
{"id":993,"date":"2017-06-20T12:54:27","date_gmt":"2017-06-20T10:54:27","guid":{"rendered":"\/blog\/?p=993"},"modified":"2017-06-20T13:28:14","modified_gmt":"2017-06-20T11:28:14","slug":"multaka-museum-als-hoffnungstraeger","status":"publish","type":"post","link":"\/blog\/2017\/06\/20\/multaka-museum-als-hoffnungstraeger\/","title":{"rendered":"Multaka \u2013 Museum als Hoffnungstr\u00e4ger"},"content":{"rendered":"<h1>Multaka \u2013 Museum als Hoffnungstr\u00e4ger<\/h1>\n<p><strong>Am 20. Juni ist Weltfl\u00fcchtlingstag, weltweit wird mit Aktionen auf die Not der mehr als <a href=\"http:\/\/www.unhcr.org\/dach\/de\/zahlen-im-ueberblick\">65 Millionen Menschen<\/a>, die derzeit auf der Flucht sind, gedacht. F\u00fcr das Deutsche Historische Museum ist es ein Anlass, um das Projekt \u201eMultaka: Treffpunkt Museum \u2013 Gefl\u00fcchtete als Guides in Berliner Museen\u201c und mit ihm Bashar Almahfoud, einen der ganz besonderen Museumsguides, vorzustellen.<\/strong><\/p>\n<p>Mit dem H\u00f6hepunkt der Fl\u00fcchtlingskrise 2015 wurden in zahlreichen Kultureinrichtungen und Museen Willkommens-Projekte f\u00fcr Gefl\u00fcchtete eingerichtet. Zu ihnen z\u00e4hlt <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/ueber-uns\/ueber-uns\/aktuelles\/angebote-fuer-fluechtlinge.html\">\u201eMultaka: Treffpunkt Museum \u2013 Gefl\u00fcchtete als Guides in Berliner Museen\u201c<\/a>. Von den Staatlichen Museen zu Berlin \/ Stiftung Preu\u00dfischer Kulturbesitz initiiert, f\u00fchren Gefl\u00fcchtete und Migranten Neuankommende aus Syrien und dem Irak durch das Deutsche Historische Museum, das Pergamonmuseum mit dem Museum f\u00fcr Islamische Kunst und dem Vorderasiatischen Museum oder durch das Bode-Museum mit der Skulpturensammlung und dem Museum f\u00fcr Byzantinische Kunst. Die Bezeichnung \u201eMultaka\u201c stammt aus dem Arabischen und bedeutet so viel wie \u201eTreffpunkt\u201c. Der Begriff beschreibt somit das Ziel des Projekts: Einen Treffpunkt und eine M\u00f6glichkeit des Austauschs f\u00fcr Neuankommende mit ihren unterschiedlichen kulturellen und historischen Erfahrungen zu schaffen.<\/p>\n<h3>Diplom-Ingenieur und Museumsguide<\/h3>\n<p>\u201eF\u00fcr mich ist Multaka wie eine Botschaft \u2013 sie versammelt die Menschen und zeigt ihnen die deutsche Geschichte oder das eigene Kulturerbe in den anderen Museen\u201c, sagt Bashar Almahfoud, einer der 25 Multaka-Guides. Er ist seit Beginn des Projekts vor eineinhalb Jahren dabei und f\u00fchrt mehrmals im Monat bis zu 30 Personen durch die Dauerausstellung des Deutschen Historischen Museums auf Arabisch, Englisch und Deutsch. Vor rund zweieinhalb Jahren ist Bashar mit einem regul\u00e4ren Visum nach Berlin gekommen, um seine Doktorarbeit in Architektur und Energiemanagement zu schreiben. Unter der Woche arbeitet er in einer internationalen Firma als Diplom-Ingenieur, am Wochenende f\u00fchrt er Geschichtsinteressierte durch das Museum. F\u00fcr seine Arbeit als Multaka-Guide absolvierte er im Vorfeld inhaltliche und didaktische Trainings.<\/p>\n<p>F\u00fcr ihn ist es eine Herzensangelegenheit, Menschen aus Syrien, Irak aber auch aus Deutschland und anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern die deutsche Geschichte zu vermitteln. Mehr noch als der Austausch \u00fcber die eigene Geschichte, der zum Beispiel im Mittelpunkt der Multaka-F\u00fchrungen des Pergamonmuseums steht, liegt Bashar die Vermittlung der Geschichte der neuen Wahlheimat am Herzen: \u201eWenn man in einem Land lebt, dann muss man die Geschichte dieses Landes kennen. Daraus kann man nicht nur etwas \u00fcber die Gesellschaft erfahren, sondern auch sein eigenes Leben reflektieren.\u201c<\/p>\n<h3>Deutschlands Zerst\u00f6rung nach dem Zweiten Weltkrieg als Hoffnung<\/h3>\n<p>Beeindruckt zeigt sich Bashar Almahfoud von dem Ausstellungsbereich des Deutschen Historischen Museums, der sich dem <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/ausstellungen\/dauerausstellung\/epochenbereiche\/1945-1949.html\">Wiederaufbau Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg<\/a> widmet. Trotz der Dokumentation von Leid und Kampf ums t\u00e4gliche \u00dcberleben in der <a href=\"https:\/\/www.hdg.de\/lemo\/kapitel\/nachkriegsjahre\">Nachkriegszeit<\/a>, symbolisiert dieser Ausstellungsteil f\u00fcr Bashar Almahfoud Hoffnung: Hoffnung, dass die eigene Heimat irgendwann wieder aufgebaut wird und wieder lebenswert ist. \u201eIch m\u00f6chte mich immer auf die positiven Seiten konzentrieren. Es ist vielleicht so, dass Besucherinnen und Besucher der Multaka-F\u00fchrung den Krieg erlebt haben, deswegen m\u00f6chte ich mich auf die Zeit nach dem Krieg konzentrieren. Sie m\u00fcssen immer Hoffnung haben\u201c, sagt der Multaka-Guide. Ob sich seine Hoffnung auf andere Gefl\u00fcchtete langfristig \u00fcbertr\u00e4gt, kann Bashar Almahfoud nicht sagen. W\u00e4hrend der Treffpunkt-F\u00fchrung findet aber immer der Austausch statt, den das im vergangenen Sommer von Kulturstaatsministerin Monika Gr\u00fctters ausgezeichnete Projekt zum Ziel hatte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<h2><span>Multaka \u2013 Museum als Hoffnungstr\u00e4ger<span><\/h2>\n<p>Am 20. Juni ist Weltfl\u00fcchtlingstag, weltweit wird mit Aktionen auf die Not der mehr als 65 Millionen Menschen, die derzeit auf der Flucht sind, gedacht. 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