Gustav Krupp von Bohlen und Halbach 1870-1950

Industrieller

  • 1870

    7. August: Gustav von Bohlen und Halbach wird in Den Haag als Sohn des Diplomaten Gustav von Bohlen und Halbach und dessen Frau Sophie (geb. Bohlen) geboren.

  • 1893

    Er schließt sein Jurastudium in Heidelberg mit der Promotion ab.

  • 1897

    Krupp wird Assessor im Auswärtigen Amt in Berlin.

  • 1899

    Legationssekretär in Washington und Peking.

  • 1904

    Ernennung zum Legationsrat und Berufung an die preußische Gesandtschaft beim Vatikan.

  • 1906

    Heirat mit Bertha Krupp, der Alleinerbin des Krupp-Unternehmens. Aus der Ehe gehen acht Kinder hervor.
    Kaiser Wilhelm II. als preußischer König erlaubt dem Paar, sich Krupp von Bohlen und Halbach zu nennen, um den Unternehmensnamen zu erhalten.

  • ab 1908

    Das Ehepaar baut die Sozialeinrichtungen des Unternehmens weiter aus.

  • 1909

    Krupp wird Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens.

  • 1910

    Mitglied des Preußischen Herrenhauses und der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft.

  • 1914

    Mit dem Stopp der Auslandslieferungen zu Beginn des Ersten Weltkriegs stellt das Unternehmen seine Produktion weitgehend auf Rüstung um.
    Zum ersten Mal werden in der Produktion Frauen eingesetzt.

  • 1918

    Nach Kriegsende steht das Unternehmen vor wirtschaftlichen Schwierigkeiten, da es sich wegen des Verbots der Produktion von Rüstungsgütern durch die Entente-Staaten auf Friedensproduktion umstellen muß.

  • 1923

    Die Produktion wird durch die Ruhrbesetzung beeinträchtigt. Krupp und einige Direktoren des Unternehmens werden nach einem Prozeß vor einem französischen Militärgericht sieben Monate in Düsseldorf inhaftiert, bis die Politik des passiven Widerstands von der Regierung unter dem Reichskanzler Gustav Stresemann beendet wird.

  • 1924

    Krupp wird Präsident des Aufsichtsrats der Bank für Deutsche Industrieobligationen ("Dawes-Bank").

  • 1931-1934

    Präsident des Reichsverbands (ab Juni 1933: Reichstands) der Deutschen Industrie.

  • 1933

    Das Unternehmen profitiert von der nationalsozialistischen Autarkie- und Rüstungspolitik und erlebt einen wirtschaftlichen Aufschwung.
    Nach anfänglicher Distanz arrangiert sich Krupp zunehmend mit dem NS-Regime. Er wird Kuratoriumsvorsitzender der Adolf-Hitler-Spende der Deutschen Wirtschaft.

  • 1937

    Hitler ernennt Krupp zum Wehrwirtschaftsführer und verleiht ihm drei Jahre später das Goldene Ehrenzeichen der NSDAP, um das Unternehmen sowie die Person Krupp propagandistisch zu nutzen.

  • 1940-1945

    Das Unternehmen profitiert von dem erhöhten Rüstungsbedarf.
    Mindestens 100.000 Zwangsarbeiter werden während des Zweiten Weltkriegs bei Krupp eingesetzt.

  • 1943

    Krupp legt den Vorsitz im Aufsichtsrat der Fried. Krupp AG nieder. Zur Sicherung des Krupp-Imperiums erläßt Adolf Hitler die sogenannte Lex Krupp, die den ältesten Sohn von Krupp zum Alleinerben des Unternehmens macht.

  • 1944

    Krupp siedelt ganz auf das Gut Blühnbach (Österreich) über.

  • 1945

    Wegen der engen Beziehungen zwischen dem Unternehmen und dem nationalsozialistischen Regime sowie der Ausbeutung von Zwangsarbeitern erhebt der Internationale Militärgerichtshof in Nürnberg Anklage gegen Krupp als Hauptkriegsverbrecher. Er ist jedoch aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr verhandlungsfähig, so daß das Verfahren eingestellt wird.

  • 1950

    16. Januar: Gustav Krupp von Bohlen und Halbach stirbt in Blühnbach.

(lh)
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