Friedrich Wilhelm IV. 1795-1861

König von Preußen

  • 1795

    15. Oktober: Friedrich Wilhelm wird als ältester Sohn des späteren Königs Friedrich Wilhelm III. von Preußen und dessen Frau Luise (geb. von Mecklenburg-Strelitz) im Kronprinzenpalais in Berlin geboren.

  • 1801-1809

    Erziehung des Kronprinzen durch den Theologen und Pädagogen Friedrich Delbrück (1768-1830).

  • 1806-1809

    Nach der Niederlage der preußischen Armee in der Schlacht bei Jena und Auerstädt und der Flucht aus Berlin lebt die königliche Familie in Königsberg und in Memel.

  • 1810

    19. Juli: Tod seiner Mutter.

  • 1810-1813

    Friedrich Wilhelm wird auf Anregung von Karl Freiherr vom Stein (1757-1831) von dem späteren preußischen Außenminister Jean Pierre Frédéric Ancillon (1767-1837) unterrichtet. Dieser fördert beim künstlerisch veranlagten Kronprinzen neben dessen universeller Bildung vor allem die Einsicht in staatspolitisches Handeln sowie dessen militärische Ausbildung.

  • 1813-1815

    Friedrich Wilhelm nimmt im Ersten Garderegiment zu Fuß an der Völkerschlacht bei Leipzig und am Feldzug in Frankreich teil.

  • 1815

    Nach Kriegsende wird er vom Historiker Barthold Georg Niebuhr (1776-1831) in Finanzkunde und Staatswissenschaft unterrichtet.

  • ab 1818

    Auf den Konferenzen der europäischen Großmächte in Aachen (1818) und Troppau (1820) begegnet der Kronprinz dem österreichischen Politiker Klemens Wenzel von Metternich (1773-1859). Friedrich Wilhelm ist von dessen klarer Stellungnahme gegen den Konstitutionalismus und für die konsequente Unterdrückung "revolutionärer Umtriebe" eingenommen. Er begrüßt die Restaurationspolitik mit dem restriktiven Vorgehen des Deutschen Bundes gegen liberale und nationale Bewegungen im Vormärz.

  • 1821-1823

    Er leitet eine Kommission zur Einrichtung von Provinzialständen. Damit sollen Forderungen in Preußen nach konstitutioneller Mitbestimmung, beispielsweise durch Reichsstände, aufgefangen werden.

  • 1823

    29. November: Heirat mit der bayrischen Prinzessin Elisabeth Ludovika. Die Ehe bleibt kinderlos.

  • 1828

    König Friedrich Wilhelm III. erfüllt seinem Sohn einen langjährigen Wunsch mit einer Italienreise. Hierbei sammelt der Kronprinz zahlreiche künstlerische und architektonische Eindrücke. Er intensiviert seine künstlerische Tätigkeit und zeichnet eine Vielzahl architektonischer Skizzen.

  • 1835

    Erneute Reise nach Italien, diesmal in Begleitung seiner Frau.

  • 1840

    7. Juni: Tod von Friedrich Wilhelm III.
    15. Oktober: Friedrich Wilhelm IV. besteigt den preußischen Thron. Er überrascht durch die Freilassung im Vormärz verhafteter Oppositioneller und durch eine dem Bürgertum und den Liberalen entgegenkommende Rede bei seiner Huldigung.
    Der neue König gilt als "Romantiker auf dem Thron". Er fördert die Gründung des Zoologischen Gartens im Tiergarten (1841-1844), den Bau des Neuen Museums (1843-1855) und die Wiederaufbau des abgebrannten Opernhauses Unter den Linden (1843/44).

  • 1842

    Friedrich Wilhelm IV. ist maßgeblich an der Beendigung des Kölner Kirchenstreits beteiligt, indem er Frieden mit der römisch-katholischen Kirche schließt und das protestantische Staatskonfessionsmonopol lockert. Er initiiert die Grundsteinlegung zum Weiterbau des Kölner Doms, der zu einem Nationalsymbol werden soll.
    Er führt die Stiftung der Friedensklasse des Pour le Mérite ein.

  • 1844

    Juni: Schlesischer Weberaufstand wegen Hungersnot: Der König lässt die Aufstände der Maschinenstürmer in Peterswaldau und Langenbielau niederschlagen.

  • 1847

    3. Februar: Aufgrund der angespannten innenpolitischen Situation durch Zunahme nationaler, liberaler und demokratischer Forderungen gibt Friedrich Wilhelm IV. die Einberufung des preußischen Vereinigten Landtags bekannt. Dieser Landtag hat allerdings kaum Kompetenzen und wird nach nur wenigen Monaten vom König wieder geschlossen.

  • 1848

    März: Nach der Februarrevolution in Frankreich fordert die deutsche nationalliberale Bewegung Freiheit und Einheit sowie Reformen. Auch in Preußen kommt es zu Kundgebungen und Barrikadenkämpfen mit zahlreichen Toten. Vom Blutvergießen erschüttert, geht Friedrich Wilhelm IV. auf die revolutionären Forderungen ein. Ein Ritt durch Berlin mit schwarz-rot-goldener Armbinde sowie seine Proklamation "An mein Volk und an die Deutsche Nation" verheißen scheinbar die Verwirklichung der deutschen Einheit und die Einführung der konstitutionellen Monarchie in Preußen. Sein tatsächliches Ziel ist jedoch die Niederschlagung der Revolution und die Wiedereinführung des vorrevolutionären Monarchie.
    5. Dezember: Zwar verkündet Friedrich Wilhelm IV. eine Verfassung für den Preußischen Staat, Pressefreiheit und ein Zweikammersystem beinhaltet, zuvor löst er allerdings die preußische Nationalversammlung auf.

  • 1849

    3. April: Der König lehnt die ihm von der Frankfurter Nationalversammlung angebotene Kaiserkrone ab, da ihr der "Ludergeruch der Revolution" anhafte. Anschließend verlassen viele Abgeordnete die Nationalversammlung, da sie die Revolution als gescheitert ansehen.
    Juni/Juli: Auf Friedrich Wilhelms Befehl schlägt sein jüngerer Bruder Wilhelm die Aufstände in Baden und in der Rheinpfalz mit preußischen Truppen nieder.
    17. Juli: Die Zweite Kammer des preußischen Landtags wird nach dem von Friedrich Wilhelm IV. verordneten Dreiklassenwahlrecht gewählt. Aus der Wahl geht eine monarchistische Mehrheit hervor.
    Dezember: Die Zweite Kammer verabschiedet die überarbeitete, vom König oktroyierte (aufgezwungene) preußische Verfassung.

  • 1850

    20. März: In Erfurt tritt das "Parlament der deutschen Union" zusammen. Es soll die von Friedrich Wilhelm IV. gewünschte Gründung eines kleindeutschen Reiches unter preußischer Führung durch die souveränen Fürsten der deutschen Einzelstaaten verwirklichen.
    Mai: Österreich belebt den Deutschen Bund als Gegengewicht zur preußischen Union wieder, die bald darauf scheitert.
    29. November: Mit der Ölmützer Punktation bestätigt Friedrich Wilhelm IV., dass sich Preußen wieder in den Deutschen Bund einreihen werde.

  • ab 1850

    Friedrich Wilhelm IV. unterdrückt die nationale Bewegung. Demokratische Rechte werden zurückgenommen, es beginnt die Reaktionszeit.

  • 1853-1856

    Im Krimkrieg legt Friedrich Wilhelm IV. trotz Widerstände seines Bruders und führender Politiker in Preußen Wert auf eine neutrale Haltung.

  • 1858

    7. Oktober: Der nervlich erkrankte Friedrich Wilhelm IV. überträgt seinem Bruder Wilhelm die Regierungsgewalt.

  • 1858/59

    Letzte Reise nach Italien mit Elisabeth. Florenz, Rom, Neapel und Pompeji sind die wichtigsten Stationen.

  • 1861

    2. Januar: Friedrich Wilhelm stirbt im Schloss Sanssouci.

(amk)
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