Film

Quartett im Bett

BRD 1968, R: Ulrich Schamoni

Freitag, 15. November 2019, 21.00 Uhr

Zeughauskino

Quartett im Bett

BRD 1968, R/B: Ulrich Schamoni, K: Josef Kaufmann, M: Ingo Insterburg, Peter Ehlebracht, D: Johanna, Rosi, Eva und Hannelore Jacob, Ingo Insterburg, Jürgen Barz, Karl Dall, Peter Ehlebracht, Andrea Rau, Rainer Basedow, Dieter Kursawe, Werner Finck, Dagmar Lassander, 92’ · DCP

FR 15.11. um 21 Uhr + SO 17.11. um 16 Uhr · Einführung am 15.11.: Jan Gympel

Nicht ein Drehbuch schreiben, also Literatur, und daraus dann einen Film machen, wollte Ulrich Schamoni bei Quartett im Bett. Sondern einen Film so machen, als würde er beispielsweise einen Text schreiben. Also wurde statt mit einem Drehbuch nur mit einem groben Konzept gearbeitet. Von Juli bis September 1968 improvisierte Schamoni an vielen Orten in West-Berlin, ließ sich erst während der Dreharbeiten zu Szenen inspirieren, profitierte davon, dass man damals noch erstaunlich schnell und problemlos Drehgenehmigungen erhielt, brachte sich aber auch um die Realisierung manch hübscher Idee, wo dies so kurzfristig doch nicht klappte.

Gedacht als Berliner Antwort auf die enorm erfolgreiche „Gammler“-Komödie Zur Sache, Schätzchen, die ebenfalls sein Bruder Peter produziert hatte und die Anfang 1968 in die Kinos gekommen war, wollte Ulrich Schamoni die entstehende Kreuzberger Alternativszene feiern. Dazu kontrastierte er die vier Jacob Sisters – jung, gutaussehend und auf dem Höhepunkt ihrer internationalen Karriere – mit den vier Mannen von Insterburg & Co. – nach damaligem Verständnis langhaarige Bürgerschrecke –, die zwischen Kneipentouren, Gelegenheitsjobs und Auftritten erst noch dem Höhepunkt ihres für Deutschland wegweisenden Schaffens als Anarcho-Musik-Nonsens-Komiker zustrebten. Einem dritten Quartett, Klischee-„Ölscheichs“, die ebenfalls von Insterburg & Co. gespielt werden, präsentiert ein Senatsführer die Attraktionen der „Frontstadt“.

Mit Quartett im Bett, in dem er die Grenzen zwischen Dokumentation und Fiktion besonders stark verwischte, schuf Ulrich Schamoni einen der fröhlichsten und frechsten Berlin-Filme. Vom Leben in der Mauerstadt während des mystifizierten Jahrs 1968 dürfte er ein weitaus realistischeres Bild vermitteln als die Agitprop-Produktionen des politisierten Nachwuchses. (gym)

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