\u00fcstung der preu\u00dfischen Armee.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach den siegreichen Kriegen von 1864, 1866 und 1871, die zur Gr\u00fcndung des Deutschen Kaiserreichs f\u00fchrten, beschloss man, das Zeughaus in eine Ruhmeshalle der preu\u00dfischen Armee umzuwandeln. Es wurde zu einem Heeres- und Waffenmuseum, das sowohl preu\u00dfische als auch gegnerische Waffen pr\u00e4sentierte und die als ruhmreich empfundene Vergangenheit in den Vordergrund r\u00fcckte. 1883 erlangte das Museum durch den Erwerb der privaten Waffensammlung des Prinzen Carl von Preu\u00dfen schlagartig europ\u00e4ische Bedeutung und wurde zu einer zentralen Institution, die sich mit den gro\u00dfen Milit\u00e4rmuseen in London, Paris und Wien messen konnte. Fortan fungierte das Zeughaus auch als Ort f\u00fcr Schenkungen preu\u00dfischer Milit\u00e4rfamilien, die ihre Nachl\u00e4sse der Sammlung \u00fcberlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Ersten Weltkrieg ver\u00e4nderte sich die Funktion des Zeughauses erneut. Es wurde zu einer historischen Waffensammlung der Berliner Museen und nahm einen zivileren Charakter an. W\u00e4hrend der NS-Zeit missbrauchte das Regime die Sammlung, um seine aggressive Kriegspolitik zu rechtfertigen. Nach 1945 setzte die sowjetische Siegermacht ein Zeichen der Vernichtung des deutschen Militarismus, indem sie etwa ein Drittel der Sammlung zerst\u00f6rte und ein weiteres Drittel nach Moskau und Warschau brachte. Ein Teil der verbliebenen Objekte kehrte 1958 nach Berlin zur\u00fcck und wurde fortan im 1952 er\u00f6ffneten Museum f\u00fcr Deutsche Geschichte der DDR aufbewahrt, das diese Objekte zur Darstellung milit\u00e4rhistorischer Kapitel nutzte.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Wiedervereinigung 1990, bei der die Sammlungen des <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/museum\/geschichte-und-architektur\/geschichte\/\">Museums f\u00fcr Deutsche Geschichte<\/a> in den Besitz des 1987 in West-Berlin gegr\u00fcndeten Deutschen Historischen Museums \u00fcbergingen, stellte sich erneut die Frage, welchen Platz die urspr\u00fcngliche Zeughaussammlung k\u00fcnftig einnehmen w\u00fcrde. Seither findet sie ihren Ort sowohl in Ausstellungen zu milit\u00e4rischen Konflikten als auch in der Dokumentation der Waffen, die von deutschen Streitkr\u00e4ften im Laufe der Geschichte genutzt wurden. Hinzu kommen neue thematische Schwerpunkte wie die Jagd- und Gewaltgeschichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein zentrales Element der Sammlung war und ist die Unterst\u00fctzung durch private Stiftungen. Diese Tradition setzt sich auch heute fort, wie das Beispiel der Sammlung von Hubert Willkomm (1956-2020) zeigt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hubert Willkomm: Ein leidenschaftlicher Sammler und M\u00e4zen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hubert Willkomm, ein Bonner B\u00fcrger, war beruflich in der Wirtschaft und der Informationstechnologie t\u00e4tig, widmete sich jedoch mit gro\u00dfer Leidenschaft der Jagd und der Jagdgeschichte. Als langj\u00e4hriges Mitglied der Bonner J\u00e4gerschaft engagierte er sich besonders in der Ausbildung und F\u00f6rderung des jagdlichen Nachwuchses. So \u00fcberrascht es nicht, dass Willkomm im Laufe der Zeit auch begann, eine beeindruckende Waffensammlung aufzubauen. Seine Sammlung umfasste zun\u00e4chst historische Jagdwaffen, wuchs dann aber zu einer klassischen Sammlung von Waffen aus dem Sp\u00e4tmittelalter bis ins 19. Jahrhundert heran. Willkomms Leidenschaft und Hingabe zeigen sich nicht nur in der sorgf\u00e4ltigen Dokumentation seiner Sammlung, sondern auch in den erheblichen pers\u00f6nlichen Kosten, die er f\u00fcr deren Aufbau aufbrachte.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor seinem Tod vermachte er seine wertvolle Sammlung von 150 B\u00fcchern dem Kunsthistorischen Institut der Universit\u00e4t Bonn. Leider blieb f\u00fcr die Sicherung seiner umfangreichen Waffensammlung keine Zeit mehr. Es bedurfte einer vertrauensw\u00fcrdigen Institution, die bereit war, dieses Erbe anzutreten und die Sammlung zu integrieren. Daher war es Aufgabe der Rechtsanw\u00e4ltin, eine geeignete Unterbringung f\u00fcr die Waffensammlung zu finden. Bei ihrer Recherche stie\u00df sie auf die Online-Pr\u00e4sentation des Deutschen Historischen Museums und erkannte, wie gut die Sammlung Willkomms in den Bestand des Hauses integriert werden k\u00f6nnte und nahm Kontakt zum Museum auf.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eine wertvolle Erg\u00e4nzung f\u00fcr die Sammlung des Deutschen Historischen Museums<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Deutsche Historische Museum entschied sich, die Waffensammlung Hubert Willkomms zu \u00fcbernehmen, da sie sich hervorragend in die bestehende Sammlung integrieren lie\u00df und diese sowohl hinsichtlich ihrer historischen Tiefe als auch thematischen Breite erweitert. Diese faszinierende Sammlung von Waffen, sowohl europ\u00e4ischer als auch au\u00dfereurop\u00e4ischer Herkunft, erg\u00e4nzt die bestehenden Best\u00e4nde des Deutschen Historischen Museums auf herausragende Weise. Sie erlaubt es, die globale Entwicklung von Waffentechnologie und Milit\u00e4rkultur nachzuvollziehen und diese beispielsweise in Sonderausstellungen zu thematisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter den insgesamt 54 Objekten aus dem Zeitraum von 1480 bis 1945 stechen einige der au\u00dfereurop\u00e4ischen Waffen besonders hervor und faszinieren durch ihre Geschichte(n) und ihren kulturellen Kontext:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"385\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_62_Dughti-1024x385.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9477\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_62_Dughti-1024x385.jpg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_62_Dughti-300x113.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_62_Dughti-768x289.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_62_Dughti-1536x578.jpg 1536w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_62_Dughti-2048x770.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Der tibetanische <strong>Dughti (W 2021\/ 62)<\/strong> ist ein Dolch, der als kulturelles Symbol diente. Mit seiner breiten Klinge ist der Dughti f\u00fcr den Nahkampf konzipiert und spiegelt die kriegerische Tradition Tibets wider. Traditionell wird er nicht nur zur Selbstverteidigung eingesetzt, sondern spielt auch eine bedeutende Rolle in rituellen Zeremonien, wo er die Verbindung von spiritueller und kriegerischer Macht symbolisiert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"420\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_50_Kindschal-1024x420.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9478\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_50_Kindschal-1024x420.jpg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_50_Kindschal-300x123.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_50_Kindschal-768x315.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_50_Kindschal-1536x629.jpg 1536w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_50_Kindschal-2048x839.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer beeindruckender Gegenstand ist der <strong>Kindschal (W 2021\/50<\/strong><strong>)<\/strong>, ein Dolch aus dem Kaukasus. Diese Waffe, die typischerweise von zentralasiatischen Reiterst\u00e4mmen, u.a. den Tscherkessen getragen wurde, war nicht nur ein Werkzeug im Kampf, sondern auch ein Zeichen von Status und Ehre. Die kunstvolle Verarbeitung der Klinge machte den Kindschal oft zu einem Prestigeobjekt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"319\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_52_Kosakensaebel-1024x319.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9479\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_52_Kosakensaebel-1024x319.jpg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_52_Kosakensaebel-300x93.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_52_Kosakensaebel-768x239.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_52_Kosakensaebel-1536x478.jpg 1536w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_52_Kosakensaebel-2048x637.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich bedeutend ist der <strong>Kosakens\u00e4bel (W 2021\/52)<\/strong>, eine klassische Waffe der Kosaken. Mit seiner leicht gekr\u00fcmmten Klinge war er perfekt f\u00fcr schnelle Hieb- und Stichman\u00f6ver vom Pferd aus geeignet. Diese Waffen verk\u00f6rperten die kriegerische Tradition und die au\u00dfergew\u00f6hnlichen Reitk\u00fcnste der Kosaken, die als unerm\u00fcdliche K\u00e4mpfer in der osteurop\u00e4ischen Geschichte gelten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"386\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_45_Samuraischwert-1024x386.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9480\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_45_Samuraischwert-1024x386.jpg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_45_Samuraischwert-300x113.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_45_Samuraischwert-768x289.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_45_Samuraischwert-1536x579.jpg 1536w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_45_Samuraischwert-2048x772.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Das <strong>S<\/strong><strong>hin<\/strong> <strong>Gunto <\/strong><strong>(W 2021\/45<\/strong><strong>)<\/strong>, ein modernes Milit\u00e4rschwert der japanischen Armee aus dem Zweiten Weltkrieg, steht f\u00fcr Funktionalit\u00e4t und Pragmatismus. Mit seiner k\u00fcrzeren Klinge und dem schlichten Design unterscheidet es sich deutlich von den kunstvoll verzierten Samurai-Schwertern und spiegelt die milit\u00e4rische Notwendigkeit der Zeit wider.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"401\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_25_Hirschfaenger-1024x401.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9481\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_25_Hirschfaenger-1024x401.jpg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_25_Hirschfaenger-300x118.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_25_Hirschfaenger-768x301.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_25_Hirschfaenger-1536x602.jpg 1536w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_25_Hirschfaenger-2048x803.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Neben diesen au\u00dfereurop\u00e4ischen Waffen verdeutlichen europ\u00e4ische St\u00fccke wie <strong>Hirschf\u00e4nger <\/strong>und <strong>Steinschlossb\u00fcchse<\/strong> die enge Verbindung zwischen Jagd, Waffentechnik und Handwerkskunst. Der <strong>Hirschf\u00e4nger (W 2021\/25<\/strong><strong>)<\/strong>, ein langes Jagdmesser, wurde traditionell vor allem im deutschsprachigen Raum zur Jagd auf Hochwild eingesetzt \u2013 hier jedoch ein speziell gefertigtes Messer eines Deutschmeister-Sch\u00fctzen des k.u.k. Infanterieregiments \u201eHoch- und Deutschmeister\u201d Nr. 4 \u2013 &nbsp;w\u00e4hrend die <strong>Steinschlossb\u00fcchse (W 2021\/36<\/strong><strong>)<\/strong>, eine historische Vorderladerwaffe, den technologischen Fortschritt im Bereich der Feuerwaffen symbolisiert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"308\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_36_Steinschlossbuechse-1024x308.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9482\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_36_Steinschlossbuechse-1024x308.jpg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_36_Steinschlossbuechse-300x90.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_36_Steinschlossbuechse-768x231.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_36_Steinschlossbuechse-1536x462.jpg 1536w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/W-2021_36_Steinschlossbuechse-2048x616.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Sammlung als Br\u00fccke zur Geschichte und zur Welt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Waffensammlung Hubert Willkomms stellt nicht nur eine wertvolle Erweiterung der Best\u00e4nde des Deutschen Historischen Museums dar, sondern schafft auch eine greifbare Verbindung zwischen verschiedenen Kulturen und Epochen. Jedes Objekt erz\u00e4hlt seine eigene Geschichte \u2013 von Jagd und Krieg in Europa bis hin zu den faszinierenden Traditionen Asiens. Diese St\u00fccke zeugen von Handwerkskunst, technologischem Fortschritt und den vielf\u00e4ltigen Wegen, auf denen sich Menschen in unterschiedlichen Zeiten und Regionen verteidigten oder ihre Macht aus\u00fcbten.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders die au\u00dfereurop\u00e4ischen Waffen bereichern die Sammlung in mehrerlei Hinsicht. Einerseits erm\u00f6glichen sie einen Einblick in die globale Vernetzung und den Austausch von Milit\u00e4rtechniken und kulturellen Einfl\u00fcssen. Sie helfen, die Wechselwirkungen zwischen Europa und anderen Weltregionen durch Handel, Diplomatie oder Konflikte nachzuvollziehen. Andererseits er\u00f6ffnen sie wertvolle Perspektiven f\u00fcr die vergleichende Kulturgeschichte, da diese Waffen nicht nur als Werkzeuge des Krieges, sondern auch als Symbole gesellschaftlicher Stellung, Macht und Identit\u00e4t fungierten. Die Erforschung zu den urspr\u00fcnglichen Eigent\u00fcmern, zu ihrem origin\u00e4ren Herstellungs- und Gebrauchskontexten steht dabei im Fokus. Dies erlaubt es, Parallelen und Unterschiede zwischen europ\u00e4ischen und au\u00dfereurop\u00e4ischen Gesellschaften sichtbar zu machen. Au\u00dferdem dokumentieren diese Objekte die technologischen Innovationen, die in unterschiedlichen Regionen unabh\u00e4ngig voneinander oder durch wechselseitige Beeinflussung entstanden sind, und er\u00f6ffnen so ein breites Feld f\u00fcr die Erforschung von Handwerk und Ingenieurskunst im globalen Vergleich.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch diese vielseitigen Perspektiven erm\u00f6glicht die Sammlung eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, nicht nur aus europ\u00e4ischer Sicht, sondern im globalen Kontext. So bleibt das Deutsche Historische Museum ein Ort des Entdeckens und Staunens, wo Objekte nicht nur ausgestellt, sondern im Kontext ihrer kulturellen und technologischen Bedeutung erforscht werden k\u00f6nnen \u2013 sowohl in europ\u00e4ischer als auch in globaler Perspektive.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Slg.-Willkomm-F2-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9483\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Slg.-Willkomm-F2-1024x768.jpg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Slg.-Willkomm-F2-300x225.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Slg.-Willkomm-F2-768x576.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Slg.-Willkomm-F2-1536x1152.jpg 1536w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Slg.-Willkomm-F2-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Aufbewahrung der Sammlung Hubert Willkomm im Militaria-Depot des Deutschen Historischen Museums<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7633 size-full\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Lueken_09_\u00a9Bruns.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"225\" \/><\/p>\n<\/td>\n<td bgcolor=\"#becafa\">\n<h4 style=\"color: #000000; padding: 5px 10px 0px 10px;\">Dr. Sven L\u00fcken<\/h4>\n<p style=\"color: #000000; padding: 0px 10px 5px 10px;\">Dr. Sven L\u00fcken ist Sammlungsleiter Militaria am Deutschen Historischen Museum.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td bgcolor=\"#becafa\">\n<h4 style=\"color: #000000; padding: 5px 10px 0px 10px;\">David Schwalbe<\/h4>\n<p style=\"color: #000000; padding: 0px 10px 5px 10px;\">David Schwalbe ist Projektassistent f\u00fcr die neue St\u00e4ndige Ausstellung am Deutschen Historischen Museum.<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9492 \" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/David_Schwalbe_01-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"170\" height=\"255\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/David_Schwalbe_01-200x300.jpg 200w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/David_Schwalbe_01-683x1024.jpg 683w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/David_Schwalbe_01-768x1151.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/David_Schwalbe_01-1025x1536.jpg 1025w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/David_Schwalbe_01-1366x2048.jpg 1366w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/David_Schwalbe_01-scaled.jpg 1708w\" sizes=\"auto, (max-width: 170px) 100vw, 170px\" \/><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<h2><span>Waffen, Geschichte und Kultur: Die faszinierende Sammlung von Hubert Willkomm<span><\/h2>\n<p>Im Rahmen der Blogserie zur Arbeit der Sammlungen im Deutschen Historischen Museum geht es um zentrale Punkte wie den Entscheidungen f\u00fcr oder gegen die Aufnahme von Objekten, um die unterschiedlichen Wege der Zug\u00e4nge, die sich \u00e4ndernden Forschungsfragen an die Sammlungen, an die Erforschung der Herkunft der Objekte und viele weitere Aspekte. Die Sammlung der Militaria im Deutschen Historischen Museum ist eng mit der Geschichte des Zeughauses verbunden. Die Sammlung bildet den Kern der Best\u00e4nde und wird noch immer weiterentwickelt und bereichert \u2013 so durch eine private Schenkung, die au\u00dfergew\u00f6hnliche Objekte birgt. Dr. Sven L\u00fcken, Sammlungsleiter der Militaria-Sammlung, und David Schwalbe, Projektassistent f\u00fcr die neue St\u00e4ndige Ausstellung, erz\u00e4hlen von dem Neuzugang.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":9486,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":true,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[465,2935,199,1974],"class_list":["post-9476","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-inside-dhm","tag-militaria","tag-sammeln","tag-sammlung","tag-schenkung"],"_links":{"self":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9476","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9476"}],"version-history":[{"count":17,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9476\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9921,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9476\/revisions\/9921"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9486"}],"wp:attachment":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9476"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9476"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9476"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}