Diskussion, Vortrag

Belgien, 1914–1918: Die erste Okkupation

Vortrag von Dr. Emmanuel Debruyne, Eintritt frei

Mittwoch, 10. September 2014, 18.00 Uhr

Auditorium

In Zusammenarbeit mit Wallonie-Brüssel International und seiner Vertretung in Berlin.

Vortrag von Dr. Emmanuel Debruyne, Louvain-la-Neuve, Belgien

Für die meisten am Ersten Weltkrieg beteiligten europäischen Länder begründen der Horror der Front und des Massensterbens in den Schützengräben die markanteste Kriegserfahrung. Belgien war von den ersten Tagen der kriegerischen Auseinandersetzungen bis zum Waffenstillstand Austragungsort gewaltiger Schlachten an der Westfront; aber Belgien hat zudem eine Kriegserfahrung gemacht, die radikal anders ist als die seiner mächtigen Nachbarn. Für die Mehrheit der Bevölkerung war der Erste Weltkrieg vor allem ein Synonym für militärische Besatzung. In dieser Hinsicht erschien den Belgiern der Zweite Weltkrieg, in dessen Verlauf nahezu das gesamte Europa die Besatzung erlebt hat, wie die Wiederholung einer früheren Erfahrung.
In dem Vortrag werden die Besonderheiten der ersten Besatzungserfahrung herausgearbeitet und Verbindungen zur zweiten Besatzung aufgezeigt. Dabei wird nicht ausschließlich die vergleichende Perspektive angewandt; vielmehr wird die doppelte Erfahrung der Belgier gleichermaßen aus dem Blickwinkel der Erinnerungskultur, wie der "genealogischen" und historiographischen Sicht betrachtet.

Dr. Emmanuel Debruyne lehrt Zeitgeschichte an der Katholischen Universität Louvain-la-Neuve. Seine Forschungsschwerpunkte sind Besatzungszeit, Gesellschaft und Widerstand im Ersten und Zweiten Weltkrieg, Erinnerungskultur an den Ersten Weltkrieg, Geschichte der Sexualität im Ersten Weltkrieg.

Neueste Publikationen zum Thema (Auswahl):

  • "Femmes à Boches". Sexual Encounters between Occupiers and Occupied (France and Belgium 1914-1918), in: S. Karner, P. Lesiak: Erster Weltkrieg. Globaler Konflikt – lokale Folgen. Neue Perspektiven. Graz-Wien-Klagenfurt 2014, S. 105-122.
  • (mit Heiko Brendel) "Resistance and represion in occupied territories behind the Western and Balcan Fronts 1914-1918. A comparative perspective", in: W. Dornik et al.: Frontwechsel. Österreich-Ungarns "Großer Krieg" im Vergleich. Wien-Köln-Weimar 2013, S. 235-258.
  • (mit Laurence van Ypersele): "Je serais fusillé demain. Les dernières lettres des patriots belges et français fusillés par l’occupant. 1914-1918". Bruxelles 2011.
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