Film

Die Reiter von Deutsch-Ostafrika

Deutscher Kolonialismus

Dienstag, 01. November 2016, 20.00 Uhr

Zeughauskino

Die Reiter von Deutsch-Ostafrika

D 1934, R: Herbert Selpin, B: Maria-Luise Droop, D: Ilse Stobrawa, Sepp Rist, Peter Voß, Louis Brody, 89’ · 35 mm

DI 01.11. um 20 Uhr · Einführung: Philipp Stiasny

1884 nimmt das Deutsche Reich mit Kamerun seine erste Kolonie in Besitz. 50 Jahre später bestimmt das nationalsozialistische Deutschland das Jahr 1934 als „Kolonialgedenkjahr“. Zu diesem Anlass entsteht unter der Schirmherrschaft des Reichskolonialbundes der Spielfilm Die Reiter von Deutsch-Ostafrika. Die Handlung beginnt 1914 und schildert – so die zeitgenössische Werbung – die „Heldentaten und Abenteuer unserer braven Schutztruppe während des Weltkrieges in der ehemaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika.“

Gerda ist ihrem Mann Peter Hellhoff auf dessen Farm am Fuße des Kilimandscharo gefolgt. An ihrem Hochzeitstag bricht der Weltkrieg aus und Peter rückt zur Schutztruppe ein. Es folgen verlustreiche Kämpfe gegen die übermächtigen Engländer, die von Captain Cresswell, tragischerweise sein bester Freund aus Friedenszeiten, befehligt werden. Gerda, die ihren Mann nach einer Schlacht vor dem Verdursten retten will, wird von den Engländern gefangen genommen. In einem Handstreich gelingt es Peter jedoch, sie zu befreien und zusammen mit dem Rest seiner Truppe in Sicherheit zu bringen. Aber auch Cresswell freut sich, dass sich seine Freunde retten konnten. 1939 wird der Film wegen dieser positiven Darstellung einer deutsch-britischen Freundschaft verboten.

Anlässlich der Festvorstellung in Hamburg erklärte der frühere Gouverneur von Deutsch-Ostafrika Heinrich Schnee, der Film Die Reiter von Deutsch-Ostafrika solle den „kolonialen Gedanken“ wachhalten und „die Bedeutung des Kolonialbesitzes als Betätigungsfeld für die Jugend eines Volkes und als Rohstoffbasis“ herausstellen. „Ein Propaganda-Film, wie er sein soll“, freute sich Fritz Olimsky in der Berliner Börsen-Zeitung (20.10.1934).

In der Rolle eines Aufsehers wirkt der in Kamerun geborene Louis Brody (eigentlich Ludwig M’bebe Mpessa) mit, der zwischen 1915 und 1951 in zahlreichen deutschen Filmen zumeist als Komparse auftrat. (jg)

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