Film

Vier Stunden von Elbe 1

BRD 1968, R: Eberhard Fechner, 105'

Freitag, 19. Januar 2018, 21.00 Uhr

Zeughauskino

Vier Stunden von Elbe 1

BRD 1968, R: Eberhard Fechner, B: Helga Feddersen, K: Rudolf Körösi, D: Carsta Löck, Klaus Höhne, Helga Feddersen, Elke Twiesselmann, Regine Lutz, Rolf Schimpf, Evelyn Hamann, 105’ · DigiBeta

FR 19.01. um 21 Uhr + SO 21.01. um 18.30 Uhr · Einführung: Jan Gympel

Helga Feddersen (1930-1990) wurde in den sechziger Jahren bundesweit bekannt unter anderem durch die von Horst Lommer geschriebenen Fernsehfilme, Alltagsgeschichten voll bitterem Sarkasmus, die Peter Beauvais inszenierte. Ermutigt durch ihren damaligen Mann, den NDR-Dramaturgen Goetz Kozuszek, schrieb die Schauspielerin und Tochter eines Hamburger Kaufmanns für Seemannsausrüstungen 1967 ihr erstes Drehbuch: Vier Stunden vom Feuerschiff „Elbe 1“ entfernt liegt Brunsbüttelkoog mit der Schleuse, die den südlichen Eingang zum Nord-Ostsee-Kanal bildet, sowie einem Seemannsfrauenheim. Hier warten die Angetrauten von Schiffsleuten darauf, einige Minuten mit ihren durchreisenden Männern verbringen oder im günstigsten Falle mit ihnen gemeinsam die siebenstündige Fahrt durch den Kanal absolvieren zu können. Im Mittelpunkt des Films steht jedoch der Schwager der Heimleiterin, der Schiffskoch Gustav Andresen, der beschlossen hat, sein langjähriges Junggesellendasein endlich aufzugeben – und zwar möglichst schnell. Er muss nur noch die Richtige finden.

Helga Feddersens ebenso unprätentiöse wie einfühlsame, Probleme aber nicht sentimental verklärende Schilderung des Alltags „kleiner Leute“ fand viel Zuspruch. Das „realistische Volksstück“, wie der produzierende NDR den Film bezeichnete, war zugleich die zweite Filmregie von Eberhard Fechner (1926-1992), der hier ein weiteres Mal mit dem Kameramann Rudolf Körösi zusammenarbeitete. Dieser war eigentlich im Dokumentarfilm beheimatet und beobachtete auch das Geschehen in Vier Stunden von Elbe 1 in langen, mit der Handkamera gedrehten Einstellungen, was dieser Schwarzweißproduktion die Anmutung eines Werks des dokumentarischen Direct Cinema verschaffte. Im März 1968 erstgesendet, entwickelte sich der Film in Hamburg und Umgebung zu einer lokalen Legende.

Noch fast zwei Jahre später schwärmte Karl Heinz Kramberg über Helga Feddersen und ihren Erstling: „Im Genre des Volksstücks, sei es in niederdeutscher, sei es in bayerischer Mundart, nicht eben verwöhnt, konnte man hier einmal den trockenen Humor, den nöligen Tonfall und die spezifische Sentimentalität der Waterkant-Bewohner als herzhafte Rohkost genießen. Diese Menschenspielerin mit der scharfgeschnittenen Nase vermittelte nicht nur in der ihr selbst zugeschriebenen Rolle eine fast naturwissenschaftliche Einsicht in die Tiefenseele eines Menschenschlages, den man notorisch für schwerfällig, verschlossen und ungraziös hält. Helga Feddersen hatte das kleine Wunder vollbracht, die Grazie des Volkstums zu entdecken, in dessen Vokabular dieses Fremdwort nicht vorkommt. Ein Unikum.“ (Süddeutsche Zeitung, 24.2.1970) (gym)

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