Albrecht von Hagen 1904-1944

Jurist

  • 1904

    11. März: Albrecht von Hagen wird als viertes von sieben Kindern des Gutsbesitzers und Reserveoffiziers Gerhard von Hagen und dessen Ehefrau Elisabeth (geb. von Stülpnagel) in Langen (Hinterpommern, heute: Polen) geboren.

  • 1922-1926

    Jurastudium in Heidelberg und Königsberg (heute: Kaliningrad/Rußland). Hagen gehört der studentischen Verbindung "Saxo Borussia" an und finanziert das Studium hauptsächlich mit Naturalien des väterlichen Gutes.

  • 1926

    April: Hagen legt das Referendarsexamen ab. Weil er dieses jedoch erst im zweiten Anlauf besteht, bleibt ihm der vom Vater geplante Eintritt in den Verwaltungsdienst verwehrt.

  • 1926-1929

    Hagen wohnt in der Nähe von Stargard bei seinem Bruder und arbeitet am Amts- und am Landgericht in Stargard (Pommern, heute: Polen).

  • 1927

    29. Mai: Heirat mit Erica von Berg, Tochter eines ostpreußischen Gutsbesitzers. Aus der Ehe gehen drei Kinder hervor.

  • 1929

    Hagen arbeitet am Oberlandesgericht Stettin (heute: Szczecin, Polen).

  • 1930

    Er besteht das Assessorexamen.
    ab April: Hagen nimmt die Vertretung des Amtsrichters in Alt-Damm (Pommern, heute: Polen) wahr.

  • 1931

    Er erhält eine Anstellung bei der Osthilfe, die sich um die staatliche Sanierung verschuldeter Landgüter in Ostpreußen, Pommern und der Mark Brandenburg bemüht, und lebt in der Nähe von Köslin (heute: Koszalin/Polen).

  • 1933

    Januar: Hagens erstes Kind Helmuth stirbt an Hirnhautentzündung.

  • 1933-1939

    Hagen ist als Angestellter bei der "Bank für deutsche Industrieobligationen" in Stettin tätig. Aufgrund falscher Korruptionsvorwürfe zieht ihn der Direktor der Bank nach Berlin ab. Wegen seiner Weigerung, der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) beizutreten, wird Hagen nur bis zum Handlungsbevollmächtigten befördert.

  • 1935

    Freiwillige Teilnahme an Lehrgängen der Wehrmacht in Döberitz bei Berlin.

  • 1939

    Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs erhält er die Einberufung als Reserveleutnant zur 10. Panzerdivision. Hagen wird als Ordonnanzoffizier im Versorgungsstab in Wünsdorf bei Berlin eingesetzt.

  • 1940-1943

    Er nimmt am Frankreichfeldzug, am Angriff auf die Sowjetunion und an den Kämpfen in Tunesien teil.

  • 1943

    In Tunis lernt er Claus Schenk Graf von Stauffenberg kennen und schließt sich in der Folge Widerstandskreisen innerhalb der Wehrmacht an.
    Hagen wird als Oberleutnant in die Organisationsabteilung des Oberkommandos des Heeres (OKH) versetzt. Er untersteht Generalmajor Hellmuth Stieff (1901-1944) und übernimmt den Kurierdienst zwischen dem Führerhauptquartier "Wolfsschanze" bei Rastenburg (Ostpreußen, heute: Polen) und Berlin.
    November: Gemeinsam mit dem befreundeten Major im Generalstab Joachim Kuhn vergräbt er ein Kilogramm Sprengstoff. Dieser ist für den Wehrmachtsoffizier Axel Freiherr von dem Bussche-Streithorst (1919-1993) bestimmt, der sich bei einer Uniformvorstellung mit Adolf Hitler in die Luft sprengen will. Der vergrabene Sprengstoff wird allerdings von der Geheimen Feldpolizei gefunden.

  • 1944

    Mai: Hagen organisiert mit Kuhn weiteren Sprengstoff für ein Attentat und übergibt ihn Stieff, der ihn an Stauffenberg weiterleitet.
    Juli: Nach dem Attentat vom 20. Juli wird Hagen von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) verhaftet.
    1. August: Hagens Frau und seine Eltern werden von der Gestapo auf dem Familiengut in Langen verhaftet und in Köslin inhaftiert. Hagens Kinder werden, wie ein Großteil der Kinder der betroffenen Familien, in ein Kinderheim der NS-Volkswohlfahrt nach Bad Sachsa (Thüringen) gebracht. Weitere Familienmitglieder Hagens werden inhaftiert, aber bald wieder frei gelassen.
    8. August: Hagen wird vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt.
    Albrecht von Hagen wird in Berlin-Plötzensee durch den Strang hingerichtet.

(se)
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