• [Postkarte: Antisemitische Lithographie, um 1920]

Antisemitische Postkarte

Deutschland, um 1920
Lithografie
14 x 8,9 cm
Inv.-Nr.: Do 74/562I

Germania, die Personifizierung Deutschlands, wird als willfährige Person dargestellt, der es gleich ist, was um sie herum geschieht. Sie nimmt die Fesseln des Versailler Vertrags ebensowenig wahr wie das zerbrochene Schwert und die am Boden liegende Krone. Unbeachtet von ihr reibt sich der den westlichen Kapitalismus darstellende assimilierte Jude zufrieden die Hände, während sich die durch Bart und Hut als Ostjude erkennbare Figur bereichert. Auf zahlreichen Bildern als "Schieber" und "Kriegsgewinnler" karikiert, waren vor allem ostjüdische Zuwanderer in den ersten Nachkriegsjahren Objekte antisemitischer Propaganda in Deutschland und Österreich. In ihrem fremdartigen Erscheinungsbild entsprachen die orthodoxen osteuropäischen Juden weitaus mehr dem traditionellen jüdischen Klischeebild als die größtenteils assimilierten deutschen. Nach Kriegsende gehörte es zu den gängigen Forderungen nationaler Kreise, die Einwanderung weiterer Ostjuden nach Deutschland zu verhindern, da sie gleichermßen für die wirtschaftliche Not und die revolutionären Erschütterungen verantwortlich gemacht wurden.

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Antisemitismus

[Abbildung] Antisemitische Postkarte Deutschland, um 1920 Lithografie, 14 x 8,9 cm © Deutsches Historisches Museum, Berlin Inv. Nr.: Do 74/5621Deutsches Historisches Museum, Berlin LeMO de Deutsches Reich Antisemitismus

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