
{"id":9635,"date":"2025-04-09T08:46:12","date_gmt":"2025-04-09T06:46:12","guid":{"rendered":"\/blog\/?p=9635"},"modified":"2025-06-04T10:54:07","modified_gmt":"2025-06-04T08:54:07","slug":"verloren-und-gefunden-zwei-handzeichnungen-von-franz-krueger","status":"publish","type":"post","link":"\/blog\/2025\/04\/09\/verloren-und-gefunden-zwei-handzeichnungen-von-franz-krueger\/","title":{"rendered":"Verloren und gefunden: Zwei Handzeichnungen von Franz Kr\u00fcger"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Verloren und gefunden: Zwei Handzeichnungen von Franz Kr\u00fcger<\/h1>\n\n\n\n<p>Dr. Heike Krokowski | 9. April 2025<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Im Rahmen der <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/blog\/tag\/sammeln\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.dhm.de\/blog\/tag\/sammeln\/\">Blogserie zur Arbeit der Sammlungen<\/a> im Deutschen Historischen Museum (DHM) geht es um zentrale Punkte wie den Entscheidungen f\u00fcr oder gegen die Aufnahme von Objekten, um die unterschiedlichen Wege der Zug\u00e4nge, die sich \u00e4ndernden Forschungsfragen der Sammlungen, um die Erforschung der Herkunft der Objekte und viele weitere Aspekte.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Neben der Suche nach Museumsobjekten aus m\u00f6glichen NS-Verfolgungskontexten oder aus Beschlagnahmen und Entz\u00fcgen in der Sowjetischen Besatzungszone und sp\u00e4ter der Deutschen Demokratischen Republik sowie zu Kulturgut aus kolonialen Kontexten besch\u00e4ftigen sich viele Museen in Deutschland auch mit den kriegsbedingten Verlusten ihrer eigenen Sammlungsbest\u00e4nde. Auch im Deutschen Historischen Museum, dem die Sammlungsbest\u00e4nde des alten, bis 1945 bestehenden Zeughauses \u00fcbertragen worden waren, beforschen die wissenschaftlichen Sammlungsmitarbeiter*innen und Provenienzforscher*innen die Geschichte dieser ehemals umfangreichen milit\u00e4rgeschichtlichen Sammlungen. Zu ihnen geh\u00f6rten zwei Handzeichnungen des Berliner Malers Franz Kr\u00fcger, deren Geschichte Dr. Heike Krokowski, wissenschaftliche Mitarbeiterin f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/sammlung\/forschung\/provenienzforschung\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.dhm.de\/sammlung\/forschung\/provenienzforschung\/\">Provenienzforschung<\/a>, erz\u00e4hlt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"786\" height=\"1024\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/2000.101_SH_Krueger_Gneisenau-zuschnitt-1-786x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9726\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/2000.101_SH_Krueger_Gneisenau-zuschnitt-1-786x1024.jpg 786w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/2000.101_SH_Krueger_Gneisenau-zuschnitt-1-230x300.jpg 230w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/2000.101_SH_Krueger_Gneisenau-zuschnitt-1-768x1001.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/2000.101_SH_Krueger_Gneisenau-zuschnitt-1-1179x1536.jpg 1179w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/2000.101_SH_Krueger_Gneisenau-zuschnitt-1-1572x2048.jpg 1572w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/2000.101_SH_Krueger_Gneisenau-zuschnitt-1-scaled.jpg 1965w\" sizes=\"auto, (max-width: 786px) 100vw, 786px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Franz Kr\u00fcger, Bildnisstudie General August Graf Neidhardt von Gneisenau, 1818, Inv.-Nr. 2000\/101-SH \u00a9 L\u00fcbecker Museen, Museum Behnhaus Dr\u00e4gerhaus, als Leihgabe des Landes Schleswig-Holstein aus der Sammlung Dr\u00e4ger\/Stubbe<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Etwas m\u00fcrrisch sieht der \u00e4ltere Herr mit dem markanten, gefederten Hut schon aus: Direkt blickt er den Betrachter an, gibt aber kaum etwas von sich preis. Dennoch wissen wir, dass es sich hier um eine Portr\u00e4tskizze des preu\u00dfischen Generalfeldmarschalls Graf Neidhardt von Gneisenau handelt. Der K\u00fcnstler Franz Kr\u00fcger fertigte diese Zeichnung 1818 als Studie f\u00fcr ein mehrfiguriges Reiterportr\u00e4t von Gneisenau, ein so genanntes Suitenbild, an. Das gro\u00dfformatige Gem\u00e4lde befand sich seit seiner Fertigstellung 1819 im Besitz der Familie Gneisenau. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"849\" height=\"1024\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/KG54.50_KopieFFreitag-849x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9727\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/KG54.50_KopieFFreitag-849x1024.jpg 849w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/KG54.50_KopieFFreitag-249x300.jpg 249w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/KG54.50_KopieFFreitag-768x927.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/KG54.50_KopieFFreitag-1273x1536.jpg 1273w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/KG54.50_KopieFFreitag.jpg 1458w\" sizes=\"auto, (max-width: 849px) 100vw, 849px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Fritz Freitag, \u201eGneisenau im Kreise seiner Offiziere\u201c, 1954, Kopie nach Franz Kr\u00fcger im Auftrag des Museums f\u00fcr Deutsche Geschichte, Inv.-Nr. Kg 54\/50 \u00a9 Deutsches Historisches Museum<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Aber Gneisenaus Konterfei war nicht die einzige Skizze, die Kr\u00fcger f\u00fcr die Vorarbeit an dem gro\u00dfen Bild zeichnete. Es existieren mindestens zwei weitere Zeichnungen, die in den 1940er Jahren im deutschen Kunsthandel angeboten wurden. Eine davon \u2013 die \u00fcber und \u00fcber mit Notizen zur farbigen Ausgestaltung der Uniform versehene Dreiviertelstudie eines jungen Ulanenoffiziers \u2013 wurde im Februar 1942 zusammen mit dem Generalsportr\u00e4t in einer aufreibenden \u201eBieterschlacht\u201c vom damals als Heeresmuseum der Wehrmacht fungierenden Zeughaus im Leipziger Auktionshandel erworben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"683\" height=\"1024\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/2000.219_Krueger_HalbfigurEinesPreussischenUlanenoffiziers-klein-1-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9728\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/2000.219_Krueger_HalbfigurEinesPreussischenUlanenoffiziers-klein-1-683x1024.jpg 683w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/2000.219_Krueger_HalbfigurEinesPreussischenUlanenoffiziers-klein-1-200x300.jpg 200w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/2000.219_Krueger_HalbfigurEinesPreussischenUlanenoffiziers-klein-1-768x1152.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/2000.219_Krueger_HalbfigurEinesPreussischenUlanenoffiziers-klein-1.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Franz Kr\u00fcger, Halbfigur eines preu\u00dfischen Ulanenoffiziers, 1818, Inv.-Nr. 2000\/219 \u00a9 L\u00fcbecker Museen, Museum Behnhaus Dr\u00e4gerhaus, L\u00fcbeck<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Im <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/museum\/geschichte-und-architektur\/geschichte\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.dhm.de\/museum\/geschichte-und-architektur\/geschichte\/\">Zeughaus<\/a> wurden beide Zeichnungen inventarisiert und fotografiert. Die dabei angefertigten Glasnegative sind die einzigen Spuren, die die Zeichnungen in der heutigen Sammlung des DHM hinterlassen haben. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"718\" height=\"80\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/ZH-Ankaufsbuch1941-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9741\" style=\"width:853px;height:auto\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/ZH-Ankaufsbuch1941-1.jpg 718w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/ZH-Ankaufsbuch1941-1-300x33.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 718px) 100vw, 718px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Auszug aus dem Ankaufsbuch f\u00fcr 1941 des Berliner Zeughauses, HArch\/ZH\/576 \u00a9 Deutsches Historisches Museum <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Die Zeichnungen selbst befinden sich nicht mehr im Besitz des Museums. Und das ist eine Folge des Zweiten Weltkriegs. Lange Jahre galten die Skizzen als Kriegsverluste und waren als solche in der LostArt-Datenbank des Deutschen Zentrum Kulturgutverluste eingetragen und im Verlustkatalog des Berliner Zeughauses ver\u00f6ffentlicht worden.<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Ausgel\u00f6st von den Hinweisen zweier Kolleginnen, begannen umfangreiche Recherchen zur Verlagerungsgeschichte und dem Verbleib der beiden Portr\u00e4tskizzen von Franz Kr\u00fcger.<a href=\"#_ftn2\" id=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Nach ihrem Ankauf im dritten Kriegsjahr blieben die Zeichnungen nicht lange im Zeughaus. Bereits im Sommer 1943 wurden sie zusammen mit weiteren Sammlungsbest\u00e4nden des Museums ausgelagert, um sie vor den Bombenangriffen auf Berlin zu sch\u00fctzen. Zun\u00e4chst fanden sie Unterschlupf im Flakturm am Zoo, einem Verteidigungsbauwerk, das allen Angriffen standhalten sollte. Zu Beginn des Jahres 1945, als sich die Kriegsfront immer schneller auf Berlin zubewegte, wurden die Berliner Museumsbest\u00e4nde \u2013 und mit ihnen die beiden Handzeichnungen aus dem Zeughaus \u2013 in Bergwerke und Salzst\u00f6cke ausgelagert. Die Zeichnungen kamen nach Merkers in der Rh\u00f6n und wurden im Stollen Kaiseroda untergebracht. Berliner Museumsbeamte begleiteten die Transporte, um das Kulturgut der Museen zu betreuen und zu bewachen.<\/p>\n\n\n\n<p>Anhand der Auslagerungs- und Transportlisten f\u00fcr die Sammlungsbest\u00e4nde, die im Hausarchiv des DHM eingesehen wurden, konnte der weitere Weg der Zeichnungen nachvollzogen werden: Im April 1945 stie\u00dfen US-amerikanische Truppen nach Th\u00fcringen vor und besetzten auch die Bergwerke der Nordrh\u00f6n. Die in Merkers und in anderen Bergwerkstollen eingelagerten Berliner Museumsbest\u00e4nde wurden sichergestellt und nach der Kapitulation der deutschen Wehrmacht Anfang Mai 1945 zun\u00e4chst nach Frankfurt und kurze Zeit sp\u00e4ter nach Wiesbaden, in ein von der US-Army im Landesmuseum Wiesbaden eingerichtetes Sammeldepot, Central Collecting Point genannt, transportiert. Hier waren gro\u00dfe Teile der zu ihrem Schutz ausgelagerten Museumsbest\u00e4nde aus ganz Deutschland zusammengef\u00fchrt worden. Mit Gr\u00fcndung der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1949 kehrten die Sammlungen der Museen auf dem Staatsgebiet der BRD an ihre Heimatorte zur\u00fcck. F\u00fcr die Museumsbest\u00e4nde aus den Museen, die sich nun in der Deutschen Demokratischen Republik befanden, \u00fcbernahm hingegen das Land Hessen die treuh\u00e4nderische Verwaltung. Erst in der zweiten H\u00e4lfte der 1950er Jahre wurden diese Gegenst\u00e4nde ebenfalls r\u00fcckgef\u00fchrt. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"729\" height=\"1024\" data-id=\"9770\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/HArchRep.Z475a_12-729x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-9770\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/HArchRep.Z475a_12-729x1024.png 729w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/HArchRep.Z475a_12-214x300.png 214w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/HArchRep.Z475a_12-768x1079.png 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/HArchRep.Z475a_12-1093x1536.png 1093w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/HArchRep.Z475a_12-1458x2048.png 1458w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/HArchRep.Z475a_12.png 1542w\" sizes=\"auto, (max-width: 729px) 100vw, 729px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"722\" height=\"1024\" data-id=\"9776\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/HArchRep.Z475a_1-1-722x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-9776\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/HArchRep.Z475a_1-1-722x1024.png 722w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/HArchRep.Z475a_1-1-212x300.png 212w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/HArchRep.Z475a_1-1-768x1089.png 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/HArchRep.Z475a_1-1-1084x1536.png 1084w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/HArchRep.Z475a_1-1.png 1308w\" sizes=\"auto, (max-width: 722px) 100vw, 722px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Aufstellung von Zeughausbest\u00e4nden, die von Merkers nach Wiesbaden abtransportiert wurden. HArch\/Rep. Z\/475a, Teil 2 \u00a9 Deutsches Historisches Museum<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Wie die Recherchen zeigten, blieben die Zeichnungen von Generalfeldmarschall Gneisenau und dem Ulanenoffizier aus dem \u2013 nun Ost-Berliner \u2013 Zeughaus bis zum Sommer 1958 in Wiesbaden. Im August des Jahres wurden sie dann mit allen dort befindlichen Zeughausbest\u00e4nden nach West-Berlin r\u00fcckgef\u00fchrt. Sie kamen in die Obhut der 1957 gegr\u00fcndeten Stiftung Preu\u00dfischer Kulturbesitz, die der Tr\u00e4ger der im Westteil Berlins gelegenen Staatlichen Museen wurde. <\/p>\n\n\n\n<p>Gneisenau und der Ulanenoffizier wurden in ein Depot der Staatlichen Museen in der Gardesch\u00fctzenkaserne in Berlin-Lichterfelde gebracht. 1968 zogen sie zusammen mit den anderen Zeughausbest\u00e4nden noch einmal innerhalb des Geb\u00e4udes um, dann verliert sich zun\u00e4chst ihre Spur. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"215\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/HArchMil24a-Zuschnitt-1024x215.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9734\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/HArchMil24a-Zuschnitt-1024x215.jpg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/HArchMil24a-Zuschnitt-300x63.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/HArchMil24a-Zuschnitt-768x161.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/HArchMil24a-Zuschnitt-1536x322.jpg 1536w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/HArchMil24a-Zuschnitt.jpg 1944w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ausschnitt einer Liste mit 34 Bildern aus der Sammlung des Berliner Zeughauses, die im August 1958 aus Wiesbaden zur\u00fcckgef\u00fchrt wurden, DHM-HArch\/Mil 24a \u00a9 Deutsches Historisches Museum<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Aber sie tauchten wieder auf: Im Jahr 1984 stellte die AGO Galerie in West-Berlin die beiden Zeichnungen im Rahmen ihrer Ausstellung \u201eZeichnung und Malerei der Goethe-Zeit\u201c aus<a href=\"#_ftn3\" id=\"_ftnref3\">[3]<\/a> und verkaufte sie noch im gleichen Jahr an einen norddeutschen Kunstsammler. Dieser wiederum gab den Ulanenoffizier im Jahr 2000 als Dauerleihgabe an das L\u00fcbecker Museum Behnhaus Dr\u00e4gerhaus und wandelte die Leihgabe sp\u00e4ter in eine Schenkung um. Generalfeldmarschall Gneisenau wurde im selben Jahre dem Land Schleswig-Holstein \u00fcbereignet, das die Skizze ebenfalls dem Museum als Dauerleihgabe \u00fcberlie\u00df.<a href=\"#_ftn4\" id=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Die Provenienzforschung konnte somit best\u00e4tigen, dass sich die beiden Zeichnungen heute rechtm\u00e4\u00dfig im Besitz des L\u00fcbecker Museum Behnhaus Dr\u00e4gerhaus befinden. Die Suchmeldung als Kriegsverlust wurde folglich in der LostArt-Datenbank gel\u00f6scht. Zuk\u00fcnftig wollen beiden Museen gemeinsam auf Herkunft und Verbleib dieser beiden Werke hinweisen.<a href=\"#_ftn5\" id=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Das DHM hat als Erinnerung an die beiden Handzeichnungen von Franz Kr\u00fcger noch immer die beiden Glasnegative aus dem Jahr 1942. Sie sind selbst inzwischen als Museumsobjekte in die Sammlungen eingegangen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"735\" height=\"1024\" data-id=\"9736\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/GN2886_Gneisenau-1-735x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9736\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/GN2886_Gneisenau-1-735x1024.jpg 735w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/GN2886_Gneisenau-1-215x300.jpg 215w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/GN2886_Gneisenau-1-768x1070.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/GN2886_Gneisenau-1-1103x1536.jpg 1103w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/GN2886_Gneisenau-1-1470x2048.jpg 1470w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/GN2886_Gneisenau-1.jpg 1520w\" sizes=\"auto, (max-width: 735px) 100vw, 735px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"737\" height=\"1024\" data-id=\"9737\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/GN4002_Ulanenoffizier-737x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9737\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/GN4002_Ulanenoffizier-737x1024.jpg 737w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/GN4002_Ulanenoffizier-216x300.jpg 216w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/GN4002_Ulanenoffizier-768x1067.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/GN4002_Ulanenoffizier-1106x1536.jpg 1106w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/GN4002_Ulanenoffizier-1474x2048.jpg 1474w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/GN4002_Ulanenoffizier.jpg 1531w\" sizes=\"auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Glasnegative von den Inventarisierungsaufnahmen der beiden Portr\u00e4tskizzen von Franz Kr\u00fcger, DHM Inv.-Nr. GN 2886 und Inv.-Nr. GN 4002 \u00a9 Deutsches Historisches Museum<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\">[1]<\/a> Quaas, G.\/K\u00f6nig, A.: Verluste aus den Sammlungen des Berliner Zeughauses w\u00e4hrend und nach dem Zweiten Weltkrieg, Berlin 2011, S. 306\/307, Nr. 1429 (falsche Abb.) und 1430. <a href=\"https:\/\/www.lostart.de\/de\/Verlust\/438871\">https:\/\/www.lostart.de\/de\/Verlust\/438871<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.lostart.de\/de\/Verlust\/438869\">https:\/\/www.lostart.de\/de\/Verlust\/438869<\/a> (zuletzt 14.12.2023).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" id=\"_ftn2\">[2]<\/a> Besonderer Dank gilt hier Steffi Grapenthin und Dr. Caroline Flick.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\" id=\"_ftn3\">[3]<\/a> AGO Galerie Wolfgang Thiede: Zeichnung und Malerei der Goethe-Zeit. Vom Rokoko zum malerischen Realismus (autonom\u2013malerischen Realismus), Berlin 1984, S. 142-145.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\" id=\"_ftn4\">[4]<\/a> Vgl. Heise, Brigitte (Hrsg.): Zum Sehen geboren. Handzeichnungen der Goethezeit und des 19. Jahrhunderts. Die Sammlung Dr\u00e4ger\/Stubbe, Leipzig 2007, S. 173\/174.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\" id=\"_ftn5\">[5]<\/a> Mit Dank an Dr. Alexander Bastek, Direktor des Museum Behnhaus Dr\u00e4gerhaus, L\u00fcbeck, f\u00fcr die Erlaubnis, die Abbildungen der beiden Portr\u00e4t-Zeichnungen hier zu verwenden.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<h2><span>Verloren und gefunden: Zwei Handzeichnungen von Franz Kr\u00fcger<span><\/h2>\n<p>Im Rahmen der Blogserie zur Arbeit der Sammlungen im Deutschen Historischen Museum (DHM) geht es um zentrale Punkte wie den Entscheidungen f\u00fcr oder gegen die Aufnahme von Objekten, um die unterschiedlichen Wege der Zug\u00e4nge, die sich \u00e4ndernden Forschungsfragen der Sammlungen, an die Erforschung der Herkunft der Objekte und viele weitere Aspekte. Neben der Suche nach Museumsobjekten aus m\u00f6glichen NS-Verfolgungskontexten oder aus Beschlagnahmen und Entz\u00fcgen in der Sowjetischen Besatzungszone und sp\u00e4ter der Deutschen Demokratischen Republik sowie zu Kulturgut aus kolonialen Kontexten besch\u00e4ftigen sich viele Museen in Deutschland auch mit den kriegsbedingten Verlusten ihrer eigenen Sammlungsbest\u00e4nde. Auch im Deutschen Historischen Museum, dem die Sammlungsbest\u00e4nde des alten, bis 1945 bestehenden Zeughauses \u00fcbertragen worden waren, beforschen die wissenschaftlichen Sammlungsmitarbeiter*innen und Provenienzforscher*innen die Geschichte dieser ehemals umfangreichen milit\u00e4rgeschichtlichen Sammlungen. Zu ihnen geh\u00f6rten zwei Handzeichnungen des Berliner Malers Franz Kr\u00fcger, deren Geschichte Dr. Heike Krokowski, wissenschaftliche Mitarbeiterin f\u00fcr Provenienzforschung, erz\u00e4hlt.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":9718,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":true,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[1460,2935,199],"class_list":["post-9635","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-inside-dhm","tag-provenienzforschung","tag-sammeln","tag-sammlung"],"_links":{"self":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9635","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9635"}],"version-history":[{"count":18,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9635\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9919,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9635\/revisions\/9919"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9718"}],"wp:attachment":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9635"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9635"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9635"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}