1 00:00:00,200 --> 00:00:06,599 Die Ausstellung Objekte. Geschichte. Geschichten. entstand aus der Idee heraus, auf 2 00:00:06,599 --> 00:00:14,000 begrenztem Raum deutsche Geschichte im europäischen Kontext zu erzählen, anhand 3 00:00:14,000 --> 00:00:18,480 bestimmter Objekte und Regionen, denen sie entstammen. 4 00:00:19,120 --> 00:00:24,039 Eine zentrale Frage ist, woher kommen diese Objekte, warum sind sie in die Sammlung 5 00:00:24,039 --> 00:00:29,160 des Deutschen Historischen Museums gelangt, zu welchem Zeitpunkt, in welcher Phase 6 00:00:29,160 --> 00:00:32,240 der Geschichte des Hauses sind sie entstanden. 7 00:00:33,359 --> 00:00:37,280 Und so gliedert sich die Ausstellung auch in zwei große Teilbereiche. 8 00:00:38,000 --> 00:00:41,600 Die erste Hälfte der Ausstellung ist der Hausgeschichte gewidmet und der 9 00:00:41,600 --> 00:00:47,960 Sammlungsgeschichte, beginnend mit der ersten musealen Nutzung des Zeughauses 1883 10 00:00:47,960 --> 00:00:51,679 als Ruhmeshalle der preußisch-brandenburgischen Armee. 11 00:00:52,079 --> 00:00:59,240 Das ehemalige Waffenarsenal wurde umgestaltet, es kamen Objekte in die Sammlung, es 12 00:00:59,240 --> 00:01:04,319 wurde ein Grundstock aufgebaut, der natürlich vor allem militärische Objekte, die 13 00:01:04,319 --> 00:01:09,040 an die große militärische Vergangenheit Preußens oder Brandenburgs erinnerten, 14 00:01:10,079 --> 00:01:15,560 vom Mittelalter bis in die damals jüngste Vergangenheit, natürlich spielte auch die 15 00:01:15,560 --> 00:01:21,920 Reichsgründung 1870 eine große Rolle zu diesem nationalen Heeresmuseum, 16 00:01:21,920 --> 00:01:25,599 für das das Österreichische Militärhistorische Museum in Wien 17 00:01:25,599 --> 00:01:28,359 das unmittelbare auch bauliche Vorbild gegeben hat. 18 00:01:28,359 --> 00:01:33,079 Im weiteren Verlauf haben wir dann die Geschichte des Hauses in der NS-Zeit, 19 00:01:33,079 --> 00:01:41,079 zwischen 1945 und der Wiedereröffnung des Hauses 1952 als Museum für deutsche 20 00:01:41,079 --> 00:01:46,599 Geschichte, das Nationale Geschichtsmuseum der damaligen DDR, und dann die Zeit 21 00:01:46,599 --> 00:01:50,599 nach der Wiedervereinigung 1989, 22 00:01:50,599 --> 00:01:55,079 als die Pläne zu einem westdeutschen historischen Museum, 23 00:01:55,079 --> 00:02:03,040 ursprünglich in West-Berlin geplant, im Spreebogen, sich dann zerschlugen und man 24 00:02:03,040 --> 00:02:05,319 plötzlich hier im Zeughaus die Chance hatte, 25 00:02:05,319 --> 00:02:07,760 ein gesamtdeutsches Geschichtsmuseum aufzubauen. 26 00:02:08,960 --> 00:02:13,639 Und wieder musste ein Grundstock für eine ganz neue Sammlung gelegt werden. 27 00:02:13,639 --> 00:02:19,319 Wir haben für all diese verschiedenen Nutzungsphasen des Hauses versucht, 28 00:02:19,319 --> 00:02:24,680 Objekte zu finden, die vielleicht auch überraschend sind, 29 00:02:24,680 --> 00:02:27,960 die auf den ersten Blick man nicht mit der jeweiligen 30 00:02:27,960 --> 00:02:31,080 Epoche um die es geht verbinden würde. 31 00:02:31,080 --> 00:02:38,879 So haben wir etwa für die NS-Zeit eine Samurai-Rüstung, die als persönliches 32 00:02:38,879 --> 00:02:45,240 Geschenk für Adolf Hitler 1938 in die Sammlung kam und zwar gestiftet von einer 33 00:02:45,240 --> 00:02:52,680 Kyotoer Ehrengarde, die damals zu den 34 00:02:52,680 --> 00:02:57,000 Repräsentanten der kaiserlichen japanischen Armee gehörte. 35 00:02:57,000 --> 00:03:01,159 Und Japan war ein Verbündeter Nazi-Deutschlands und 36 00:03:01,159 --> 00:03:03,719 so kam dieses sehr überraschende Objekt in die Sammlung. 37 00:03:03,719 --> 00:03:08,599 Das ist nur fragmentarisch erhalten, aber da lässt sich schon auch eine Geschichte 38 00:03:08,599 --> 00:03:14,840 politischer Allianzen und Bündnisse erzählen, die dem Besuchenden auf den ersten 39 00:03:14,840 --> 00:03:19,039 Blick nicht geläufig sein wird, die vielleicht überraschen wird. 40 00:03:20,080 --> 00:03:24,400 Ähnlich werden wir es für die Zeit des MfDG halten. 41 00:03:24,400 --> 00:03:29,080 Da findet man natürlich auch Erwartbares: Staatsgeschenke an die damalige DDR, 42 00:03:30,240 --> 00:03:32,039 sowohl von Bruderstaaten als auch von 43 00:03:32,039 --> 00:03:37,039 sozialistischen Arbeiterverbänden in westlichen Ländern. 44 00:03:37,039 --> 00:03:42,159 Aber man findet eben auch zwei prächtige Textilien der Königin Luise von Preußen, 45 00:03:42,719 --> 00:03:45,680 die im Zuge der Bodenreform aus der Sowjetunion 46 00:03:45,680 --> 00:03:48,680 in das damalige Museum für Deutsche Geschichte 47 00:03:48,840 --> 00:03:53,319 kamen und eigentlich ein eher problematischer Bestand war. 48 00:03:53,319 --> 00:03:58,520 Es ging darum, überraschende Objekte zu finden, die man im 49 00:03:58,520 --> 00:04:03,039 Ausstellungsraum auch spannungsreich gegenüberstellen kann. 50 00:04:03,840 --> 00:04:09,520 Und ich glaube gerade durch dieses kontrastierende Ausstellen, Objekte, die sich 51 00:04:09,520 --> 00:04:16,079 gegenseitig kommentieren, würde ich mir wünschen, dass die Ausstellung bei den 52 00:04:16,079 --> 00:04:21,439 Besuchenden so eine Art Offenheit und Neugierde transportiert.