
{"id":9893,"date":"2025-06-04T09:12:23","date_gmt":"2025-06-04T07:12:23","guid":{"rendered":"\/blog\/?p=9893"},"modified":"2025-06-17T17:05:54","modified_gmt":"2025-06-17T15:05:54","slug":"sammeln-und-forschen-die-augsburger-monatsbilder-unter-der-lupe","status":"publish","type":"post","link":"\/blog\/2025\/06\/04\/sammeln-und-forschen-die-augsburger-monatsbilder-unter-der-lupe\/","title":{"rendered":"Sammeln und forschen: Die Augsburger Monatsbilder unter der Lupe"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Sammeln und forschen: Die Augsburger Monatsbilder unter der Lupe<\/h1>\n\n\n\n<p>Dr. Sabine Beneke | 4. Juni 2025<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Im Rahmen der <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/blog\/tag\/sammeln\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.dhm.de\/blog\/tag\/sammeln\/\">Blogserie zur Arbeit der Sammlungen<\/a> im Deutschen Historischen Museum (DHM) geht es um zentrale Punkte wie den Entscheidungen f\u00fcr oder gegen die Aufnahme von Objekten, um die unterschiedlichen Wege der Zug\u00e4nge, die sich \u00e4ndernden Forschungsfragen an die Sammlungen, um die Erforschung der Herkunft der Objekte und viele weitere Aspekte.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sammlungsarbeit bedeutet auch das Erforschen der Objekte \u2013 beispielsweise auf der Grundlage neuer Kontextforschung, im Zuge einer Restaurierung oder im Rahmen von Ausstellungsvorhaben. Dr. Sabine Beneke, Leiterin der Kunstsammlung des Deutschen Historischen Museums, hat den Gem\u00e4ldezyklus, bekannt als \u201eAugsburger Monatsbilder\u201c, im Rahmen einer neuerlichen Restaurierung einer detaillierten Bildanalyse unterzogen. Dabei hat sie neue Motive und Kompositionslinien gefunden, was in eine neue Gesamtinterpretation des Gem\u00e4ldezyklus m\u00fcndete.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"677\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Abb.-1-Monatsbild-2-1-1024x677.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9910\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Abb.-1-Monatsbild-2-1-1024x677.jpg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Abb.-1-Monatsbild-2-1-300x198.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Abb.-1-Monatsbild-2-1-768x508.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Abb.-1-Monatsbild-2-1.jpg 1348w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Unbekannte Werkstatt, Augsburger Monatsbilder: Eine dynastische Bilderfolge des Hans Fugger (1: Januar, Februar, M\u00e4rz), \u00d6l auf Leinwand, 234,5 x 356,5 cm, Augsburg um 1580\/82, Inv. Nr. 1990\/185.1<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Je \u00e4lter Museumsobjekte sind, desto seltener ist der genaue Zeitpunkt und der Zweck ihrer Entstehung und der Ort, f\u00fcr den sie gedacht waren, bekannt. Manchmal ist alles \u00fcber ihre Geschichte gekl\u00e4rt, manchmal nur ein Teil davon, manchmal auch gar nichts. Als das Deutsche Historische Museum 1990 eine vierteilige Folge von gro\u00dfformatigen Gem\u00e4lden aus dem 16. Jahrhundert erwarb, wusste man nur, dass es sich um Darstellungen der zw\u00f6lf Monate handelt, pro Bild zusammengefasst in den Quartalen mit Nennung der jeweiligen Monate. Ihr Bezug zu Augsburg war durch die gezeigte Architektur der Stadt auf einem der Bilder gegeben. Aufgrund der dargestellten Personen, ihrer Kleidung und ihrer Handlungen, konnte ein Bezug zur f\u00fchrenden Schicht der Stadt hergestellt werden: Das Patriziat \u2013 der Stadtadel \u2013 zeigte sich standesgem\u00e4\u00df bei Tisch, bei Ritterspielen, bei der Jagd und als Ratsherr der Stadt Augsburg. Nicht gel\u00f6st werden konnte die Frage, wer die Bilder einst in Auftrag gab.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine aktuelle Restaurierung bot Anlass, die Bilder noch einmal unter die Lupe zu nehmen, um mehr \u00fcber sie zu erfahren. Dabei gerieten Inventar-Aufkleber in den Blick, die sich auf den R\u00fcckseiten der alten Rahmen, auf die die Leinw\u00e4nde im fr\u00fchen 19. Jahrhundert gespannt worden waren, befanden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"978\" height=\"1024\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Abb.-2-Inventaraufkleber-978x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9904\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Abb.-2-Inventaraufkleber-978x1024.jpg 978w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Abb.-2-Inventaraufkleber-286x300.jpg 286w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Abb.-2-Inventaraufkleber-768x804.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Abb.-2-Inventaraufkleber.jpg 1082w\" sizes=\"auto, (max-width: 978px) 100vw, 978px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Inventaraufkleber aus der F\u00fcrstlichen Hausverwaltung Leutstetten \u00a9 Deutsches Historisches Museum<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>In der obersten Zeile findet sich der Schriftzug <em>Nach dem Inventar. <\/em>Die Buchstabenfolge in der untersten Zeile <em>C.\u00d6.W.F.H.L.<\/em> l\u00e4sst sich wie folgt aufl\u00f6sen: C\u00d6W = Caroline von \u00d6ttingen-Wallerstein, FHL = F\u00fcrstliche(s) Haus(verwaltung) Leutstetten. Damit war eine Spur gelegt, die Indizien auf fr\u00fchere Besitzer lieferte. Caroline war die Tochter von Ludwig F\u00fcrst zu Oettingen-Wallerstein (1791-1870), der 1833 Schloss Leutstetten am Starnberger See erwarb. Doch wem geh\u00f6rten die Bilder zuvor? Zum alten Schlossinventar geh\u00f6rten sie nicht und die Familie Oettingen-Wallerstein z\u00e4hlte nicht zum Augsburger Patriziat, sondern zum Hochadel im Heiligen R\u00f6mischen Reich.<\/p>\n\n\n\n<p>Sicher ist, dass die Gem\u00e4lde seit ihrer Entstehung nicht ununterbrochen ausgestellt waren, sondern \u2013 so der Befund der Restaurierung \u2013 zwischenzeitlich unsachgem\u00e4\u00df und grob mit ihnen umgegangen wurde. Vielfach sind Fehlstellen unterschiedlicher Auspr\u00e4gung vorhanden. Dies k\u00f6nnte sich mit dem Herausnehmen bzw. Herausschneiden der Leinw\u00e4nde aus einer repr\u00e4sentativen rahmenden Wandvert\u00e4felung bzw. aus Architekturrahmen aus Holz erkl\u00e4ren. F\u00fcr gro\u00dfformatige Gem\u00e4ldefolgen wie die Monatsbilder war eine solche Pr\u00e4sentation im 16. Jahrhundert angemessen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein historisches Museum sammelt Kunstwerke unter anderen Gesichtspunkten als ein Kunstmuseum. Die Qualit\u00e4t, die ein historisches Museum sucht, besteht nicht unbedingt nur aus der Suche nach \u201eMeisterwerken\u201c, die von ber\u00fchmten Malern und Bildhauern geschaffen wurden. Historische Erkenntnis, Geschichte, die erz\u00e4hlt werden kann, zeigt sich auch in Werken, deren Sch\u00f6pfer unbekannt sind. Das Handwerk der Kunstgeschichte bleibt dennoch die Voraussetzung zum historischen Verst\u00e4ndnis der Werke. Diese werden nicht als blo\u00dfe Illustration von Geschichte verstanden, sondern als historische Quellen. Sie zu lesen, lehrt das Fach Kunstgeschichte: Erlaubte ein neuer kunsthistorischer Blick auf die Bilder eine neue Lesart? Das Deutsche Historische Museum hatte sich gleich nach dem Erwerb der Bilder ausf\u00fchrlich mit ihnen besch\u00e4ftigt und dabei auch wichtige Vorlagen, auf deren Motive die Werkstatt, die die Bilder schuf, zur\u00fcckgriff, vorgestellt. Auch die Geschichte Augsburgs und seines Patriziats im 16. Jahrhundert wurde den Bildern als historischer Rahmen zugeordnet. Allerdings blieben wesentliche Fragen offen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kunsthistoriker wissen, dass Bilderfolgen wie die Augsburger Monatsbilder immer eine Geschichte erz\u00e4hlen. Sie gleichen einem Roman, der sich aus einzelnen Kapiteln zusammensetzt. Dies war der Ansatz, sich den Werken wie einem Cold Case neu zu widmen: Lie\u00dfen sich mit einem neuen Blick auf die vier Bilder \u2013 auch auf der Grundlage von neuer Forschung \u2013 Indizien finden, die uns Jahrhunderte nach ihrer Entstehung und Jahrzehnte nach einer ersten ausf\u00fchrlichen Untersuchung einen Einblick in den Sinn und Zweck der Bilder erlauben? Konnte mehr \u00fcber ihre Herkunft ermittelt werden?<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Analyse der Kompositionen und ihrer Bildstrategien, ihrer Rhetorik, der Betonung von Motiven durch k\u00fcnstlerische Mittel, f\u00fchrte zu immer neuen Fragen. Welche Motive gingen auf Vorlagen zur\u00fcck, mit denen die K\u00fcnstler arbeiteten, welche waren neu und deshalb m\u00f6glicherweise von besonderer Bedeutung? Grundlegend war dabei die Frage nach dem Auftakt der Erz\u00e4hlung. Er musste sich auf Bild 1 mit den Monaten Januar bis M\u00e4rz befinden. Setzte die Erz\u00e4hlung mit der perspektivischen Mitte der Komposition oder in der klassischen Leserichtung von links nach rechts ein? Die Identifizierung von zwei Personen in der Stube ganz links im Bild konnte als Beginn einer Erz\u00e4hlung der Familie Fugger bestimmt werden, denn am Tisch sitzt Jakob Fugger der Reiche (1459-1525), erkennbar an seiner bekannten goldenen Haube. Links neben ihm f\u00fchrt Kaiser Maximilian I. (1459-1519) das Gespr\u00e4ch, bestimmbar anhand von typischer Kleidung wie dem Hut, der durch Portr\u00e4ts \u00fcberliefert ist, die zu seinen Lebzeiten entstanden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"920\" height=\"952\" data-id=\"9905\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Abb.-3-Ausschnitt.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9905\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Abb.-3-Ausschnitt.jpg 920w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Abb.-3-Ausschnitt-290x300.jpg 290w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Abb.-3-Ausschnitt-768x795.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ausschnitt aus dem ersten Gem\u00e4lde: Januar-Februar-M\u00e4rz, Unbekannte Werkstatt<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"424\" height=\"558\" data-id=\"9906\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Abb.-4-Duerer_Maximilian.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-9906\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Abb.-4-Duerer_Maximilian.png 424w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Abb.-4-Duerer_Maximilian-228x300.png 228w\" sizes=\"auto, (max-width: 424px) 100vw, 424px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Albrecht D\u00fcrer, Kaiser Maximilian I., 1519. Der Holzschnitt geht zur\u00fcck auf eine Portr\u00e4tskizze, die D\u00fcrer 1518 \u201enach dem Leben\u201c in Augsburg anfertigen konnte. \u00a9 Deutsches Historisches Museum<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Oft lie\u00df sich das R\u00e4tsel um Motive, die aufgrund ihrer Positionierung oder malerischen Akzentuierung eine Bedeutung in der Erz\u00e4hlung besitzen mussten, erst nach und nach l\u00f6sen. Auf Bild 4 (Oktober-Dezember), das den Betrachtern einen Blick in die Stadt Augsburg um 1530 zeigt, konnte lange Zeit der Reiter in der Bildmitte nicht \u201eentschl\u00fcsselt\u201c werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"662\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Abb.-5-Monatsbild-4-2-1024x662.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9909\" style=\"width:840px;height:auto\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Abb.-5-Monatsbild-4-2-1024x662.jpg 1024w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Abb.-5-Monatsbild-4-2-300x194.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Abb.-5-Monatsbild-4-2-768x497.jpg 768w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Abb.-5-Monatsbild-4-2.jpg 1339w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Unbekannte Werkstatt, Augsburger Monatsbilder: Eine dynastische Bilderfolge des Hans Fugger (4: Oktober, November, Dezember), \u00d6l auf Leinwand, 234,8 x 366 cm, Augsburg um 1580\/82, Inv. Nr. 1990\/185.4<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Er unterscheidet sich von den Ratsherren im Vordergrund, die gerade das Rathaus verlassen, und von den anderen Dargestellten auf dem Bild durch seine Kleidung und den auff\u00e4lligen Schnauzbart. Zu seiner Linken tr\u00e4gt er ein Schwert, rechts in der Hand einen Stab. Es musste ein Fremder sein. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"852\" height=\"568\" src=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Abb.-6-Monatsbild-4_Ausschnitt.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9908\" srcset=\"\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Abb.-6-Monatsbild-4_Ausschnitt.jpg 852w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Abb.-6-Monatsbild-4_Ausschnitt-300x200.jpg 300w, \/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Abb.-6-Monatsbild-4_Ausschnitt-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 852px) 100vw, 852px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ausschnitt aus dem vierten Gem\u00e4lde: Oktober-November-Dezember, Unbekannte Werkstatt<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Mit Kaiser Maximilian in der Auftaktszene von Bild 1 wurde die Fugger-Geschichte mit dem Haus Habsburg, aus dem die Kaiser des Heiligen R\u00f6mischen Reichs \u00fcber Jahrhunderte hin stammten, eng verbunden. War das der Schl\u00fcssel f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis von Bild 4 und der zentralen Figur des Reiters? Als Vorlage f\u00fcr die Kleidung konnte die Darstellung eines Hauptmanns aus dem Gefolge Kaiser Karls V. identifiziert werden, mit dem er zum Reichstag in Augsburg 1530 einzog. Damit gelang eine genaue historische Verortung der Szene. Nicht nur die Geschichte der Fugger war eng mit den Kaisern verkn\u00fcpft, sondern auch die der Reichstadt Augsburg.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Recherche zu den vier Bildern stellte sich als Puzzle dar: St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck setzen sich die Bilder als Erz\u00e4hlung zusammen. Entschl\u00fcsselte Motive f\u00fchrten zu neuen Fragen, neuen Recherchen und neuen Aufl\u00f6sungen. Nach und nach schlossen sich die Indizien zu einem Gesamtbild zusammen: Die vier Bilder zeigen eine dynastische Erz\u00e4hlung der Familie Fugger, entstanden Anfang der 1580er Jahre als Auftrag von Hans Fugger (1531-1598), einem Gro\u00dfneffen von Jakob Fugger dem Reichen. Heute erm\u00f6glicht sie uns einen Einblick in die sozial-, wirtschafts- und politische Geschichte des Heiligen R\u00f6mischen Reichs im 16. Jahrhundert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Recherche zu allen vier Bildern kann \u00fcber die Publikation <em><a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/publikation\/die-fugger-saga\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.dhm.de\/publikation\/die-fugger-saga\/\"><em>\u201e<\/em>Die Fugger-Saga. Zur Provenienz und Auftraggeberschaft der \u201eAugsburger Monatsbilder\u201c<\/a><\/em> nachvollzogen werden.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td bgcolor=\"#becafa\">\n<h4>&nbsp;<\/h4>\n<h4 style=\"color: #000000; padding: 5px 10px 0px 10px;\">Dr. Sabine Beneke<\/h4>\n<p style=\"color: #000000; padding: 0px 10px 5px 10px;\">Dr. Sabine Beneke ist Sammlungsleiterin f\u00fcr Kunst: Gem\u00e4lde und Skulpturen am Deutschen Historischen Museum.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<h2><span>Sammeln und forschen: Die Augsburger Monatsbilder unter der Lupe<span><\/h2>\n<p>Im Rahmen der Blogserie zur Arbeit der Sammlungen im Deutschen Historischen Museum (DHM) geht es um zentrale Punkte wie den Entscheidungen f\u00fcr oder gegen die Aufnahme von Objekten, um die unterschiedlichen Wege der Zug\u00e4nge, die sich \u00e4ndernden Forschungsfragen an die Sammlungen, an die Erforschung der Herkunft der Objekte und viele weitere Aspekte. Sammlungsarbeit bedeutet auch das Erforschen der Objekte \u2013 beispielsweise auf der Grundlage neuer Kontextforschung, im Zuge einer Restaurierung oder im Rahmen von Ausstellungsvorhaben. Dr. Sabine Beneke, Leiterin der Kunstsammlung des Deutschen Historischen Museums, hat den Gem\u00e4ldezyklus, bekannt als \u201eAugsburger Monatsbilder\u201c, im Rahmen einer neuerlichen Restaurierung einer detaillierten Bildanalyse unterzogen. Dabei hat sie neue Motive und Kompositionslinien gefunden, was in eine neue Gesamtinterpretation des Gem\u00e4ldezyklus m\u00fcndete.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":9894,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":true,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[1534,1183,1460,2935,199],"class_list":["post-9893","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-inside-dhm","tag-gemaelde","tag-provenienz","tag-provenienzforschung","tag-sammeln","tag-sammlung"],"_links":{"self":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9893","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9893"}],"version-history":[{"count":12,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9893\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9918,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9893\/revisions\/9918"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9894"}],"wp:attachment":[{"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9893"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9893"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9893"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}