Film

Der Fürst von Pappenheim/ The Masked Mannequin

Komödianten der Stummfilmzeit

Sonntag, 08. Januar 2017, 18.00 Uhr

Zeughauskino

Der Fürst von Pappenheim

The Masked Mannequin

D 1927, R: Richard Eichberg, D: Curt Bois, Mona Maris, Dina Gralla, Lydia Potechina, Hans Junkermann, Albert Paulig, Julius von Szöreghy, 82‘ · 35 mm, engl. ZT

Vorfilm:

Willys Streiche: Klebolin klebt alles D 1909, R: Heinrich Bolten-Baeckers, D: Curt Bois, Victor Colani, Ernst Behmer, 2‘ · 35 mm

SO 08.01. um 18 Uhr · Am Flügel: Peter Gotthardt, Einführung: Philipp Stiasny

Wenn es je einen deutschen Chaplin gab, so war dies Curt Bois. Geboren 1901 in Berlin, übernahm Bois schon als Kind komische Rollen in Filmen wie Willys Streiche: Klebolin klebt alles (1909). In den 1920er Jahren machte er sich vor allem auch als Bühnenstar einen Namen. 1933 ging Bois ins Exil, arbeitete nach dem Krieg in Ost und West – und verabschiedete sich mit der wunderbaren Rolle des Geschichtenerzählers Homer in Der Himmel über Berlin (1987) in hohem Alter vom Kino. Oft verkörperte der schmächtige Schauspieler Gestalten, die zwar in jammervollen Situationen verfangen sind und das Publikum mit einer Komik der Verzweiflung rühren, dann aber wahre Lachstürme hervorrufen und Elend und Hilflosigkeit überwinden. Nach einem Auftritt in Wien jubelte der Kritiker Felix Salten: „Was wäre die Komödie ohne Curt Bois? Eine Uhr ohne Zeiger, eine Glühbirne ohne elektrischen Strom, ein Auto ohne Motor. Curt Bois bringt Leben, Elektrizität und treibende Bewegung (…) in jede Szene, in jedes Wort, in jede Gebärde.“ (Neue Freie Presse, 11.10.1930).

In der Konfektionskomödie Der Fürst von Pappenheim, die auf einer erfolgreichen Operette von Franz Robert Arnold und Ernst Bach von 1922 basierte, spielt Bois den Verkäufer des Modehauses Pappenheim: ein kleiner Hahn im Korb unter lauter langbeinigen Schönheiten. Auf dem Höhepunkt des Films muss er bei einer Modenschau für eine durchgebrannte Prinzessin einspringen – und liefert sich in Frauenkleidern mit einem eifersüchtigen Wüterich die komischste Verfolgungsjagd der deutschen Filmgeschichte. Tempo, Pointen, Situationskomik sind garantiert. „Dieses Lustspiel (…) heißt Curt Bois. (…) Wo er (…) gebieterisch wandelt, (…) herrscht echtester Chaplin. Am rührendsten da, wo er seine traurigen Bois-Augen in ein jähes Nichts richtet, am tollsten aber, wenn er, als Mannequin verkleidet, die wilden Zärtlichkeiten seines Verfolgers in süßer Aufgelöstheit erleiden muß.“ (Vossische Zeitung, 11.9.1927). (ps)

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