Film

Die Diktatoren

Umschreibungen

Freitag, 10. November 2017, 21.00 Uhr

Zeughauskino

Die Diktatoren

BRD 1961, R: Felix von Podmaniczky, B: Eugen Kogon, 88‘ · 35mm

FR 10.11. um 21 Uhr · Einführung: Fabian Tietke

„Der Mischehe zwischen Filmindustrie und Politischer Wissenschaft entsproß eine Mißgeburt. Statt eines Films schrieb der Polit-Professor Eugen Kogon (‚Der SS-Staat‘) einen populär gefaßten Aufsatz, den die Filmleute mit einem Flickenteppich aus meist vertrauten Archivschnipseln zudeckten. Ansätze zur Analyse gehen alsbald im Sog der immer gleichen Bilder von marschierenden Kolonnen und brüllenden Führern unter. Lenin, Hitler, Perón, Castro (den schärfsten Hinweis auf Franco kappte die FSK) werden unterscheidungslos vermengt. Mit einem mahnenden Verweis auf die UNO wird der Zuschauer eher verwirrt als aufgeklärt entlassen.“ (Der Spiegel, 16/1961).

Stephan Buchloh weist darauf hin, dass die FSK als Grund für die Entfernung einer Sequenz, die die mit großem Aufwand und Prunk vollzogene Hochzeitsfeier der Tochter des spanischen Diktators Francisco Franco zeigt, angab, „daß diese (dokumentarische) Szene geeignet sei, ‚die Beziehungen Deutschlands zu einem anderen Staat zu gefährden‘. Der Film enthielt auch Passagen, in deren Mittelpunkt Nikita Chrustschow und Fidel Castro standen und die eine weitaus härtere Kritik an der Sowjetunion und an Kuba artikulierten als die Spanienszene an Franco – die Sequenzen passierten die FSK ohne Änderungen.“ („Pervers, jugendgefährdend, staatsfeindlich“: Zensur in der Ära Adenauer als Spiegel des gesellschaftlichen Klimas; 2002). (om)

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